Das Haupt des menschlichen Standbildes (Dan 2,32.38) - das Babylonische Reich - war gefallen. Das medo-persische Reich, das durch die silberne Brust und silbernen Arme symbolisiert wurde,  folgte (Dan 2,32b und 39a).

 

Erläuterungen: Für „ HERR"[1] im AT steht im Urtext der Bibel der Gottesname „JHWH" - für „ich bin, der ich bin". Der hebräische Name für Jesus wird, wie es einige Ausleger beschreiben, Jahuehschua gesprochen. Erläuterungen dazu kann man unter den jeweiligen „Hochzahlen" finden. Im Bibeltext wollen wir um des besseren Verständnisses willen den lateinischen Namen „Jesus"[2] aber belassen. Kursiv geschriebene Texte wurden eingefügt. Bibelzitate wurden aus der Schlachter Bibel 2000 entnommen.

 

1) Einleitung:

Wir haben in Daniel Kapitel 1 erfahren, dass JHWH das Volk der Juden nach Babylon, in die Hochburg allen Götzenkultes, gefangen wegführen ließ. Dort offenbarte ER sich den  Königen, Weisen, Wahrsagern, Zeichendeutern als der „Höchste" - der wahre Gott. Sie konnten erkennen, dass ER alleine imstande ist, Geschichte im Voraus zu offenbaren und Herrscher ein- und abzusetzen. Doch schließlich wurde das Babylonische Reich[3] wegen seiner Greuel am Tempel (der Wohnstatt Gottes) erobert.

Jer 51,11-13   Schärft die Pfeile, fasst die Schilde! JHWH hat den Geist der Könige von Medien erweckt; denn sein Trachten ist gegen Babel gerichtet, um es zu verderben; denn das ist die Rache JHWHs, die Rache für seinen Tempel. Richtet das Kriegsbanner gegen die Mauern Babels auf, verstärkt die Bewachung, stellt Wächter auf, legt die Hinterhalte! Denn was JHWH sich vorgenommen hat, was er gegen die Bewohner von Babel geredet hat, das wird er auch tun. Die du an vielen Wassern wohnst und viele Schätze hast, dein Ende ist gekommen, das Maß deines Raubes [ist voll]!

 

Weist dieses Geschehen nicht auch prophetisch auf die Vernichtung des geistlichen Babylon und ihrer Greuel hin?

Offb 14,8+17,5           Und ein anderer Engel folgte ihm, der sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die große Stadt, weil sie mit dem Glutwein ihrer Unzucht alle Völker getränkt hat! ... und auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben: Geheimnis, Babylon, die Große, die Mutter der Huren und der Greuel der Erde.

Wie das frühere Weltreich Babylon weltweite Ehrung und Anbetung anderer „Götter", menschlicher Statuen, Bildnisse und Reliquien[4] veranlasste (Dan 3,3-6), so geschieht dies auch durch das endzeitliche weltweite religiöse System, das Verbindung zu allen Völkern hat. Es ist eine weltweite Abtrünnigkeit oder der Abfall vom alleinigen wahren Gott und Seinem Sohn, die allein angebetet werden sollen[5].

 

2) Hauptteil:

Dan 6,1-3   Und Darius, der Meder, empfing das Königreich, als er 62 Jahre alt war. Darius aber befand es für gut, 120 Satrapen über das Reich zu setzen, die im ganzen Reich [verteilt] sein sollten, und über diese drei Minister, von denen Daniel[6] einer war; diesen sollten jene Satrapen Rechenschaft ablegen, damit der König keinen Schaden erleide.

[7]Darius, der Sohn Ahasveros' (Dan 9,1), übernahm nach dem Tode Belsazars und der Eroberung Babylons durch die Armee des Kyrus[8] die Herrschaft über das Reich der Chaldäer. Er setzte für sein Herrschaftsgebiet 120 Satrapen[9] (wie schon Nebukadnezar - Dan 3,2) unter drei Fürsten ein. Daniel hatte unter Darius wieder ein hohes Amt erhalten. Es wird hier nicht erklärt, warum und wann dies geschah. Mögliche Gründe sind die im babylonischen Reich unter Nebukadnezar erhaltene Verantwortung, und dass seine menschlichen  Eigenschaften und Qualitäten auch Darius bekannt wurden. Daniel erhielt dieses hohe Amt, um den König in seiner großen Verantwortung zu unterstützen. Er diente nicht nur, weil das Gesetz forderte, sich der Obrigkeit unterzuordnen (Röm 13,1; Tit 3,1; 1Petr 2,13)[10], sondern weil ihn der Gehorsam zu JHWH, Seine Gerechtigkeit und Liebe ganz ausfüllten.

