Gedenkt an Lots Frau!

1) Einleitung Im Lukasevangelium lesen wir auch über das Reich Gottes und die Wiederkunft des Menschensohnes.

Lk 17,26-33 Und wie es in den Tagen Noahs zuging, so wird es auch sein in den Tagen es Menschensohnes: Sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging; und die Sintflut kam und vernichtete alle. Ebenso ging es auch in den Tagen Lots zu: Sie aßen, sie tranken, sie kauften und verkauften, sie pflanzten und bauten; an dem Tag aber, als Lot aus Sodom wegging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vertilgte alle. Gerade so wird es sein an dem Tag, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird. Wer an jenem Tag auf dem Dach ist und sein Gerät im Haus hat, der steige nicht hinab, um dasselbe zu holen; ebenso, wer auf dem Feld ist, der kehre nicht wieder zurück. Gedenkt an Lots Frau! Wer sein Leben zu retten sucht, der wird es verlieren, und wer es verliert, der wird es erhalten.

Die Menschen zur Zeit Noahs und Lots »aßen, sie tranken, sie heirateten« und »sie wurden verheiratet«. Diese Dinge sind an sich nichts Falsches, sie sind normale, legitime menschliche Handlungen. Das Böse daran war, dass die Menschen für diese Dinge lebten und keinen Gedanken und keine Zeit für Gott übrig hatten. Ihr Ende war – wir wir nachlesen können – die Vernichtung. So wird die Wiederkunft Jesu das Gericht für alle diejenigen bedeuten, die sein Gnadenangebot ausschlagen1, und Seinem Wort ungehorsam sind (Mt 7,21-23).

Lukas schrieb eine für uns - eine oft überlesene Aussage nieder - die aber eine ernsthafte Warnung für uns ist: Gedenkt an Lots Frau!

In 1. Mo 19,26 lesen wir dazu: „Und [Lots] Frau schaute zurück hinter seinem Rücken; da wurde sie zu einer Salzsäule“.

So endet eine der bekanntesten biblischen Erzählungen. Man übersieht doch leicht die wichtige Botschaft, die sie enthält, und damit den Grund, warum sie in den biblischen Kanon aufgenommen.

Fast zwei Jahrtausende später hat Jesus in dieser Niederschrift im ersten Buch Mose, eine bedeutsame Lehre für die Menschen, die in der „Endzeit" leben, gesehen.

Es ist daher für uns heute höchst wichtig, diese Botschaft zu verstehen!

Ich möchte daher anhand der Bibel in einer Zusammenfassung versuchen, die wichtigsten Aussagen und Mahnungen zu betrachten.


2) Das Urteil über Sodom und Gomorra

In l. Mose 18 beginnt die Geschichte, dass drei Männer zu Abraham kamen. Wer waren diese 3 Männer? Die Bibel beschreibt dass zwei von dreien nach Sodom gingen (V16), wo sie gegen Abend ankamen - 1 Mo 19,1. In diesen Vers werden sie als die Beauftragten - Hebräisch MaLa'kh – Engel, Bote – bezeichnet2. Sie sollten bösen Gerüchten über die Nachbarstädte Sodom und Gomorra nachgehen (1Mo 18,20-21). Die andere Person wird in 1Mo 18,1-33 als JHWH bezeichnet3. Mit IHM verhandelte Abraham um die Gerechten in Sodom.

Die Beauftragten JHWHs trafen dann in Sodom auf Lot.

Aus der Begegnung Abrahms und Sarah mit JHWH können wir lernen dass unser Heiland auch unangemeldet wiederkommt (Mt 24,36). Abraham hat keine Chance, sich kurzfristig darauf vorzubereiten. So ist das, wenn Gott kommt – plötzlich und unerwartet. Du hast keine Chance, dich dann noch vorzubereiten – egal wo Du Dich befindest oder was Du gerade tust.

Betrachten wir weiter in einer Zusammenfassung, wie es Lot und den engsten seiner Familie, erging. Als die beiden Engel sich den Städten näherten, ging Lot ihnen entgegen und warnte sie vor der Sündhaftigkeit der Bewohner (1Mo 19,1-3).

