Viele sind berufen, aber nur wenige auserwählt (Mt 22,14)1

Wir haben schon öfters gelesen oder gehört, dass wir ohne Heiligung unseren Herrn nicht sehen werden. Das bedeutet, dass wir berufen wurden, aber ohne Heiligung nicht auserwählt werden. Diese Aussage finden wir im Gleichnis vom Hochzeitsmahl (Mt 22,1-14). Der, der Gottes Wort - die Bibel - liebgewonnen hat, wird ungeachtet menschlicher Lehren, seines eigenen Gerechtigkeits-gefühls, seiner eigenen Bewertung oder seines Wunschdenkens demütig in Gottes Wort, der ganzen Schrift ( 2. Tim 3,16), forschen und im Gebet um Einsicht bitten, wie es um ihn selbst bezüglich seiner Auserwählung steht. Gottes Wort – der Ausdruck SEINES Willens - besitzt die einzig wahre Urteilskraft (Ps 12,7).

Das hebräische Wort für „berufen“ ist „kara“, und das griechische Wort ist „kaleo“. Beide bedeuteten u. a. „rufen, einladen, Geladene“2. Für „erwählt, auserwählt“ steht im Griechischen „ekletos“. Dies sind jene, die die göttliche Einladung angenommen und sich ganz unter Gottes Heilswillen gestellt haben. Es sind die, die ihr Leben – ihren alten sündigen Menschen - mit Christus wirklich gekreuzigt und den Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt haben (Röm 6,6; Gal 2,20).

Sie leben so, dass sie in Christus SEIN Gesetz erfüllen. (Gal 6,2; Joh 15,5), denn ER kam nicht, um das Gesetz aufzuheben, sondern es zu erfüllen (Mt 5,17). Glieder des Leibes Christi kennen das Gesetz, das sie in Christus erfüllen. Unter „Gesetz“ (hebr. torah; gr. nomos) versteht die Bibel Gottes Gesetz - das heißt die Weisungen, Lehren, Gebote und Ordnungen Gottes für die Menschen, damit sie auf ihrem Lebensweg Seinen unabänderlichen Willen befolgen.

Wie steht es da bei uns, die wir womöglich sagen: „Ich bin auserwählt – bei mir ist alles klar“. Jeder, der so etwas sagt, sollte beachten, dass er heute sterben könnte. Daher gilt für jeden Tag das Wort von Paulus: Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben und im Gehorsam seid; stellt euch selbst auf die Probe! (2. Kor 13,5). Haben wir dies jemals getan und tun es immer wieder?

  • Die von Gott, dem Vater, Auserwählten gehen den schmalen beschwerlichen Weg (Mt 7,13-14).

  • Sie ringen darum, durch die enge Pforte hineinzugehen (Lk 13,24) und kämpfen den guten Kampf des Glaubens (1. Tim 6,12).

  • Sie entsagen (1) allem, um Jesu Jünger zu sein (Lk 14,33). (1) enthalten, trennen, verzichten

Wird dies alles automatisch durch die Zugehörigkeit zu einer Gemeinde erreicht? – Nein, denn auf diesem „Acker“ dient - wenn wir ehrlich sind – auch nicht alles dem Reich Gottes.

Schauen wir uns das Gleichnis Mt 13,25-30 einmal an: „Das Reich der Himmel gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut (1) mitten unter den Weizen und ging davon. Als nun die Saat wuchs und Frucht ansetzte, da zeigte sich auch das Unkraut. Und die Knechte des Hausherrn traten herzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen in deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Er aber sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan! Da sagten die Knechte zu ihm: Willst du nun, dass wir hingehen und es zusammenlesen? Er aber sprach: Nein!, damit ihr nicht beim Zusammenlesen des Unkrauts zugleich mit ihm den Weizen ausreißt. Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, dass man es verbrenne; den Weizen aber sammelt in meine Scheune!

(1) Im Kommentar der CSV Elberfelder Bibel - Strong 7121, steht für Unkraut „Taumellolch“. Taumellolch - das arabische Zawan, ist eine giftige Abart des Raygrases, genau wie Weizen aussehend, bis die Ähren erscheinen. Das Gift kann zum Tode führen. Nur durch Anwendung von Herbiziden (Unkrautbekämpfungsmittel) kommt dies nicht mehr vor. Taumellolch bewirkt u. a. Koordinationsstörungen, Sehstörungen, Tagblindheit, Verwirrtheit, Müdigkeit, tiefer Schlaf3.