 

 

Dan 6,4      Da sich nun dieser Daniel vor allen Ministern und Satrapen auszeichnete, weil ein so vortrefflicher Geist in ihm war, so nahm sich der König vor, ihn über das ganze Reich zu setzen.

Obwohl Daniel in einem Land lebte, das sich nicht den Geboten Gottes, des Allmächtigen in Gehorsam unterordnete, konnte er gottesfürchtig leben (u. a. V 11). Daniel wusste aber, dass ihm ohne die Führung von Gottes Heiligem Geist nichts gelingen konnte

Sach 4,6b   Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist! spricht JHWH der Heerscharen.

Phil 2,13    denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.

 

Der „vortreffliche Geist" in ihm war die Führung durch Gottes Heiligen Geist, dem Daniel sich in allem unterordnete.  Wir können die Auswirkungen eines solchen geistgewirkten Lebens im Brief des Apostel Paulus an die Galater zusammenfassend erkennen:

Gal 5,22     Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.

Der König Darius erkannte dies wohl alles, und daher war es sein Wunsch, Daniel über das ganze Reich zu setzen. Das ist ein Bild für die zukünftige Herrlichkeit derer, die treu und im Gehorsam gegenüber Gottes Wort[11] - der Bibel - leben.

Jak 2,5 + Offb 21,7    Hört, meine geliebten Brüder: Hat nicht Gott die Armen[12] dieser Welt erwählt, dass sie reich im Glauben würden und Erben des Reiches, das er denen verheißen hat, die ihn lieben? ... Wer überwindet, der wird alles erben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

 

Prüfen wir uns also ernsthaft, ob die Frucht des Heiligen Geistes - die Christusähnlichkeit - unser Leben bestimmt.  Sie ist eine Frucht - ihre Charaktereigenschaften sind unauflöslich miteinander verbunden.

Joh 15,4     Bleibt in mir, und ich [bleibe] in euch! Gleichwie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.

Wenn wir die Frucht des Heiligen Geistes (Gal 5,22) nicht hervorbringen oder Teile dieser Frucht faulen und verkümmern, müssen wir dies demütig und ehrlichen Herzens bereuen und Gott täglich um Hilfe durch den Heiligen Geist bitten. Zuvor müssen wir aber aufrichtig Bilanz in unserem Leben ziehen - und sie nicht manipulieren . Unser Lebenskonto besteht auch aus „Soll und Haben", das wie jede Bilanz  an rechtliche Vorschriften gebunden ist - also an die Gebote und Gesetze in Gottes Wort, der Bibel. Auch wird in der wirtschaftlichen Bilanz von einer Bilanzwaage gesprochen[13].  Gottes Wort spricht:

Spr 16,11   Gerechte Waage und Waagschale kommen von JHWH, alle Gewichtsteine im Beutel sind sein Werk.

 

 

Dan 6,5      Da suchten die Minister und Satrapen eine Anklage gegen Daniel zu finden im Hinblick auf die Regierungsgeschäfte; aber sie konnten keine Schuld oder irgend etwas Nachteiliges finden, weil er treu war und keine Nachlässigkeit noch irgend ein Vergehen bei ihm gefunden werden konnte.

Es waren bestimmt etliche, die alles prüften, um Daniel Fehler, Ungereimtheiten, persönliche Vorteilnahme, nicht genaues Befolgen von Anweisungen usw. nachweisen wollten. Es ist unglaublich - sie fanden nichts. Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit oder Oberflächlichkeit waren ihm fremd. Er war gewissenhaft, gründlich, sorgfältig - in allem treu. Nichts, was ihm aufgetragen wurde, tat er halbherzig. Was für ein Vorbild ist er damit für uns in allen Lebensbereichen. Ja, auch unsere eigene Zuverlässigkeit im Werk unseres Herrn steht auf dem Prüfstand. Dies alles geht fürwahr nicht ohne unsere uneingeschränkte tägliche Hingabe an Gottes Wort - geleitet durch den Heiligen Geist. ER gibt die nötige tägliche Kraft und Hilfe (Joh 14,26; Eph 3,16). Nur die ununterbrochene tägliche Verbindung mit unserem Herrn und Heiland  Jahuehschua2 ermöglicht uns dies.

Jes 11,2      Und auf ihm wird ruhen der Geist JHWHs, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rats und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht JHWHs.

