Sanftmut und Demut

Schon im Alten Testament steht dass JHWH, Gott der Allmächtige sich aus allen Völkern ein Volk bildete und erwählte, dass SEIN Eigentum sei. Ein heiliges - von der Welt abgesondertes Volk (5. Mo 7,6). Ein Volk das Seinen Ruhm verkünden sollte (Jes 43,21) und ein Segen für die Völker werden (Sach 8,13), als eine heilige Nation und ein Königreich von Priestern sein (2Mo 19,6).


Doch dieses Volk, das eine Vorbildfunktion haben sollte, versagte immer wieder. Es war ein auf und ab: Ging es ihnen gut, war es nur eine Frage der Zeit, wann sie wieder träge wurden und schließlich fremden Göttern dienten.

Ohne auf das Thema einzugehen wissen wir dass Gott das Volk Israel nicht ganz um SEINES Namens willen verstoßen (Röm 11,1-5.24; Hes 34,13; 39,25), und Seinen ursprünglichen Plan nicht aufgegeben hat.

Die Gnade Gottes - SEIN Sohn Jesus den Christus (Tit 2,11), kam in diese Welt, und alle die IHM angehören, hat ER aus dieser Welt herausgerufen, dem Reich Gottes zu dienen.

Der Apostel Petrus schrieb dazu:

1Petr 2,9 -10 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht — euch, die ihr einst nicht ein Volk wart, jetzt aber Gottes Volk seid, und einst nicht begnadigt wart, jetzt aber begnadigt seid.

Im Brief an Titus schrieb der Apostel Paulus von Christus

Tit 2,14-15 der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun. Dieses sollst du lehren und mit allem Nachdruck ermahnen und zurechtweisen.

Dieses sollst du lehren - scheint für manchen von uns eine schier unmögliche Aufgabe – so meinen wir es zumindest. In der Tat – nicht jeder kann Lehrer sein (Jak 3,1). Aber jeder sollte sich zu Seinem Heiland und Erretter öffentlich bekennen (Mt 10,227-28; Röm 10,10).

Beachten wir ernstlich dass alle Dinge die Israel passiert sind uns zur Mahnung geschrieben ist (1Kor 10,1-12).

Sagte Gott doch zu Israel:

5Mo 13,5 JHWH, eurem Gott, sollt ihr nachfolgen und ihn fürchten und seine Gebote halten und seiner Stimme gehorchen und ihm dienen und ihm anhängen.

Die Nachfolge Jesu bedeutet ein täglich erneutes Aufgeben des eigenen Willens, ja des eigenen Lebens (Mt 10,38; Mk 8,34-38; 10,21; Lk 9,23;), ein Hören auf SEINE Stimme (Joh 10,4) und persönlichen Gehorsam ohne den Blick auf andere (Joh 21,22; vgl. Mk 9,38). Sie hat die Verheißung des Lichts auf dem Wege (Joh 8,12) und des Lohnes, jetzt und in der kommenden Herrlichkeit (Mk 10,28-30)1.

Siehe auch das Thema: “Der Richterstuhl Christi und der Lohn“.

Wie können wir dem aber allem gerecht werden – es gibt nur eine Antwort:

Hebr 12,2 indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat.

Jesus sagte: Mt 11,29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen!

Um dies in der rechten Weise – nicht nach eigenem Gutdünken - tun zu können, müssen wir von Ihm lernen. Seinen Charakter in der Bibel studieren.

Besonders sind also zwei Eigenschaften unbedingt nötig, um von Ihm überhaupt lernen zu können: Sanftmut und Demut. Sie sind nötig unterm „Joch“ Jesus Christi zu wandeln bedeutet, sich ganz Seinem Willen unterwerfen. Da ist kein Platz für eigenständige Wege, die nicht mit dem dem Willen unseres Vater übereinstimmen.

1. Betrachten wir uns zuerst die Eigenschaft der Sanftmut.

  • Sanftmut ist ein Bestandteil des Wesens Gottes, denn Gott der Vater und Sein Sohn sind eins.

  • Sanftmut ist Bestandteil der Frucht des Heiligen Geistes (Gal 5,22).

  • Sanftmut ist nach Gal 5,22 auch untrennbar verbunden mit den anderen Eigenschaften der Frucht des Heiligen Geistes.

