Die Freiheit in Christus1

1. Einleitung: "Freiheit" ist zu einem grundlegenden Wort des neuzeitlichen Denkens und des gegenwärtigen Lebensgefühls geworden. Stellen wir uns aber einmal die Frage: Gibt es auf dieser Erde eine totale Freiheit – ungebunden an jegliche Gesetze? Unsere Erfahrung zeigt, dass es diese totale Freiheit nicht gibt. Es gibt z. B. physikalische, chemische und Naturgesetze, die Bestandteil unserer Lebens-bedingungen sind. Hinzukommt noch, dass der Mensch an die Gesetzgebung und Ordnungen des Landes, in dem er wohnt, gebunden ist, und sie ihm – so soll es zum mindesten sein – ein geordnetes und sicheres Leben ermöglichen. Innerhalb dieser Bindungen haben wir eine „gewisse“ Freiheit und Möglichkeiten erhalten, unser persönliches Leben frei zu gestalten, obwohl diese immer mehr eingeschränkt und gelenkt werden. Ob dies nützlich ist oder nicht, sollte jeder selbst beurteilen. Es gehört zur verantwortlichen Wahrnehmung, die Freiheit und die Würde anderer zu achten2. Andererseits scheint die Freiheit im persönlichen Bereich eingeschränkt zu werden. Wenn es auch nur Angebote sind, gibt es doch immer mehr Bindungen oder Abhängigkeiten durch Internetsucht, Fernsehen, Unterhaltungsspiele, Facebook, Smartphone und vieles mehr. Andere sehen dies aber als Erweiterung ihrer Freiheit an. Man kommt trotzdem nicht daran vorbei, wahrzunehmen, dass wegen Profitgier oder Machtwille unsere Welt listig verführt wird. Argumente wie Wohlstand und technischer Fortschritt werden wohl zubereitet präsentiert, um immer mehr an diese Dinge zu binden – man kann sich ihnen kaum mehr entziehen. Nur wenige sind sich dieser Verführungen bewusst.

Die Psychologie ist sich der Macht des Unterbewusstseins bzw. der Gedanken bewusst. Das kann auch dazu dienen, die Freiheit des menschlichen Geistes einzuschränken und ihn zu binden. Angebote durch Philosophie, Weltanschauungen, Selbsterkenntnismöglichkeiten können diesbezüglich weitere Gefahren sein. Dies hat auch mit geistlichem Gebundensein an Macht- und Interessengruppen zu tun. So möchte ich nun zu der Frage kommen:
2. Wie sieht es bei Christen, die die Bibel als Gottes Wort betrachten, mit der Freiheit in ihrem Glauben aus?

Konservative Christen neigen dazu, in der christlichen Freiheit eine Gefahr zu sehen. Um sicherzugehen, dass sie Gott gefallen, orientieren sie sich gerne an Gesetzen und Vorschriften. Liberale, besonders freiheitlich orientierte Christen verteidigen die Eigenverantwortung und Freiheit als höchstes Gut. Sie sehen in jeder Form von Geboten und Ordnungen eine gefährliche Rückkehr zur Gesetzlichkeit. Leider erfahren wir oft, dass diese Gruppierungen nicht gerade biblisch - schriftgemäß miteinander umgehen. Häufige „Totschlagsargumente“ - z. B. „in welcher Sekte bist du; du bist gesetzlich; deine Bibelauslegung ist falsch“ - sind Waffen auf den geistlichen Schlachtfeldern. Man meint frei zu sein, zu denken, was man will. Sie werden meist durch die eigene Sichtweise und Erkenntnis oder durch die Lehre der eigenen Kirche oder Glaubensgemeinschaft gesteuert. Die Ermahnung des Herrn Jesus3, den Nächsten „mit ganzer Kraft und mit ganzem Denken zu lieben“ (Lk 10,27b), wird dann selten auf sich bezogen.
Die Bibel beschreibt schon am Anfang im Schöpfungsbericht, wie der Teufel, der Widersacher Gottes (Satan), die Menschen von der Freiheit, die sie in Gottes Willen haben, wegführen und an sich binden wollte – dies gelingt ihm bis heute. Er hat die Menschheit listig in sein Joch eingespannt, ja, er hält sie dort gefangen. Daher schauen wir nur auf unseren Lehrmeister Jesus Christus – Er sagte:Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen“ (Mt 11,29).