Dieses Unkraut wächst auf dem gleichen Acker wie der Weizen. Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reichs; das Unkraut aber sind die Kinder des Bösen (Mt 13,38). Das Unkraut – der Taumellolch - wächst auch da, wo der Weizen wächst. Der Acker ist die Welt, nicht unser eigenes Leben. In unserem eigenen Leben sollen wir das Böse so radikal bekämpfen, wie wir nur können. Offen praktizierte Sünde, klare Irrlehre (Röm 16,17; 2. Timotheus 4,3-4; 2. Johannes 9-11) führen ins Verderben. So auch Menschengebote (Mt 15,9) - sie weichen vom biblischen Fundament ab, und dürfen auch in der Gemeinde nicht geduldet werden. Zu allen Zeiten, und besonders in dieser „Letztzeit“ der Endzeit, könnte Unkraut - dieser „Taumellolch“ - auch bezüglich Gottes Wort bedeuten:

- Irrwege nicht erkennen (Mt 13,14), - dass sich Müdigkeit, Schlaf einschleichen (Mt 25,1-13), - dass mangelnder geistiger Eifer (2. Petr 1,10) bzw. Lauheit (Offb 3,14-22) uns beherrschen. Der Feind (Satan, der Teufel) sät das Unkraut wenn man nicht wachsam ist und eigene Handlungsweisen und Gedanken vor Gottes Wort stellt (Jes 55,8) - oder damit vermischt. Der Taumellolch und der Weizen sind - bis der Weizen Frucht bringt (Mt 7,26) – äußerlich nicht zu unterscheiden. Aber unser gerechter Richter (Jer 11,12a) erkennt, ob wir Frucht – reif zur Ernte – bringen (Mt 7,18-21).

Satan verführt die ganze Welt (Offb 12,9). Wer glaubt das wirklich und wer kann beschreiben, wie dies geschieht? Nun – der Teufel kann nicht Jesus Christus verleugnen bzw. aus dem Gedächtnis der Menschen löschen. Er hatte versucht, IHN zu Seiner irdischen Lebenszeit zur Sünde zu verführen, um damit Gottes ewigen Plan zu vernichten. Wie ging er vor? Dies können wir in Mt 4,1-11 lesen. Ich möchte aber nur eine Passage hervorheben: Mt 4,3-4 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brot werden! Er (Christus) aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!«. Der Gehorsam gegenüber „jeglichem Wort Gottes“ ist das ewige Leben.

Der Herr Jesus bestand diesen Kampf. Satan versucht nun bis zur Wiederkehr Christi, die Menschen vom ewigen Leben dadurch wegzubringen, dass er die ganze Menschheit verführt, nicht jedem Wort Gottes zu gehorchen, um es so zu verändern. Die Bibel warnt davor, diesem zu erliegen4.

Wie geht Satan also so listig vor (Eph 6,11), dass es kaum einer richtig merkt? Die Bibel beschreibt, dass er sich als Engel des Lichts verkleidet (2. Kor 11,14). Er lenkt auch ein Christentum, das kaum noch Ähnlichkeit mit der von Christus vertretenen Lehre aufweist. Ihre religiösen Lehren und Riten werden vor Außenstehenden meist geheim gehalten. Sie haben vorgegebene Ordnungen, wunderschöne Feste, zeremonielle religiöse und liturgischer Handlungen5. Sakramente werden auch als sichtbare Zeichen - als „Geheimnis“6 bezeichnet, und können sogar mehrere Bedeutungen haben7.

Der Apostel Paulus warnte schon damals vor Abweichungen des von ihm verkündeten wahren ewigen Evangeliums (Offb 14,6), das, von einem anderen Geist empfangen, einen anderen Jesus verkündigt (2.Kor 11,4). Diejenigen, die dieses verkünden, bezeichnete er als falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die sich als Apostel des Christus verkleiden und dass dies kein Wunder sei (2. Kor 11,13-14), Auch die falschen Apostel benutzen einen frommen Wortschatz wie „Heil, Gott, Jesus, Gottes Wort“.

