Christen beten "zum Vater im Himmel" - ist dies wirklich aufrichtig gemeint? Ist dies unsere Hoffnung und Zuversicht, von Ihm erhört zu werden?

1Petr 1,13 Darum umgürtet die Lenden eurer Gesinnung, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch zuteil wird in der Offenbarung Jesu Christi.

 

Doch wie viele unter den Menschen, die vor IHM versammeln, kommen dabei einfach nicht zur Ruhe! Wieviele setzen ihre Hoffnung nicht zur Gänze auf die Gnade, die ihnen durch das Enthüllen der Person Jesu Christi - des Sohnes Gottes - angeboten wird.

 

Diese Menschen sind wie ein Boot auf dem Meer. Ständig sind sie gewissen Veränderungen ausgesetzt, sie werden von einer Welle hochgehoben, und dann werden sie wieder in die Tiefe getragen, sie kommen leicht vom Kurs ab und rudern beständig, um ihr Schifflein auf etwas auszurichten, das sie vom Gefühl her für richtig halten.

 

In der Seele eines Menschen gehen dauernd Veränderungen vor sich. So wie am Himmel jetzt gerade lichte Wolken sind und in einer Stunde vielleicht dunkle Regenwolken aufziehen, - so wie ein Spiegel Tausende Gegenstände um sich herum aufnimmt und widerspiegelt, so läuft ihr Leben ab.

 

So läuft ihr Alltag ab, - so läuft ihr Sonntag ab. Schon der Sonntag als solcher, den sie vom Gefühl her als wichtig einstufen, birgt ein emotionales Problem in sich, so wie Weihnachten und andere Dinge, die auf dieser Wellenlänge liegen. Ja, sogar ihr Nachbar oder ein Familienmitglied, das heute nicht so harmonisch läuft, wie man es erwartet, drückt schon massiv auf die Seele, - das wirkt beengend und färbt auf das Gemüt ab.

 

Manche meinen, dass es körperliche Einflüsse sind, die unsere Gemütsbewegungen verursachen und uns in Stimmungen versetzen, in eine gewisse Unruhe, die wir dann mit hineinnehmen in die nächste Situation. Und tatsächlich: wo bei dem einen heftige Zahnschmerzen zu Buche schlagen, sind es bei anderen ganz banale Dinge, wie ein abgebrochener Fingernagel, der massiv beunruhigt.

 

Schon der Gedanke, dass man in der Versammlung zur Ruhe finden möchte, hat dieses Seelische, dieses Bewegte, dieses Ausgeliefert-Sein in sich.

Und dann - ein überheiztes Zimmer, ein bewölkter Tag, ein Fleck auf der Bluse, ein falscher Ton im Umgang miteinander- es ist demütigend, so von äußeren Dingen abhängig zu sein.

Viele Seufzer, viel Druck, viel Not sind eine Folge von einem Durcheinander in diesem Leibesleben hier auf der Erde, auch was die Gesundheit, was das Seelische betrifft.

Natürlich hat es mit der Sünde zu tun, mit der Zielverfehlung. Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, - und der eben beschriebene Zustand ist nicht von Ihm.

 

1Mo 1,1-2 Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Die Erde aber war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.

 

Viele Ausleger gehen davon aus, dass zwischen den beiden ersten Versen der Bibel etwas passiert ist, dass der ehemals schirmende Cherub mit seinen Anhängern und Gleichgesinnten sich überhoben hatte und die Welt mit sich in das Chaos riss.

An dieses Chaos erinnert der innere Zustand mancher Menschen, daran erinnert ihr ganzes Lebensbild. Wenn eine Versammlung eineinhalb Stunde dauert, dann können sie eineinhalb Stunden keinen klaren Gedanken fassen, können sich nicht konzentrieren auf Gottes Wort, können Gott und einander nicht unvoreingenommen begegnen.

Ihre Wasser sind bewegt, sehr bewegt.

