Mit den Augen Jesu sehen1

Wo Jesus Christus Menschen begegnete erkannte ER, wer Glauben hatte2 und die Gedanken

ihrer Herzens (Lk 9,47). Auch erkannte ER ihre Traurigkeit und Bedürftigkeit (Lk 18,24),

aber auch die Scheinheiligkeit und Heuchelei (Mt 23,13-15).


Ich möchte einmal die Frage stellen, ist es uns als Glieder des Leibes Christi, die wir in Seiner

Nachfolge leben möglich, die Menschen mit Jesu Augen zu sehen? Dann müssten wir von

Seiner Fülle haben. Lesen wir einmal dazu Kol 2,9-10:

Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; und ihr seid zur Fülle gebracht

in ihm, der das Haupt jeder Herrschaft und Gewalt ist.


Die ganze Fülle der Gottheit ist leibhaftig in Christus gegenwärtig. Als Wiedergeborenen sind

wir in IHM und ER in uns (Joh 15,4a). Jesus sagte:

Joh 14,23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.

Weiter versprach ER:

Joh 15,7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden.


Wenn wir also Gottes Wort befolgen – dies ist Voraussetzung - dürfen wir um alles bitten was

wir in Seiner Nachfolge benötigen, und wir werden es erhalten.

Aber nur in IHM werden wir zur Fülle gebracht - in allem was Gottes Wille ist (Eph 3,19b;

Kol 4,12b).


Ist es nicht so dass, wenn wir wirklich den Menschen, denen wir begegnen, gut zuhören (Jak

1,19a), wir etwas über seine Befindlichkeiten und Bedürfnisse - egal ob leibliche oder

seelische – erfahren.

Wenn wir nun als Glieder des Leibes Christi ganz in Seiner Hingabe leben, müssen wir auch lernen mit „Seinen Augen“ zu sehen.

Was können wir nun von verschiedenen Begegnungen Jesu mit den Menschen lernen – wie sollten wir uns verhalten?

  1. wie sah ER die Menschen um Sich herum?

  2. wie hörte ER zu?

  3. wie handelte ER an ihnen?

  4. welche Auswirkungen hatte dies auf die Menschen, denen ER begegnete?


Wenn Jesu Menschen begegnete galt Sein Blick nicht nur ihrem Äußeren, sondern auch ihrem Inneren – also den geistlichen Bedürfnissen.


Einige Beispiele zu diesem Thema:
  1. Beispiel - lies Joh. 3,1-21

Joh 3,3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen!

2. Beispiel – Joh. 4,3-30 die samaritische Frau am Jakobsbrunnen.

Was können wir daraus lernen?
  • Jesus hatte nur den Auftrag Seines Vaters im Himmel im Blick. ER erkannte dabei ihre seelischen Nöte; darüber geriet die Tatsache Seiner Müdigkeit und Seines Durstes in den Hintergrund.

  • ER sah die Frau an und begann ein „zweckgebundenes“ Gespräch.

  • Er verachtete sie nicht und ließ sie nicht links liegen, sondern sprach u. a. von der Gnadengabe des Vaters und vom Wasser, das bis ins ewige Leben quillt.

  • Wir sollten unseren Blick auf die Bedürfnisse anderer richten, auch wenn sie nicht zu unserer Gemeinschaft gehören oder generell Andersdenkende sind.

3. Beispiel - Joh 5,1-15 Teich Bethesda – Heilung eines Menschen der seit 38 Jahre

krank war.

Jesus „sah“ ihn in dieser Menge der Elenden, der Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten. Hier stellt sich sofort die Frage: haben auch wir Augen, die zum Elend anderer hinschauen und nicht den Blick abwenden?


Sind Kranke, Blinde, Lahme und Abgezehrte nicht auch ein Bild der geistlichen Not von Menschen, die vielleicht schon Jahrzehnte auf ein Wort (von uns) aus dem Munde Gottes warten?

4. Beispiel lies Mk 10,17-22 – Die Begegnung Jesu mit dem reichen Jüngling.

5. Zwei weitere Kurzbeispiele

  • Denken wir an Jesus, wie ER Petrus ansah, als dieser IHN schon dreimal verleugnet hatte (Lk 22,61-62). War es nicht ein Blick des Mitleids, der Güte und vergebender Liebe, die Petrus mitten ins Herz traf?

  • Sogar als Jesus am Kreuz hing, sah ER nicht auf sich, sondern sah die Not und das Bedürfnis Seiner Mutter und des Apostels Johannes

(Joh 19,26-27).


6. Schlussbetrachtung:

  • Wenn wir wirklich Christi Wesen mit dem Herzen erfassen, werden wir nicht mehr derselbe bleiben.

  • Wir werden anders leben, treu im Weinberg Gottes arbeiten und uns ganz als lebendiges Opfer hingeben.

  • Wir werden die Menschen mit den Augen Jesu sehen, und langsam zum Reden aber schnell zum hören sein (Jak 1,19). Dann können wir etwas über ihre Befindlichkeiten und Bedürfnisse - egal ob leibliche oder seelische – erfahren.

Was verbirgt sich hinter ihren Worten und Taten, hinter ihrem Blick?

Egal wie sich die Begegnung mit ihnen gestaltet, wir bleiben sanftmütig und von Herzen demütig (Mt 11,29b).

Gehen wir auch auf sie zu wie Jesus Christus es tat. Siehe auch Eph 2,10 und denke darüber nach. Dann werden wir auch erkennen, wessen sie bedürfen und bereit sei ihnen zu dienen.

Wir werden dann nicht müde und denken an unsere eigenen Bedürfnisse, sondern mit der Hilfe von Gottes Heiligem Geist helfen wir ihnen, damit sie von neuem geboren werden und das ewige Leben ergreifen (1Tim 6,19a).

Salomo bat Gott um ein weises und verständiges Herz, um sein Volk regieren zu können.

Gott war dies wohlgefällig – und Salomo erhielt es (1Kön 3,12-13).

Beten wir, dass die Menschen, denen wir begegnen, für Gottes Wort offen sind und handeln dann.

Die Bibel sagt:

Kol 4,5 Wandelt in Weisheit denen gegenüber, die außerhalb [der Gemeinde] sind, und kauft die Zeit aus!

Jes 6,8 Und ich hörte die Stimme JHWHs fragen: Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen? Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich!

Spr 11,25 Eine segnende Seele wird reichlich gesättigt, und wer anderen zu trinken gibt, wird selbst erquickt.

1 Unter Verwendung von einigen Grundgedanken von Stephan Igler aus seiner gleichnamigen Internetpredigt, April 2013. Jedoch wurden diese Grundgedanken um wesentliche biblische Botschaften erweitert.
2 U. a. Mt 9,2; Mk 2,5
   
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