Sie verkünden jedoch – und da sollten wir genau hinhören und mit der Bibel vergleichen - ein Evangelium über Christus als Person (Mt 24,5), aber nicht die entscheidenden Dimensionen Seiner Botschaft. Diese wird unterdrückt, vermischt (Jes 5,20) und mit veränderten Inhalten als Wahrheit angepriesen. Verschwiegen wird auch, dass Christus der von Gott bestimmte Richter der Lebendigen und der Toten ist8. Wer dem Wort Gottes nicht gehorsam ist – es also nicht glaubt, auf dem bleibt der Zorn Gottes (Joh 3,36; Kol 3,6). Prinzipien, eigene Gedanken, Feste und Handlungen, die nicht von Gottes Wort gestützt werden, sind Sünde und werden Greuel, Frevel und Ungehorsam genannt. Der Leib Christi, Seine Braut, weist alles zurück, was Gott dem Allmächtigen ein Greuel ist (Jer 10,2). In der Schlachter 2000 Übersetzung finden wir in 150 Versen 160 mal das Wort „Greuel“ - in den Sprüchen 19 mal. Ach! - mögen wir dies doch in der Bibel nachforschen und das alles aus unserem Leben tilgen, sonst bleibt noch ein Rest vorhanden. Dies geht nur mit der Hilfe des Heiligen Geistes (Joh 14,26).

Unser Herr Jesus9warnt nicht unbegründet vor geschickter Wortverdreherei und Schwächung des Wortes Gottes: Mt 15,9 Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind. Wir sollten daher nur auf die Stimme des Bräutigams hören – auf Gottes Wort allein -, damit das Signal der letzten Posaune auch uns gilt (1. Kor 15,52). Paulus warnte daher in 2. Tim 4,2-3 „Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen; überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung! Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben“. (Siehe auch 2. Petr 2,1 – falsche Lehrer).

Auch das AT ist uns zur Belehrung und zur Mahnung gegeben (2. Tim 3,16). Dort steht: Jes 41,9b Du (Israel) bist mein Knecht, ich habe dich auserwählt und nicht verworfen. Beachten wir aber auch die Aussage in Röm 11,23: „Jene dagegen, wenn sie nicht im Unglauben verharren, werden wieder eingepfropft werden; denn Gott vermag sie wohl wieder einzupfropfen

Unglauben ist auch, wenn man nur in Teilen dem Wort Gottes ungehorsam ist und darin beharrt. Dann kann man die Erwählung verlieren. Ein mahnendes Beispiel dafür ist Israels erster König Saul, der sich Gottes Willen widersetzt hatte und dafür von Gott verworfen wurde (1. Sam 13,13-14). An diesem Beispiel wird auch deutlich, dass sich niemand die Erwählung verdienen kann, und die Verwerfung auf das Verschulden des Menschen zurückzuführen ist. Gott der Vater ist aber geduldig, langmütig und voller Gnade. Im Hebräerbrief steht aber auch über unseren „Kampfanteil“: Hebr 12,4 Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde!

Auch unter dem alten Bund züchtigt Gott Seine Gemeinde Israel wie Söhne (2. Mo 4,22; 5. Mo 8,5; Spr 13,24; Apg 7,38), damit sie von ihrem falschen Weg umkehren und Buße tun sollten (Hebr 12,1-13). Dies sollten wir nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn in Hebr 12,14-15a lesen wir weiter: „Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird! „Und achtet darauf, dass nicht jemand die Gnade Gottes versäumt“. Hebr 12,28-29 Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, lasst uns die Gnade festhalten, durch die wir Gott auf wohlgefällige Weise dienen können mit Scheu und Ehrfurcht! Denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.

An die herausgerufene Versammlung zu Ephesus schrieb Paulus – Eph 5,1-11 – Auszüge daraus: - Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, - seid ein lieblicher Geruch für Gott. - kein albernes Geschwätz oder Witzeleien soll bei euch sein - Lasst euch von niemand mit leeren Worten verführen! Denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams. - Prüft also, was dem Herrn wohlgefällig ist,und habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, deckt sie vielmehr auf (Tit 1,9-13)


Wir sondern uns von allem Unreinen ab (2. Kor 6,17) und wurden ausgesondert, das wahre Evangelium Gottes zu verkünden und zu bezeugen (Röm1,1). Das ist die Aufgabe für die Auserwählten – für das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums (1. Petr 2,9).

Wenden wir uns weiteren Einzelfragen zu.

1) Bin ich erwählt oder nicht? Gehöre ich zu jenen, die teilhaben werden an der ersten Auferstehung, die nicht mehr ins Gericht kommen vor dem großen, weißen Thron? Bei den zahlreichen Äußerungen zu diesem Thema wird man den Eindruck nicht los, dass viele Interpretationen zu diesem Thema von menschlichen Interessen durchdrungen sind. Sie werden aus dem biblischen Zusammenhang herausgelöst. Dahinter steht menschlich-diabolisches Wirken, weil die ganze von Gottes Geist eingegebene Offenbarungsbotschaft dadurch unwirksam gemacht werden soll.

