Die Reinigung des Tempels1

Die Bibel beschreibt vom AT bis zu den 4 Evangelien 4 Tempelgebäude. Betrachten wir zum besseren Verständnis nun die einzelnen Tempelgebäude.

1) Tempel aus Stein Der erste Tempel wurde von Salomo, dem Sohn Davids, erbaut. Er wurde nach der Stifthütte errichtet, die Israel während der 40 Jahre Wüstenwanderung begleitet hatte. Sie war in jeder kleinsten Einzelheit ein Abbild und Schatten des Himmlischen (Hebr 8,5). JHWH, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, wollte in Seinem Heiligtum in der Mitte Seines Volkes leben (2. Mo 25,8).

- Der Tempel, den Salomo gebaut hatte (siehe 1. Könige 6-7), wurde bei der Spaltung des Volkes Israel und Juda zur Zeit Rehabeams, des Sohnes Salomos, von Sisak, dem König von Ägypten, geplündert (1. Kön 14,25-26). Weitere Entheiligung durch Götzendienst und Wiederherstellung des Tempels wechselten sich ab2,bis er letztendlich, nachdem er ca. 380 Jahre bestanden hatte, von babylonischen Truppen auf Befehl des babylonischen Königs Nebukadnezar II. verwüstet und geplündert wurde. - Nach der Gefangenschaft des Volkes Juda in Babylon verfügte Kyrus, der König von Persien, dass der Tempel wieder in Jerusalem unter der Leitung Serubbabels (aramäisch = Sesbazzar), des Fürsten von Juda (Esr 1,8), aufgebaut wurde (Jes 44,28; Esr 1,1f). Nach Serubbabel, dem Enkel König Jojachins und zugleich Statthalter Persiens in der Provinz Juda, wurde der Tempel benannt und zumindest grob nach dem Plan des ersten erbaut und 515 v. Chr. vollendet. Unter Antiochus IV. Epiphanes3 wurde dieser Tempel 168 v. Chr. geplündert und entweiht und zu einer Kultstätte des Zeus geweiht4. - Unter Herodes, dem Großen, begann ab 21 v. Chr. eine gänzliche Umgestaltung des Tempels in großem Maßstab und im griechischen Stil (daher herodianischer Tempel). Im jüdisch-römischen Krieg im Jahr 70 war der Tempel die letzte Schutzwehr der Juden und wurde schließlich von den Römern zerstört (Wikipedia – Jerusalemer Tempel). So blieb “kein Stein auf dem anderen” (Mt 24,2). Nur ein Teil der westlichen Umgrenzungsmauer dieses zweiten Tempels ist bis heute erhalten und als Klagemauer bekannt. Auf dem Tempelberg selbst stehen heute der islamische Felsendom und die al-Aqsa-Moschee. - Den Tempel, den der Prophet Hesekiel, ca. 573 v. Chr, in einer Vision gesehen hatte, zählt man zu anderen Weissagungen von der Wiederherstellung Israels, die noch auf ihre Erfüllung in der Endzeit warten5.

Gott bleibt immer Derselbe (Hebr 13,8), und Sein Ratschluss bleibt ewig bestehen (Ps 33,11). SEIN Plan war und ist es immer, dass ER in der Mitte SEINES Volkes wohnen will – vom Garten Eden bis im ewigen neuen Jerusalem, das vom Himmel auf die neue Erde herabkommen wird (1. Mo 3,8; 2. Mo 25,8; Sach 2,14; Offb. 3,12 b).

Daher wollen wir in der Bibel einmal betrachten, wo SEINE heilige Gegenwart – SEINE Wohnstätte heute hier auf Erden ist. Die meisten von uns wissen es. Im NT von Apostelgeschichte Kap. 2 an wird jeder einzelne Gläubige als Tempel, als die irdische Wohnung Gottes im Geist bezeichnet (u. a. Eph 2,21-22; 1. Kor 3,16).

2) Unser Leib ist der Tempel des Heiligen Geistes

  1. Kor 3,16 Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel (1) seid, und dass der Geist Gottes in euch wohnt?
(1) gr. naos; Bezeichnung besonders für das innere Heiligtum des Tempels.6 Das bedeutet, dass Gott selbst in uns wohnt! Der Geist des Vaters und des Sohnes wohnt in den Berufenen und letztendlich Auserwählten Gottes (Röm 8,9; 1. Kor 6,11; 1. Petr 1,2).

Sie sind die Wohnstatt, geheiligt durch Seinen Geist (1. Kor 6,19).