Joh 15,5b   denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.

Siehe dazu auch Offenbarung 3,15-22

 

 

Dan 6,6      Da sprachen jene Männer: Wir werden gegen diesen Daniel keinen Anklagegrund finden, es sei denn im Gesetz seines Gottes!

Daniel wird das Gesetz seines Gottes nicht im Verborgenen gehalten haben, sonst hätten sie darin ja keinen Anklagegrund suchen können. Dies gilt auch für uns:

Mt 5,14-16 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; so leuchtet es allen, die im Haus sind. So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Daniel stand als Minister im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Täuschen wir uns nicht - viele Menschen kennen auch heute Gottes Gebote und bewerten uns auch danach. Wir sollten uns ernsthaft fragen, ob die Menschen in unserem Lebensbereich unsere absolute Treue und Hingabe zu Gottes Wort  kennen und wahrnehmen oder passen wir uns der Welt so an, dass sie keinen  Unterschied merken.

 

 

Dan 6,7-9   Darauf bestürmten jene Fürsten und Satrapen den König und sprachen: König Darius, mögest du ewig leben! Sämtliche Minister des Königreichs, die Vorsteher und Satrapen, die Räte und die Statthalter erachten es für ratsam, dass eine königliche Verordnung aufgestellt und ein Verbot erlassen werde, wonach jeder, der innerhalb von 30 Tagen irgend eine Bitte an irgend einen Gott oder Menschen richtet, außer an dich allein, o König, in die Löwengrube geworfen werden soll. Nun, o König, erlasse das Gebot und unterschreibe das Edikt, das nicht abgeändert werden darf nach dem Gesetz der Meder und Perser, welches unwiderruflich ist!

Damit man Daniel anklagen konnte (V12-15), beschloss man, in listiger „Eintracht" auf den König einzuwirken, ein Gesetz zu erlassen, das Daniel in seiner Treue zu Gottes Wort nicht halten konnte. Es fällt auf, dass sie noch nicht einmal erklärten, warum dies „ratsam" sei. Auch eine Begründung für die Zeitgrenze von 30 Tagen nannten sie nicht. Spätestens die Forderung, bei Nichtbeachtung dieser Verordnung die Todesstrafe in der Löwengrube zu vollstrecken, hätte beim König Misstrauen erwecken müssen. Weil sie ihn so „bestürmten", fiel ihm scheinbar auch nicht auf, dass Daniel nicht anwesend war (Dan 6,11). Um ihrer diffusen unbegründeten Forderung Nachdruck zu verleihen, versuchten sie, den König in eine verhängnisvolle Eitelkeit zu leiten, damit er ihre List nicht erkannte. Auch verbanden sie diese Verordnung mit dem Gesetz der Meder und Perser, die selbst der König Darius nicht mehr aufheben konnte. So sollte Gottes Gebot (Ps 29,2; 69,14) durch ein  weltliches Gesetz aufgehoben werden.

Ich hoffe nicht, dass dies auch in der heutigen Zeit wieder auflebt, und Gläubige, die sich auf die Bibel als Gottes Wort berufen, als „gesetzlich" oder „fundmentalistisch" bezeichnet, denunziert oder verfolgt werden. Es werden jedoch in einigen nichtdemokratischen Ländern Christen getötet, weil sie sich zu Gottes Wort bekennen. Religionsfreiheit ist zwar ein Grund- und Menschenrecht, wird aber in der Praxis sehr oft nicht beachtet.

 

Hätte der König auf das ewig gültige Wort Gottes gehört, wären ihm die nachfolgenden Ereignisse und seelischen Belastungen (Dan 6,13ff) wohl erspart geblieben:

Jak 1,19     Darum, ... sei jeder Mensch schnell zum Hören, langsam zum Reden, ...

Jak 1,5       Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden.

Wieviele übereilte Handlungen und falsche Entscheidungen würden wohl vermieden, wenn man sich etwas Zeit ließe, alle Fakten und Argumente auf ihre weitreichenden Folgen zu prüfen. Dies alles tat der König nicht.

 

 

Dan 6,10    Daraufhin unterschrieb der König das Edikt[14] und Verbot.

Spr 13,20   Der Umgang mit den Weisen macht weise, wer sich aber mit Narren einlässt, dem geht es schlecht.

Der König unterschrieb unter dem „Druck" seiner Führungskräfte. Es fällt auf, dass er Daniel, den er so sehr schätzte, dass er ihn über das ganze Reich setzen wollte (Dan 6,4), auch nicht vorher um Rat gefragt hatte. Nun hatten die Führungskräfte fast ihr Ziel erreicht, Daniels „Karriere" zu beenden.

