Redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen! Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht. Was hilft es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? - Jak 2,12-14

 

Der Begriff „Barmherzigkeit" ist größer, ist weit umspannender, als es der erste Blick evtl. vermuten ließe. Er spricht von der Grundeinstellung des Herzens, die dem wahrhaft Gläubigen mitgegeben wurde, die man weder umgehen noch abschütteln kann.

 

Wer ist es aber nun, der keine Barmherzigkeit geübt hat? Was bedeutet das? Man möchte fragen: „Bin ich‘s, - doch nicht etwa ich?"

 

Der Heiland gab in der Bergpredigt die Richtung vor:

Mt 5, 7 Glückselig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen!

 

Der Begriff „Barmherzigkeit" wird treffend definiert mit den Worten: „die Armut wegnehmen". Daran erkennt man sofort die Fülle des Inhalts und der tätigen Liebe.

 

Allerdings, die Absicht des Durcheinanderwerfers, den Sinn eines Begriffes zu abstrahieren und zu dadurch zu vernebeln, zu entstellen, zu vertuschen, zu verdrehen oder gar zu vertauschen und umzukehren wird an eben diesem Begriff auch nur allzu deutlich .

Was bedeutet „Barmherzigkeit" in der Praxis? Vor allem: was heißt das aus dem Mund Jesu? Wir wollen uns ja keineswegs einbilden, auch nur ein wenig die Tiefe eines Gotteswortes ausloten zu können,  - was uns aber offenbart wurde, wollen wir gerne gehorsam Vers für Vers im Sinne von Eph 2,10 ins Leben umsetzen.

 

Wer jetzt beim „Barmherzig-Sein" an Arme denkt, denen man mit dem rechten Herzen entgegenkommt, der geht schon mal nicht fehl.

Durch die Aussage Jesu in der Bergpredigt wurde uns ja klar gemacht, dass es sich bei „Barmherzigkeit" nicht um ein menschliches Phänomen handeln kann, sondern ausschließlich  um einen wesentlichen Bestandteil des in Christus neu geschaffenen Menschen.

Das heißt, um Barmherzigkeit zu erlangen, muss der Mensch gestorben sein. Der alte, der natürliche Mensch kann von sich aus  nicht barmherzig sein im biblischen Sinne, auch wenn er sich das einbildet oder sich und anderen vorspielt.

 

Deswegen hat der natürliche Mensch für sich unter „Barmherzigkeit" einen Begriff entwickelt, der einem sozialen Hilfswerk entspricht, und so wieder einmal die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen gleicht. (Röm 1,23).

Das, wovon Jesus spricht, kommt aber aus einem neuen Menschen, einem neuen Herzen, das für die Ewigkeit mit Ihm und dem Vater geschaffen wurde.

Das ist allerdings dann etwas ganz anderes und es beschränkt sich nicht auf einzelne soziale Hilfsdienste, sondern bleibt eine permanent wirkende Gottesgabe, die alle Lebensgebiete zu allen Lebenszeiten durchzieht.

Das heißt im Klartext: Wirklich alle Lebensbereiche! Und das macht einen großen Unterschied.

 

Selbstverständlich ist es  sehr vorteilhaft für arme Menschen, wenn sich jemand „erbarmt" und Geld, Zeit und Hilfestellung leistet, um die Not zu lindern.

Das, was der Heiland meint, wenn Er sagt „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen", hat aber eine andere, eine ewige Dimension!

Es geht nicht nur um Geldscheine, Hilfsmittel und Nahrung, es geht um die Ewigkeit des Menschen.

 

Martyn Lloyd-Jones hatte als hochdekorierter Arzt begriffen: „Wir helfen den Menschen nach Möglichkeit wohl medizinisch, aber am Ende landen sie doch in der Hölle, - sie werden nicht gerettet durch unsere ärztlichen Maßnahmen".

Er trachtete daraufhin nach der Barmherzigkeit, die von Christus gegeben wird und wurde unter dem einzig wahren Arzt und Heiland zu einem, der den Menschen den Weg zeigen konnte, der sie für immer heilt.

