Fliehen wir vor Gottes Wort?1

Gehen wir im Wort Gottes einmal ganz weit zurück (1. Mose Kapitel 3), in jenen Garten Eden, in dem etwas begonnen hat, das jeden Menschen betrifft.

Nicht von der Sünde an sich soll jetzt die Rede sein, sondern von einer ihrer folgenschweren Auswirkungen. Es gibt ja deren viele - aber eine besondere Auswirkung - sehen wir uns genauer an. Was damals geschehen ist im Garten Eden (Wonne), das wissen wir … Was aber kam dann?

Die Herzen jener zwei Menschen waren in einem aufgewühltem Zustand, sie waren ängstlich, wurden aufgescheucht, all die gute und schöne Harmonie war dahin, das vertraute Verhältnis zu Gott war zerstört, auch untereinander – und vor allem: diese aussichtslose Diagnose mit der Todesfolge stand schrecklich vor ihnen: „ .. an dem Tag, an dem du davon isst, musst du gewiss des Todes sterben!“2

Hoffnung und Zukunft waren nun jäh zerstört für die Beiden, das Wort vom Tod beherrscht jetzt ihre Herzen – vom unbekannten Tod, etwas das sie noch nie gesehen hatten. Versuchen wir einmal uns in sie hineinzuversetzen:

Der Tag fängt an sich zu neigen … Banges Ahnen was noch passieren wird.

Da hörten sie die Stimme Gott JHWHs der im Garten wandelte – wie früher – aber nun erschrecken sie darüber – und jetzt geschieht zum ersten Mal in der Geschichte des Menschen etwas, das bis heute typisch geblieben ist: … und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes – damals hinter den Bäumen des Gartens. Da rief Gott JHWH den Menschen und sprach: Wo bist du? Und er antwortete: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich (1Mo 3,8-10)

Schon dort im Garten – nach der allerersten Sünde auf Erden – kam Gott sofort um Rettung in Aussicht zu stellen, um DEN anzukündigen, der der Schlange den Kopf zertritt (1Mo 3,15) und das endgültige Heil bringen wird (Offb 7,10).

Am selben Tag machte JHWH es möglich, die Hoffnung auf DEN zu setzen, über DEN im Petrusbrief geschrieben steht:

„… durch seine Wunden seid ihr heil geworden“ (1Petr 2,24b).

Zusammenfassend steht für uns geschrieben:

  • Ihr müsst nicht mehr fliehen - nicht mehr verstecken, wenn ich mit Euch reden will!

  • Denn mein Heil für euch wurzelt darin, dass ihr in meinem geliebten Sohn vor mir bestehen könnt.

Das griechische Wort für Heil ist soteria. Es bezeichnet im Neuen Testament die Rettung aus Gefahr und Verderben3. Das ist die frohe Botschaft von Christus, der gerade deswegen gekommen ist.

Das gilt auch dem ärgsten Sünder, obwohl er diese Botschaft von sich aus nicht verstehen kann – weil die Sünde den Menschen ja verstockt hat, was dort im Garten Eden begann.

Aber Gottes Wort sagt: In Christus ist das Heil - steh jetzt still und kehr um zu mir!

In Christus liebe ich dich - deine Schuld ist bezahlt, in IHM darfst du bei mir wohnen.

Aber kehre um und tue Buße.

Dazu gleich eine wesentliche Frage: „Was ist Buße“?

Antwort: Zuallererst muss ich mich selber ganz persönlich dem stellen, was Gott mir in Seinem Wort sagt. Damit ich mit Seiner Hilfe bei eine Gesinnungsänderung herbei führen kann - und zwar eine bleibende Gesinnungsänderung!

Das ist tatsächlich für jeden von uns möglich geworden! Wir können vor Gott still werden und müssen nicht vor IHM fliehen, wenn ER zu uns redet wegen unseres Herzenszustandes.

Buße bedeutet in unserem Leben eine Umkehr um 180 Grad.

Genau das können wir selber nicht mit unserem verstocktem Herzen! Aber seit dem Ruf Jesu am Kreuz „Es ist vollbracht!“ und seit Seiner Auferstehung ist für uns die Buße, die Umkehr, das Stillehalten vor Gott möglich geworden – eine nachhaltige Gesinnungsänderung für dich und mich.

Es ist ja der Heilige Geist, der dies ermöglicht und zwar bei jeden, der dazu gewillt ist.

Es ist schrecklich, dass viele Christen meinen: „einmal gerettet – immer gerettet“, egal ob sie Gottes Wort gehorsam sind oder nicht - lies Joh 15,1-6; Mt 7,13-23. Dadurch stehlen sie dem Allmächtigen Gott die Ehre und verfälschen SEIN Wort.

