Prophezeiungen und die Endzeit1

1) Einleitung:

Sehr viele Prophezeiungen – wie z. B. im Buch Daniel, in Matthäus Kapitel 24 und in der Offenbarung, weisen auf die Endzeit hin. Die dort beschriebenen Weissagungen sollen heute jedoch nicht das Thema sein. Es gibt Prophezeiungen für die Endzeit in 1. Kor. 10.1-13. Dort wurde das untreue Verhalten Israels und was ihnen deswegen widerfahren sollte, niedergeschrieben.

1. Kor 10,11 Alle diese Dinge aber, die jenen widerfuhren, sind Vorbilder, und sie wurden zur Warnung für uns aufgeschrieben, auf die das Ende der Weltzeiten gekommen ist.

Die darin enthaltene Mahnung: „Darum, wer meint, er stehe, mag zu sehen, dass er nicht falle“ (V 12), sollten wir nicht ignorieren oder verachten. Paulus schreibt in 1. Thessalonicher 5,20: „Die Weissagung oder die prophetische Rede verachtet nicht“.

Kann man denn Prophetie verachten? Dies kann man - wenn man, wie es über Jahrhunderte hinweg geschah - Bücher und Schriften mit eigenen Gedanken über die Prophetie gefüllt wurden, und nicht die Bibel als alleinigen Maßstab beachtet wurde.

Gottes Wort warnt eindeutig vor falschen Propheten, die verführen und sich selber weiden (Matth. 24.24; Jer 23, Klagelieder 2,14). Falsche Propheten kann man daran erkennen, wenn das, was sie prophezeien, nicht eintrifft. Darum ist es unbedingt nötig zu beachten, dass die Bibel sich selbst auslegt. Das AT und NT widersprechen sich nicht, sondern ergänzen sich.

2) Hauptteil

Wenn wir das Beispiel Israels für uns als Warnung betrachten, ist es meist das Beispiel, wie das Volk Israel in der Wüste murrte (2. Mo 2.16; 2. Mo 16,2).

Wir wollen uns nun einen nicht so spektakulären Teil der Weissagen über das auserwählte Volk Israel betrachten. Mit der Aussage von Paulus an die Gemeinde zu Korinth (2. Kor Kap 11) - dass er um sie – die Gemeinde - eiferte mit göttlichem Eifer, denn er hatte sie verlobt mit Christus, um IHM eine reine Jungfrau zu zuführen. (2. Kor. 11,2), identifiziere ich mich.

Er warnte dabei auch vor Verführungen - vor einem anderen Geist, einem anderem Evangelium – als das vom Reich Gottes2 (Mk 1,14; Gal 1,6-9), vor falschen Aposteln und betrügerischen Arbeitern, und einem anderem Messias, die im Geiste Satans arbeiten – dem Herrscher der Finsternis (Apg 26,18).

Seien wir wachsam und schlafen nicht ein – wir sind im Krieg mit der geistigen Welt (Eph 6,12) - im Krieg zwischen Licht und Finsternis. Das Ziel der Finsternis ist, die lautere Beziehung und die Liebe zu Jesus3 Christus zu zerstören und Teile des Willens unseres lieben Vater im Himmel zu ignorieren.

Was sagt uns unser Vorbild Israel? Alles was Israel als physischem Volk Gottes im Fleisch geschah, geschieht bei uns im Geist, wie es die Bibel beschreibt. Zum Verständnis zwei Beispiele dazu:

a) Im 12. Kapitel von 2. Mose steht, dass die Israeliten, als sie das Blut eines makellosem, männlichem Lammes an die Türpfosten und die Oberschwelle ihres Hauses strichen, um von dem vorübergehenden Todesengel verschont zu werden.

Wiedergeborene Christen werden vor dem Zorn Gottes gerettet - durch Christus der das wahre Opferlamm ist, der Sein Blut für unsere Sünden hingab. Die Sünde, so scheinbar klein sie für uns auch ist, hat den ewigen Tod - dies ist die ewige Gottesferne - zur Folge.

b) Gott wohnte in einer physischen Wohnstätte unter den Stämmen Israels – in der Stifthütte und später im Tempel. Der Leib wahrer Nachfolger Christi, ist selber der Tempel des Heiligen Geistes (1. Kor 6,19) – des lebendigen Gottes (2. Kor 6,16).