 

Er hatte das Wort begriffen: „das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht."

Der Heiland betont: „Ich gebe nicht, wie die Welt gibt" und jedes Gotteskind weiß, was das heißt, - nämlich, dass die Gabe untrennbar mit dem Geber verbunden ist und bleibt.

Deshalb wird es nie eine Barmherzigkeit geben, die von Christus getrennt ist, und die, weil  von Christus getrennt, nicht das ewigen Heil in sich trägt, die vielleicht wohl kurzzeitig Linderung verschafft, am Ende aber den Menschen in  noch größerem Elend zurücklässt.

Die Barmherzigkeit des natürlichen Menschen belässt andere zwangsläufig in ihrem verlorenen Zustand, - das aber war  niemals die Art und die Absicht Gottes.

 

ER gibt nicht, wie die Welt gibt.  ER gibt sich selbst!

Das macht den Unterschied. Deshalb ist jede Seiner Gaben nicht eine kurzzeitige Erscheinung und Linderung, sondern eine Lösung für die Ewigkeit.

Dies gilt auch für die Geistesfrucht: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.

Davon wird nichts mehr weggenommen, davon ist nichts kurzlebig, irdisch, vergänglich.

 

Dass es in den Herzen derer, die sich heute Christen nennen, oft ganz anders aussieht, hat auch speziell mit unserem heutigen Wort zu tun.

Es handelt sich hier um ein Gericht, wenn diese Eigenschaften wohl gepredigt werden, aber nicht vorhanden sind. Gerade die fehlende Barmherzigkeit hat einen großen Anteil an diesem Gericht.

Als Mose berufen wurde, sein Volk aus Ägypten zu führen, musste er sich dem brennenden Dornbusch nähern.

Dornen heißt: unter dem Fluch, Feuer bedeutet: Gericht. Mose musste sich der Erkenntnis beugen, dass Gott ein richtender Gott ist, wenn Er die Rettung Seines Volkes betreibt.

Gott bleibt angesichts des Zustands Seines Volkes nichts anderes übrig.

Die Diskrepanz zwischen Seiner Heiligkeit und dem Herzenszustand Seines Volkes ist sonst unüberbrückbar.

 

Wir lesen im zweiten Buch Mose in den Kapiteln 30 und 31 vom heiligen Salböl, einem Bild  auf den Heiligen Geist, das nicht nachgemacht werden darf vom Volk, wir lesen vom Räucherwerk, ein Bild auf das Gebet, von dem der Vater will, dass es im Geist und in der Wahrheit geschieht.

Auch das darf nicht nachgemacht werden. Gott sagt, wer etwas Derartiges nachmacht oder selber zusammenmischt, der soll ausgerottet werden aus Seinem Volk.

Dazu kommt noch der Sabbat, an dem niemand eine Arbeit verrichten soll. Wer am Sabbat arbeitet, sollte ebenfalls ausgerottet werden aus dem Volk. Der Sabbat ist ein Bild auf die Ruhe in Christus.

So weit drei Beispiele aus dem Alten Testament.

 

Wenn man eine Predigt oder eine Bibelstunde vorbereitet, muss man wohl heute mehr denn je fragen:

1. was steht hier im Wort Gottes?

2. was haben wir bloß daraus gemacht?

Und wenn Gott uns durch den Jakobusbrief sagen lässt:

Jak 2,13 Das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.

 

dann stellen wir doch hier und jetzt die Fragen:

Wo ist in der heutigen Christenheit die Salbung durch den Heiligen Geist?

Wird sie ersetzt durch menschlich gemachtes Getue? Oder leitet uns der Heilige Geist wirklich in alle Wahrheit? Verherrlicht er in uns Christus allein?

Oder steht der Mensch im Mittelpunkt? (Diese These wird weithin vertreten und verkündigt!)

 

Wird Gott heute im Geist und in der Wahrheit angebetet, so wie der Vater es haben will? Redet er zur „Herausgerufenen" von Schopharhörnern, Tanzen, Herumhüpfen und Fähnchenschwingen? Mischen nicht aber auch viele selbsternannte „Vernünftige" nicht allzu viel Menschliches hinein? Ist es wirklich ein Gebet in Geist und Wahrheit, das wir beten?