 

 

Dan 6,11    Als nun Daniel erfuhr, dass das Edikt unterschrieben war, ging er hinauf in sein Haus, wo er in seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem hin hatte, und er fiel dreimal am Tag auf die Knie nieder und betete und dankte vor seinem Gott, ganz wie er es zuvor immer getan hatte.

Daniel erfuhr, was geschehen war. Es war für ihn nicht das erste Mal, dass er in Bedrängnis geriet, weil er Gottes Wort vor Menschenwort stellte (Dan 3,6ff; Apg 5,29). Ein jeder, der dies liest, sollte sich prüfen, ob er in ähnlichen Situationen auch so handelt wie Daniel und nicht übereilt reagiert. Daniel ging zuerst in sein Zimmer, wo er immer die stille Zeit mit JHWH verbrachte. Weitere Beispiele dazu finden wir in der Bibel:

2Kö 4,33    Und er (Elisa) ging hinein und schloss die Tür hinter ihnen beiden zu und betete zu JHWH

Mt 6,6        Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließe deine Türe zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten.

 

Daniel betete in Richtung Jerusalem, wo die Reste des zerstörten und geschändeten Tempels (1.Kön 8,48; 2Kön 25,8-16) waren. Die Sehnsucht nach Jerusalem und dem Haus Gottes war unter dem Volk der Weggeführten noch sehr stark (Ps 137,1):

Ps 137,5     Vergesse ich dich, Jerusalem, so erlahme meine Rechte!

Jer 51,50b Gedenkt in der Ferne an JHWH, und Jerusalem sei das Anliegen eures Herzens!

 

Zur Zeit des AT und NT war es üblich, zu festen Zeiten vor Gott, den Allmächtigen zu treten (Apg 3,1). Auch wenn wir mit unserem Herrn täglich „wandeln" (Gal 5,25; 1Tim 3,15; Offb 3,4) ist es wichtig und gottesfürchtig dass wir möglichst stille Zeiten für Gebet und Lobpreis auf bestimmte Tageszeiten festlegen, damit wir dies in der Routine oder Hektik des Tages nicht vergessen. Niederknien ist nicht direkt geboten und auch nicht jedem möglich. Viele Beispiele zeigen jedoch, dass dies ein Zeichen von Ehrfurcht, Demut, Dankbarkeit und tiefer Beziehung zu Gott ist (Mk 14.35; Apg 21,5 b; 1Kön 8,54; Offb 19,4).

 

 

Dan 6,12    Da stürmten jene Männer herein und fanden Daniel bittend und flehend vor seinem Gott.

Schon das Bedrängen des Königs, die „wohlgeplante" Verordnung zu unterschreiben, lässt erkennen, dass es nicht unbekannt war, dass Daniel zu festen Zeiten zu JHWH betete. „Bittend und flehend" bezeugt, dass Daniel alle seine Sorgen Gott übergab.

Phil 4,6      Sorgt euch um nichts; sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.

1Petr 5,7    Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.


Die Zeugen hatten genug gesehen und wollten ihr Vorhaben schnell hinter sich bringen.

 

 

Dan 6,13-15   Sogleich erschienen sie vor dem König und brachten das königliche Verbot zur Sprache: Hast du nicht ein Verbot unterschrieben, wonach jeder, der innerhalb von 30 Tagen von irgend einem Gott oder Menschen etwas erbittet, außer von dir, o König, in die Löwengrube geworfen werden soll? Der König antwortete und sprach: Die Sache steht fest nach dem Gesetz der Meder und Perser, das unwiderruflich ist! Da antworteten sie und sprachen vor dem König: Daniel, einer der Weggeführten von Juda, nimmt keine Rücksicht auf dich, o König, und achtet nicht auf das Verbot, das du unterzeichnet hast, sondern er verrichtet dreimal am Tag sein Gebet! Als der König das hörte, wurde er sehr betrübt, und er sann darüber nach, wie er Daniel retten könnte, und gab sich bis zum Sonnenuntergang Mühe, ihn zu befreien.