Alles wirkt auf ihre Stimmung, das Licht im Raum, - die Stimmung, die sie zu spüren meinen, - die körperlichen Beschwerden, ein Räuspern im Raum, ein unruhiges Kind. Sie haben das von zu Hause mitgenommen, aus ihren eigenen vier Wänden, aus dem Büro, aus der Werkstatt, aus der Küche, aus dem Kinderzimmer. Sie werden es wieder mit sich nehmen, dorthin, wo sie es zu spüren gewohnt sind.

 

Sie haben das Tohuwabohu mitgenommen, die Freuden und Qualen eines vom Gefühl her bestimmten Lebens.

Oft fällt ein angenehmes Wort, das empfinden sie als Liebe, und sie gehen nachher mit einem freudigen Gefühl hinaus, mit einer tiefen inneren Empfindung, mit einem heiligen Entschluss, - sie rühmen sich wie David mit den Worten aus Psalm 30:

Ps 30,8a HERR, durch deine Gnade hattest du meinen Berg fest hingestellt

 

Doch wie oft muss so ein gefühlsbetonter Mensch nach kurzer Zeit zugeben:

Ps 30,8b als du aber dein Angesicht verbargst, wurde ich bestürzt.

 

Ich brauche niemandem zu erzählen, dass das jahrzehntelang so gehen kann in einem Menschenleben, das sich ein christliches nennt. Sie machen sich das Leben sehr schwer, weil sie glauben, nur dann richtig leben zu können, wenn ihre Gefühle dazu passen, wenn ihre Sinne befriedigt sind.

 

Vor kurzem hat ein Anti-Trinitarier schlagartig mein Gefühlsleben durcheinander gebracht, und das gewaltig. Wenn man seitenweise Argumente liest und versucht, sich dem ernsthaft zu stellen, gibt das eine geistliche Achterbahnfahrt.

Mir war anschließend schlecht und ich rief an.

Nein, nicht diesen Schweizer, der den Brief geschrieben hatte. Auch nicht Lothar Gassmann, den Doktor der Theologie, an den die Vorwürfe in diesem Brief gerichtet waren.

Nein, ich rief den Vater an.

Ich kenne keine bessere Instanz - gegen Gefühle, gegen Instabilität, ich kenne keine bessere Instanz für mein Seelenleben, wenn es aufgewühlt ist.

 

1Petr 1,17-21 Und wenn ihr den als Vater anruft,  der ohne Ansehen der Person richtet nach dem Werk jedes einzelnen, so führt euren Wandel in Furcht, solange ihr euch hier als Fremdlinge aufhaltet. Denn ihr wisst ja, daß ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid aus eurem nichtigen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut des Christus, als eines makellosen und unbefleckten Lammes. Er war zuvor ersehen vor Grundlegung der Welt, aber wurde offenbar gemacht in den letzten Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn an Gott glaubt, der ihn aus den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit gegeben hat, damit euer Glaube und eure Hoffnung auf Gott gerichtet seien.

 

Den Vater anrufen, - das ist heute das Thema der Predigt. Den Vater anrufen - und genesen.

 

Mt 6,6 Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließe deine Türe zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten.

 

Mt 6,8b Euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet.

 

Der Vater ist der lebendige Schöpfergott, der alles aus dem Nichts hervorruft, der dem ruft, das nicht da ist - und es steht da.

 

Wir wissen, dass wir eines Tages, wenn es den neuen Himmel und die neue Erde geben wird, keine Sonne mehr brauchen.

Offb 21,23 Und die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, daß sie in ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.

 

 

Es war auch ursprünglich so, dass Gott sprach: „Es werde Licht". Das war am ersten Tag.

Und es kamen drei weitere Tage, in denen die Wasser geschieden wurden in obere und untere Wasser, dann wurde das Trockene und das Wasser geschieden.

Man sieht die Ordnung, die Gott durch Trennung von Dingen herbeiführt, die nicht zusammengehören. Die Frage, ob das auch bei uns so geschieht, entscheidet über Ordnung und Chaos.

Dann kam der Tag, an dem Gras und Pflanzen mit Samen und Früchten aus dem Nichts entstanden, - dann erst entstanden die Himmelskörper.