Christus sprach von Seinem Joch im Dienst für das Himmelreich – im Dienst Seines und unseres himmlischen Vaters. Für das damalige Verständnis benutzte ER ein Bild aus der Landwirtschaft, wo zwei Tiere vor einen Pflug oder Wagen für die gemeinsame Arbeit gespannt wurden. Dies warSeine Freiheit- fest verbunden freiwillig gebunden an den Willen des Vaters. Joh 5,19 Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn.

ER schaute nicht auf das Eigene, sondern erniedrigte sich selbst und ward in allem gehorsam bis zum Tod am Kreuz, und so sollen wir IHM nachfolgen (Phil. 2,1-8). Nicht unbeachtet sollten wir auch die Aussage in Vers 9 lassen: Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist. Für uns steht in Offb. 2,17 geschrieben dass wir auf die Mahnung des Heiligen Geistes hören und IHM gehorsam sein sollen, dann werden auch wir einen neuen Namen erhalten, den niemand kennt außer dem, der ihn empfängt.

Dies wird aber nur geschehen, wenn wir auch Jes 55,8-9 beachten - dort steht: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht JHWH sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“

Fest verbunden mit unserem Herrn und unserem Vater im Himmel gehen wir mit IHM Seinen Weg - dies schließt jede Freiheit außerhalb von IHM aus. Dies hieße ja, sich aus SEINEM „Joch“, das uns in SEINER Lebensspur hält, selber auszuspannen.

Jesu Nachfolger sind Repräsentanten Gottes – egal wohin sie gehen. Sie denken, reden und handeln für IHN nach SEINEM Willen. Diese Freiheitsgrenze überschreiten sie nicht. Sie gehören IHM und erkennen IHN als ihren Herrn und Gebieter an.

Damit wir die Freiheit in Christus besser verstehen können, wollen wir uns zuerst einmal in der Bibel die Begriffe Sünde, Gesetz und Heiligung etwas näher ansehen. Denn das Verständnis darüber ist bei vielen Christen in den Hintergrund geraten bzw. wird oberflächlich oder tolerant behandelt.

Dies widerspricht aber dem Wort Gottes, dem zweischneidigen Schwert, das „scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens“ (Hebr 4,12).

3. Was schreibt die Bibel über Sünde? Der Begriff Sünde wird nicht nur bei Christen, sondern auch in den verschiedenen Religionen unterschiedlich bewertet. Menschen, für die die Bibel Gottes Wort ist, ist dieses natürlich unumstritten der einzige Maßstab. Nachfolgend einige biblische Inhalte dazu. Schon vor der schriftlichen Gesetzgebung am Berg Sinai für das Volk Israel war die Sünde in der Welt (1. Mo 2,17; 1. Mo 4,1-8; Röm 5,13). Erst Mose erhielt die Tafeln der 10 Gebote (2. Mo 24,12; 25,16-22) als Zeugnis und das Buch des Gesetzes als Zeuge (5. Mo 31,24+26). Die Tafeln wurden in die Bundeslade und das Gesetzbuch neben die Bundeslade zum Zeugnis gelegt. Der Apostel Paulus schrieb zu der Situation vor der Gesetzgebung am Berg Sinai in Röm 4,15 dazu: „Das Gesetz bewirkt nämlich Zorn; denn wo kein Gesetz ist, da ist auch keine Übertretung“. »Übertretung« bedeutet die Verletzung eines bekannten Gesetzes. Paulus sagt hier nicht, dass es dort, wo es kein schriftliches Gesetz gibt, keine Sünde gibt. Eine Tat kann an sich böse sein, auch wenn es kein (schriftliches) Gesetz dagegen gibt4.

Als das Volk Israel am Berg Sinai das Gesetz Gottes bekam, kam durch das Gesetz Erkenntnis der Sünde (Röm 3,20; 7,7). Danach musste jeder, der einen anderen absichtlich tötete, unbedingt getötet werden (3. Mo 24,17).

