Viele von uns haben schon einmal gedacht oder gesagt: „Gott gibt es nicht“. Andere wiederum meinen: „Gott erhört mein Gebet nicht“.

Wieviel haben wir in unserem Leben über Vertrauen, Glauben und Zuversicht gehört oder gelesen?

Auch gibt es nicht wenige, die glauben wollen und es nicht können. Egal, ob wir an Gott glauben oder nicht, bleibt die Tatsache, dass Gottes Volk immer wieder große Wunder erlebt hat, wenn sie ihrem HERRN nahe waren.

Auch bin ich sicher, dass im Leben vieler sich schon Dinge ereignet haben, die sie vor Schlimmem bewahrt haben oder ihnen Gelingen geschenkt wurde, sie es aber als „Glück gehabt“ einordnen.

Jesus Christus wusste, warum Er die Jünger eindringlich daran erinnerte, dass unser Vater im Himmel schon alles von uns weiß, bevor wir Ihn darum bitten (Mt. 6,8). Er möchte es denen schenken, die IHN bitten. Er hat als treusorgender Vater schon alles so für uns bereitet, wie z. B. Eltern, die sich auf die Geburt ihres Kindes vorbereiten oder um seine täglichen Bedürfnisse wissen.

Eltern haben meist schon viele Pläne vor der Geburt, um ihrem Kind einen wunderbaren behüteten Platz in dieser Welt zu bereiten. Alles, was sie planen und vorbereiten, ist von der Liebe zu ihrem Kind geprägt - es soll keinen Mangel haben.

Ob Licht oder Schatten, Freude oder Trübsal – Eltern, die von der Liebe geleitet werden, sind immer für ihr Kind da.

Das Leben lehrt uns aber, dass nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen. Dies macht manchmal traurig und tut oft weh. Wir Menschen erkennen, dass wir bei allem guten Willen, mit all unseren Fähigkeiten nicht alles bewirken können. Oft sind wir Spielball dessen, was um uns herum geschieht. Nicht erst in dieser globalen Krise haben wir das bitter erfahren müssen.

Krankheiten, Niederlagen, Böses, das uns widerfährt, Kriege, Arbeitslosigkeit, menschliche Unzulänglichkeiten lassen uns letztendlich erkennen, dass unsere Möglichkeiten und unser Vermögen begrenzt sind.

Christen wissen aber, dass ihr Leben in Gottes Hand liegt.

Warum werden unsere Gebete aber nicht immer sofort erhört? Gott hat doch alle Macht, und Er liebt uns mehr und tiefer, als Eltern ihre Kinder lieben können.

Als Säugling kann man nicht um das bitten, was man zum Leben braucht. Wenn wir aber älter werden, ändert sich dies. Wir werden klug und geschickt im Bitten, um das Gebetene auch zu erhalten.

Die Wünsche in unserer Gesellschaft gehen meist über Essen, Trinken oder Kleidung hinaus.

Die Erfahrung hat uns aber auch gelehrt, dass es nicht gut für uns ist, alles zu erhalten, was wir uns wünschen. Eltern erfüllen uns meistens nur das, was zu unserem Wohle dient. So handelt Gott auch.

Gott weiß alles über uns. ER weiß, was wir zu unserem physischen und geistigen Leben benötigen und was uns schaden würde. ER handelt stets in Liebe.

Zweifeln wir daran, wenn unsere Wünsche nicht immer erfüllt werden? Warum zweifeln wir?

Kann es sein,

· dass wir Gottes Wort und Seine wichtigen Aussagen dazu nicht kennen?

· dass wir es kennen, aber nicht immer daran denken?

· dass wir daran denken, es aber nicht in seiner ganzen Tiefe verstehen?

· dass wir es verstehen und ungeduldig sind und es Gott nicht überlassen wollen, wie Er antwortet?

Wenn Er die Bitte nicht erfüllt, Er also „nein“ sagt, akzeptieren wir dies und denken wir darüber nach, warum das wohl so ist?

Geht es wirklich um das, was wir oft beten: “Dein Wille geschehe“, oder soll doch „mein Wille“ geschehen?

Dies ist eine ernste und folgenreiche Frage, die wir uns immer stellen und beantworten sollten.

Sie ist ein Schlüssel, ob Gott uns erhört oder nicht.

Was sagt Gott dazu – Er lässt uns nicht im Unklaren darüber. Er fordert uns auf, Seinen Willen zu suchen und Ihn um die guten Gaben zu bitten.