1Mo 1,14-16 Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Himmelsausdehnung sein, zur Unterscheidung von Tag und Nacht, die sollen als Zeichen dienen und zur Bestimmung der Zeiten und der Tage und Jahre, und als Leuchten an der Himmelsausdehnung, daß sie die Erde beleuchten! Und es geschah so. Und Gott machte die zwei großen Lichter, das große Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht; dazu die Sterne.

 

Es scheint so, als würde Gott diese Leuchten am Himmel als vorübergehenden Ersatz, quasi als Kunstlicht, geschaffen haben, weil der Sündenfall bald darauf die jetzige Erde vom wahren Licht Gottes ausschloss.

 

Doch lassen wir uns einmal mit hineinnehmen in diesen einen Schöpfungsakt aus dem Nichts, aus dem, was nicht da war.

Der lebendige Schöpfergott schafft mit einem Wort die Himmelskörper.

 

Soviel der Mensch bis heute ergründen konnte, sind es 100 Milliarden Sonnensysteme, die immer noch auseinanderdriften mit enormer Geschwindigkeit. Jedes dieser Sonnensysteme hat 100 Milliarden Sterne, wird von den Wissenschaftlern behauptet.

Diese Zahl (= 100 Milliarden) beziffert auch die Menge unserer Nervenzellen im Gehirn, die schalten weit besser als jeder Computer, der je erfunden werden wird.

 

Da ist allerdings noch die Menge der Sünden aller Menschen und aller Zeiten, die dem Vater nicht unbekannt ist. Wenn jeder Mensch gerichtet wird, schon nach einem jeglichen Wort, dann muss da ein unheimlich großer Speicher sein, in dem das alles aufgezeichnet und wieder abrufbar ist. Man sollte sich nicht täuschen: Die Sünde hat Ewigkeitswert, sie bleibt bestehen, sie steht Gott vor Augen, sie ist ein permanentes Ärgernis für Ihn.

Nur der Gerettete in Christus entkommt hier dem gewaltigen Schuldpotential, das sich für ewig gebildet hat. Nur der, der in Jesus verschwunden ist, ist frei von dieser erdrückenden Last.

 

Aber wir wollten ja die Entstehung der Sonne ein wenig betrachten, dieses Himmelskörpers, mit der uns der Vater Licht und Wärme aufs Zehntel Grad schenkt, solange die erste Erde existiert.

Da entsteht nun zum ersten Mal im Kosmos (Ordnung) ein Feuerball, gleißend hell steigt er herauf, mit 1,4 Mio. km Durchmesser; das ist so groß, dass die Erde samt der Mondumlaufbahn darin Platz hätte. 110 x größer als die Erde ist die Sonne. 330.000 mal ist die Masse der Sonne größer als die der Erde. Die Sonne hat etwa 99,8 % der Gesamtmasse unseres Sonnensystems.

An der Oberfläche hat sie 5.800 Grad Kelvin, ihr Kern hat 15,600.000 Grad Kelvin. Der Druck liegt bei 250 Milliarden Atmosphären.

Und Gott setzt das Ganze in Bewegung: Er beschleunigt die Sonne samt ihren Planeten - da gehört auch unsere Erde dazu - auf 810.000 km/h. So rasant zieht sie um die Milchstrasse und wir selbst fliegen etwas langsamer mit „nur" 108.000 km/h um die Sonne.

Es ist heilsam, sich die Größenverhältnisse vor Augen zu stellen, wenn wir den Vater anrufen.

Ps 19,5.6 Ihre Reichweite erstreckt sich über die ganze Erde, und ihre Worte bis ans Ende des Erdkreises. Er hat der Sonne am Himmel ein Zelt gemacht. Und sie geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie ein Held, die Bahn zu durchlaufen.

 

Das Wort Gottes sagt uns: Hebt eure Augen auf und sehet: Hat nicht meine Hand das alles gemacht?

 

Man muss sich die Sonne, die Galaxien, dieses Universum vorstellen, diese Dimensionen, die der Vater in Seiner Größe in Sich schafft. ER ist es, der von sich sagt: Bin Ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt?