Der König erkannte wohl, dass er das Werkzeug einer Intrige geworden war und Daniel, den er über alles schätzte, das Opfer werden sollte.  Wir erfahren hier nicht, was der König alles versuchte, um Daniel zu retten. Suchte er eine Gesetzeslücke und berief sich auf „Glaubensfreiheit", die Daniel ja noch unter Nebukadnezar teilweise hatte, oder versuchte er es mit Überzeugungsgesprächen bei den Männern? Hier wie auch in den nachfolgenden Bibelstellen finden wir eine erstaunliche Parallele zu Pontius Pilatus (Lk 23,1):

Joh 19,6b   Pilatus spricht zu ihnen: ...  ich finde keine Schuld an ihm.

Joh 19,12a Von da an suchte Pilatus ihn freizugeben.

 

 

Dan 6,16    Da bestürmten jene Männer den König und sprachen: Bedenke, o König, dass nach dem Gesetz der Meder und Perser kein Verbot und keine Verordnung, die der König aufgestellt hat, abgeändert werden darf!

Die Männer „bestürmten" (bedrängten heftig) den König und stießen ohne Umschweife eine unmissverständlich Drohung aus, auch wenn sie dies mit dem Wort „bedenke" als „weisen" Ratschlag tarnten. Sie beriefen sich schlauerweise jetzt nicht auf das „30 Tage-Gesetz", sondern auf das „Grundgesetz der Meder und Perser". Diese Art „Ratgeber" gab es im Laufe der Geschichte immer wieder, und es gibt sie heute noch. Sie ähneln in einigen Fällen  heutigen Lobbyisten, die ihre Interessen gezielt in Gesetzgebungsverfahren mit einbringen wollen. [15]

 

Darius war nun zum „Werkzeug" seiner Führungskräfte geworden. Ohne dass es hier erläutert wird, fürchtet sich der König Darius auch wohl vor einer Weiterleitung dieser Angelegenheit an den Großkönig Kyrus. Auch hier sehen wir eine Parallele zu Pilatus:

Joh 19,12a Von da an suchte Pilatus ihn freizugeben. Aber die Juden schrieen und sprachen: Wenn du diesen freilässt, so bist du kein Freund des Kaisers; ...

Joh 19,8+16   Als Pilatus dieses Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr, ... Da übergab er ihnen [Jesus], damit er gekreuzigt werde. Sie nahmen aber Jesus und führten ihn weg.

Mt 27,18a  Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid ausgeliefert hatten.

Die „Neidgesellschaft" hatte über Daniel und den König gesiegt. Der König gab auf und verurteilte Daniel zum Tode.

 

 

Dan 6,17    Da befahl der König, dass man Daniel herbringe und in die Löwengrube[16] werfe. Der König begann und sprach zu Daniel: Dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, der rette dich!

Der König wusste, dass Daniel seinem Gott untertan und gehorsam war. Man spürt bei dem Nachwort der Urteilsverkündung Resignation, Traurigkeit und Hoffnung. Welch ein Gegensatz ist das zu den Äußerungen Nebukadnezars, als die drei Freunde Daniels in den Feuerofen geworfen wurden: Dan 3,15b ...Und wer ist der Gott, der euch aus meiner Hand erretten könnte?

 

Dein Gott rette dich". Darius konnte sich nicht zu Daniels Gott bekennen, erkannte aber offenbar, dass keine Götter der Meder, Perser oder Babylonier Daniel retten konnten, sondern „möglicherweise" nur der Gott Daniels. Ein weiteres Bild ist das für unseren Heiland und Erlöser - da waren es die Führer Judas die IHM, zwar voll Spott, sagten:

Mt 27,43a  Er hat auf Gott vertraut; der befreie ihn jetzt, ...

 

 

Dan 6,18    Und man brachte einen Stein und legte ihn auf die Öffnung der Grube, und der König versah ihn mit seinem Siegel und mit dem Siegel seiner Gewaltigen, damit in der Sache Daniels nichts geändert werde.

Eine weitere Parallele zu Christus sehen wir in: Mt 27,66    Da gingen sie hin, versiegelten den Stein und bewachten das Grab mit der Wache.

 

Das Siegel des Königs reichte wohl nicht. Man spürt förmlich das Misstrauen der „Gewaltigen oder Mächtigen" gegenüber dem König in allen Belangen. Vielleicht bewahrten auch beide Siegel den König Darius vor einer eventuellen Anklage.

 

 

Dan 6,19    Dann zog sich der König in seinen Palast zurück, und er verbrachte die Nacht fastend und ließ keine Frauen zu sich führen, und der Schlaf floh von ihm.