Das Angebot der ewigen Errettung war schon vor dem Sündenfall im Garten Eden bereitet. Dies sollten wir dankend annehmen. Jeder Mensch kann durch Gehorsam zu Gottes Wort, wieder dem Bilde Gottes (1. Mose 1,26), in Christus Jesus, ähnlich werden. Denn Jesus ist mit dem Vater eins (Joh 10,30), wie es bei der Schöpfung zum Ausdruck kam (1Mo 1,27).

Wer das wirklich glaubt, bei dem wird dies klar und deutlich in seinem Leben erkennbar sein – und zwar bei allen Menschen, die ihm begegnen (Mt 5,14).

Von Anfang an hat der Mensch die unweise, ja törichte Art Gott auszuweichen – wie es an jenem Tag im Garten Eden geschah. Er versteckt sich und „flieht“ wenn Gott zu ihm redet.

Wir behaupten, dass wir ins Himmelreich kommen und leben in vielen Dingen so weiter wie bisher.

Wir dürfen nicht vergessen dass wir, durch Jesu Blut teuer erkauft sind und wir Gott darum in unserem Leib, und in unserem Geist verherrlichen sollen (1Kor 6,20, s. a. Röm 3,25; Apg 20,28b; Hebr 13,12). Da ist Gehorsam sein, keine Option.

Ist es nicht so, dass sich die Menschen sich gerne in das Äußerliche flüchten - in unzählige Denominationen, Sekten, Kirchen und Religionen, und deren Satzungen, Sitten, Gebräuche, Rituale, Traditionen und in langen Gebeten (Mt 7,6; Mk 7,6) – um sich so vor Gottes klaren, unmissverständlichen und unveränderbaren Geboten und Gesetzen zu verstecken.

Sie machen sich eigene „Schurze“ um ihr Gewissen zu beruhigen und um ihre geistige Blöße zu bedecken (1Mo 3,7) – sie vor Gott zu verstecken.

Dabei dürfen wir zur Gottesverehrung nur SEINE Anweisungen und kein „fremdes Feuer“ verwenden, wie Gott es selber geboten hatte. Aaron Söhne Nadab und Abihu gehorchten nicht und starben (3Mo 10,1-2). Wir dürfen Gottes Wort nichts dazu und nichts davon tun4. Gott will geheiligt und geehrt werden werden durch die, welche sich IHM nahen (3Mo 10,1-2). Wir dürfen IHM nur dienen wie ER es geboten hat (Eph 2,10).

Wir sollen Licht sein (Mt 5,14-16) - heilig sein, weil Gott heilig ist (1Petr 1,16).

Wenn wir unser Glaubensleben nur nach dem Wort Gottes ausrichten verschwindet jeder zeitliche Mythos5 mit seinen Traditionen, die sich um sogenannte christlichen Feste manifestiert haben. So aufrichtig es manche meinen - sie entsprechen nicht Gottes Willen, wovor die Bibel warnt dies zu tun (Gal 1,6-8; 2Petr 2,1-2; 2Joh 1,9; Offb 22,18-19; Jes 5,20; Jer 19,3-5). 2. Joh 1,9 Jeder, der abweicht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, der hat Gott nicht; wer in der Lehre des Christus bleibt, der hat den Vater und den Sohn.

Wir leben in dem Wahrhaftigen Gott, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben (1Joh 5,20). Unser Glaube ist Seine Kraft (1Kor 2,5) – also der Glaube der in Jesus Christus ist (2Tim 3,15).

Jede kleinste Abweichung von der Lehre Christi ist ein abfallen SEINES Glaubens, und ein sich hinwenden zu irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen (1. Tim 4,1).

Diese Lehren werden von dem Engel des Lichts – dem Teufel6 (2Kor 11,14), gefühlvoll und mit listigen Kunstgriffen (Eph 6,11) weltweit präsentiert. Er hat einen Plan und geht methodisch7 vor – also ein ausgeklügeltes Vorgehen mit der die Gläubigen betrogen und vom reinen Glauben Christi weggebracht werden sollen, und damit vom ewigen Leben (Joh 14,6) abgetrennt werden. Und das tut er immer noch.


Gott hat von sich aus die Möglichkeit hergestellt, dass wir vor IHM bleiben und stille halten können (2Mo 14,14), und dass wir im Stillehalten hinhören können auf das, was sein Wort uns sagt – und dass wir im Stillehalten in Christus verändert werden.

Verachten wir das nur nicht! Nur – das tun leider die meisten!

Sie ›irren‹ rastlos herum, sie schützen Betriebsamkeit vor, haben tausend Dinge im Kopf – im Grunde ist es nichts als ein Davonlaufen, ein Verstecken, ein Misstrauen Gott gegenüber. Die alte Leier …

Man redet heutzutage viel von Syrien – von der Millionen flüchtenden Menschen. Wir sollten vor allem das Wort ›Damaskus‹ beachten: Es bedeutet: Betriebsamkeit. Dort wurde Paulus (herb. Scha'ul [Saul]) vom hohen Ross gestoßen – von der „Betriebsamkeit“ zur Demut und Hingabe (Apg 22,1-16). – Wir verstehen!