Da uns das Leben und Handeln des auserwählten Volkes Israels zum Vorbild und zur Warnung geschrieben wurde, sollten wir dies nicht verachten oder als gering betrachten. Die einzelnen Söhne Jakobs, die die Stammväter des auserwählten Volkes Israels sind, hatten unterschiedliche Charaktere – zum Teil waren sie sehr unterschiedliche Menschentypen. So ist dies auch bei uns, die wir durch unser neues Leben in Christus zum Volk Gottes - dem heiligen königlichen Priestertum (1. Petr 2,5.9) gehören.

Der Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes, brachte Israel physischen Segen. Auch wir werden - wenn wir Gott Vater in allem gehorsam sind - mit jedem geistlichen Segen im Himmel durch Christus gesegnet (Eph. 1.3).

c) Wenden wir uns nun dem prophetischen Segen Jakobs über seine 12 Söhne zu. Siehe 1. Mose Kap. 49:

Ruben (1. Mo. 49.3) war der Erstgeborene, dies sind sinnbildlich im NT die Wiedergeborenen Gläubigen (Joh 3,1-8; Hebr 12,23).

Ruben war der Erstling von Jakobs Stärke, der Oberste in Macht und Würde. Wir sind dies in Christus, wir haben Seine ganze Fülle. Aber Ruben fiel in Sünde. Die Segnungen der Erstgeburt wurden ihm durch die Begierde des Fleisches genommen - (1. Mo 35.22) dies sind die schönen, verführerischen Dinge dieser Welt. Satan ist es, der uns etwas als gut darbietet (Offb. 12.9), was Gott jedoch ein Gräuel ist. Den Segen der Erstgeburt erhielt dann Josef – und wurden dann auf Josefs Söhne - Ephraim und Manasse übertragen (1Mo Kap. 48). Die Lehre für uns: Man kann also wiedergeboren sein und doch durch Ungehorsam und Sünde das Ziel verfehlen (nach Phil. 3.12).

Simeon und Levi (1. Mo. 49.5) Simeon war ein geistlicher Stamm, wohnte mitten in Juda, und Levi wurde von Gott für das geistliche Amt ausersehen. Sie dienten in der Stifthütte. Wenn also die, die von Gott eine geistliche Berufung haben, die Beherrschung verlieren – Waffen der Gewalt waren die Schwerter Simeons und Levis (1. Mo 34.25) - also Kampf, Empörung und Emotionen. Dies brachte Not und Angst über das Volk Israel (1. Mo 34.31). Jeder Berufene sollte sich daher die Frage stellen, ob bei ihm - als der in Christus gestorbene (Röm. 6.8) -, auch alle Werke des Fleisches - Lust, Empörung und mangelnde Beherrschung gestorben sind? Diese 3 vorgenannten Stämme waren nicht die bösen Stämme – sondern ursprünglich die Guten. Ruben wollte den Verkauf Josefs verhindern, Simeon kämpfte mit Juda zusammen, als sie das verheißene Land einnahmen. Levi wurde ausgesondert für JHWH, zum Dienst an der Bundeslade und an der Wohnung des Zeugnisses (4. Mo .50).

Die Lehre für uns: das Gefährliche ist, wenn wir meinen die Ausgesonderten zum Dienst des Himmlischen zu sein, und immer ein unangefochtenes Leben zu führen, gerade dann lässt uns der Teufel nicht in Ruhe, und schießt alle Pfeile der Verführungen zur Sünde meist unmerklich auf uns.

Christus ist der Fels, der Israel folgte (1.Kor 10,4), uns aber geht ER als unser Hirte voran (Joh. 10.4). Schauen wir doch immer auf IHN (Hebr. 12.1-2). Fliehen wir auch in unseren geistlichen Nöten zu IHM, dann hört unser Kampf auf. Die Unbeherrschtheit von Simeon und Levi hatten Fluch zur Folge - sie wurden versprengt und verstreut in Israel. Unbeherrschtheit im Charakter kann vieles zerstören. Denken wir daran, wir werden auch nach unseren Worten gerichtet (Jak 3).