  • Sanftmut ist eine Reaktion auf das Handeln anderer gegen uns. Wir reagieren ausgeglichen, ruhig, geduldig und in wohlwollender Gesinnung, die einen Menschen selbst bei Kränkungen nicht in Zorn geraten lässt, sondern ein besonnenes Verhalten hervorbringt, das die Mitmenschen positiv beeinflusst2

  • In 4. Mo 12,3 lesen wir: „Aber Mose war ein sehr sanftmütiger Mann, sanftmütiger als alle Menschen auf Erden“. - Mose bewies sich als sanftmütig, z. B. als Aaron und Mirjam ihn verbal angriffen, weil er eine eine Kuschitin zur Frau genommen hatte (1Mo 12,1-3). - Als Gott Israel wegen ihrer Untreue und Gräuel am Berg Sinai vernichten wollte fielen Mose und sein Bruder Aaron auf ihre Angesicht und baten, nicht das ganze Volk zu vernichten (2Mo 32, 7-14). - Er handelte auf diese Weise als Fürsprecher für das Volk vor Gott. Mose handelte auch so, als die Rotte Korahs sich gegen Moses und Aaron versammelten (4Mo 16,1-22).

Glieder des Leibes Christi handeln in allem sanftmütig – egal in welche Situation sie kommen3. Dadurch wird deutlich dass wir Kinder/ Söhne (1Thess 5,5; Hebr 12,7) unseres Vaters im Himmel, und Nachfolger unseres Herrn Jesus sind .

Joh 5,19 + Joh 14,31a Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn. … Damit aber die Welt erkennt, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater geboten hat.

Die Apostel Paulus, und Petrus, sowie Jakobus, der Bruder unseres Herrn Jesus (Gal 1,19), ermahnten sanftmütig zu leben – ja, diesem Wesenszug sogar „nachzujagen“4.

2) Betrachten wir uns nun die Eigenschaft der Demut

Das griechische Wort für Demut ist „tapeinos-phrosune“. Demut ist ein tiefes Bewusstsein über seine Niedrigkeit und Schwachheit. Demut ist bescheiden. Demut zeichnet sich aus in unserem Verhalten gegenüber Gott und dem Nächsten – der Gegensatz ist Hochmut, eigener Wille, überzeugt zu sein von eigener Stärke und eigener Weisheit.

Der Apostel Petrus ermahnt uns noch heute:

1. Petr 5,5 Ebenso ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter; ihr alle sollt euch gegenseitig unterordnen und mit Demut bekleiden! Denn »Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade«.

Jesus der Christus ist uns ein Vorbild – ja Musterleitbild der Demut: Jes 53,7 Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.

Jesus kam als der demütige König nach Jerusalem (Mt 21,5) um sich ohne Widerstand anklagen, peinigen und kreuzigen zu lassen - er rechtfertigte sich nicht, sondern erduldet alles wie ein Lamm vor dem Schlachten.

Erinnern wir uns nochmals daran was Jakobus und Petrus niederschrieben: Jak 4,6 + 10 umso reicher aber ist die Gnade, die er gibt. Darum spricht er: »Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade«. … Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen.

1. Petr 5,6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit!


3. Fassen wir zusammen:

Wenn wir wahre Nachfolger unseres Herrn und Heilands sind, denken und handeln wir in allem sanftmütig und in einer demütigen Einstellung.

Nur wenn wir dies in unserem Herzen einen festen Platz gegeben haben, können wir wirklich von Ihm lernen.

Der Apostel Paulus schrieb im Römerbrief , Kapitel 11, in Vers 11,33a: „O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes“!

Diese Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit können wir nur erfassen wenn wir

die Lehre des Christus Gottes - sanftmütig und demütig zu sein von IHM lernend annehmen, und danach in allen Situationen unsres Lebens handeln.

Dies ist die Voraussetzung um in Ewigkeit mit IHM in Seinem Reich zu regieren (2Tim 2,12; Offb 5,10).


Welche Gnade erweist uns Gott unser Vater im Himmel!

Damit wir den Segen dieser Gnade nicht versäumen, möchte ich die Worte des Apostel Johannes noch anfügen, damit wir das Ziel unserer Berufung und Auserwählung erreichen:

2 Joh 1,9 Jeder, der abweicht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, der hat Gott nicht; wer in der Lehre des Christus bleibt, der hat den Vater und den Sohn.

1 Lexikon zur Bibel, von Fritz Rienecker und Gerhard Maier
2 http://de.wiktionary.org/wiki/Sanftmut
3 Jak 1,21; 1Kor 4,21; 2Kor 10,1; Gal 6,1; 2Tim 2,25; 1Petr 3,15
4 Eph 4,2; Phil 4,5; Kol 3,12; 1Tim 6,11; 2. Tim 2,24-25; Tit 3,2; 1. Petr 3,15
   
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