Paulus war auf der Flucht vor dem, was Gott für ihn bereitet hatte, er schützte deshalb viel religiöse Tätigkeit vor. Später hat er all das für Dreck erachtet und nun an dem einem Gefallen gefunden - an Christus. Er wollte nur noch Christus erkennen, die Kraft seiner Auferstehung, die Gemeinschaft seiner Leiden, damit er Seinem Tode ähnlich werde, und zur Auferstehung der Toten gelänge (Phil 3,8-11). Er wollte nicht mehr im geringsten abweichen von SEINEM Wort, was heute ja leider die meisten tun. Ein Strichlein vom Wort Gottes (Mt 5,18) abweichen ist Sünde. Schon beim Bibellesen, beim Hören eines Bibeltextes oder einer Predigt sind unsere Gedanken oft ganz woanders – eine spezielle Art zu flüchten – nicht wahr?

Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit (1Tim 2,4) kommen. Da muss ich aber hinhören wollen und nicht davonlaufen! Denn sonst werden wir immerzu lernen und doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können (2Tim 3,7).

Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder wir stellen Gott als Lügner hin und bleiben verstockt in der Sünde … oder wir glauben, was Gott von seinem Sohn sagt und bleiben jetzt still stehen. Durch die Kraft, die Gott uns dazu gegeben hat nehmen die Wahrheit, und das neue Leben, und jede Veränderung von Gott her dankbar an. Umso schlimmer ist es, wenn wir diese Gnade nicht nutzen – wenn wir, anstatt vor Gott stehen zu bleiben – davonlaufen. Wir wollen uns davonstehlen - „fliehen“ vor Gottes Wort, und nach außen hin bewahren wir den Schein der Gerechtigkeit und Gottesfürchtigkeit (2Tim 3,5).

Das hieße ja: Gottes Gnade, seine Rettung, seine Neuschöpfung in ein „Bildnis IHM ähnlich“, mit Füßen zu treten.

Erinnern wir uns an den Eingangstext! Da hat es geheißen:

der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes JHWHs.

Trotzdem hat Gott weit über unser Bitten und Verstehen etwas getan, auf das kein Mensch je gekommen wäre: Gott sagt jetzt zu seinen Kindern (!) – das ist etwas ganz anderes als zu ›Geschöpfen‹: „Dein neues Dasein ist i n C h r i s t u s v o r m i r“.

Sicherer und schöner geht es nicht! Ein Zuhause für die Ewigkeit - „in Christus sein (Joh 14,20)“ - so spricht Gott der Vater (Joh 14,10b). Die gilt nur noch SEIN heiliges Wort.

Das ist Teil der herrlichen Botschaft:

1Kor 2,9 … »Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben«.

Dazu sei auch gleich die bekannte Stelle in Römer 8,1 zitiert: So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.

Keine Verdammnis – wir sind in Christus – in Seinem Gehorsam (Röm 5,19b; Hebr 5,8)! Wer möchte diesen Ort der Geborgenheit jemals verlassen und eigene Werke tun. Sich ein wenig von Gottes Wort entfernen, sich verstecken, keine Zeit für IHN zu haben, wenn Er zu uns reden will?

In Jes 28,16 b steht: Wer glaubt, der flieht nicht. Und in Hebräer 3,7-8 lesen wir: Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht …


Deswegen unser heutiges Thema: Nicht fliehen vor Gottes Wort - nicht mehr verstecken - nicht wieder Betriebsamkeit oder Zeitnot vorschützen, sondern den Gehorsam des Christus nützen zur Umkehr, zur Erziehung und zum Heil.

Alles, was Gott der Vater gesagt hat, das wollen wir tun! (nach 2. Mo 19,8)

1 Nach Gedanken und unter Verwendung von Textabschnitten einer Predigt von Werner Fürstberger :„Wir sprechen viel von Flüchtigen“.
2 1Mo 2,17
3 Studienhilfen zur Schlachter 2000 – Bibelprogramm „Clever“.
4 2Thes 1,7b-8; Offb 22,18 -19; 5Mo 4,2; Spr 30,6; Mt 5,18;Joh 10,35b; 2Petr 1,19-21; 2Petr 2,1-2; Gal 1,6-8; 2Tim 3,16; Jes 55,11; 2Jo 1,8-9
5„Laut, Wort, Rede, Erzählung, sagenhafte Geschichte, Mär“.Aristoteles (griech. Philosop – 384 - 322 v. Chr.) billigt einem Mythos nur die Möglichkeit einer Annäherung an die Wahrheit zu - wikipedia
6Der Teufel (von griechisch Διάβολος Diábolos, wörtlich „Durcheinanderwerfer“ im Sinne von „Verwirrer, Faktenverdreher, Verleumder“ (wikipedia)



7Griech.: methodeia. - Elberfelder Studienbibel mit sprachlichem Schlüssel
   
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