 

Dreimal steht in der Bibel: Denn der Himmel und aller Himmel Himmel können ihn nicht fassen.

Und diesen Gott dürfen wir anrufen und Vater zu ihm sagen!

 

Aber als Sein geliebter Sohn, der Herr Jesus für uns am Kreuz starb, sagte Er unter anderem, als Er den 22. Psalm erfüllte, als Er unsere Sünde trug, als Er unser Elend auf sich nahm: „Ich bin ein Wurm und kein Mensch".

Und hier spannt sich der Bogen der Liebe und des Verständnisses von uns elenden Würmern bis hin zur Größe des lebendigen Gottes; von uns verlorenen Sündern hin zu Dem, Der von Sich sagt:

5Mo 4,24 Der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer. Eingefügt: Siehe auch "Namen Gottes")

 

 

Denken wir an die 15 Millionen Grad Hitze, die Gott im Inneren der Sonne seit Jahrtausenden erhält. Denken wir an das Orientierungssystem eines Coli-Bakteriums, das selber nur 2 Tausendstel Millimeter groß ist. Das Coli-Bakterium durchsucht mit 15.000 Rezeptoren, die es unterscheiden kann, was in unserem Verdauungssystem als zweckdienliche Nahrung da ist. Das tut es jetzt gerade, es arbeitet unser Frühstück auf, jetzt wo wir da sitzen.

Von den gewaltigen Dimensionen im Weltall bis zu den mikroskopisch kleinen Notwendigkeiten unseres Lebens spannt sich der Bogen von unserer Finsternis hin zu dem Licht, in dem der Vater wohnt. Licht ist das Kleid, das Er anhat.

 

Wir tappten immer im Dunkeln. Aber der Vater sprach, und es wurde Licht durch Seinen Sohn.

Hier, von unserer Vergänglichkeit, unserem Tod, der eine Folge der Sünde ist wie auch unsere Krankheit, unser Altern, spannt sich der Bogen hin zu dem ewigen Leben, das der Vater uns immer schon geben wollte.

Von Tod und Finsternis - hin zu Leben und Licht.

 

1Tim 6,16 der allein Unsterblichkeit hat, der in einem unzugänglichen Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann; ihm sei Ehre und ewige Macht!

 

Wenn ihr den als Vater anruft... sagt uns der Petrusbrief. Es darf uns doch jetzt nicht mehr gelingen, das so lapidar zu überlesen.

Es gelingt nun nicht mehr, den eigenen Gefühlen, der eigenen Stimmung die Priorität zu überlassen, - das alles verblasst, wenn ihr Den als Vater anruft.

Es gelingt uns auch nicht mehr, die Errettung wie eine Fahrkarte aus einem Automaten zu ziehen. Man wirft sozusagen die Münze des Glaubens hinein, drückt auf den Knopf - und ewiges Leben kommt heraus. Das steckt man sich ein und geht seiner Wege.

 

Das geht so nicht. Denn, wenn man zum äußersten Meer käme oder zum äußersten Ende des Weltalls ... wäre der Vater da. Und damit auch Sein Wille!

Man kann im Grunde nicht seiner Wege gehen, man kann nicht tun, was man will, das wäre die ganz verkehrte, verdrehte Sicht der Situation.

Man landet entweder im Willen Gottes, in Christus, beim Vater, - oder in der Verstockung, am Ende in der Hölle. Niemand bietet eine andere Lösung an, niemand kann einen dritten Ort anbieten. Niemand wird hier in der Neutralität weitermachen.

 

Erheben wir nun den Blick und lesen wir einen weiteren Satz aus dem 1. Petrus-Brief:

1Petr 1,3 Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten,

 

Die Wiedergeburt ist ein Wunder, ein großes Wunder, ein größeres Wunder als jede Krankenheilung. Ein größeres Wunder als eine Totenerweckung.

Genau so wie es ein großes Wunder war, als Gott die Welt aus dem Nichts ins Dasein rief, ist es ein großes Wunder, wenn Gott aus einem Sünder einen gläubigen Christen macht.

