Wir können inneren Frieden haben

1) Einleitung

Hast Du schon mal einen Klageruf wie diesen gehört oder selber losgelassen? „Wie soll ich denn Frieden finden, wenn das ganze Leben nur aus Problemen besteht?" Vielleicht hast Du das auch schon einmal gedacht oder gesagt?

Ist es wirklich möglich, echten Frieden zu erleben, der länger dauert als einen flüchtigen Augenblick? Die Antwort darauf lautet kurz und bündig >ja<.

Zu diesem >ja< zu gelangen bedeutet jedoch einige Arbeit und Selbstdisziplin, und Hilfe zu bekommen von einer Macht, die größer ist als unsere eigene.

Ja, man kann es schaffen. Man kann dauerhaften inneren Frieden erlangen!

Ich möchte mit der Hilfe von Gottes Wort versuchen zu ergründen, wie wir diesen Frieden finden und ihn in unserem Herz bewahren können. Wir werden erkennen welchen Nutzen wir persönlich und die Menschen denen wir begegnen, aus dem Frieden unseres liebenden und allmächtigen Gottes, ziehen können.

2) Die Ursache für Unfrieden

Diese Welt braucht und wünscht sich dringend Frieden. Doch warum findet sie ihn nicht.

Benedict (Baruch) de Spinoza, ein niederländischer Philosoph1 sagte einmal: „ Frieden ist nicht Abwesenheit vom Krieg, sondern eine Tugend, eine Neigung zur Güte, Vertrauen, Gerechtigkeit2.

Wie die Geschichte beweist, wurden immer im Laufe der Menschheitsgeschichte verschiedene Anläufe genommen Instrumentarien zu schaffen, die Streitigkeiten zwischen den Nationen verhindern oder beilegen sollten. Militärpakte, das Gleichgewicht der Kräfte, der Völkerbund, alle haben sie aber versagt, und übrig blieb meistens nur Krieg um Frieden zu schaffen.

Die neusten politischen Ereignisse – das erneute aufbrechen des sogenannten kalten Krieges3, die Nahostkonflikte, terroristische Aktivitäten, Kriege, politische Umstürze und die Vernichtungskraft der modernen Waffen, schließen Frieden auf Dauer aus. Und es gibt keine Anzeichen für ein Nachlassen dieser Ereignisse.

Viele von uns fühlen sich hilflos, wenn sie dabei zusehen müssen, wie unsere Welt scheinbar unkontrollierbar immer noch schlechteren Zeiten entgegen schlittert. Turbulente und schreckliche Zeiten von verheerenden Ausmaßen sind aber in der Bibel vorausgesagt4.

Es sieht so aus dass die Menschheit die letzte Chance vertan hat, noch zum Frieden umzukehren.

Wenn dies nicht gelingt, stehen der Welt all diese Dinge bevor, die die Bibel unwiderruflich beschreibt.

Das Problem des Unfriedens ist im Grunde ein geistiges Problem und verlangt eine geistliche Erneuerung und Besserung des menschlichen Charakters. Dies kann aber kein Mensch von sich aus bewirken.

In Sach 4,6 steht geschrieben „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist!, spricht der JHWH der Heerscharen“.

Das ist der Schlüssel zum dauerhaftem Frieden! Frieden ist eine Sache des Geistes Gottes – sowie das Wollen und Vollbringen (Phil 2,13).

Deshalb ändert sich der Mensch nicht einfach und ist friedfertig gegenüber seinen Mitmenschen.

Es ist Bibelkennern bekannt, dass auf dieser Erde auch eine mächtige Kraft am Werk ist, deren erklärtes Ziel darin besteht, den ganzen Erdkreis zu verführen und damit jedes menschliche Leben zu vernichten - Satan der Teufel ist diese Macht (Offb 12,9).

Er ist der Urheber von Streit, Konflikt und Krieg - der Gegenspieler des guten Hirten (Joh 10,11.14). Seine Absicht ist und bleibt immer nur „stehlen, töten und zu verderben“ (Joh. 10, 10).