 

Sind wir in die Sabbatruhe des Christus eingetreten?

Es gibt einige, die verbreiten immer noch die These, dass man den Sabbat halten müsse wie im AT, genauso wie den Zehnten, wie gewisse Speisegebote usw.

Sehen wir, was da passiert?

Hier wird absolut nicht die Barmherzigkeit Gottes geübt. Es ist pure Unbarmherzigkeit den Geschwistern gegenüber, ihnen nicht die Wahrheit zu sagen, sie in den angeführten Zuständen und im Irrglauben zu belassen.

 

Barmherzigkeit, das sei noch mal betont, bedeutet: die Armut wegnehmen!

Das kann der neugeschaffene Mensch in Christus! Er kann dem Bruder, der Schwester sagen, dass man in Christus von seinen Werken ruht! Für immer!

 

Denn wir haben es leicht, wir brauchen nur mehr in den Werken zu wandeln, die Gott für uns bereitet hat, die Er neu bereitet hat in Christus Jesus.

Eph 2,10     Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.

 

Der neugeschaffene Mensch in Christus kann dem Nächsten sagen und beweisen, dass man  den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten kann, ganz normal mit verständlichen Worten, aus einem gereinigten neuen Herzen, ohne irgendwelche Wichtigtuerei und Geschrei.

Der neugeschaffene Mensch in Christus kann dem anderen durch die Leitung des Heiligen Geistes die Füße waschen, kann beiseite treten, damit der andere wachsen kann in Christus, damit die Glieder des Leibes einander Handreichung tun können.

 

Das ist die Barmherzigkeit - das heißt die Armut wegnehmen! In Christus, im Heiligen Geist, in der Wahrheit - und nicht anders.

Um es einmal mehr zu betonen: Christus ist die Norm Gottes!

  • Christus macht normal,
  • der Heilige Geist macht normal,
  • die Wahrheit macht normal!

 

Da hüpft keiner, da spinnt keiner herum, da gibt keiner eigenartige Laute vonsich, verstehen wir?

Alles, was nicht aus der Norm Christi geht - ist Unbarmherzigkeit! Das stößt die Leute nur ab vom Glauben. Ja, sie werden eventuell religiös durch solches Getue und zünden Kerzen an und tun abwegige Dinge, aber doch nur, weil sie von der Unbarmherzigkeit gewissenloser Menschen in die Irre geführt und auf den Weg des Verderbens geleitet wurden, die weder den Geist Christi, noch die Wahrheit haben.

 

Es ist bereits der Beginn eines unbarmherzigen Gerichts, das man dadurch herbeigeführt hat an sich und an anderen Menschen, weil man nicht richtig wandelt vor und in Christus.

Das ist keine Barmherzigkeit: aus menschlicher Liebe und Toleranz dem anderen nicht die Wahrheit zu sagen.

 

Zur Freiheit hat uns Christus befreit!

Aber durch die Unbarmherzigkeit falscher Christen werden die Menschen erneut unter ein schweres Joch geführt und dann wird ihnen noch glaubhaft gemacht, sie seien in Ordnung!

 

Jak 2,12-14 Redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen! Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.

 

Kein normaler Vater, keine normale Mutter würde zum eigenen  Kind so unbarmherzig sein und ihm nicht sein falsches Handeln vor Augen führen.

 

Die Armut wegnehmen, ist mehr als zu sagen: Geht hin, wärmet euch, sättiget euch - auch auf geistlichem Gebiet.

Den anderen die Füße zu waschen, heißt nicht nur, sich zu bücken, sondern den Dreck als Dreck zu erkennen und zu bezeichnen und ihn zu bekämpfen.

Kein wahrer Freund einer Seele würde auch nur annähernd den Beschluss ins Auge fassen, dem anderen nicht tiefgreifend und dauerhaft zu helfen.

Das ist die Barmherzigkeit, die sich rühmt gegen das Gericht.