 

Hier sollten wir kurz innehalten. Bedenken wir, was passiert ist, als die Welt geschaffen war, als der Mensch mit dieser neuen Schöpfung in Kontakt gekommen war. Bedenken wir, dass es damals nur ein einziges Gebot gab. Und dieses einzige Gebot missachtete der Mensch.

 

Gott hatte keine schlechte Welt gemacht. Gott hatte keine gefallene Erde gemacht.

Und Gott macht genauso wenig eine schlechte Wiedergeburt, eine schlechte Neuschaffung eines Menschen im Inneren.

 

Röm 8,30 Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht, welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht.

 

Für den Vater gibt es das nicht, dass jemand ein Übeltäter ist und dabei in den Himmel kommt. Es genügt keinesfalls, zu wissen, wer Jesus ist und einige Tatsachen über Ihn zu glauben. Wenn ein Mensch in Ungerechtigkeit und Ungehorsam lebt, dann ist es völlig egal, was er glaubt, - er kommt nicht ins Reich Gottes. Der Vater geht davon aus, dass wir ein geheiligtes Leben führen, weil Er uns wiedergeboren hat, weil Er uns berufen hat, weil Er uns gerecht macht, weil Er uns herrlich macht. Geheiligtes Leben heißt: Wir gehören Ihm! Wir tun den Willen des Vaters.

 

Alle anderen, so traurig es ist, werden vom Herrn Jesus vom Himmel fortgetrieben, wer immer sie sind, was immer sie vorbringen.

Mt 7,21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.

 

Das ist ein ganz wesentlicher Punkt, wenn wir uns dem Vater nähern im Gebet. Wenn wir Ihn anrufen.

Wenn ein Mensch in Ungerechtigkeit und Ungehorsam lebt, ist es völlig egal, was er sagt, was er betet, was er tut, er wird nicht ins Himmelreich gelangen.

Hier täuschen sich Millionen von Menschen, denen etwas anderes verkündigt wurde.

Betrachten wir noch einmal unseren Text:

1Petr 1,17 Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person richtet nach dem Werk jedes einzelnen, so führt euren Wandel in Furcht, solange ihr euch hier als Fremdlinge aufhaltet.

Dieses Wort sagt nichts anderes aus, als das Wort Jesu in Mt 7.

 

Wir müssen das ganz genau überprüfen: Bin ich wirklich wiederboren, habe ich die neue Natur? Dann werden die Werke automatisch folgen, dann sitzt hier ein neuer Mensch, nicht mehr der alte, der ich früher war. Dann hasse ich die Sünde, auch wenn ich manchmal falle.

Selbstprüfung ist wichtig wie eh und je! Es ist nicht das Werk des Heiligen Geistes, wenn wir einmal ein Gebet nachgesprochen haben, die Hand gehoben haben und uns dann gesagt wurde, wir seien errettet. Das Werk des Heiligen Geistes ist es, die Unbekehrten zu überführen und die Erretteten in Sicherheit zu bringen.

Joh 16,8.9 Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht; von Sünde, weil sie nicht an mich glauben;

 

Gott kennt den Unterschied. Die Schnitter auch am Ende der Zeit: „Wir kennen ihn nicht".

 

2Kor 13,5 Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid; stellt euch selbst auf die Probe! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, daß Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, daß ihr unecht wärt!

 

Verstehen wir das recht:

„Wenn ihr den als Vater anruft" ... das gelingt doch nur in einem einzigen Fall. Dazu gibt es doch nur eine einzige Möglichkeit = Christus muss hier sein. Christus muss in dir sein. Niemand und nichts anderes kann zu Gott „Vater" sagen.

In dem Moment, da Christus nicht in mir ist und ich den Vater als Vater anrufe, beweise ich meine Unechtheit, - ich bin unecht!