  • Die Bibel legt sich selber aus – Gebot auf Gebot, Vorschrift auf Vorschrift, hier ein wenig, da ein wenig (Jes 28,10), und ist nicht Sache eigenmächtiger Auslegung.10

Die Erwählung Gottes hat nicht erstrangig nur mit Versammlungsbesuch, Bibellesen oder die Fähigkeit zu predigen zu tun, sondern – und damit kommen wir zum Kern der Sache - mit Jesus Christus allein. Nur in IHM ist das Heil (Apg 4,12), und Gott der Allmächtige bestimmt, ob wir in IHM auserwählt werden oder nicht, denn die Bewährten müssen zuerst offenbar werden (1. Kor 11,19). Da stellt sich für jeden die ernsthafte Frage: Lebe ich so, wie ER mir geboten hat? Wenn nicht, dann sollte ich wenigstens schon für die geringste Züchtigung sensibel sein, und sie nicht für gering und unbedeutend halten (Hebr 12,6-8).

Prüfe ich mich überhaupt anhand der Bibel (Apg 17,11) - und dies bis zum Ende meines Lebens -, wie mein Stand nach dem Willen unseres Vaters im Himmel ist, oder verlasse ich mich auf meine eigene Bewertung?

Das könnte dies schwerwiegende Auswirkungen auf meine Erwählung haben.

2) Wie geht Gott vor bei der Erwählung? Ist Seine Erwählung eine willkürliche?

Ein Kind kann verstehen, wie das mit Gottes Erwählung gemeint ist. Wir müssen ja wie ein Kind geworden sein, um ins Reich der Himmel zu gelangen (Mt 18,3). Schon diese eine Aussage Jesu unterstreicht die einfache Verständlichkeit. Da ist nichts kompliziert. Kompliziert ist immer nur der Sünder, und kompliziert wird es überall dort, wo die Sünde herrscht – wo die Gedanken des Menschen dominieren (Jes 55,8); wo der Mensch sich selber in den Vordergrund stellt und sich für klug hält, und Gottes Wort sich nicht selber auslegen lässt und den heiligen Geist dämpft (1. Thes 5,19).

In kindlicher Einfalt wollen wir deshalb jetzt untersuchen und feststellen, wie Gott die Erwählung zum ewigen Leben festgelegt hat und was ER Seinen Erwählten auftrug.

  • Jeder (!), der den Namen JHWHs anruft, wird aufgrund des Glaubens und Gehorsams (Röm 16,19.26) gerettet werden (Joel 3,5; Apg 2,21).

  • Gott will, dass durch SEIN Wort allein, alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (2. Tim 2,4; Jes 55,8).

  • Dies bedeutet: „in allem kindlichen Gehorsam“ gegenüber jedem Wort Gottes.


Der Apostel Petrus sagte auch - 1. Petr 1,17 „Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person richtet nach dem Werk jedes Einzelnen, so führt euren Wandel in Gottesfurcht, solange ihr euch hier als Fremdlinge aufhaltet“. Gottesfurcht hat Verheißung für dieses und für das zukünftige Leben“ (1Tim 4,7-8).

Gottesfurcht ist eine innere Herzenshaltung - die Ehrfurcht vor dem allmächtigen, heiligen, vollkommenen Gott – dem hoch über allem Erhabenen.


Wir lieben und dienen Ihm mit ganzem Herzen und ganzer Seele, indem wir Seine Gebote halten (1. Joh 2,3-4). Dies setzt voraus, dass wir sie alle kennen und im Sinn haben und sie in unser Herz geschrieben wurden (nach Hebr 8,10).

Wenn wir das geschriebene Wort kaum kennen, wie soll unser Herz und Sinn dann aber damit gefüllt werden?

Wir lernen zu verstehen: Die Rettung geschieht durch Christus - die Entscheidung liegt jedoch bei uns. An die gläubigen Galater schrieb Paulus in Gal 3,1a: O ihr unverständigen Galater, wer hat euch verzaubert, dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht?