Juda (1Mo 49.8) Dich, Juda, werden deine Brüder preisen! Deine Hand wird auf dem Nacken deiner Feinde sein; vor dir werden sich die Söhne deines Vaters beugen. Und im Vers 10 steht, dass das Zepter von Juda nicht weichen soll. In Juda ist die Herrschaft, und das ist der Herr Jesus (Heb. 7.14). Den Juden wurden auch die Aussprüche Gottes anvertraut (Röm 3,2).

Wenn wir in Jesus Christus bleiben, der über die Sünde herrscht, haben wir den Sieg. Auch uns ist das völlig gewisse Wort anvertraut (2. Petr. 1.19), wir dürfen ihm nichts hinzufügen und nichts davon nehmen (Offb 22,18 -19; 5. Mo 4,2; Joh 10,35b);

Der völlige Sieg ist an unserem Herrn Jesus gebunden – an den Friedensbringer.

Wenn ich also in IHM bleibe, werde ich zum Segen für meine Mitmenschen werden.

Im AT sehen wir, dass vom auserwählten Volk Israel, nur die Stämme den Sieg hatten, die wesensmäßig mit dem Fels Christus verbunden waren. Die Stämme, die ungehorsam waren und sich den Lüsten und Emotionen hingaben, hatten nicht den Sieg. Ein Vorbild und eine Mahnung für uns.

Sebulon (1. Mo 49,13 wohnt am Meer, und das Meer wird in der Offenbarung 17,15 als die Welt, das Völkermeer beschrieben. Sebulon lebte nicht direkt in Sünde, er gehörte zum auserwählten Volk, war mit Gott in Ordnung, aber er war auch der Welt angetan. Um mit der Offenbarung zu sprechen - ging er nicht aus von ihr (Offb. 18.4). Daher kann man für Sebulon keinen Segen finden. Die Lehre für uns: Prüfen wir uns darin auch selbst, ob wir nicht auch auf das schielen, was in der Welt und sogar in religiösen Handlungen zu finden ist.

Auch wenn man nicht in offener Sünde lebt, kann es doch Schaden anrichten.

Issaschar (1. Mo 49,14) – ist ein knochiger Esel und lagert zwischen den Hürden. Er kannte die Ruhe in Christus und neigte seine Schultern um zu tragen. Er wurde ein fronpflichtiger Knecht Jesu Christi.

Die Lehre für uns: Für uns gesehen, sollen auch wir bereit sein, zu dienen und Lasten zu tragen. Wenn wir wirklich in Christus ruhen, dann können wir alles auf unseren Schultern tragen, egal was noch kommen wird. Wir geben uns ganz dem Dienst – unserem Vorbild Jesu Christi hin (2 Kor. 8,5). Hier entscheidet sich Fleisch vom Geist. Haben wir wirklich Christus angezogen (Gal 3,27)?

Dan (1.Mo 49.16- 17), würde Richter sein in seinem Volk und wurde eine Schlange auf dem Weg und eine Otter auf dem Pfad. Er ist abgefallen, und von ihm lesen wir im NT nichts mehr. Gleicht Dan nicht den Gläubigen die vom Wort Gottes abgefallen sind? Können diese doch noch umkehren? In 1.Mo 49 Vers 18 steht noch unter Dan: „JHWH, ich warte auf dein Heil“ für „Heil“ steht im hebräischem „Jeschua“4.

Die Lehre für uns: Gerade wir, die wir in der Endzeit leben, müssen vorsichtig sein den antichristlichen Tendenzen, damit wir dem Zeitgeist, der sich einschleicht nicht auf dem Leim gehen. Daher müssen wir unser ganzes Denken, Tun und Handeln nach der Bibel ausrichten. Diese Warnungen betreffen auch alle Handlungen als Gemeinde oder Einzelne, die wir doch der Tempel Gottes sind.

