Ausblick auf die Zukunft der Gemeinde (griech. ekklesia = Versammlung)

Das Buch der Offenbarung1 ist ein prophetisches Buch für alle Herausgerufenen aus dieser Welt (Joh 15,19; 17,14; 1. Kor 2,12). Am Anfang lesen wir:

Offb 1,1a Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, um seinen Knechten2 zu zeigen, was rasch geschehen soll; und er hat sie bekannt gemacht und durch seinen Engel seinem Knecht Johannes gesandt,

Das Wort der Offenbarung Kapitel 2 und 3 ging an 7 Gemeinden in Asia, die Bestandteil des Leibes Christi sind. Ihr Mittelpunkt ist der Herr Jesus alleine: Er wandelt inmitten der sieben goldenen Leuchter (Offb 2,1), und dies bleibt bis ans Ende der Weltzeit. (Mt 28,20). Lob, Preis und Ehre sei Dir, HErr - Halleluja

Die Botschaften an die 7 Gemeinden gelten für alle Gemeinden bis zur Zeit des Endes – bis unser HErr in den Wolken wiederkommen wird (Offb 1,7). Denn: „Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit!“ 3

Diese Botschaften decken - wenn wir sie etwas genauer betrachten – das oft unmerkliche Abweichen einiger Gemeinden vom göttlichen Weg auf. Der damit beginnende geistliche Verfall lässt sich nur aufhalten, wenn die Ermahnungen Jesu Christi von allen in der Gemeinde oder dem treuen Überrest der Gläubigen sehr ernst genommen wird.

Wie wir in dem Thema „Gottes Gesetz der Liebe“ lesen können, hatte der Apostel Petrus von unserem Herrn Jesus die Aufgabe erhalten, die Lämmer und Schafe Seiner Herde zu weiden (Joh 21,14-19). Darum schrieb er an die zukünftigen Verantwortlichen der Gemeinden oder Versammlungen: 1. Petr 5,2 Hütet die Herde Gottes bei euch, indem ihr nicht gezwungen, sondern freiwillig Aufsicht übt, nicht nach schändlichem Gewinn strebend, sondern mit Hingabe,

Er hatte immer die Mahnung des Heiligen Geistes (2. Petr. 1,21) im Sinn: 1. Petr 4,17a Denn die Zeit ist da, dass das Gericht beginnt beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, ...

Daher wollen wir heute auch in Demut bereit sein, uns - wie es hoffentlich auch die Gemeinden aller Zeitalter taten - von unserem Herrn Jesus bewerten zu lassen. Dies geschieht aber nur durch IHN - durch SEIN Wort. Denn: Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit“ (2. Tim 3,16).

Betrachten wir dazu nun im Vergleich die Sendschreiben an die 7 Gemeinden.


Übersicht der sieben Sendschreiben in der Offenbarung (Offb. 2,1-3,22) in gekürzter Fassung




Christus

Lob

Tadel

Ermahnung

Verheißung

Für uns

Ephe-sus

2,1-7

Jesus hält die sieben Sterne in Seiner Rechten, wandelt in-mitten der

7 goldenen Leuchter.

Werke, Mühen, Ausharren; kann Böses nicht ertragen; erkennt falsche Propheten; hasst die Werke der Nikolaiten; wird nicht müde im Dienst Seiner Nachfolge.

Hat die erste

Liebe verlassen.

Denke daran: tue Buße, tue die ersten Werke, sonst werde ich deinen Leuchter von seiner Stelle wegstoßen.

Wer über-windet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der in der Mitte des Paradieses Gottes ist.

Hinwenden zum selbstlosen Wandel - zur tieferen Be-ziehung und Liebe zu IHM. Stets daran denken, was ich mit der Taufe bezeugt habe (1.Petr. 3,21).

Smyrna

2,8-11

Der Erste und Letzte, der tot

war und ist lebendig geworden.

Erträgt Bedrängnis / Drangsal, Armut und Lästerung.

Kein Tadel - sie waren arm, usw., doch von ihren geistlichen Gütern her

waren sie „reich“.

Fürchte dich vor nichts. Sei getreu bis in den Tod.

So wirst du die Krone des (ewigen) Lebens er- halten. (Offb. 20,6; 22,1-2)

Leiden stärkt unseren Charakter ( 2.Kor 12,7). Führt zu Gehorsam (Hebr 5,8). Bewirkt Zeugnisgeben und bringt Frucht.

Perga-

mon

2,12-17

Hat das scharfe zweischnei-dige Schwert.

Hält an Christi Namen fest: hat den Glauben nicht verleugnet.

Hat Gemeinde-mitglieder, die

an der Lehre Bileams und der Nikolaiten (Volksbeherr-scher) festhalten.

Tue Buße – Reue zeigen, Sinnesän-derung, Her-zensumkehr

zu Gottes Geboten.

Wer überwin-det erhält das verborgene Manna (J.Ch.) und weißen Stein mit seinem neuen Namen.