Warum unterliegen auch die - die sich Christen nennen – oft diesen listigen Anläufen Satans (Eph 6,11b). Jakobus schrieb darüber, damit wir dies auch in unserem täglichem Leben erkennen und damit wir wachsam sind.

Jak 4,1-2 Woher kommen die Kämpfe und die Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht von den Lüsten, die in euren Gliedern streiten? Ihr seid begehrlich und habt es nicht, ihr mordet und neidet und könnt es doch nicht erlangen; ihr streitet und kämpft, doch ihr habt es nicht, weil ihr nicht bittet.

Oder kann es sein dass wir bitten und dann wieder geistig einschlafen, weil es uns an Selbstdisziplin, Sanftmut und Demut fehlt?

Dies hat auch dazu geführt, dass die Menschheit heute die Macht hat, alles Leben auf der Erde auszulöschen. Die Geschichte belegt eindeutig, dass noch niemals Waffen erfunden wurde, die nicht zum Einsatz gekommen wären.

Wenn Gott nicht bald eingreift, ist die Menschheit dazu verurteilt, sich selbst zu vernichten.

Was bedeutet das für dich und mich? Gibt es eine Möglichkeit, den teuflischen Einfluss auf unser Denken und Handeln auszuschalten?

3) Gottes Frieden ist greifbar

Kurz vor seiner Kreuzigung versprach Jesus der Christus seinen Jüngern, ihnen seinen Frieden zu hinterlassen:

Joh 14,27 Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!

Haben wir wirklich diesen Seinen Frieden? Denn der Friede Christi ist anders als der Friede dieser Welt. Er übersteigt alle menschliche Vernunft und bewahrt unsere Herzen und Sinne (Phil. 4, 7).

Christi Frieden gründet sich auf Gottes großem Plan. Und Gottes Plan für uns ist, dass wir ewiges Leben in Frieden genießen sollen. Gott ist nämlich ein Gott des Friedens (l. Kor. 14, 33).

Er möchte der Menschheit Frieden schenken. Frieden wohnt jedoch nicht automatisch in der menschlichen Natur.

Jes 59,8 Den Weg des Friedens kennen sie nicht; es ist kein Recht in ihren Spuren; sie machen sich krumme Pfade; keiner, der darauf geht, kennt den Frieden.

Wie können wir denn Gottes Frieden erlangen und täglich üben und umsetzen?

Der Friede ist ein Bestandteil der Frucht des Geistes Gottes (Gal 5,22) - denn es ist der Friede Christi. ER ist der Friede-Fürst (Jes. 9,5).

Es bedarf aber auch einer einer Änderungsbereitschaft unseres Herzens, denn Christus ist bereit uns Gottes bleibenden Frieden zu schenken. Wir müssen uns allerdings an Gott den Vater wenden und IHN um diesen echten Frieden bitten.

Joh 16,23b-24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was auch immer ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er wird es euch geben! Bis jetzt habt ihr nichts in meinem Namen gebeten; bittet, so werdet ihr empfangen, damit eure Freude völlig wird!

Die Bibel ist voll von praktischen Anleitungen, wie wir diesen Frieden erlangen können - wir sollten uns täglich mit ihren Weisheiten vertraut machen.

Dem Frieden, über den wir hier sprechen, geht Demut voraus. Demut ist das Gegenteil von Hochmut, der ja zu Auseinandersetzungen und Streit führt (Spr. 13, 10).

Der Psalm 34, 15 fordert uns auf: „Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!" Gott mahnt uns. Böses bewusst zu meiden, den Weg des Friedens einzuschlagen und ihm konsequent zu folgen.

Zwei weitere Bibelstellen erläutern wie man Frieden haben kann:

Spr 16,7 Wenn die Wege eines Menschen JHWH wohl gefallen, so lässt er selbst seine Feinde mit ihm im Frieden leben.

Ps 119,165 Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und nichts bringt sie zu Fall.

Wer die Gebote hält, wird also nicht nur in Frieden mit seinen Freunden leben können, sondern Gott kann dann auch dafür sorgen, dass selbst die Feinde - Menschen also, die uns verachten, über einen klatschen und tratschen und Rufmord an einem begehen - Frieden mit uns suchen. Glauben wir dies?