Das Gesetz muss also erfüllt werden (Mt 5,17), jedoch gibt das Gesetz nicht die Fähigkeit zum Gehorsam. Dies erfordert freiwilligen Gehorsam unter Gottes Willen (5. Mo 11,26-28). Schon die ersten Menschen und später das auserwählte Volk Gottes erfuhren bitter: Sünde trennt von Gott (Psalm 51,11-13; Jes 59,2). So entschloss sich Gott, der Allmächtige in SEINER „ewigen Gnade sich über die Menschheit zu erbarmen“ (Jes 54,8). Und SEINE heilbringende Gnade ist in SEINEM eingeborenen Sohn Jesus dem Christus erschienen (Tit 2,11).

Gottes Gesetz ist ein geistliches Gesetz (Ps 119,160; Röm 7,14). So dienen wir dem Sohn Gottes, dem wir unser Leben übergeben haben, mit unserer geistlichen Gesinnung dem Gesetz Gottes (Röm 7,25). Und dieses Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat uns frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes (Röm 8,2).

Wenn wir in Christus (das Wort) leben und bleiben (Joh 15, 4-6), reinigen wir uns, gleichwie ER auch rein ist (1.Joh 3,2-5) und halten Seine Gebote (1.Joh 2,3-5; 5. Mo 30,19; 5. Mo 32, 47). Wir weichen nicht davon zur Rechten oder zur Linken, damit wir weise handeln (nach Josua 1,7).

Wenn wir in Seinem Licht wandeln, reinigt uns Sein Blut (1. Joh 1,7). Darum sollen wir in Seinem Gesetz des Geistes leben und nicht sündigen. Und wenn jemand dann - nicht bewusst - „sündigt und seine Sünden bekennt, so hat er einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten“ – ER ist unser Sühnopfer (1. Joh 1,9; 2,1). Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns (1. Joh 1,10).

Wie der Herr Jesus sagte, ist ER nicht gekommen, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen, sondern zu erfüllen! (Mt 5,17). Paulus schreibt dazu in Galater 6,2, dass wir das Gesetz des Christus erfüllen sollen. Siehe auch Röm 3,31.

Jetzt sollten wir aufmerken! – Es geht um unser ewiges Leben im Reich Gottes: Das Gesetz des Christus schließt alle Gebote des Herrn Jesus5 für sein Volk ein – darin sind das Gesetz und die Propheten enthalten. Daher dürfen wir Gottes Wort nicht eigenmächtig auslegendie Bibel legt sich selber aus, und alle Schrift ist vom Heiligen Geist eingegeben (2. Petr 1,20-21). Darum empfangen, alle die Gottes Wort lehren, ein strengeres Urteil (Jak 3,1). Das sollten alle berücksichtigen, die meinen, Gottes Wort auslegen zu müssen oder zu können, ohne in allem Gottes geistliches Gesetz zu berücksichtigen.

Christus hat die Gemeinde als SEINEN Leib auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten und nicht nach unseren eigenen Gedanken und Lüsten (2. Petr. 3,1-3). Beachten wir bei allem, was wir sagen und tun, dass unser Herr und Haupt (Eph 1,10; 5,23b) mitten unter den Gemeinden wandelt (Offb 2+3) – da bestimmt nur ER, also Gottes Wort (Joh 1,14).

Da Christus das Gesetz erfüllt, gibt ER uns auch durch Seinen Geist (Röm 8,9b) und Seine Liebe die Kraft zum Gehorsam, Seine Gebote und Anweisungen zu halten. Unser Gehorsam ist unsere Liebe zu IHM.

So ist Christus das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt (Röm 10,4; Röm 13,10) – aber nur in Ihm ist die Erfüllung des Gesetzes.

Prüfen wir uns ernsthaft, ob wir wirklich in IHM sind, denn wir wissen nicht, wie viel Zeit wir noch dazu haben. Aber täuschen wir uns nicht: in Christus zu sein, bedeutet, allein Gottes Willen zu tun (Mt 6,10b) – Seine Gebote zu halten, um ins ewige Leben einzugehen (Mt 19,17b).

Gottes Wille steht in der ganzen Bibel - Altes und Neues Testament (Propheten – [incl. Mose – 5. Mo 34,10] und Apostel).

Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit (2. Tim 3,16). Nur dort finden wir alles, was uns zur Heiligung dient.