Eine wichtige Frage zur Auserwählung ist noch offen: Hat der allmächtige Gott wirklich etliche zum Heil und andere zur Verdammnis vorbestimmt, wie auch manchmal gelehrt wird? U. a. hatten Luther und Calvin ihre eigenen Lehren dazu, die wir hier nicht behandeln wollen. Die extremen Calvinisten sagen: „Etliche sind eben von Gott zur Erwählung vorherbestimmt und die anderen zur Verdammnis …“. Bei dem Erläuterungsversuch bzgl. dieser Aussage dürfen wir uns aber nur von Gottes heiligem Geist leiten lassen. Zwei Worte - sie sind die Lösung für nahezu alle Fragen in Gottes Wort, sie kommen immer wieder vor, und heißen: in Ihm, in Christus. Apg 4,12 Und es ist in keinem anderen das Heil, denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen! Apg 13,48 Als die Heiden das hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn, und es wurden alle die gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren.

Die Bibel lehrt ausdrücklich, dass Gott einige Menschen schon vor Grundlegung der Welt erwählte, zu Christus zu gehören. Sie lehrt mit gleichem Nachdruck, dass der Mensch in moralischer Hinsicht frei handeln kann und errettet wird, wenn er Jesus Christus als seinen Herrn und Heiland annimmt11.

Gott ist ewig - allmächtig und allwissend - „ER sieht das Herz an“ (Sam 16,7). Wer sich ohne Einschränkung für Ihn entscheidet – sein ganzes Leben für IHN hingibt, den kann ER auch erwählen und dazu bestimmen, SEIN Sohn in Christus zu werden (Gal 3,26). Röm 8,29 -30 Denn die er zuvor ersehen (1) hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.

(1) „zuvor ersehen“ - das griechische Wort „proginosko“ bedeutet zuvor erkennen, kennen, vorher wissen, zuvor erkannt werden.12 Das bedeutet, dass wir nicht nur das Evangelium hören, sondern es auch annehmen und umsetzen – es mit allen Sinnen leben sollen (Jak 1,22-25). Gott der Vater erwählt entsprechend Seiner Vorkenntnis.

  • Das ist die Besprengung mit dem Blut Christi,

  • Heiligung des Geistes,

  • und der Gehorsam gegenüber Seinem ewigen königlichen Gesetz (Mt 7,21; Mk 3,35; 1. Petr 1,1-2; Jak 2,8).

Gott würde gern alle Menschen erwählen und retten, um mit ihnen auf ewig zusammen sein zu können, aber Er zwingt niemanden dazu, mit Ihm eine liebende Beziehung einzugehen oder gehorsam zu sein.13 Er ist langmütig und gibt jedermann Raum zur Buße (2. Petr 3,9). Es gibt nichts Neues im Reich Gottes (Kol 1,16; Hebr 13,8) - es kann zum Heil in Christus nichts Neues hinzukommen.

Der Herr Jesus sagte daher: Bleibt in mir, und ich [bleibe] in euch! … Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er weggeworfen wie die Rebe und verdorrt; und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer, und sie brennen (Joh 15,4-6). Jedes gehorsame Glied in Seinem Leib hat seinen gebührenden Platz und wird seine Aufgabe im Reich Gottes habe.

Das beschreiben u. a. die Gleichnisse von den anvertrauten Talenten (Mt 25,14-30), und von „den Pfunden“ (Lk 19,12-26). Jedoch hängt alles davon ab, ob wir -

  • eins mit SEINEM gesalbten Sohn sind – eines Geistes sind (Joh 17,22),

  • ob wir in Ihm bleiben (Joh 15,4-6),

  • IHN „angezogen haben“ (Gal 3,27) – dies sollte man erkennen (Mt 5,14-15).

Dann bewirkt ER unseren Gehorsam, denn ER war gehorsam bis zum Tode14.

Jede Regung Seines eigenen Ich war ausgeschaltet. So soll es auch bei den Gliedern Seines Leibes sein.

Der Apostel Petrus ermahnte eindringlich: 2. Petr 1,10-11 Darum, Brüder, seid umso eifriger bestrebt, eure Berufung und Auserwählung festzumachen; denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals zu Fall kommen; denn auf diese Weise wird euch der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Retters Jesus Christus reichlich gewährt werden.

Wie jetzt? Die Auserwählung Gottes festmachen? – Steht die nicht fest? O doch! In Christus steht sie felsenfest. Denn Christus ist der Auserwählte Gottes, in dem „alles“ Bestand hat (Kol 1,17). Zuerst schreibt Petrus von der Berufung und dann von der Erwählung.

Aber wie sind sie zu ›Auserwählten‹ und treuen Gläubigen geworden?