Über den eigenen Weg nachdenken, ob ich in allem gehorsam bin; ob wir noch weltliche oder heidnische Kompromisse dulden.

Thya-tira

2,18-29

ER hat Au-gen wie Feuer-flammen und Füße wie glüh-endes Erz.

Wachstum an Werken;

Liebe, Glaube , Vertrauen, Dienst, Geduld, Ausharren.

Duldet Isebel , die falsche Pro-phetin, die zu Götzendienst und Unzucht verführt.

Tue Buße und halte fest, was du hast.

Wer überwin-det, wird Voll- macht über die Heiden haben u. den Morgenstern erhalten - J. Chr.

(Offb. 22,16).

Keine Verehrung von sichtbaren und rituellen Dingen. Das prophetische Wort, die Bibel, achten, bis J. Chr. wieder-kommt.

Sardes

3,1-6

Hat die sieben Geister Gottes

und die sieben Sterne.

Einige wenige haben unbefleckte Kleider.

Hat zwar den „christlichen Namen“ oder „Anstrich“, aber ist im Sinne von Gottes Wort „tot“. Die Werke sind unvollendet

Werde wach und stärke das Übrige, das noch lebt. Tue Buße, denke an das Emp-fangene, halte daran fest.

Wer über-windet, wird mit weißen Kleidern angetan. Sein Name wird v. J. Chr. vor dem Vater und den Engeln bekannt.

Überwinder werden vom „Namenschristen“ zu eifrigem Täter des Wortes Gottes (Jak 1,22). Seinen Willen tun (Eph 2,10; Joh 5,19).

Phila-delphia

3,7-13

Der Heilige und Wahr-haftige, der den Schlüssel Davids hat.

Hat Werke und Christi Wort vom standhaften Ausharren, und hat Seinen Namen bewahrt.

Keinen Tadel, da sie Jesu De-mut haben. Sie erkennen ihre Schwächen und überwinden sie.

Halte fest, was du hast.

Bewahren vor der Versuchung, Säule im Tempel Gottes. Erhält einen neuen Namen

Lernen wir von David und J. Chr. (Mt 11,29; Jak 3,13). Ausschließ- lich in Gottes Wort bleiben (Eph 2,10)

Laodi-zea

3,14-22

Der Treue und Wahr-haftige, der Ursprung der Schöpfung

Kein Lob

Sie war weder kalt noch warm; elend, erbärmlich, arm, blind und entblößt.

Kaufe v. J. Chr. geläuter-tes Gold, weiße Kleider, Augensalbe. Tue eifrig Buße.

Wer überwindet, wird mit Jesus Christus das Mahl nehmen und mit IHM herrschen.

Überwinden wir unsere Selbstzu-friedenheit. Wer-den wir brennend im Geist für Gottes Willen.



Fassen wir die Tadel an die 5 Gemeinden kurz zusammen:

  • Sie hatten die erste Liebe verlassen, für die man alles freiwillig geopfert hatte.

  • Geld spielte eine nicht unwichtige Rolle (Bileam).

  • Sie hielten an Teilen religiöser heidnischer und an weltlichen Traditionen fest.

  • Sie verließen sich, ohne die Schrift zu prüfen, auf die „Lehrer“.4

  • Falsche Lehrer / Lehren wurden geduldet. Biblische Aussagen wurden aufgeweicht oder nach eigener Meinung ausgelegt.

  • Sie hatten einen Ruf als christliche Gemeinde, doch ihr „Leben“ bestand größtenteils aus festgelegter Routine - ohne „brennend“ im Geist zu sein.

  • die Gemeinde war den Anweisungen Gottes gegenüber lau geworden.

Auffallend ist, dass unser HErr zu der Gemeinde in Ephesus von den „Werken“ der Nikolaiten (Offb 2,6), und in Pergamon von der „Lehre“ der Nikolaiten (Offb 2,15) sprach. Erst ist es eine Praxis in der Gemeinde, von der man nicht lassen will, und später entwickelt man dann daraus eine Lehre oder Tradition, die dann diese Werke wieder rechtfertigt. Eine Tragik, aus der häufig Irrlehren entstehen.

Ohne uns festzulegen, ob diese Sendschreiben nur für die damaligen Gemeinden galten, können wir feststellen, dass hier Entwicklungsstadien in der Kirchen- oder Gemeindegeschichte zu erkennen sind. Wenn wir dies nur nach der Bibel beurteilen, können wir schon erkennen, dass der große Drache, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan (1), der den ganzen Erdkreis (2) verführt; (Offb 12,9)5, daran Anteil hat. Seit dem Paradies hört er nicht auf, Gottes Anweisungen listig zu hinterfragen: „Sollte Gott wirklich gesagt haben“?

Achten wir daher darauf, gemäß unserer Berufung und Auserwählung würdig zu leben! Der Apostel Paulus ermahnte deshalb die Geschwister: 1. Kor 11,31-32 Denn wenn wir uns selbst richteten, würden wir nicht gerichtet werden; wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir vom Herrn gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verurteilt werden.