 

Stellen wir uns das doch vor einem irdischen Thron vor! Hochkant fliegen wir raus! Weil wir in diesem Fall die Sohnschaft nicht vorweisen können. Man dürfte überhaupt nicht mehr von Ver„söhnung" reden, in keiner Beziehungskrise, nach keinem Streit, in keiner Situation, wenn man nicht dem Sohn angehört. Denn „Versöhnung" ist ein zu deutliches Wort, ein zu heiliges Wort. Es ist nicht der Herr A und die Frau B miteinander versöhnt. Es ist nicht die Gruppe C mit der Gruppe B versöhnt. Es ist nicht Herr E mit seiner Vergangenheit versöhnt.

Es ist nur und nur der mit Gott versöhnt, der den Sohn angenommen hat. Und nur der darf im wahrsten Sinn des Wortes den Vater anrufen.

Eine einzige andere Möglichkeit bliebe noch: Dass der Sünder den lebendigen Gott um Gnade anfleht um des Sohnes willen. Das wäre die einzige Möglichkeit, noch nicht versöhnt zu sein und vor dem Thron Gottes zu erscheinen.

 

Ist aber Christus in uns, haben wir die ganze Vaterliebe auf unserer Seite. Von der ersten Seite an hat die Bibel nie etwas anderes behauptet.

  • Was wollte Gott in der Stiftshütte finden? Seinen Sohn!
  • Was ist die einzige Frucht des Geistes? Christus.
  • Wer ist es, den wir hören sollen, was sagt der Vater? Christus!
  • Was ist das Opfer, das wir bringen können, wenn wir uns dem Vater nahen? Christus!

Alles andere, was in uns wäre, würde zum Problem. Wenn also Christus nicht in uns ist, sind wir unecht - und dürfen uns nicht dem Vater nahen.

 

Was für ein böses Erwachen wird es eines Tages geben. Nein, nicht draußen. Drinnen in den Gemeinden. Da sind mehrere Kategorien von verführten Menschen:

  • Da sind die Heuchler, die nur einen frommen Schein haben.
  • Da sind die oberflächlichen Namenschristen, die sich nur so nennen, weil sie von Kindertagen an mitgegangen sind in die Jugendstunde, in die Sonntagsschule; sie haben eine sogenannte Entscheidung getroffen. Sie haben sich aber nie dafür interessiert, was der Vater verlangt.
  • Da sind die, die sich stark engagieren, sie kennen die Fakten des Evangeliums, aber sie befolgen sie nicht, sie gehorchen dem Wort Gottes nicht.
  • Da sind die, die sich am Sonntag gerne wohlfühlen in der Gemeinde, ihr Gewissen beruhigen.
  • Da sind die, die sich ihrer Organisation ergeben haben, die sind noch dazu lästig zu den anderen, die dem Klubzwang nicht immer Folge leisten.

 

Sie alle - sind draußen. Sie alle haben sich irrtümlich identifiziert mit Christus, mit dem Christentum, - sie alle werden abgewiesen werden im Gericht.

Selbst die Prediger, die Propheten, die Teufelsaustreiber, die Wunderwirker haben - nur aufgrund ihrer Tätigkeit - keinen Beweis ihrer wahren Errettung.

Gott tut sehr vieles durch unbekehrte Menschen. Das alles sollten wir beachten, wenn wir den Vater anrufen.

Hören ohne zu gehorchen, die Sünde eines leeren Herzens, ist wie Bauen auf Sand. Ein Kopf voller Wissen, ein Herz - leer vom Glauben -  sind ein sicherer Weg zur Hölle.

Das alles sollte man bedenken, wenn man den Vater anruft.

Menschen, die bekennen, Gott zu kennen, die sich als Teilhaber des Reichs betrachten, aber nicht die Charakterzüge des innewohnenden Christus an sich haben, die nicht zum König gehören, können Gott nicht als Vater anrufen.

Diese Menschen müssen erst umkehren zum Heiland und wahre Frucht der Buße bringen durch den innewohnenden Heiland, dann dürfen sie den Vater „Vater" nennen.

Es ist ein Unsinn, in den Kirchen und Kreisen das „Vater unser" zu beten. Es ist eine Gotteslästerung, jeden Sonntag die paar Zeilen herunterzuleiern, um sie dann den Rest der Woche mit Nachdruck zu verhindern. Es war nie das Gebet der Unbußfertigen.