  • indem sie auf Gottes Ruf hin zu Jesus gekommen sind (s. a. Joh 6,44; Apg 10,34-35),

  • und sie sich ihrer Abhängigkeit von IHM bewusst sind (1. Kor 1,26-31);

  • sie geben IHM ihr ganzes Leben hin und führen kein Eigenleben mehr.

sie tragen ihr Kreuz und entsagen “allem“, was sie haben (Lk 14,26-33).

Nie ist jemand erwählt worden, bevor er in Christus war. Die Bibel lehrt eine Erwählung in der Ewigkeit - aber nur in Christus, dem Erwählten Gottes, dem geliebten, sündlosen Sohn. In IHM wurden vor Grundlegung der Welt alle Gläubigen erwählt (Kol 1,13-19). Da die Erwählung nur in Christus ist, kann man - solange man nicht in IHM ist - kein Erwählter sein. Sobald jemand in Christus versetzt wird, gehört er zu den Erwählten gemäß der Vorkenntnis Gottes, des Vaters.

Erwählung

  • in der Heiligung des Geistes,

  • im Glauben an die Wahrheit (2. Thess 2. 13),

  • zum Gehorsam gegen die Wahrheit und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi.15

Gott hat im Voraus bestimmt, dass die, die an SEINEN Sohn glauben und in Treue und Gehorsam handeln (Joh 5,19; Phil 2,8; Kol 1,16), eine besondere Stellung erhalten: nämlich Söhne Gottes in Christus Jesus zu sein16. - Dem Ebenbild SEINES Sohnes gleich zu sein (Röm 8,29-30) und in IHM das Erbteil zu erlangen (Eph 1,1-11).

Die Bibel lehrt uns aber auch, dass Gottes Souveränität Menschen, die ER beruft und auserwählt, zu einer bestimmten Aufgabe ersehen oder erkannt (Gal 4,9a; Jes 66,2b) hat, u. a. Moses, Josef, David, das Volk Israel, Jeremia (Jer 1,5), Johannes, den Täufer, …

Jeder ! - ja jeder Wiedergeborene hat Gaben für bestimmte Aufgaben im Dienst des Herrn Jesus erhalten. Daher wache und bete um gnädige Hilfe, dass Du in IHM treu erfunden wirst und

dadurch zur ersten Auferstehung aus den Toten gelangst (Phil 3,8-10; Offb 20,6).

Sei eifrig bestrebt, deine Berufung und Auserwählung in Jesus dem Christus festzumachen! (2. Petr 1,10). Vergleiche daher deinen Glaubensweg mit der Bibel – dort ist der Weg zum Ziel beschrieben.

1 Paul Sonntag, Februar 2017.

2 Strong 7121 (Elberfelder CSV)

3 http://de.drogen.wikia.com/wiki/Taumel-Lolch -Taumel-Lolch ist eine grüne bis bläulich-grüne, einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 90 .... + Konkordantes Neues Testament mit Stichwortkonkordanz.

4 2.Thes 1,7b-8; Offb 22,18 -19; 5Mo 4,2; Spr 30,6; Mt 5,18; Joh 10,35b; 2Petr 1,19-21; 2Petr 2,1-2; Gal 1,6-8; 2Tim 3,16; Jes 55,11; 2Jo 1,9.

5 https://de.wikipedia.org/wiki/Ritus

6 https://de.wikipedia.org/wiki/Mysterienkult - heiliges Mysterium

7 https://de.wikipedia.org/wiki/Sakrament

8 Apg 10,42

9 Hebr. Jahuschua, oder Jahuehschua. Manche meinen Jehoschua - Schlachter 2000 Übersetzung

10 vgl. 2. Petr. 1,19-21; Röm 16,26; Hebr 1,1-2; 1. Petr 1,10-12

11 Kommentar zum Neuen Testament, W.MacDonald

12 Strong G 4267, Elberfelder CSV

13 5. Mo 11,26-28; Hes 18,23-24; 31-32; 1. Tim 2,3-4

14 Joh 4,34; 5,19.30; 6,38; Phil 2,5f; Hebr 5,8; 10,5-10 u.a.

15 Dieses geschieht aber nur in der persönlichen willentlichen Bekehrung und Wiedergeburt und nicht nur durch Lesen der Bibel oder aufgrund einer Mitgliedschaft in einer Kirche oder Gemeinde - Joh 3,3; 1. Petr: 1,2-3.14.22-23.

16 Gal 3,26; Joh 15,1-10; Mt 10,22; Offb 1.9; 14,12
   
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