In der Bibel lesen wir

Mt 7,7-11 Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan. Oder ist unter euch ein Mensch, der, wenn sein Sohn ihn um Brot bittet, ihm einen Stein gibt, und, wenn er um einen Fisch bittet, ihm eine Schlange gibt? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten!

Hier wird uns gesagt, dass wir keine großen Überlegungen anstellen müssen, sondern einfach bitten, suchen und anklopfen sollen. Das ist unsere Aufgabe - das andere ist das Tun Gottes.

Halten wir dagegen – oder zweifeln wir gar daran? Behaupten wir: „Das stimmt aber nicht mit unseren Erfahrungen überein. Auf all unser Bitten war nur ein großes Schweigen Gottes zu vernehmen“?

Dann müssen wir prüfen, ob wir richtig gebetet, richtig gesucht und aufrichtig angeklopft haben oder ob wir nur an unser liebes „Ich“ und unsere egoistischen Belange gedacht haben.

Wenn das der Fall ist, dann dringt unser Gebet, und sei es noch so dringend, niemals zum Thron der Gnade Gottes.

Haben wir im Gebet mit Gott inbrünstig besprochen, ob unsere Bitten Seinem Willen entsprechen?

Wir haben Gott doch fest versprochen: „Dein Wille geschehe“ – das ist ein heiliges Versprechen.

Haben wir schon einmal erfahren, wie wunderbar es ist, wenn uns unser eigener Wille nicht mehr beherrscht, sondern wir Gott Raum in unserem Leben geben?

Haben wir dann erfahren, dass Er uns mehr oder in anderer Weise – und damit besser - gibt, als wir es erbeten haben?

Die Freude darüber können wir dann kaum fassen. Unsere Worte vermögen dann kaum unsere Dankbarkeit auszusprechen –dies sollten wir aber tun.

Haben wir in Anspruch genommen, dass Jesus, der Christus, unsere Beziehung zu Gott wieder- hergestellt hat? Denn nur durch Ihn dürfen wir im Gebet vor den Thron des Vaters treten.

Joh 14,13 Und alles, was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht wird in dem Sohn.

Eines müssen wir aber tun: Den Weg des Glaubens und der Umkehr gehen und dann "bitten und anklopfen". Glauben und akzeptieren wir dies – oder beten wir flüchtig, fordernd, egoistisch?

Ich glaube, wir verstehen, wie wichtig es ist, Gott demütig und aufrichtig zu suchen und zu bitten.

Betrachten wir aber einmal, was es bedeutet, dass wir anklopfen sollen?

Das Anklopfen ist der Ausdruck der Achtung, die ich vor dem andern habe. Das Anklopfen bedeutet, dass ich nicht einfach "eintreten darf", wie ich das in meiner eigenen Wohnung tue, wo ich nach Belieben von dem einen Zimmer ins andere treten kann. Aber dort an der Tür des andern, wo ich anklopfe, da beginnt der Hoheitsbereich einer anderen Person. Durch das Gebet möchte ich in den Hoheitsbereich der allerhöchsten Person dieses unendlichen Universums, nämlich Gottes, des Allmächtigen gelangen. Da gilt es, haltzumachen in Ehrfurcht; da gilt es, still zu warten. Alleine werde ich dies nicht können; denn wie wir gelesen haben, geht dies nur in dem Namen Seines geliebten Sohnes. Dann haben wir Gewissheit, dass die Tür geöffnet wird und dass Gott uns zuhört.

Klingt das etwas kindlich? In der Tat ist es jedoch die richtige Einstellung (Matthäusevangelium 18, 3).

Und die Tür wird aufgetan, immer wieder, sooft ich auch in Seinem Namen bitte.

Christus ist die Tür zum Vater. Das ist das große und kostbare Wunder der Erlösung, dass Er die Tür ist, dass ich eintreten und mit dem Vater sprechen darf, in großer Freimütigkeit und in ganzem Vertrauen. Das ist ein unverdientes, unfassbares Privileg für uns.

Vergessen wir aber nie die Anweisung und Ermahnung Jesu, den Vater im Himmel in der richtigen Einstellung zu bitten und IHM zu danken.