 

  • Es gibt keinen Unbußfertigen, der will, dass der Name des Vaters geheiligt werde.
  • Es gibt keinen Unbußfertigen, der will, dass das Reich Gottes in sein eigenes Herz komme.
  • Es gibt keinen Unbußfertigen, der will, dass Gottes Wille geschehe, hier und heute in seinem eigenen Leben.
  • Es gibt schon welche, die wollen, dass ihnen das tägliche Brot gegeben wird, jedoch der Rest des Gebets wird ihnen zur Sünde.

Verstockung kehrt ein, denn man wagt es tatsächlich, nachzuplappern: „... wie auch wir vergeben unseren Schuldnern".

Hier manövriert sich jeder Unbußfertige, jeder Nachtragende, jeder Unversöhnliche, jeder Schalksknecht selbst ins Gericht, hier spricht man sich das Urteil.

 

Bitte beachten wir das genau, wenn wir ins Gebet gehen. Der Herr sagt uns das an vielen Stellen, nicht nur einmal:

Mt 6,14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben.

 

Mk 11,25 Und wenn ihr dasteht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand habt, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt.

 

 

Mt 18,35 So wird auch mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn ihr nicht jeder seinem Bruder von Herzen seine Verfehlungen vergebt.

 

Matthäus 6: in der Bergpredigt.

Markus 11: im Anschluss an den verfluchten Feigenbaum, der verdorrt war.

Matthäus 18: der Schalksknecht.

Das gilt vor allem für jene, die sich für Kinder Gottes halten, die sich Christen nennen, die vor Gott erscheinen.

 

Zwei Dinge sollten wir hier beachten: Die Größe des Vaters, Seine unendliche Größe, an die wir herantreten; Seine Heiligkeit, Seine unendliche Wahrheit, an die wir als erlöste Sünder uns heranwagen dürfen in Christus.

Wer es wagen würde, ohne den innewohnenden Sohn zu kommen, ohne sich im Sohn bergen zu dürfen, - wer es wagen würde, aufgrund seiner eingebildeten eigenen Gerechtigkeit vor dem Vater zu erscheinen und etwas herzuplappern, der könnte sich genauso gut 10 Meter vor der Sonne aufstellen.

 

Das Zweite, das zu beachten ist, ist das Herzensbedürfnis Jesu, des Sohnes Gottes, dass zum Vater gebetet wird. Das ist der Sinn der Versöhnung. Dass wir zum Vater kommen dürfen. Sonst hätte es nur Begnadigung geheißen oder Erlösung.

Das hätte bedeutet, von ferne zu stehen, sich an die Brust zu schlagen und dankbar zu sein. Alleine das wäre für uns wunderbar gewesen. Eine Ewigkeit nicht in der Hölle, nicht im Gericht verdammt, nicht ewig eingeschlossen in die eigene Bosheit, nicht ein ewiges Brennen, nicht ein ewiges Heulen und Zähneklappen.

 

Nein, Versöhnung ist mehr. Wenn der Sohn einer Familie seine liebe Braut vorstellt, dann wird sie aufgenommen, dann wird sie nahegebracht, dann kommt sie ins Haus - und da bleibt sie auch.

Sie muss und wird nicht fernestehen. Sie darf und sie soll hinzutreten. Sie ist versöhnt, nicht nur begnadigt, nicht nur gerettet, sie ist versöhnt.

 

Wieviel mehr, wieviel schöner, wieviel inniger wird die Aufnahme eines im Sohn Gottes Versöhnten beim Vater sein, von Dem es heißt, Er wird alle unsere Tränen abwischen!

 

Kol 1,9-14 Deshalb hören wir auch seit dem Tag, da wir es vernommen haben, nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, damit ihr des Herrn würdig wandelt und ihm in allem wohlgefällig seid: in jedem guten Werk fruchtbar und in der Erkenntnis Gottes wachsend, mit aller Kraft gestärkt gemäß der Macht seiner Herrlichkeit zu allem standhaften Ausharren und aller Langmut, mit Freuden, indem ihr dem Vater Dank sagt, der uns tüchtig gemacht hat, teilzuhaben am Erbe der Heiligen im Licht. Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.