4. Was schreibt die Bibel über Heiligung? Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer ganzes [Wesen], der Geist, die Seele und der Leib, möge untadelig bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus! (1Thess 5,23). Unser ganzes Wesen soll durch das Wirken von Gottes Geist geheiligt werden; denn unser Gott ist heilig (1Petr 1,15).

Heiligung bedeutet totale Absonderung – geweiht für Gott, den Vater. - Wir leben, wie Christus lebte. ER tat nur den Willen des Vaters (Joh 5,19, Eph 2,10). - Wir sind in allem mit Christus gekreuzigt, und ER lebt in uns (Gal 2,20). Dadurch sind wir Söhne, Kinder des Lichts und haben nicht teil an den Werken der Finsternis (1. Thes 5,5; Eph 5,8) und meiden alles, was nicht im Licht von Gottes Wort bestehen kann. Als heiliger Tempel (Eph 2,21; 1Kor 6,19) heiligen wir Gott den Vater (1.Petr. 3,15; 5Mo 32,51b).

Die Priester aus dem Stamm Levi dienten in der Stiftshütte an dem Abbild des Himmlischen (Hebr 8,5) und taten nur, was JHWH ihnen gebot. Kein „fremdes Feuer“ durfte dort hinein, dies bedeutete den Tod (3. Mose 10,1-2). Über Levi steht in Maleachi 2,5-7 geschrieben: Mein Bund mit ihm war Leben und Friede, und ich verlieh ihm beides, damit er [mich] fürchtete, und er fürchtete mich auch und hatte Ehrfurcht vor meinem Namen. Das Gesetz der Wahrheit war in seinem Mund, und nichts Verkehrtes wurde auf seinen Lippen gefunden; er wandelte mit mir in Frieden und Aufrichtigkeit, und viele brachte er zur Umkehr von der Missetat. Denn die Lippen des Priesters sollen die Erkenntnis bewahren, und aus seinem Mund soll man das Gesetz erfragen; denn er ist ein Bote JHWHs der Heerscharen. Gehorsam zeichnete Levi und die Priester für den Dienst am irdischen Heiligtum aus. Die Priester in der Stiftshütte und im Tempel sollten sich heiligen, um sich JHWH nahen zu können (2. Mo 19,22).

Als heiliges königliches Priestertum dienen wir nicht an dem Abbild, sondern am himmlischen Heiligtum (Eph 2,6; 1. Petr 2,9). Ist uns dies stets bewusst?

Unser Leib ist der Tempel des Heiligen Geistes, den wir von Gott empfangen haben, und so gehören wir uns nicht mehr selbst! ( 1. Kor 6,19). Neutestamentlich können wir sagen: wir sind „die Leviten“ – ausgesondert, Gott zu dienen. Darum ist dies für uns, auf die das Ende der Weltzeiten gekommen ist, zur Warnung (1. Kor 10,11a), Belehrung und Zurechtweisung (2. Tim 3,16) geschrieben, damit es Einsicht und Umkehr bei uns bewirkt. An der Mehrzahl des auserwählten Volkes Israel hatte Gott kein Wohlgefallen (1Kor 10,5a) – dies soll uns eine Warnung sein.

Der Herr Jesus hat für uns gelitten, um dies alles zu erfüllen und uns ein Vorbild zu hinterlassen. Wir sollten im wahrsten Sinne des Wortes genau in Seinen Fußstapfen wandeln (1. Petr. 2,21), damit wir unser Ziel erreichen. Nur denen, die dem Herrn Jesus gehorchen, wird ER der Urheber des ewigen Heils sein (Hebr 5,9).

Heilig sollte unsere ganze Lebensweise sein, dann erkennen wir klarer den Unterschied zwischen Heiligem und Unheiligem, und zwischen Reinem und Unreinem (Hes 44,23). Geben wir unserem Herrn unseren Leib als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer hin!(Röm 12,1a). Dann erst leben wir wahrhaft in Jesu Gerechtigkeit. Jedoch hat jeder es dauernd nötig, sich durch SEIN Blut reinigen zu lassen (1. Joh 1,9), denn wir haben sozusagen noch undichte Stellen in unserem „Fleisch“, z. B. unsere Gedanken (Hebr 4,12b), wodurch der Schmutz der Sünde in uns kommt. Diese Öffnung im Tempel des Heiligen Geistes muss man fest verschließen. Dies kann bedeuten, dass man sich von liebgewonnenen Dingen, gewohnheitsmäßigen Haltungen, weltlichem Ansehen, religiösen Traditionen, oder sogar von Menschen trennen muss, wenn sie zur Sünde verleiten.