Gad (1. Mo 49.19–20), wird vom Kampf bedrängt werden. Die Lehre für uns: Dies ist eine Warnung für uns, dass wir im Kampf des täglichen Lebens untergehen können und das Gute, das in uns angelegt ist, Stück für Stück verdrängt wird. Gad kämpfte ohne Gott, und wir überwinden aber nur in Christus.

Asser (1. Mo 49.20) Assers Brot wird fett sein und wird leckere Speise geben. Die Lehre für uns:Für uns ist es wichtig, dass wir nicht dem Genuss ergeben sind.

Naftali (1. Mo 49.21) ist ein schneller Hirsch und gibt schnelle Rede (Spr. 18; Die Lehre für uns: Hektisches Leben und unbedachte Rede, bringt uns nicht zur Ruhe in Christus (Jak. 1.19 – 20).

Josef (1. Mo 49.22-26; lies 1. Mo kap. 39-47) - Josefs Leben weist auf Jesus Christus hin. Die Lehre für uns: Dies bedeutet, dass all unsere Quellen nur aus Jesus Christus sein sollten. Am Beispiel Josefs können wir auch erkennen, dass die geistigen Segnungen unseres Vaters im Himmel alle irdische Segnungen übertreffen. Sie reichen bis an die Köstlichkeiten der ewigen Hügel (Vers 26). Wir sind gesegnet, mit jedem geistlichen Segen der himmlischen Welt (Eph 1,3) - dies sollten wir jeden Tag vor Augen haben und danach leben.

Benjamin (1. Mo 49.27) Er ist ein reißender Wolf und wird Raub fressen und Beute austeilen. Die Lehre für uns: Geistliche Verführung ist die, die wir nicht merken, die halb verdeckt oder die zugeschüttet sind, wobei wir uns noch wohlfühlen. Wenn wir dem unterliegen und sogar noch weitergeben, zerreißen wir womöglich den biblischen Glauben anderer.

3) Zusammenfassung: Der Segen liegt klar erkennbar bei Juda, Issaschar und Josef. Bei den anderen Söhnen ist er teilweise zerstört, halbwegs verdeckt oder verschüttet. Aber alle gehörten zum auserwählten Volk Gottes. Dramatisch ist es bei den Danitern, sie werden in der Offenbarung Kapitel 7, nicht mehr erwähnt. Dies ist uns nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit (2. Tim3,16).

Darum beachten wir Galater 5.16 – und wandeln wir im Geist und töten die Werke des Fleisches.

Die Bibel ist auch ein Buch der Selbstprüfung – prüfen wir uns täglich darin! Prüfen wir uns auch anhand des prophetischen Segens der Söhne Jakobs.

Nehmen wir als alleinigen Maßstab Jesus Christus. Wir haben im Fleisch begonnen aber lasst es uns im Geist vollenden (Gal.3.3) – wir, die wir die Mahnungen zur Endzeit (Mt 24,3ff) ernst nehmen.

1Schriftliche Darstellung aus einem Vortrags von Karl-Hermann Kauffmann Albstadt-Tailfingen, „Prophetische Warnungen - aus 1. Kor 10“ (Dezember / Januar 2015. Bad Teinach) Thema, Einleitung, Erläuterungen und Bibelstellen in kursiv von Paul Sonntag. Für HERR im AT wurde JHWH eingesetzt.
2 Ca. über 160 x im NT erwähnt: Reich; Königreich; Königtum
3 Der Name Jesus Christus ist die lateinische Umschrift von griechisch Ιησούς Χριστός, Aussprache und Betonung: Iesús Christós, ɪɛˈsʊs xrɪsˈtɔs, Jesus, der Gesalbte (aus wikipedia.org /wiki / Jesus Christus). Gottes Sohn war Hebräer und Sein Name wird im Hebräischen (Kurz-oder Langform, je nach Auslegung) Jahschua oder Jahuschuah, (westaramäisch?) Jeschuah, („JHWH ist Rettung“) gesprochen. Er, der den Namen des Vater (JHWH) in sich trägt (2.Mose 23,21; Joh. 14,9; 1.Kor. 10,4; Kol 2,9)
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