Vertrauen

Jesus sprach zum Apostel Thomas nach Seiner Auferstehung: du glaubst, weil du mich gesehen hast; glückselig sind, die nicht sehen und doch glauben“!

Der Apostel Paul verkündete: Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort“ (Röm 10,17).

Der Bewährung unseres Glaubens hat also auch mit Vertrauen auf Gottes Wort, die Bibel, zu tun – festes unbeirrbares Vertrauen zu Gott.

Wie wohl jeder von uns einmal erfahren hat, ist dies meistens in guten Zeiten kein Problem. Wie ist es aber in großen Schwierigkeiten und wohl möglich unsagbarem Leid? Das Alte Testament berichtet darüber wie Hiob darin reagierte, als seine Frau ihn noch drängte und sagte: „Hältst du immer noch fest an deiner Tadellosigkeit? Sage dich los von Gott und stirb“! (Hi 2,9).

Hiob antwortete voller Vertrauen auf Gottes Gerechtigkeit:

Hi 2,10 Du redest so, wie eine törichte Frau redet! Wenn wir das Gute von Gott annehmen, sollten wir da das Böse nicht auch annehmen? - Bei alledem versündigte sich Hiob nicht mit seinen Lippen.

Was für ein Vertrauen zu Gott, dem Allmächtigen.

Im Neuen Testament werden im Griechischen für das Wort, bzw. die Bedeutung „Vertrauen“, drei Wörter gebraucht.

1) Wortbedeutungen

1.1) pisteuo1

  • Dies bedeutet zu Glauben, etwas für wahr halten, von etwas überzeugt sein, seinen Glauben bzw. sein Vertrauen in etwas oder auf jemanden setzen; jemanden (ver)trauen; Zutrauen haben; sich auf jemanden völlig verlassen. Die Bibel berichtet

- dass Paulus im Sturm auf der Seereise nach Rom das Vertrauen hatte, dass keiner der auf dem Schiff war, verloren gehe (Apg 27,25).

- dass ein römischer Hauptmann Jesus vertraute, dass sein Diener geheilt würde (Mt 8,13).

- dass Maria fest daran glaubte, den Erlöser der Menschheit zu gebären (Lk 1,45).

  • pisteuo bedeutet auch sich jemanden anvertrauen und von jemanden etwas anvertraut bekommen, mit etwas betraut werden.

Zum Beispiel

- wenn wir gute Haushalter oder Verwalter von Gottes Gaben sind (Lk 16,11). Siehe auch Mt 25,14-30 - Gleichnis von den anvertrauten Talenten

- den Juden – die Aussprüche Gottes anvertraut wurden ( Röm 3,2b).

- das Evangelium treu verkündigen (1Kor 9,16-17; Gal 2,7)


Das griechische Wort „pisteuo“ bedeutet also in Übereinstimmung mit den

jeweiligen Bibelstellen:

  • zu glauben,

  • etwas für wahr halten,

  • von etwas überzeugt sein,

  • sich etwas getrauen,

  • sich jemanden anvertrauen, etwas anvertraut bekommen,

  • mit etwas betraut werden.

1.2) das andere griechische Wort heißt „peitho2

Es bedeutet Vertrauen gefasst haben, fest vertrauen, seine Zuversicht auf etwas oder jemanden setzen, gewiss und sicher sein, davon überzeugt sein; sich auf etwas verlassen und glauben wie;

- Christus, der Gott in allem vertraute (Mt 27,43)

- Paulus, der den Korinthern vertraute (2Kor 2,3)

- Paulus, der den Thessalonichern vertraute, dass sie taten was er gebot

(2Thes 3,4)


Zusammengefasst bedeutet peitho also:

  • fest vertrauen,

  • Zuversicht,

  • Gewissheit, sicher sein,

  • überzeugt sein.