Wir sollten daher demütig bitten: „Herr, zeige mir bitte, wo meine Heiligkeit nicht Deinen Maßstäben entspricht“ - sonst nützt unsere Entscheidung zur Nachfolge nichts.

Im AT finden wir auch Vorbilder, die diesbezüglich umkehrten und Buße taten - z. B. der König Josia von Juda. Alles, was JHWH nicht geboten hatte und IHM Unehre brachte, vernichtete er rigoros. So heiligte er das Haus JHWHs, seines Gottes, und wich nicht davon ab, weder zur Rechten noch zur Linken (2. Chr 34,1-33ff).

Welch ein Vorbild auch für uns, die wir das heilige königliche Priestertum und der Tempel des Geistes Gottes sind (1. Kor 3,16).

5. Was schreibt die Bibel weiter über die Freiheit in Christus? Die Elberfelder Studienbibel6 mit sprachlichem Schlüssel erklärt das griechische Wort für Freiheit „aphesis“ wie folgt: die Entlassung (aus der Gefangenschaft); der Erlass (einer Verbindlichkeit, Schuld / Strafe); die Vergebung der Sünden (Mt26,28). Paulus schrieb an die Galater 5,1+4: „So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen!“ Das Joch der Knechtschaft bedeutet hier, gebunden zu sein an die Fremdherrschaft des Buchstabens und eigene Kraft aufwenden. Als Zeichen der kommenden Fremdherrschaft Babylons trug der Prophet Jeremia öffentlich ein Joch (Jer 27,1-11).

Hier – wie in Galater 2,3-5; 2,15-21: Apg. 15,1-31 - geht es darum: wenn wir mit Jesus Christus gestorben sind, sind wir vom Gesetz frei geworden und dienen Gott, dem Vater im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabens. Vom Gesetz frei zu sein, bedeutet aber nicht, dass die Propheten und das Gesetz Gottes aufgelöst sind, sondern der Herr Jesus kam ja, um sie zu erfüllen (Mt 5,17). Denn „bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist“ (Mt 5,18).

Das Gesetz muss also erfüllt werden (Mt 5,17), jedoch macht es nicht fähig zum Gehorsam. Nur in und durch Christus erfüllen wir das ewige Gesetz Gottes. Wir leben dann, wie Er lebte (Lk 4,18). Dann haben wir in IHM die Freiheit,

  • den Armen frohe Botschaft verkünden;

  • zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind;

  • den Gefangenen Befreiung zu verkünden und

  • den Blinden, dass sie wieder sehend werden;

  • Zerschlagene in Freiheit zu setzen.

Wir verkünden an Seiner Statt die Botschaft, dass der Mensch ohne Gehorsam in Christus gegenüber dem Gesetz Gottes Gefangener der Sünde bleiben und dadurch dem ewigen Tod unterworfen sein wird.

Es geht bei dem Thema „Freiheit in Christus“ nicht um Gewissensfragen und das Richten, ob wir z. B. Opferfleisch essen dürfen (Röm 14,1ff; 1. Kor 8,1-13). Auch geht es nicht um die Frage, wie Paulus in der Verkündigung dem Jude ein Jude, und dem Griechen ein Grieche“ zu sein (1. Kor 9,19-23), und ob er dabei Gottes ewige geistlichen Gesetze außer acht gelassen hatte. Nein – Paulus hätte niemals wichtige Schriftprinzipien außer Kraft gesetzt, wie manche es auslegen.

Er schrieb sogar, dass der, welcher ein anderes Evangelium verkündete, verflucht sei! (Gal 1,8). Das sollten wir sehr ernst nehmen.

Wenn wir durch die Gnade Gottes in Christus sind – SEIN Leib sind, bedeutet die Freiheit in IHM, auch in SEINEM Glaubensgehorsam zu leben (Röm 1,5; 16,26). Nur in IHM können wir die Freiheit von dem Joch der Knechtschaft der Sünde erhalten (Gal 5,1) - den Erlass der Strafe, welche SEIN Gesetz für Sünde fordert7.