Im 2. Petrus, 2,7-8 wird Lot gelobt, „dem die schändlichen Leute viel Leid antaten mit ihrem ausschweifenden Leben. Denn der Gerechte, der unter ihnen wohnte, musste alles mit ansehen und anhören, und seine gerechte Seele von Tag zu Tag quälen lassen durch ihre bösen Werke."

Auf Lots Drängen verbrachten die Engel die Nacht in seinem Haus.

Engel sind dienstbare Geister, ausgesandte um derer Willen die das Heil erben sollen (Hebr 1,14).

Doch die Neuigkeit, dass Fremde da waren, verbreitete sich schnell, und bald sammelten sich vor Lots Tür die Männer der Stadt und wollten den Reisenden Gewalt antun4. Um die Engel zu schützen, war Lot bereit seine beiden Töchter herausgeben. Doch man antwortete ihm nur mit Spott und weiteren Androhungen. Hätten die Engel die Männer nicht mit Blindheit geschlagen und Lot nicht ins Haus zurückgezogen, wäre Lot auch dieser Meute zum Opfer gefallen (1Mo 19,6-11).

Die Engel hatten nun genug gesehen, die Gerüchte über die völlige Verderbtheit der Bewohner hatten sich bestätigt. Sie drängten Lot, seine Verwandten und Freunde zu sammeln und zu fliehen. Lots Schwiegersöhne jedoch spotteten nur über die Warnungen. Als der Morgen dämmerte konnten die Engel nicht mehr länger warten (1Mo 19,12-15). Lot „zögerte" noch und musste mit seiner Frau und seinen Kindern schließlich gewaltsam aus der Stadt gebracht werden (1Mo 19,16).

3) Lots Frau erstarrt zur Salzsäule

Die Familie floh rasch in das Städtchen Zoar das verschont wurde (Verse 17 bis 23).

1Mo 19,17 Und es geschah, als sie sie hinausgeführt hatten, da sprach einer: Rette deine Seele! Und schaue nicht zurück; steh auch nicht still

Als nun Gottes wohlbekanntes Strafgericht kam, als er Feuer und Schwefel auf Sodom und Gomorra regnen ließ, steht über die Frau Lots geschrieben

1. Mo 19,26 Und [Lots] Frau schaute zurück hinter seinem Rücken; da wurde sie zu einer Salzsäule.

Es steht in der Bibel nicht geschrieben was sie gedacht oder was sie bewegt hatte. Es kann sein dass sie an alles, was sie hatte zurücklassen müssen — Heim, Besitz, Freunde und Verwandte – gedacht hatte. Oder war es pure Neugier zu sehen, was mit dem geschah was sie zurückgelassen hatte?

Entgegen Gottes ausdrücklichem Gebot wandte sie sich um. Als ihre Augen auf die verheerte Stadt fielen, erstarrte sie zur Salzsäule.


4) Die Lehre daraus

An dieser Stelle sollten wir kurz inne halten und uns fragen: wie oft wurden wir durch Gottes Wort gewarnt nicht mehr an dieser sündigen Welt teilzuhaben und auf die Wiederkunft unseres Herrn bereit zu sein, der uns aus diesem verdrehten und verkehrten Geschlecht (Phil 2,15) heraus holt.

Haben wir auf diese Warnung gehört – hat sich unser Leben geändert oder trifft auf uns die Warnung zu, dass wir zwar die Erkenntnis haben, jedoch uns nicht durch den Heiligen Geist erneuern ließen?5

Der klare Sinn der Mahnung Christi: „Denkt an Lots Frau!", kann aktuell nun besser im endzeitlichen Zusammenhang des ökumenischen Abfalls verstanden werden. Denn viele werden dann

  • vom reinen biblischen Glauben abfallen - 1Tim 4,1; 2Thess 2,3

  • Jesus als Gottes Sohn, der für unsere Sünden gestorben ist, leugnen - 1Joh 2,23

  • nicht in der alleinigen Lehre des Christus bleiben - 2Joh 9

  • falschen Messiasse nachlaufen - Mt 24,5

Die Redensart „Zur Salzsäule erstarren“ bedeutet, vor Entsetzen oder Schreck wie gelähmt, und zu keiner Bewegung mehr fähig sein. Wie oft werden wir schwach und schauen zurück auf die Dinge in dieser Weltauf das, was wir in der ernst gemeinten Nachfolge Christi zurück lassen mussten. Der Gedanke an unsere Zukunft – unser Kreuz auf uns nehmen zu müssen (Mk 8,34) - lässt uns wohl möglich auch ab und zu schwach werden und geistig erstarren. Wir kommen nicht mehr voran im Gehorsam gegenüber Gottes Wort.