Wenn menschliche Eltern die Bitten ihrer Kinder mit dem beantworten, was für sie am besten ist, wie viel mehr wird unser Vater, der in den Himmeln ist, so handeln! Gott hört gewiss jedes Gebet, aber Er erhört es nicht immer nach unseren eigenen Vorstellungen und lässt sich nicht von religiösen Handlungen oder von sich immer wiederholenden „Einheitstextgebeten“ beeinflussen oder „rumkriegen“. Sein Wille ist stets und ohne Ausnahme gut und dient uns zum Besten.

Auch stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob wir überwiegend nur für uns bitten.

Gott fordert uns auf, den Nächsten wie uns selbst zu lieben. Ist dies auch Bestandteil unseres Gebetslebens?

Christus, unser Vorbild, hat besonders vor der Zeit Seines Leidens und Sterbens inbrünstig für andere zum Vater gebetet. Noch am Kreuz sah Er nicht auf sich und Sein Leid, sondern auf die schwachen sündigen Menschen, die er von ganzem Herzen liebte.

Auch im Alten Testament haben wir Anweisungen Gottes für das Volks Israel, Sein auserwähltes Volk, in welcher Haltung Er angebetet werden möchte. So finden wir beispielsweise in 2. Chronik Gottes Reaktion auf die von Ihm gewünschte Anbetung:

2Chr 7,14    und mein Volk, über dem mein Name ausgerufen worden ist, demütigt sich, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, so will ich es vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.
2Chr 7,15    So sollen nun meine Augen offen stehen und meine Ohren achten auf das Gebet an diesem Ort.

Was bedeutet dies konkret für uns?

1. Wenn sich mein Volk demütigt

Hier müssen wir uns fragen, ob wir uns nicht doch in vielen Dingen überheben.

· durch Wohlstand

· unsere eigene Fähigkeiten

· durch unsere modernen „Götzen“ der Technik

· dass wir alles selber schaffen wollen, dass wir Besitz haben, usw.

Sich demütigen heißt auch, dass wir eingestehen müssen, dass der materielle Wohlstand uns bequem und zum Teil geistlich oberflächlich gemacht hat.

Nicht wenige von uns sind träge und verantwortungslos gegenüber den Nöten dieser Welt oder den Menschen in unserer Nähe geworden.

Wir müssen eingestehen, dass unser Wille, unser Ich, unser Eigentum, unsere berufliche Karriere meist im Vordergrund stehen.

2. Wenn mein Volk betet und mein Angesicht ( Nähe) sucht

Gottes Angesicht im Gebet suchen, sollte der Mittelpunkt unseres Lebens sein.

Wohin wenden wir uns am Anfang eines neuen Tages, in Freude und Leid, bei Sorgen und Problemen, bei Plänen und Entscheidungen, in vielseitigen Aufgaben und Verantwortungen, in guten und in schlechten Tagen?

Suchen wir Gottes Angesicht, erbitten wir Seine Hilfe, geben wir Ihm die Ehre?

Wir müssen anfangen, dem Gebet die erste Priorität einzuräumen.

Werden wir wie Kinder, die sich vertrauensvoll in allen Dingen an Ihn wenden oder wollen wir das meiste alleine schaffen? Das müssen wir aufrichtig prüfen – es ist Gott sehr wichtig.

3. Wenn mein Volk von den bösen Wegen umkehrt

Joh 9,31    Wir wissen aber, daß Gott nicht auf Sünder hört; sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er.

Ja, dies ist auch für uns geschrieben oder sind wir selbstgerecht?

Auch in christlichen Gemeinden habe sich Bequemlichkeit, Lauheit, Überheblichkeit, Lieblosigkeit, fehlende Bereitschaft, um Vergebung zu bitten und anderen zu vergeben, eingeschlichen.

Wir und unser ganzes Land brauchen Erneuerung.

Wenn wir nicht darum „ohne Unterlass“ beten und von den falschen Wegen umkehren, wird es keine Änderung geben.

Dann werden weiter Ehe und Familie, der innerste Kern unserer Gesellschaft, immer mehr ausgehöhlt und zerstört werden. Vereinsamung, Sinnlosigkeit und Haltlosigkeit mit all ihren Folgen werden überhandnehmen. Die Menschen werden sich immer mehr von Gottes Weg entfernen und Ihn schließlich nicht mehr kennen.

Gottes Versprechen gilt in Ewigkeit: „Wenn mein Volk betet und mein Angesicht sucht  (umkehrt) – so will ich sie hören .......“.

Gott hielt immer Sein Versprechen und erhörte die Gebete Seines Volkes. ER wurde ihr Gott und sie Sein Volk – eine herzliche innige Beziehung. So möchte Er es auch heute

Das Volk Israel erlebte aber auch schmerzlich, was es bedeutet, wenn sie sich von Gott abwendeten.