Wir leben noch in dieser Welt (Joh 17,11.18), und die falsch verstandene Freiheit in Christus birgt die Gefahr vom rechten Weg „ein wenig“ abzuweichen und teilweise wieder in alte sündige Lebensweise zu geraten – „der Weg ist breit, der ins Verderben führt“ (Mt 7,13b). Dies hat den Zorn Gottes zur Folge (Eph 5,6).

Der kluge Umgang mit der Freiheit in Christus ist ausschlaggebend für die Tauglichkeit im Himmelreich als „Leibeigene“ unseres Herrn Jesus (Tit 2,14) - als SEINE neue Schöpfung (2. Kor 5,17), IHM zu dienen. Wir tun nur, was unser Haupt will8. Die Freiheit in Christus gibt das „Ich“, den eigenen Willen und alles Unbiblische mit „christlichem Anstrich“ ab (Mt 6,10; Gal 2,20).

Die Freiheit soll bewirken, dass wir alle christlichen Traditionen, die sich in unser Leben einge-schlichen haben oder durch Irrlehre eingeführt wurden (Mk 13,22; 2. Joh 9-11), aus unserem Leben entfernen, wenn sie nicht mit Gottes Wort übereinstimmen. Diese nichtbiblischen Traditionen weiter – wenn auch nur in geringem Umfang – zu praktizieren, ist widersprüchlich zu unserer Reue und Buße vor Gottes Gnadenthron. Jesus Christus tat nur was ER den Vater im Himmel tun sah (Joh 5,19; 5,30; Mk 3,35). Gal 6,7 Irrt euch nicht: Gott lässt sich nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten.

Jeder, der Gottes Ehre schmälert, hat „kein Erbteil im Reich des Christus und Gottes“ (Mt 7,21-22; Eph 5,5).

Wenn wir uns entscheiden, alles für Christus hinzugeben, dann werden wir den gleichen Widerstand erleben, den der Sohn Gottes hier auf Erden zu erdulden hatte. Das ist das Kreuz9 - ein Leben der Selbstverleugnung, der Demütigung, der Verfolgung (Joh 5,20), der Versuchung, des Widerspruchs und Spott der Sünder ertragen. Das ist die Wahrheit, die frei macht (Joh 8,32; 17,17).

Alle irdischen und religiösen Dinge halten uns dagegen in dieser Welt gefangen. Aber unser Herr Jesus starb, um diese Freiheit zu garantieren, und Er wird nicht zulassen, dass Menschen sie verhöhnen und sogar noch meinen, im Himmel Lohn zu empfangen. Nichts Unreines wird ins Himmelreich kommen (Offb 21,27).

6. Schlussfolgerungen zur Freiheit in Christus Die alte und sündige Natur in uns ist gegen Gott gerichtet. Sie hat niemals dem Gesetz Gottes gehorcht, noch wird sie es jemals tun. Das ist der Grund, warum die, welche noch – wenn auch nur zeitweise - unter der Kontrolle ihrer alten sündigen Natur stehen, niemals Gott gefallen können (Römer 8,7-8).

Die Freiheit in Christus kann niemals so gedeutet werden, dass wir Gottes Wort nach eigenem Gutdünken interpretieren dürfen. Wenn Christen von der „Freiheit“ leichtfertig reden, besteht die große Gefahr zu meinen: 'wenn Christus die Forderungen des Gesetzes erfüllt hat, dann bin ich doch frei vom Gesetz. Nichts zwingt mich mehr, den Gesetzesforderungen nachzukommen. ER hat mich doch gerade deshalb begnadigt, weil ich das Gesetz unmöglich einhalten kann'. Bei diesen Aussagen berücksichtigen wir aber keineswegs, dass die Freiheit in Christus noch weit über den herrlichen ausgesonderten Dienst der Priester unter dem Gesetz des Alten Bundes (2. Kor 3,7-10) hinaus geht, und eine noch weitaus höhere Verantwortung für die Repräsentanten des Reiches Gottes ist.

Das Volk Israel rief einmütig am Berg Sinai: Alles, was JHWH gesagt hat, wollen wir tun (2. Mo 19,8). Sie hielten aber ihr Versprechen nicht! (2. Mo 32,8) und wir?