Die Herrlichkeit Gottes wohnte schon in der Stifthütte und im Tempel, den Salomo errichtet hatte (4. Mo 9,15-16; 2. Chr 5,13-14). Die Wolke der Herrlichkeit war ein sichtbares Zeichen, dass Gott dort wohnte. Gibt es bei uns auch ein sichtbares Zeichen, dass der Heilige Geist in uns Wohnung gemacht hat? Sehen die Menschen um uns herum etwas von der Herrlichkeit des Herrn Jesus, dessen Eigentum wir sind und für den wir wie Lichter scheinen sollen in dieser Welt? Das können wir nur in der Kraft SEINES Heiligen Geistes. Wenn wir aber den Heiligen Geist nicht wirken lassen, ja, ihn betrüben durch unser unheiliges Leben, dann stellen wir dieses Licht sozusagen unter einen Scheffel. Dort nützt es weder uns etwas, noch denen, die um uns herum sind.
Die Wolke der Herrlichkeit konnte man sogar aus der Ferne gut sehen. Erkennt man bei uns auch schon "aus der Ferne" – zum Beispiel bei flüchtigen Begegnungen - etwas von diesem Licht der Herrlichkeit Gottes? Haben wir durch den Heiligen Geist das ehrfürchtige Bewusstsein von der Heiligkeit und Allmacht Gottes, die Scheu und Furcht davor, Gott zuwiderzuhandeln und seine Gebote zu übertreten und dadurch den Tempel zu verunreinigen? (vgl. Spr 1,7; Apg 9,31; 2. Kor 7,1).

Die rechte Verehrung und Ehrfurcht Gott gegenüber beginnt durch unsere stetige innere Herzenshaltung der Gottesfurcht und lauteren Verehrung Gottes und einen entsprechenden Lebenswandel (1Tim 4,7-8; 6,3-7.11; Tit 2,12; 2Pt 1,3-7). Wenn der Heilige Geist in uns wohnt, können wir doch nicht - wie die Lichttechnik es ermöglicht – unser Licht je nach Bedarf ein- und ausschalten oder runter dimmen. Wenn dies doch geschieht, dann ist es uns nicht in jeder Lebenssituation bewusst, dass wir der Tempel des Heiligen Geistes sind. Hat dieses Bewusstsein Auswirkungen auf unser Leben? JHWH gebot Mose: 3. Mo 24,2 Gebiete den Kindern Israels, dass sie reines Öl aus zerstoßenen Oliven zu dir bringen für den Leuchter, um beständig Licht zu unterhalten!

Als Tempel des Heiligen Geistes haben wir alle die geistliche Kraft aus Seiner Fülle durch Gottes gnädiges Wohlwollen empfangen (Joh 1,16; Kol 2,9-10).

Jegliches Böse in Gedanken, Worten und Taten verunreinigt den Tempel. Durch den Heiligen Geist sind wir Eigentum Gottes, des Vaters, geworden – wir gehören nicht uns “selbst”. Es steht uns nicht zu, unseren Leib zu nehmen und zu gebrauchen, wie wir oder andere es wollen. Der Apostel Paulus schrieb dazu: 1. Kor 6,20 Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören!

Können wir nun ehrlich und voller Freude sagen, dass unser Leib eine "heilige Wohnung" Gottes ist? Wir – die Berufenen und Auserwählten - sind geheiligt "durch das ein - für alle mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi" (Hebr 10,10). Das bedeutet, dass ER uns für Sich abgesondert hat. ER hat uns herausgenommen "aus der gegenwärtigen bösen Welt" (Gal 1,4). Aber ist das auch praktisch so? Ist unser Leib dem Heiligen Geist wirklich eine "heilige Wohnung"? Erkennen dies unsere Nachbarn, Familienangehörigen, Arbeitskollegen, ja unsere eigenen Glaubensgeschwister?

Die Frage ist: Leben wir in der Praxis unseres Glaubenslebens die Absonderung, die Heiligung - weg von allem, was Gott Unehre bringt? Das umfasst mehr, als sich von aller Art des Bösen fernzuhalten; man muss Gott in allen Dingen gehorsam sein, z. B. unsere erhaltenen Gaben und Talente für SEIN Reich einsetzen. Es bedeutet auch, alles zu unterlassen, was uns in irgendeiner Weise von IHM entfernen oder wegziehen könnte. Dazu zählen unsere Gedanken, Hobbys, Kunst, Unterhaltung, getrieben werden durch Medien, Konsumangebote, neueste Technologien, religiöse Traditionen, usw. All dieses benutzt auch der Herrscher dieser Welt um uns daran zu binden, und sein Reich aufzubauen und erstrebenswert zu machen. Entweder wir halten das Reich dieser Welt für unser Zuhause und dienen darin mit Hand und Kopf oder wir gehören dem Reich Gottes an, und unser Denken und Dienen geschieht aus der Liebesbeziehung zu dem Gott, der uns erlöst hat.