1.3) ein weiteres griechisches Wort heißt „para-tithemi“3 und bedeutet

jemanden etwas anbefehlen. Einer Person etwas hinlegen damit sie es treu aufbewahrt und verwaltet; etwas. deponieren, übergeben (Apg 20,32a) bzw. jemanden Verantwortung übertragen; jemanden. etwas anvertrauen.

- Paulus vertraute Timotheus die Gebote - d. h. die verpflichtenden

Anweisungen Gottes, des Schöpfers und Herrn aller Dinge an, die ihm

geoffenbart worden waren und die der Mensch befolgen soll (1Tim 1,18a).

Timotheus sollte dies treuen Menschen anvertrauen, die fähig wären auch

andere zu lehren (2Tim 2,2).

- Jesus, der in den letzten Sekunden Seines Lebens Seinen Geist vertrauensvoll in die

Hände unseres himmlischen Vaters legte (Lk 23,46)

- Auch wir sollen, wenn wir nach dem Willen Gottes leiden müssen, IHM als

unserem treuen Schöpfer, alles in die Hände legen (1Petr 4,19).

- Von uns - denen viel anvertraut wurde, wird Gott aber auch umso mehr

fordern (Lk 12,48b). Diejenigen, die Gottes Willen kennen, wie er in der

Bibel offenbart ist, haben die große Verantwortung, IHM zu gehorchen.


Zusammengefasst bedeutet Para-tithemi also:

  • jemandem etwas anbefehlen

  • zur treuen Aufbewahrung zu geben


2) Vertrauen in Bezug auf Gott, den Allmächtigen

Es gibt viele Beispiele in der Bibel, die darauf hinweisen. Auf drei möchte ich kurz eingehen:

  • Abraham – er sollte aus seinem Land ausgehen, von seiner Verwandtschaft weg in ein fremdes Land, welches Gott ihm zeigen würde, um ihn zu einem großen Volk zu machen - er sollte gesegnet werden. Abram, wie er zuvor hieß, war kinderlos und 75 Jahre alt. Er fragte nicht: Warum kann dies nicht in meinem Heimatland geschehen – . er vertraute Gott. Dann kam sogar eine Hungersnot – und er fragte nicht warum, sondern zog nach Ägypten (1Mo 12,1ff). Er überließ später sogar seinem Neffen Lot die Wahl, wo er sein Vieh weiden wolle. Viele kennen die die Geschichte Abrahams, die so reich an Glaubensprüfungen war. Schließlich wurde Isaak auch erst geboren, als Sarah 90 Jahre und Abraham selbst 100 Jahre alt waren (1Mo 17,17). 
  • Hiob – seinesgleichen gab es nicht. Er war untadelig, rechtschaffen, mied das Böse jeglicher Art und fürchtete Gott (Hiob 1,8). Er war jemand, der viel über Gott wusste und auch versuchte, gemäß seinem Wissen und Glauben zu leben (Hi 1,1-5). Dann kam aber die Zeit in seinem Leben, in der alles an was er glaubte nicht mehr so funktionierte, wie er es gewohnt war. Hiob ging durch eine Zeit in der er Gott und Sein Handeln oder Nichthandeln, nicht mehr verstand. Sein „Wissen“ (oder Theologie) über Gott brach Stück für Stück zusammen. Auch seine Freunde waren in Wirklichkeit ratlos. Aber schon zuvor, als seine Herden, Knechte, Söhne und Töchter durch Unglücke ums Leben kamen sagte er voller Vertrauen: JHWH hat gegeben, JHWH hat genommen; der Name JHWHs sei gelobt! Am Ende Seiner sich steigernden Leidenszeit kommt jedoch eine überraschende, und zutiefst demütige Aussage von ihm, von der wir alle lernen sollten: „Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen(Hi 42,5).
  • Petrus – er galt als führender der Apostel4. Er war begeistert und fest im Glauben (Joh 6,68), aber er verstand noch nicht alles, was sein Herr und Meister sagte (Joh 21,20-22). Er ließ sich sogar in seinem Glaubenseifer zur unbedachten Tat hinreißen (Joh 18,10), und verleugnete aus Angst schließlich seinen Herrn (Joh 18,15-27). Als er aber den auferstandenen Herrn sah und er alle Seine Liebe und Vergebung erlebte (Joh 21,15-17), verkündete er nach Pfingsten unerschrocken Gottes Wort (Apg 4,8; 5,29).