Beachten wir: „Wer Streit anfängt, gleicht dem, der dem Wasser den Damm aufreißt. Lass ab vom Streit, ehe er losbricht" (Spr. 17, 14).

Ersticken wir also allen Streit möglichst schon im Keim, dass er erst gar nicht zu seiner Entfaltung kommt. Demut ist der Schlüssel dazu.

Spr 20,3 sagt: Abzulassen vom Streit ist für den Mann eine Ehre, jeder Narr aber stürzt sich hinein.

Diese von Hochmut erfüllte Welt - und manchmal auch wir - glauben dies aber nicht, sondern erwidern Streit und dies solange, bis man möglichst als Sieger hervorgeht und nicht als Verlierer oder Feigling.

Diese Einstellung stammt von Satan dem Teufel. Christus hat sich in allem anders verhalten – ER lebte selbst nach Seinem Wort.

Spr 15,1 Eine sanfte Antwort wendet den Grimm ab, ein verletzendes Wort aber reizt zum Zorn.

Wenn wir nach Gottes Rat und Anweisung verfahren, wird es nicht lange dauern, bis andere merken, dass wir in der Lage sind unsere Gefühle zu beherrschen.

Beständigkeit in diesem Punkt ist unerlässlich, um den Frieden Gottes genießen zu können. Bemüht man sich aufrichtig, so färbt das zwangsläufig auf andere ab.

Christus ermahnt uns, untereinander Frieden zu haben (Mark. 9, 50). Er sagt:

Mt 5,9 Glückselig sind die Friedfertigen, denn sie werden Söhne Gottes heißen!

Durch Paulus fordert Christus uns auf, dem nachzustreben, was dem Frieden dient (Rom. 14, 19). Er lehrt uns, andere höher zu achten als sich selbst und auf das zu schauen, was dem andern dient (Phil. 2, 3-4). Er befiehlt uns, „Gutes zu tun an jedermann, allermeist aber an den Hausgenossen des Glaubens“ - an den Gliedern des Leibes Christi (Gal. 6, 10). Das fördert den Frieden.

Friedensstifter sind einflussreiche Menschen. Sie gefallen Gott und überzeugen andere Menschen. Weil sie sanftmütig sind, werden sie „das Land ererben und sich großen Friedens erfreuen" (Ps 37, 11).

Wir können also inmitten von Hass, Gewalt und Krieg dauerhaften Frieden genießen.

Vergessen wir dabei unsere Familie nicht. Hier sollten Sie beginnen. Hier gilt es, dem Frieden Bahn zu bereiten, hier zuerst und zuletzt. Wer es nämlich hier schafft Frieden zu stiften, wird es leichter haben, den Frieden auch nach draußen zu tragen.

Möge jetzt manch einem von uns nun das Herz schwer werden indem wir denken – ich will doch Frieden halten, aber der andere will ja nicht. Dann gilt auch hier Gottes Wort: Röm 12,18 „Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden“.

Bleiben wir Gott nah, dem größten aller Friedensstifter, und vergiss nicht, IHM für den unaufhörlichen Frieden den er uns schenkt, zu danken.


Zum Schluss darf die sehr ernste Mahnung Gottes, die jeder – auch nur der kleinste Streitbare beachten sollte - nicht fehlen:

Hebr 12,14 Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!

Gott der Vater hat jeden einzelnen von uns zum Friedensstifter berufen. Schenke IHM dafür deine ganze Liebe.

Erfreue dich SEINER Gabe und trage SEINEN Frieden weiter zu anderen Menschen - Shalom!

11632 - 1677 - wikipedia
2http://www.siper.ch/frieden/zitate/
3Kalter Krieg wird der Konflikt zwischen den Westmächten unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika und dem Ostblock unter Führung der Sowjetunion genannt wikipedia
4Z. B. die sieben Siegelgerichte (Off 6,1-17; 8,1), sieben Posaunengerichte (Off 8,6 - 9,21; 11,14-18), sieben Schalengerichte (Off 15,5 - 16,21) 
   
© 2018 Bibel-Hauskreisversammlung, diese Seite wurde von Joomla! Notdienst im September 2013 neugestaltet.