Denken wir jeden Morgen - wenn wir die Gnade erhalten, wieder in den Tag gehen zu dürfen – daran, dass wir lebendige Steine der heiligen Wohnstatt von Gottes Geist sind? Bereits in 2. Mose 15,17 lesen wir, dass JHWH selbst SEINE Wohnung, Sein Heiligtum baut – auch in uns. Es ist nicht unser Werk, sondern Gottes Werk; geben wir deshalb IHM vollkommen freie Hand und hören auf, selbst “Pfusch am Bau” zu machen. Lasst uns dementsprechend leben: heilig und gottesfürchtig, zu seiner Verherrlichung!

Die Herrlichkeit JHWHs verschwand aus dem Tempel aus Stein. Aber wir lesen in Gottes Wort, dass der Herr Jesus Seinen eigenen Leib als einen Tempel bezeichnete, der abgebrochen und in drei Tagen wiederaufgebaut werden würde (Joh 2,19). In IHM kehrte die Herrlichkeit Gottes wieder auf diese Erde zurück (Phil 4.19). Seine Nachfolger sind Glieder Seines Leibes (1. Kor 6,15). Also ist jedes Glied nun Träger der Herrlichkeit (Kol 1,27; 1. Petr 5,1) des Lichtes Gottes, des Vaters. Berührt dies nicht zutiefst unser Herz?

Der Herr Jesus reinigte damals den Tempel Gottes, weil es ein Haus der Anbetung Seines Vaters sein sollte (Mt 21,12-13), und uns reinigt ER in gleicher Weise (Joh 15,2), wenn wir Ihn darum bitten.
Wenn der Körper des Gläubigen "der Tempel des Heiligen Geistes" genannt wird, darf der Gläubige durch Seine Anwesenheit hier auf der Erde ein heiliger Tempel Gottes sein, so wie der Herr Jesus es in vollkommener Weise war. Doch leider gelingt es uns nie, der Heiligkeit der Person, die in uns wohnt, zu entsprechen.

Aber das sollte uns nicht entmutigen und darf auch keine Entschuldigung sein.
Lasst uns danach streben! Die Apostel Paulus und Petrus schrieben: Kol 1,29 Dafür arbeite und ringe ich auch gemäß seiner wirksamen Kraft, die in mir wirkt mit Macht. Arbeiten wir ständig und ringen wir mit der Kraft die Gott uns gibt, im Dienst am Reich Gottes?

3) Wie erkenne ich die Verunreinigung des Tempels des Heiligen Geistes durch mich?

Lesen wir, was unser Herr Jesus im damaligen Tempel tat: Mt 21,12-13 Und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und stieß die Tische der Wechsler um und die Stühle der Taubenverkäufer. Und er sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: »Mein Haus soll ein Bethaus genannt werden!« Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!

In Joh 2,14-17 lesen wir, dass ER eine Geißel aus Stricken machte und sie alle samt den Schafen und Rindern und den Geldwechslern zum Tempel hinaustrieb. Auch sagte ER: “Macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus! Seine Jünger dachten aber daran, dass geschrieben steht: »Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt« (Ps 69,10).

Der Tempel wurde durch weltliche Geschäfte und Organisation, in der JHWH nicht alleine im Mittelpunkt stand, entheiligt. Auch heutzutage gilt, dass die Nachfolger des Herrn mit Gottes Wort kein Geschäft machen sollten. Sie haben ihre Segnungen kostenlos erhalten (Joh 14,26) und sollten sie ebenso weitergeben: Mt 10,8b ... Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es!7. Tun wir dies auch mit Eifer?

Wie sieht es mit der Verunreinigung und damit der Entheiligung unseres “lebendigen Tempels” aus? Kann ein verunreinigter Tempel als Wohnstatt Gottes, des Allmächtigen, Bestand haben oder wird er auch noch kurz vor dem Endziel unseres Glaubenslebens “abgerissen”? Wie dies der Herr Jesus für den damaligen Tempel aus Stein prophezeit hatte (Mt 24,1-3), und es dann auch geschah.