Lots Frau wurde schwach - ganz kurz vor dem Ziel der Rettung!

Alle von uns sind in diesen letzten Tagen natürlich auch mit Alltagsarbeit, Beruf, Heim und unserer Familie beschäftigt. Aber stellen auch wir uns darauf ein - wie Lot und Abraham - im Vertrauen auf Gott den ungewissen Weg gehorsam zu gehen?

Wir wissen ja aus der Bibel, z. B. aus Matthäus Kapitel 24,37-39, der Offenbarung, dass schreckliche Gerichte über die gottlose Menschheit kommen werden. Z. B.

die sieben Siegelgerichte (Off 6,1-17; 8,1) sieben Posaunengerichte (Off 8,6 - 9,21; 11,14-18) sieben Schalengerichte (Off 15,5 - 16,21)

Wie werden wir uns verhalten

  • wenn wenn wir die Zeit erleben dass wir nicht mehr kaufen oder verkaufen können (Offb 13,17). Die Vorläufer werden schon öffentlich propagiert. Unter anderem berichtete die Zeitschrift „Die Welt“6 am 22.04.14, dass Bargeld und EC Karte im Jahr 2018 verschwinden und durch Smartphone ersetzt werden.

  • wenn wir als Fundamentalisten - die nur der Bibel treu sind – angeprangert, und dafür sogar dafür möglicherweise angeklagt werden?

Werden wir dann sehnsüchtig auf unser heutiges - im Vergleich – geregeltes, ruhiges und unseren gesicherten Lebensunterhalt zurückblicken oder herbei wünschen?

Kann es sein dass wir mitten aus unserem geistigen Schlaf gerissen werden und „zögern" wie Lot, oder erstarren wie seine Frau?

Dies sollte in keinem Fall sein – denn unsere Erlösung ist nahe (Lk 21,28).

Dies wird eine Zeit wie seinerzeit in Sodom sein, in der die Gerechten (in Christus) aus dem sündigen System „herausgeführt“ (siehe auch Offb Kap 16; 19,20; 20,4) werden.

Beachten wir dabei ernsthaft dass die Gerechten in Sodom in Sicherheit gebracht, und die übrigen jedoch zum Verderben zurückgelassen wurden.

Noch trauriger wird das Schicksal derer sein, die die Wahrheit gekannt, aber aufgehört haben, Hüter des Evangeliums zu sein (Hebr 6,4-6), und ihre geistlichen Lampen haben ausgehen lassen (Mt 25,1ff.). Sie werden übrig bleiben, und das Gericht über diese sterbende Welt erleben.

So wie „Sodom" für die Schlechtigkeit der Welt sprichwörtlich geworden ist, steht Lots Frau symbolisch für jene, die Gott aus der Welt heraus beruft, die aber irgendwann den Blick zurückwenden. Wer sich einmal auf den Weg Gottes begeben - sich einmal in Gottes Dienst gestellt hat - der kann nicht wieder umkehren, ohne schreckliche - ewige Konsequenzen - auf sich zu ziehen (Hebr 6,4-6).

Zwei Aussagen von Christus sollten wir daher beachten:
  • Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes (Lk 9,62)

  • Gedenkt an Lots Frau!

1MacDonald Kommentar
2 „Die Geschriebene des Alten Bundes“ – DaBhaR- Übersetzung von F.H.Baader, 75328 Schömberg, S. 984
3 vgl. 2Mo 3,2.6-15; 4Mo 22,22-35
4 L Mo 19,4-5
5Nach Mt 25,1-13; 1Thess 5,19;Eph 4,30:
6http://www.welt.de/finanzen/article125102062/Bargeld-und-EC-Karte-verschwinden-im-Jahr-2018.html
   
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