Wir sollten von den treuen Männern Gottes im AT lernen. Eine der letzten Worte Davids waren: Der Geist JHWHs hat durch mich geredet, und sein Wort war auf meiner Zunge (2. Sam 23,2).

Wir verstehen: wenn wir Gottes Wort kennen, dürfen wir nichts davon wegnehmen, nicht darüber hinausgehen und nichts davon unterlassen10. Das könnte sonst in die Nähe von bewusstem Sündigen gerückt werden, dann bliebe kein Opfer mehr für unsere Sünden übrig (Hebr 10,26). Wir hätten uns selbst von den Wohltaten und Verheißungen Gottes abgeschnitten.

Die Freiheit in Christus schließt Eigenwünsche (Gal 5,13) und eigene Gedanken (Jes 55,8-9) aus. Wir sollten Nachahmer Gottes (Eph 5,1) und des Apostels Paulus werden (Phil 3,17). Er sagte: „ Ja, wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne (Phil 3,8), … Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn (Phil 1,21). Für die Freiheit in Christus war ihm alles, auch sein früheres religiöses Leben, wie Dreck geworden. Er starb sinngemäß mit seinem Herrn und Heiland am Kreuz und wurde SEIN Eigentum – an IHN gebunden in Ewigkeit.

Ja – wir sind frei - frei vom Schuldspruch des Gesetzes; frei von allen Forderungen des Gesetzes; frei von der Macht der Sünde und Satans. Wir werden gerecht gesprochen, wenn wir tun, was unser Herr, Haupt, Hirte, Heiland, Fürsprecher (1. Joh 2,1) und Hoherpriester (Hebr 9,11) sagte: „Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, die sind mir Bruder und Schwester11.

Wir können durch die Gnade Gottes im Sohn SEINES Wohlgefallens (Mk 1,11) - Jesus Christus - die Freiheit von aller Sündenschuld und deren Folgen erlangen.

Der Sinn deines Lebens ist:

  • dass du IHM und unserem Gott und Vater in allem wohl gefällst (2. Kor 5,9)

  • IHN liebst mit deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele und deiner ganzen Kraft (Mk 12,30; 5. Mo 6,5; 11,1).

Niemand kann ein Sohn12 (Kind) Gottes sein, wenn er nicht die Fülle der Gottheit durch Jesus Christus in sich wohnen lässt (Kol 2,9), damit allein der Wille Gottes, des Vaters (Mt 6,10) geschieht.

Mt 7,21 Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.

In SEINEM Geist wandeln zu dürfen - das ist die Freiheit in Christus, die jeglichen menschlichen Eigenwillen ausschließt.

1 Die Bibelstellen und eingefügter Text sind in Kursivschrift.
2 Artikel 2 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland
3 Der Name Jesus Christus ist die lateinische Umschrift von griechisch Ιησούς Χριστός, Aussprache und Betonung: Iesús Christós, ɪɛˈsʊs xrɪsˈtɔs, Jesus, der Gesalbte (aus wikipedia.org /wiki / Jesus Christus). Gottes Sohn war Hebräer und Sein Name wird im Hebräischen (Kurz-oder Langform, je nach Auslegung) Jahschua oder Jahuschuah, (westaramäisch?) Jeschuah, („JHWH ist Rettung“) gesprochen. Er, der den Namen des Vater (JHWH) in sich trägt (2.Mose 23,21; Joh. 14,9; 1.Kor. 10,4; Kol 2,9)
4 CLeVer Bibelprogramm, Kommentar W. MacDonald, zu Röm 4,15
5 Joh 13,34; 15,12; Jak 4,17; Eph 2,10
6 Schlüssel 851 Elberfelder Studienbibel mit sprachlichem Schlüssel
7 1. Kor 15,56; Röm 6,23
8 Eph 1,10; Kol 1,18
9 Lk 14,33; 14,27
10 2Thes 1,7b-8; Offb 22,18 -19; 5Mo 4,2; Spr 30,6; Mt 5,18; Joh 10,35b; 2Petr 1,19-21; 2Petr 2,1-2; Gal 1,6-8; 2Tim 3,16; Jes 55,11; 2Jo 1,9
11 Mt 7,21; 12,50
12 Gal 3,26; 4,6 – wir sind Söhne, weil wir SEIN Leib sind (Röm 12,5)
   
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