Im lebendigen Tempel Gottes soll nur noch Sein Wort regieren - Sein Wille. Ehe Mose – der für uns erkennbar schon eine “Säule” in Gottes Werk auf Erden war - dem Pharao JHWHs Botschaft überbringen konnte, musste Er selbst Gehorsam lernen.

Als Mose dann dem Volk Israel die Gebote und Gesetze am Berg Sinai brachte, da antwortete das ganze Volk zusammen und sprach: Alles, was JHWH gesagt hat, das wollen wir tun! (2. Mo 24,3). Und Mose überbrachte JHWH die Antwort des Volkes.

Wir wissen aber, dass das Volk Israel sein Versprechen nicht hielt, weil ihr Herz an ihren Götzen hing. Darum kam nur ein Überrest ins gelobte Land (Hes 20,15-17). JHWH gebot Israel sich nicht mit den Götzen des Landes, und allen ihren Riten und Handlungen (Sitten oder heutzutage “Traditionen” genannt ) zu verunreinigen (Hes 20,18).

Dies ist für uns, auf die das Ende der Weltzeiten gekommen ist, zur Warnung geschrieben (Röm 10,11-12; 2. Tim 3,16).

Auch unser Herr Jesus musste, obwohl er Sohn war, an dem, was er litt, Gehorsam lernen - (Hebr 5,8), und wir bezeichnen uns doch als Seine Nachfolger.

Der König David – ein Mann nach Gottes Herzen – erkannte dass ihm doch noch einiges an Gehorsam fehlte, was JHWH die Ehre nahm. Lesen wir, wie er sich selber erkennen wollte:

Ps 26,2 Prüfe mich, JHWH, und erprobe mich; läutere meine Nieren und mein Herz! Ps 139,23 Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine. Dies ist auch für uns unumgänglich.


Die Nieren haben die Fähigkeit, zwischen Flüssigkeiten, die der Körper braucht, und solchen, die schädlich sind, zu unterscheiden. Daher heißt es in Hi 38,36, dass Gott Weisheit in die Nieren gelegt habe. Die Schadstoffe werden durch die Nieren den Harnwegen zugeleitet, um so ausgeschieden zu werden. In der Bibel werden die Nieren als ein Bild für das Gewissen gebraucht, das als moralisches Organ zwischen Recht und Unrecht, zwischen Gut und Böse unterscheidet (Ps 16,7; 26,2; 73,21; Röm 2,15; 9,1; 1. Tim 1,5; Hebr 9,14).


Das Herz bedeutet ursprünglich den Kern einer Sache, ihren Mittelpunkt, das Wesentlichste und Wichtigste daran. Das Herz bedeutet auch in der Bibel das zentrale Organ, von dessen regelmäßigem Schlagen das Leben abhängt. Hauptsächlich aber bezeichnet Herz das Wesen, den Kern der menschlichen Person, das seelisch-geistige Zentrum ihres gesamten Lebens. Seine Empfindungen, Emotionen, Denkergebnisse und Reaktionen. So liegt im Herzen die tiefste Wurzel alles menschlichen Handelns (Ps 27,8; Spr 4,23; 1. Petr 3,4). Der Zustand des Herzens prägt den Menschen in Erscheinung und Tun. So fallen an dieser Stelle auch die geistlichen Entscheidungen über sein Verhältnis zu seinem Gott, über Glauben oder Ungehorsam. Darum wird das Herz in Mk 12,30 und Lk 10,27 zuerst aufgerufen, den Herrn zu lieben, ehe der Anspruch an Seele, Gemüt und Kräfte ergeht8.
Welche Demut zeigte David als er bat: „Prüfe mich, JHWH, und erprobe mich!“
Für die Reinigung unseres Tempels ist es aber absolut erforderlich, ja sogar grundlegend, unser Herz und unsere Nieren zu durchforschen. Es würde hier in diesem Thema den Rahmen sprengen, alles aufzuführen, was damit gemeint ist. Jedoch möchte ich als Hilfsrichtlinie einiges aufzählen, um die Problematik verständlich zu machen. Jeder, der guten Willens ist, wird dies dankbar und mit demütigem Geist aufnehmen. Dazu empfiehlt Gottes Wort, zuhause in die eigene “Kammer” zu gehen und alles im Gebet vor Gottes Thron zu bringen (Mt 6,6). Tun wir dies immer wieder und so lange, bis unser ganzes Wesen beginnt, sich zu ändern und unser Tempel gereinigt ist.