Von unserem Herrn Jesus wissen wir, dass ER der Richter unserer Gedanken und der Gesinnungen unseres Herzens ist (Hebr 4,12 - 13). ER hat Augen wie Feuerflammen und aus Seinem Mund geht ein zweischneidiges Schwert, das alles durchdringt (Offb 1,12-15). Alles ist enthüllt und aufgedeckt vor Seinen Augen, und IHM müssen wir Rechenschaft für uns persönlich und für unser Gemeindeleben geben.


Die Botschaft und Ermahnung an alle Gemeinden und auch an uns heute heißt: Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!


Wie kann ich wirklich hören, was der Heilige Geist uns sagt? Eine Möglichkeit vermittelt uns David. Er ist „ein Schlüssel“, wie unser Herr Jesus der Gemeinde zu Philadelphia verkünden ließ (Offb. 3,7). Philadelphia war diejenige neben der Gemeinde zu Smyrna, die von IHM keinen Tadel erhielt.

Schauen wir uns daher kurz die Inhalte von Davids Aussprüchen in den Psalmen an. Er sann über JHWHs Befehle, Gesetze, Gebote, Seine Pfade, Zeugnisse und Anweisungen nach. Dies tat er tagsüber und in den wachen Nachtstunden6.


Welch ein Vorbild für uns. Alle, die den Herrn Jesus lieben, werden sicher auch Davids Worte lieben. Und diese Liebe äußert sich im Nachsinnen über die Bibel, sooft wir Gelegenheit dazu haben – am Tag, und wenn man in der Nacht wach wird. Man denke darüber nach und lasse sich von Gottes Wort bewegen und preise IHN für die Erkenntnisse und Weisheit, die ER schenkt. In solchen Augenblicken des Nachsinnens entdecken wir immer mehr das Wesen und den Willen Gottes, des Allmächtigen – unseres Vaters im Himmel, und wie ER uns formen will (Jes 64,7).

Nach Lob und Tadel, Ermahnungen und Verheißungen an die Gemeinden, erhielt Johannes die Gnade, im Himmel zu schauen, was nach diesem geschehen muss.

Er befand sich im Geiste im Himmel. Und Der auf dem Thron saß, war in seinem Aussehen einem Jaspis- und einem Sardisstein gleich; und ein Regenbogen war rings um den Thron; dieser glich in seinem Aussehen einem Smaragd. Und von dem Thron gingen Blitze und Donner und Stimmen aus, und sieben Feuerfackeln brannten vor dem Thron, welche die sieben Geister Gottes sind. Und er sah in der Mitte des Thrones vier lebendige Wesen voller Augen sowie 24 Älteste und ein Lamm, wie geschlachtet. Und das Lamm nahm das Buch aus der Rechten Dessen, der auf dem Thron saß. Die 24 Ältesten fielen nieder vor Dem, der auf dem Thron saß, und beten Den an, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie werfen ihre Kronen (Siegeskränze) vor dem Thron nieder und sprechen: „Würdig bist du, o Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen!“ (Offb Kap 4 und 5).

Durch Jesus Christus sind wir zu Königen und Priestern gemacht (Offb. 1,6; 5.10). Daher sollte es uns ein heiliges Ansinnen sein und uns ganz erfüllen, was die 24 Ältesten jubelnd IHM zuriefen: „Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob!“ (Offb 5,12).

Jedes Glied des Leibes Christi sollte deshalb gemäß seinen erhaltenen Gaben und Talenten sich im Dienst in der Reich-Gottes-Arbeit voller Freude einbringen. Da diese Gaben vom Heiligen Geist zugeteilt werden, dürfen sie nie über Gottes Wort hinausgehen, sondern müssen in allem dem Geist der Bibel entsprechen.

Wenn wir wirklich ein „neuer Mensch“ in Christus geworden sind (Joh 3,1-3; 1. Petr 1,3.23), existiert unser eigener Wille nicht mehr, sondern der Wille unseres Vaters im Himmel soll heute schon bei uns geschehen, wie es im Himmel geschieht (Mt 6,10).

1 Griechisch = apokalypsis = Enthüllung, Hinwegnahme der Hülle, Offenbarung von Verborgenem



2 Griechisch = doulos. Ein wiedergeborener Christ wird als Sklave; Knecht; Diener Christi bezeichnet, Röm 6,16; Röm 1,1; Mt 10,24f; Joh 15,20 - der Eigentum seines Herrn ist und zu seiner unumschränkten Verfügung steht, zu völligem Gehorsam verpflichtet (vgl. Mt 8,9) - Elberfelder Studienbibel mit sprachlichem Schlüssel



3 Hebr 13,8



4 Nikolaiten = Volksverderber, oder „Siegreicher des Volkes bzw. »Herrscher über die Laien“



5 (1) griech. diabolos = Verleumder, Verkläger (vgl. V. 10); hebr. Satan = Verkläger, Widersacher;

(2) griech. „oikoumene“ = Ökumene



6Ps 119,15.48.78.97.99.148 und Ps 143, 5 u. a. m
   
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