Es gibt noch mehr über die Väter des Glaubens und ihr Vertrauen auf Gottes Beistand (Mt 28,20b; Joh 14,26; 16,23b5) zu berichten, aber fassen wir diesen kurzen Teil einmal zusammen: Gott6 spricht noch heute zu uns:

Jes 66,2b „ Ich will aber den ansehen, der demütig und zerbrochenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort“.


Mit Gott zu leben bedeutet letztendlich - IHM in allem zu vertrauen.

Was nützen uns unser Gebetsleben, Predigten hören, Bibelwissen und unsere guten Taten, wenn wir aber nicht wirklich glauben und vertrauen?

Dies geht, wie von Christus angekündigt, manchmal durch nur ein „Feuer“ von Prüfungen (Apg 14,22; Röm 5,3; 2Thes 1,4; 2Tim 3,12). Dies wird solange dauern, bis wir lernen, „bis aufs Blut“ allen listigen Anläufen des Widersachers, und der Welt zu, widerstehen (Eph 6,11-12; Hebr 12,47), und bis zum Ende auszuharren (Phil 1,6; Dan 12,12; Mt 10,22; Mk 13,13).


In den Psalmen, Propheten Jeremia, und in dem Brief von Paulus an die Philipper lesen wir: O JHWH der Heerscharen, wohl dem Menschen, der auf dich vertraut! (Ps 84,13)“. „Gesegnet ist der Mann, der auf JHWH vertraut und dessen Zuversicht JHWH geworden ist!“ (Jer 17,7).

Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus“ (Phil 4,13).

Unser Herr und Heiland, viele Apostel und Jünger vertrauten bis heute unserem Vater

im Himmel, und SEINEM Wort, bis in den Tod.

Wenn jemand meint, darin noch schwach zu sein, oder Zweifel zu haben dies zu schaffen,

dann schaue er auf unseren Herrn Jesus. Unser Bruder Paulus sagte:

Phil 2,13 denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das

Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.


2Kor 1,8-9 Denn wir wollen euch, Brüder, nicht in Unkenntnis lassen über unsere Bedrängnis, die uns in [der Provinz] Asia widerfahren ist, dass wir übermäßig schwer zu tragen hatten, über [unser] Vermögen hinaus, so dass wir selbst am Leben verzweifelten; ja, wir hatten in uns selbst schon das Todesurteil, damit wir nicht auf uns selbst vertrauten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt.


Gott ist treu und antwortet uns, wenn wir Ihm vollkommen vertrauen

(1Kor 1,9). Lernen wir daher täglich in Gottes Wort um zu erkennen, ob wir

IHM wirklich vertrauen – wenn nicht, beginnen wir ohne Zeitverzögerung damit.

Gottes Wort fordert uns auf an Gott den Vater und Seinen geliebten Sohn zu glauben (u. a. Joh 14,1), und IHNEN in allem zu vertrauen - festes unbeirrbares Vertrauen – welches in Gehorsam zu Gottes Wort mündet.

1 Griechisch / Deutsch Strong Lexikon unter 4100
2 Griechisch / Deutsch Strong Lexikon unter 3982
3 Griechisch / Deutsch Strong Lexikon unter 3908
4 Apg 1,15; 5,1-11; 2,14; 3,12; 5,21; 2Petr. 3,15; Joh 21,15-17
5 Es folgt ein Studium „Wann und welche Gebete kann Gott erhören?“
6 Siehe in meiner Homepage: www.bibel-hauskreisversammlung.de unter „Texte“, „Namens- und Wortbedeutungen“, „Gottes Namen“
7 Spr 3,5; Ps 91,1-2; 119,14; 1Joh 4,4; Dan 11,32-33; 
   
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