Prüfen wir also unsere Nieren anhand von Gottes Wort und nicht anhand unserer eigenen Gedanken oder Meinungen, um alles aus unserem Tempel zu entfernen, was Gott keine Ehre gibt. Geben wir uns wirklich Mühe, uns von JHWH, unserem Arzt (2. Mo 15,26), untersuchen und Wege zur dauerhaften Reinigung und Heilung aufzeigen zu lassen.

Darum erfassen wir nun in einigen Stichworten, was die Bibel über unser Herz sagt:

So ist das Herz die Ausgangsstätte oder die Wurzel

- von Trug und Bösartigkeit (Jer 17,9).

- von Empfindungen (2. Kor 7,3b). - von Niedergeschlagenheit, Trübsal und Angst (Ps 34,19; 2Kor 2,4). - von Traurigkeit (Joh 16,6). - des Schreckens (Joh 14,1). - der Freude (Joh 16,22) und der Stille (1. Joh 3,19). - des Denkens und Planens (Spr 16,9; Apg 5,4; 7,23). - von Wille und Entschlossenheit (Neh 3,38) und des Urteilsvermögens (1. Kor 7,37). - von Treue (1. Sam 18,1-3), Gehorsam oder Ungehorsam (Apg 7,39).

- von Hass (3. Mo 19,17), Weisheit und Torheit (1. Kön 3,12; Ps 14,1; Spr 22,15).

- von Wünschen und Hoffnung (Ps 37,4), des Sehnens, Gottes Wort zu tun (Apg 2,37).

- von Vorstellung und Wissen (1. Kor 2,9).

- aus dem Überfluss des Herzens redet der Mund (Mt 12,34).

- es gibt ein reines und gutes (Ps 51,12; Lk 8,15) und ein böses und ungläubiges Herz (Lk 6,45; Hebr 3,12), aus welchem unter anderem Widerspruchsgeist, Halsstarrigkeit, Lieblosigkeit, Ungehorsam (5. Mo 31,27; 1. Sam 15,23), und “Ich”-Orientierung kommen.


So liegt im Herzen die tiefste Wurzel alles menschlichen Handelns.


Der Zustand des Herzens prägt den Menschen in seiner Erscheinung und seinem Tun (vgl. Spr 15,13; Mk 2,6-8) – entweder zu Unaufrichtigkeit und Bösem (Apg 8,21) oder zu Ehrlichkeit und Gutem (1. Tim 1,5).

Wenn der Mensch etwas von Herzen tut und mit dem Herzen dabei ist, erkennt Gott, dass dann äußerliches Handeln kein Schein mehr ist (1. Sam 16,7; Jer 29,13; Joel 2,13; 2. Kor 5,12).

Wie sehr das Herz das Wesen der Person bezeichnet, schrieb auch Paulus: 2. Kor 3,2 Unser Brief seid ihr selbst, in unsere Herzen geschrieben, erkannt und gelesen von jedermann.

Geht es euch auch so? – schon diese Aufzählungen lassen mich ernst werden und beunruhigen mich. Aber wir sollten darüber hinaus auf Gott unseren Vater schauen, denn Gleichgültigkeit oder Lauheit der Menschen betrüben IHN in seinem Herzen (1Mo 6,6) - besonders wenn sie sich in der Nachfolge SEINES Sohnes wähnen. Darum sollten wir voller Freude und Tatendrang an die Säuberung unseres Tempels für den Heiligen Geist gehen.


Doch wer kann so unsere Verschmutzungen abwaschen, dass wir dauerhaft mit reinen weißen Kleidern bekleidet werden? Wir können bleibende reine Kleider – sie stehen für ein gerechtes Leben – nur durch Gottes Sohn selbst erhalten, Der uns geliebt und durch Sein Blut am Kreuz uns von aller Sünde gereinigt hat (Offb.1,5; 7,14).

Dies tut ER, auch wenn wir aus Schwachheit (Hebr 4,15) – aber nicht mutwillig - sündigen (Hebr 10,26) und wir IHM unsere Sünden bekennen (1.Joh 1,9).


In der Bibel steht geschrieben, dass dort der Tempel, den JHWH Hesekiel gezeigt hatte, von Zimmern umgeben ist. Die Priester wohnten in direkter Nähe, um Gott zu dienen (Hes 42,1-15). Christus bezieht sich wahrscheinlich darauf, wenn er sagt: „In dem Haus meines Vaters sind viele Wohnungen" (Joh 14,2 ).