 

Der gefallene Mensch kann selber nicht helfen, er kann oberflächlich und vorübergehend einen temporären Schmerz lindern, am Ende werden aber der Blinde und der Blindenleiter in der Grube liegen.

Deshalb sagt der Heiland so deutlich in der Bergpredigt: „Glückselig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen!"

Alle Seligpreisungen sind für den natürlichen Menschen nicht erreichbar, niemand kann von sich aus dem Wort des Herrn gerecht werden.

Erst durch Jesu Tod, durch Seine Auferstehung und Himmelfahrt ist es möglich geworden, diesen neuen Menschen zu schaffen, der in rechter Gottesfurcht und Heiligkeit und allein in Christus so agieren und reagieren kann, wie der Heiland ihn in der Bergpredigt beschreibt.

 

Dazu gehört die Barmherzigkeit, die der Jakobusbrief hier beschreibt. Das will dann aber auch getan sein, denn so lautet der Text weiter:

Was hilft es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke?

 

Nun, wie ist es? Wie sieht es aus in Deinem Herzen? Denkst du auch manchmal darüber nach, warum du keine Gebetserhörung erlebst?

Manche Frau betet ihr Leben lang für ihren ungläubigen Mann. Nichts ändert sich.

Mancher Familienvater betet jahrelang für seine Kinder. Keine Reaktion.

Mancher Haussegen hängt immer wieder schief, wie wir zu sagen pflegen. Es gibt oft Streit, es gibt Meinungsverschiedenheiten.

Wie hoch wird wohl die Dunkelziffer sein von Unannehmlichkeiten in christlichen Familien, in christlichen Ehen, in christlichen Häusern, auch in Missionswerken und Gemeinden, die ihre Ursache darin haben, dass man nicht die Barmherzigkeit geübt hat und noch immer nicht übt!

Jak 4,1-10 Woher kommen die Kämpfe und die Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht von den Lüsten, die in euren Gliedern streiten? Ihr seid begehrlich und habt es nicht, ihr mordet und neidet und könnt es doch nicht erlangen; ihr streitet und kämpft, doch ihr habt es nicht, weil ihr nicht bittet. Ihr bittet und bekommt es nicht, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in euren Lüsten zuvergeuden. Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, der macht sich zum Feind Gottes! Oder meint ihr, die Schrift rede umsonst? Ein eifersüchtiges Verlangen hat der Geist, der in uns wohnt; um so reicher aber ist die Gnade, die er gibt. Darum spricht er: »Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade«.So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch; naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch! Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid! Fühlt euer Elend, trauert und heult! Euer Lachen verwandle sich in Trauer und eure Freude in Niedergeschlagenheit! Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen.

 

Zu wem spricht die Schrift hier? Doch wohl zu Unbarmherzigen. Zu Menschen, die nicht die Absicht haben, den anderen wachsen zu lassen, beiseite zu treten, damit Christus groß werde in seinem Herzen. Zu Menschen, die sich selbst aber sehr wichtig nehmen. Ein Freund der Welt ist auch, wer sich selbst liebt. Er wird zum Feind Gottes.

Barmherzig ist, wer sich selbst verleugnet. Ist uns denn klar geworden, was da vor sich ging, als Abraham es vorzog, im Hain Mamre zu bleiben?

Das ist nicht einfach geistliche Untertreibung.

„Nichts für mich" - das ist seine Einstellung, ich sagte „ist", denn sie ist und bleibt es in Ewigkeit. Abraham entschied sich nicht für die fruchtbaren Ebenen Sodoms, er nahm später auch weder Lohn noch Geschenk vom König von Sodom an.

Dadurch aber nahm er seiner Frau Sarah die geistliche Armut weg, die sie dort unten erfahren hätte, er ersparte ihr das Schicksal einer Frau Lot. Damit nahm er auch seinem Sohn Isaak, der noch kommen sollte, die geistliche Armut weg.

Das heißt „die Armut wegnehmen", das heißt barmherzig zu sein: Richtig vor dem Herrn zu wandeln, immer im Sinn des Herrn und Seines Wortes zu entscheiden, ob es nun um Ort oder Mittel oder um Zeit geht. Gott sprach zu Abraham: „Wandle vor mir und sei nützlich!" Das tat er.