Wenn wir Gottes Wort nicht glauben und es ablehnen, wird dies schlimme Folgen für uns haben. Denn wir verlieren Gottes Beistand und Schutz. Wieviel größer ist aber der Segen, wenn wir IHM glauben. Die Bibel berichtet über viele Beispiele, wo große Wunder in Glauben geschahen. Auch Gläubige der heutigen Zeit können davon berichten. Vor Wundern, die „spektakulär“ sind, möchte ich warnen, denn Gott hilft uns nicht „werbewirksam“, sondern meist in der Stille.

Wenn wir unseren handelnden Gott in Seinem Wort  (der Bibel) erleben, wird uns immer klarer, warum ER will, dass Sein Volk betet. ER, der uns das Leben schenkte, möchte unser Vater sein, zu dem wir eine liebende persönliche Beziehung haben. Zu Gott „Du“ sagen zu dürfen, ist ein großes Vorrecht.

Nur in dieser engen Beziehung mit unserem Schöpfer finden wir Menschen den Sinn unseres Lebens.

Es hat Seinen Sohn viel gekostet, uns eine so enge Gemeinschaft mit IHM zu ermöglichen, dies sollten wir nie vergessen.

Gott möchte keine formelle, geschäftliche oder oberflächliche, sondern ein herzliche und innige Beziehung zu uns. Wir dürfen demütig, aber gleichzeitig mit großer Gewissheit zu Gott kommen.

Er will keine schön zurechtgemachten Gebete, sondern Ehrlichkeit; Er will keine wohlformulierten Sätze, sondern Aufrichtigkeit, dass wir unser „Herz“ vor IHM ausbreiten.

Wir dürfen zu Ihm sprechen wie mit unserem besten Freund oder unserem Vater.

Weil Gott unser Vater ist, dürfen wir zu Ihm kommen, egal in welcher Verfassung wir uns befinden.

ER liebt uns bedingungslos. Seine Liebe ist nicht an unsere Eigenschaften und unsere Leistung geknüpft. Sie ist Gnade.

Nehmen wir daher - wie Kinder - vertrauensvoll an, was Er uns schenkt. Alles wird uns letztendlich zum Besten dienen - schreiben wir dies doch unauslöschlich in unser Herz und unseren Sinn.

Wir erleben Gott dann immer wieder neu und erfahren Seine Liebe in einem immer tieferen Maß.

Ich bestätige: wenn wir „ohne Unterlass“ unserem Vater vertrauen und glauben und zu Ihm beten, brauchen wir nicht mehr verzagt oder betrübt zu sein. Unsere trüben Gedanken, die sich oft in uns festsetzen und ausbreiten, die uns beherrschen und lähmen, werden verschwinden.

Beten wir ehrlich und aufrichtig für uns und die Menschen in der Welt.

Begeben wir uns in die liebenden Hände unseres Vaters im Himmel.

Sein Wille geschehe in unserem Leben. Wenn wir nach Seinem Wohlgefallen beten, werden wir immer Gottes Liebe erfahren.

Immer und immer wieder werden wir dann im innigem Gebet mit unserem Vater erfahren: „Mein Kind - dein Glaube hat dir geholfen“.

Gebet: Lieber Vater im Himmel. Hilf mir bitte, dass ich glauben kann. Auf Dich setze ich mein ganzes Vertrauen. Du weißt, was gut für mich ist. Nicht mein, sondern Dein Wille geschehe in meinem Leben; denn Du möchtest alle Deine Verheißungen an mir erfüllen. Bitte stärke in mir den Glauben und das Vertrauen. Hilf mir, geduldig zu bleiben, bis Du mir antwortest. Lass mich in Deiner Gegenwart Ruhe finden, denn darin liegt die Kraft, die ich brauche. Lieber Vater, ich danke Dir für Deine immerwährende Liebe und Geduld mit mir.

Dank und Lobpreis sei Dir in Ewigkeit – Amen

Falls Sie mehr über den Namen Gottes erfahren wollen, finden Sie dies unter dem Bereich

„Textsammlungen“ und in der Kategorie „Namens- und Wortbedeutungen“.

Die Bibelstellen wurden aus der Schlachter 2000 Übersetzung übernommen. Texte in

einfacher Schriftart und Hervorhebungen stammen vom Autor.

   
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