 

Es ist das Herzensbedürfnis Jesu, dass wir zum Vater kommen.

Das spiegelt sich in den Herzen und im Verhältnis der wahren Kinder Gottes deutlich wider. Sie sind lebendig geworden, sie haben den neuen, den Vater-orientierten Sinn durch den Sohn erhalten; die Wiedergeburt, das Anders-Sein, das neue Leben des Christus, wie es sich offenbart:

Joh 14,21 Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

 

Joh 14,23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.

 

Joh 16,27 denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, daß ich von Gott ausgegangen bin.

 

Diese Versöhnten sind es, die den Vater gerne anrufen und gerne anrufen dürfen, diese sind es, die vor dem Thron erscheinen dürfen, weil der Vater sie lieb hat.

Genau so, wie Er die Welt geliebt hat, indem Er Seinen Sohn gegeben hat für sie, liebt Er die, die Seinen Sohn angenommen haben mit allen Konsequenzen; die ihr eigenes Leben nicht lieben bis in den Tod, die dem Lamme folgen, wohin es immer geht, die sind es, die vor dem Thron des Vaters erscheinen.

Sie sind es, die „lieber Vater" sagen dürfen.

Wir sind hier beim eigentlichen Sinn angelangt, bei der Erfüllung dessen, was Gott sich vorgenommen hatte, als er die Menschen schuf:

1Mo 1,26 Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich.

 

Dieses „uns ähnlich" war die Möglichkeit, dass Gott mit uns kommunizieren wollte und konnte. Der Mensch konnte ihn verstehen und reagieren.

Nun sind wir aber in einer neuen Situation. Die neue Geburt bewirkt, dass wir nun geschaffen und versöhnt sind. Das ist noch viel mehr, noch viel enger.

 

Im ersten Buch Mose lesen wir nichts vom Vater-Verhältnis zwischen Gott und irgendeinem Menschen.

Im 1. Kapitel des Johannes-Evangeliums kommt der Sohn auf die Erde. Und wir lesen:

Joh 1,12 Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.

 

Der Sohn erzählt vom Vater, der Sohn verkündet den Vater, der Sohn offenbart den Vater.

Mt 11,27b niemand erkennt den Vater als nur der Sohn und der, welchem der Sohn es offenbaren will.

 

Mit dem Wort aus dem 1. Petrusbrief sind wir heimgekommen, geistlich heimgekommen.

1Petr 1,17-21 Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person richtet nach dem Werk jedes einzelnen, so führt euren Wandel in Furcht, solange ihr euch hier als Fremdlinge aufhaltet. Denn ihr wisst ja, daß ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid aus eurem nichtigen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut des Christus, als eines makellosen und unbefleckten Lammes.

 

  • Es ist eine dringende Notwendigkeit für jedes Gotteskind, für jeden Versöhnten, den Vater anzurufen.
  • Es ist das normale Verhältnis, das der Vater selbst wollte, das uns in Jesus Christus, in dem geliebten Sohn zuteil geworden ist.
  • Es ist das Atmen der Seele, es ist die normalste Daseins-Form, die es im Himmel gibt, zumal als Versöhnte, als jene, die im Sohn sind.

Was sollten die anderes tun, als den Vater anrufen, den Vater, Der sie lieb hat. Das ist es, was jetzt so schön und gut ist: Der Vater will den Sohn sehen und wir sind in dem Geliebten, in Seinem Sohn Jesus Christus.

Es wird sich nichts anderes entwickeln können, als dieses liebe- und gnadenvolle Vertrauen zu Dem, Der uns zum Kommen und Bleiben auffordert.

Das Wort Gottes hat uns einen Satz hier ganz besonders ans Herz gelegt, - den mögen wir doch alle in unserem Herzen befolgen:

 

„Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen!"

Amen

 

 

   
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