Das kann man wohl nur in Seinem Geist. Man muss aber eben danach trachten und danach handeln.

Abraham trat zur Seite, damit andere wachsen können. Wir beobachten das immer wieder in seinem Leben. Abraham war kein weicher Typ, als Kämpfer war er unnachgiebig, er holte seinen Neffen zurück aus den Klauen weltlicher Regentschaft.

Abraham betete um das Wohl seines Neffen. Und er wurde erhört. Das alles gehört zur Barmherzigkeit. Es gehört dazu, dem anderen die Armut wegzunehmen.

Lot tat das nicht. Lot trat nicht zur Seite, sondern suchte das Beste für sich in der Welt. Und er ruinierte damit seine Familie.

 

Fragen wir uns, warum es gerade in christlichen Familien, in christlichen Ehen oft so drunter und drüber geht?

  • Gibt es nicht heute mehr denn je junge Leute aus christlichen Familien, die es mit der Moral nicht genau nehmen, mit vorehelichem Geschlechtsverkehr, mit jeglicher Sünde?
  • Gibt es nicht in Familien, die als christlich bekannt sind, Ehebruch, Streit und Trennung, oft weit mehr als in weltlichen Häusern?
  • Gibt es unter den Christen heute nicht viele ältere Ehepaare, die ohne Trauschein zusammenleben des Geldes wegen?
  • Gibt es in christlichen Häusern heute nicht viel mehr Streit, Eifersucht, ungehorsame Kinder?

Ist es nicht so, dass man heute in christlichen Häusern den verantwortlichen Umgang mit Geld und Zeit längst vertauscht hat mit dem Gegenteil.

Hat man vergessen, dass man Leibeigener Jesu Christi ist, teuer erkauft? Meint man heute denn, Gott lasse sich nunmehr spotten? Irrt man heute mehr denn je?

 

Hat hier schon das Gericht eingesetzt? Ich meine „ ja".

1Kor 11,32 wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir vom Herrn gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verurteilt werden.

 

Hast du dich schon gefragt, warum sich gewisse Zustände nicht ändern in deinem Umfeld, das du gerne aus dem Blickwinkel deines Glaubens betrachtes? Der Herr aber sieht es von deiner Zielverfehlung her, von deiner Sünde.

Hast du dich schon gefragt, warum bei dir das Wort nicht wahr wird:

Spr 16,7 Wenn die Wege eines Menschen dem HERRN wohlgefallen, so lässt er selbst seine Feinde mit ihm im Frieden leben. ?

 

Hast du dich schon gefragt, warum der Streit in deiner Familie eskaliert, warum er kein Ende findet?

Hast du dich schon gefragt, ob hier ein unbarmherziges Gericht stattfindet, weil gerade du keine Barmherzigkeit an anderen übst?

 

Gehört nicht viel übles Reden zu unserer Unbarmherzigkeit, wie Gott sagt:

Ps 50,19-22 deinen Mund lässt du Böses reden, und deine Zunge knüpft Betrug. Du sitzt da und redest gegen deinen Bruder; den Sohn deiner Mutter verleumdest du. Das hast du getan, und ich habe geschwiegen; da meintest du, ich sei gleich wie du. Aber ich will dich zurechtweisen und es dir vor Augen stellen! Seht doch das ein, die ihr Gott vergesst, damit ich nicht hinwegraffe, und keiner rettet! ?

 

  • Sehen wir doch ehrlich den Zustand unseres Lebens, unseres Arbeitsverhältnisses - ich meine den Arbeitgeber und die Kollegen, auch die Mobber und die missgünstigen Kollegen an.
  • Sehen wir unseren Herzenszustand in puncto Geld an. Gar fein gesponnen ist das christliche Garn, das die geliebten Finanzen verdeckt und das Getue darum.
  • Sehen wir unseren Herzenszustand in puncto Ehre, Hochmut und Stolz an. Es gibt genug christliche Häuser, in denen er sogar eine größere Rolle spielt als in der Welt!