Wer gelangt in diese Wohnungen? Es sind die, die den Tempel des Heiligen Geistes gänzlich reinigen, um ein Gefäß zu Seiner Ehre zu sein (2. Tim 2,21)! Ihnen gilt die frohe Botschaft:

Offb 14,13 Glückselig sind die Toten, die im Herrn sterben, ...

Offb 21,2 Und ich, Johannes,sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen,zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.

Offb 22,3-5 … und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein, und seine Knechte werden ihm dienen; und sie werden sein Angesicht sehen,und sein Name wird auf ihren Stirnen sein ... und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird aber auch etwas Grundsätzliches von uns verlangt: wir müssen alles überwinden, was den Tempel des Heiligen Geistes verunreinigt – es ist SEIN Tempel (1. Kor 6,19). Paulus schrieb: 1. Thes 5,23 Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer ganzes [Wesen], der Geist, die Seele und der Leib, möge untadelig bewahrt werden1 bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus! Er schrieb auch vom “Kampfpreis” (1.Kor 9,24; Phil 3,14) und Petrus: “dass wir eifrig bestrebt sein sollten, um die Auserwählung zu festzumachen (2. Petr 1,10)”.

Unsere Sache ist es nun,

  • uns ganz Gott zur Verfügung zu stellen (Röm 6,13).
  • unserem Herrn anzuhangen und eines Geistes mit IHM zu sein (1. Kor 6,17).
  • bis der Bräutigam kommt (Mt 25,1-13), im Geist zu wandeln (Gal 5,16). Dann werden wir durch den, der uns liebt, glorreiche Überwinder sein.
Nehmen wir es wirklich wörtlich, was an die Gemeinden in der Offenbarung geschrieben wurde : Wer überwindet,
  • wird von dem Baum des Lebens essen (Offb 2,7).
  • dem wird kein Leid geschehen von dem zweiten Tod (Offb 2,11).
  • wird von dem verborgenen Manna essen und einen weißen Stein erhalten, auf dem sein neuer Name steht (Offb 2,17).
  • wird Vollmacht über die Heidenvölker erhalten - also regieren (Offb 2,26).
  • wird mit weißen Kleidern bekleidet werden; und sein Name wird im dem Buch des Lebens nicht ausgelöscht werden. Unser Herr Jesus wird seinen Namen vor Seinem Vater und vor seinen Engeln bekennen (Offb 3,5).
  • der wird zur Säule im Tempel Gottes, des Vaters, werden, und der Herr Jesus wird eigenhändig auf ihn den Namen Gottes, den Namen des neuen Jerusalems und Seinen eigenen neuen Namen schreiben (Offb 3,12).
  • der wird mit IHM mit auf Seinem Thron sitzen (Offb 3,21).
  • der wird alles erben, und Gott wird sein Vater in Ewigkeit sein (Offb 21,7).
  • hält fest, was er hat, damit ihm die Krone nicht genommen werden kann (Offb. 3,11).
Die Auserwählten werden dann ewige Säulen im Reich Gottes sein (Offb. 3,12).

Möge Christus uns die Kraft und die Ausdauer schenken, aus Liebe zu Gott unserem Vater, alle Versuchungen und Lauheiten unseres Lebens zu überwinden, damit wir ein reines Haus der heiligen Anbetung Gott des Vaters, werden.

1 Paul Sonntag, Mai 2017

2 2. Kön. 16,14.17; 21,7; 2. Chro 24,7; 2. Kön 12; 22,3-7; 2. Chr 29

3 Antiochos IV. Epiphanes [griech. der Erschienene (Gott)] - um 215-164, der Seleukidenherrscher. Das Seleukidenreich gehörte zu den Diadochenstaaten, die sich nach dem Tod Alexanders des Großen gebildet hatten (wikpedia)

4 https://de.wikipedia.org/wiki/Antiochos_IV.

5 Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker, Gerhard Maier, Alexander Schick und Ulrich Wendel – SCM R. Brockhaus

6 siehe auch u.a. 1Kor 6,19; 2Kor 6,16; Eph 2,21; 2Th 2,4; Offb 3,12; 7,15; 11,1-2.19; 21,22

7 Oft kann es aber auch nötig sein einem treuen Diener Christi finanzielle Unterstützung zu geben, damit er seine ganze Kraft und Zeit, in der Verkündigung von Gottes Wort, einsetzen kann (2. Kor 11,7-8; 2. Tim 5,18; Phil 4,10-20; und nach Mal 3,8-10).

8 u. a. Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker, Gerhard Maier, Alexander Schick und Ulrich Wendel – SCM R. Brockhaus
   
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