Wer es nicht glauben will, dem wird Gott das beweisen, das ist garantiert, auch wenn er's vielleicht nicht akzeptiert!

  • Sehen wir unseren Herzenszustand in puncto ehelicher Treue an und was die Ehe als solche betrifft. Kennen wir unsere Pflichten? In wie vielen Ehen herrscht längst eine innere Trennung, ohne dass es nach außen so aussieht? Auseinandergelebt! Mitten im Reich Gottes!

 

Barmherzigkeit?  - Die Armut wegnehmen?

Macht man hier nicht in der Tat den anderen eher arm?

Macht man so nicht die eigenen Kinder arm? Macht man so nicht automatisch jeden arm statt  reich, dem man vom Evangelium erzählen will, weil uns selber der Glaubensgehorsam in diesen Dingen fehlt?

Sind wir als Christenheit nicht deswegen so unglaubwürdig geworden? Wegen unserer umfassenden Unbarmherzigkeit?

Weil wir oft partout nicht Barmherzigkeit üben wollten und wollen, am Nachbarn, an den Kindern, am Ehegatten, an den Mitmenschen.

 

Hat hier schon das Gericht eingesetzt? Ich meine „ ja!"

 

Der Christenheit ist das Leben in der Barmherzigkeit abhandengekommen. Das moderne Wort „Ganzheitlichkeit", würde hier passen.

Denn Barmherzigkeit hat mit dem ganzen Christenmenschen zu tun, nicht mit einer Bescheinigung für eine einmalige Spende, nicht mit Streicheln, sondern mit dem Wandel vor Gott zum Wohle des Mitmenschen, damit jener gerettet werden kann.

Denn Er wird sich abwenden, wenn Er die Werke sieht, die dem Wort vom Glauben widersprechen in unseren Familien, in unserem Leben.

 

Die Barmherzigkeit, die der Heiland meint, die Er den Glückseligen als Gabe mitgegeben hat, in deren Herzen Er wohnt, beginnt mit unserer Errettung und endet - nie!

Sie ist nie außer Dienst. Sie ist um 4.30 Uhr morgens genau so da, wie um 23.15 Uhr; in der Krankheit genauso, wie in den gesunden Tagen, sie ist auch da, wenn dir nach Streit zumute ist, nach Zorn, liebes Gotteskind!

 

Doch sie wird die Sonne nicht untergehen lassen, sie wird nicht ruhen, bis der Heiland alles an uns eingenommen hat, auch die „dunklen Winkel des Landes".

Wäre es bei allem Ernst den Menschen gegenüber und der notwendigen und konsequenten Erziehung unserer Kinder, die zur rechten Barmherzigkeit gehört, nicht endlich angebracht, zu reagieren?

Sollten wir nicht heute den Heiland bitten, Er möge Seine Barmherzigkeit aus uns strömen lassen?

 

Wir sind in eine Zeit gesetzt, in der wir uns nicht spielen können. Das konnten wohl unsere Vorfahren auch nicht. Aber damals bekehrten sich noch etliche richtig.

 

Bitten wir Gott, Er möge das Gericht abwenden und uns die Gnade in Seinem Sohn zuteil werden lassen, die Er uns zugedacht hat.

Bitten wir, dass wir in jeder Hinsicht dem entsprechen dürfen, was Er uns geschenkt hat in Christus, dass wir anderen in Jesus die Armut wegnehmen dürfen, dass wir sie reich machen dürfen in Christus, damit die Seligpreisung in ihrer ganzen Fülle zu Seiner Ehre zur Geltung komme:

 

Mt 5,7 Glückselig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen!

Der Glaube, den Gott uns ein für allemal übergeben hat, wird sein Werk tun, wenn wir den Heiland Seine Barmherzigkeit durch uns ausüben lassen.

Die Barmherzigkeit wird über das Gericht triumphieren, zuerst bei denen, die sie doch so dringend nötig haben, danach bei uns, die wir damit so überreich beschenkt wurden.

 

Amen



   
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