Der König wollte allein sein. Fasten hat oft religiöse Motive und ist seit Jahrtausenden eine Form menschlicher Kultur, entweder mit verminderter Nahrungsaufnahme und Elementen der Askese[17] oder auch vollständigem Nahrungsverzicht. Aus der Schilderung in Vers 19 wird nicht ersichtlich, was Fasten für den König bedeutete. Wahrscheinlich konnte er nicht schlafen oder es war ihm sogar übel, weil seine Gedanken bei dem waren, was sich in der Löwengrube abspielte. Man kann sich gut vorstellen, dass ihn Appetitlosigkeit, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit und Schlaflosigkeit befallen hatten. Oder war es auch sein Gewissen, das ihn plagte? Über Pilatus und seine Frau wird ähnliches berichtet:

Mt 27,18-19   ... . Als er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traum seinetwegen viel gelitten!

 

 

Dan 6,20-21   Beim Anbruch der Morgenröte aber stand der König auf und begab sich rasch zur Löwengrube. Und als er sich der Grube näherte, rief er Daniel mit angstvoller Stimme. Der König begann und sprach zu Daniel: Daniel, du Knecht des lebendigen Gottes, hat dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, dich von den Löwen retten können?

Er hielt es nicht mehr aus, und der letzte Funke Hoffnung, dass der Gott Daniels ihn doch vor dem Tode gerettet hatte, war noch nicht ganz erloschen. Er rief angstvoll, und die Hoffnung, dass Daniels Gott ein lebendiger mächtiger Gott war, beherrschte sein Denken.

 

 

Dan 6,22-23   Da sprach Daniel zu dem König: O König, mögest du ewig leben! Mein Gott hat seinen Engel gesandt und den Rachen der Löwen verschlossen, dass sie mir kein Leid zufügten, weil vor ihm meine Unschuld offenbar war und ich auch dir gegenüber, o König, nichts Böses verübt habe!

Was für ein Ausspruch im Angesicht dieser Situation! Daniel erkannte wahrscheinlich, in welcher Seelennot sich der König Darius noch früh am Morgen befand. Er rief dem König die „frohe Botschaft" zu, um ihn von seiner Seelenlast zu erlösen. Wenn man sich in diese Situation hineindenkt, hört man förmlich den Jubelruf und den Lobpreis, den Daniel über Gottes gnädiges und gerechtes Handeln ausrief - und Gott ändert sich nicht(Hebr 13,8).

 

Engel - hebr. malak und das griech. angelos bedeuten beide »Bote, Gesandter[18]«.

Hebr 1,14  Sind sie (Engel) nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, welche das Heil erben sollen?

Ps 145,20a JHWH behütet alle, die ihn lieben

 

Weitere wichtige Botschaften in diesem Zusammenhang[19]:

Röm 9,15b ... »Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich«.

Ps 103,17   Aber die Gnade JHWHs währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit bis zu den Kindeskindern

Ps 91,14-15    »Weil er sich an mich klammert[20], darum will ich ihn erretten; ich will ihn beschützen, weil er meinen Namen kennt. Ruft er mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn befreien und zu Ehren bringen.

Ps 50,15     und rufe mich an am Tag der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich ehren!«

2Tim 4,17  Der Herr aber stand mir (Paulus) bei und stärkte mich, damit durch mich die Verkündigung völlig ausgerichtet würde und alle Heiden sie hören könnten; und so wurde ich erlöst aus dem Rachen des Löwen[21].

 

Für Gott den Allmächtigen gibt es keine Grenzen, den Seinen beizustehen. Dies sollte jeder Wiedergeborene im „Herzen" haben, und jeder Ungläubige sich merken.

 

Daniel hielt in allem die Gebote und Gesetze JHWHs - der spricht:

Jes 66,2b    Ich will aber den ansehen, der demütig und zerbrochenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort.

Mt 5,8        Glückselig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen!

 

 

Dan 6,24    Da wurde der König sehr froh und befahl, Daniel aus der Grube heraufzuziehen. Als man aber Daniel aus der Grube heraufgebracht hatte, fand sich keine Verletzung an ihm; denn er hatte seinem Gott vertraut.

Der feste Glaube[22] und die tiefe Verbindung zu Gott retteten Daniel. Auch wir können erfahren, dass geduldig getragenes Leid durch Vertrauen zu Gott zum Segen wird.

 

Die Rettung aus der Grube weist auch auf die prophetische Aussage in den Psalmen hin:

Ps 16,10     denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und wirst nicht zulassen, dass dein Getreuer die Verwesung sieht.

 

Dass Daniel aus der Grube herausgezogen wurde, ist zudem ein Hinweis auf die Auferweckung aller, die in Christus sind:

Röm 3,24   so dass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.

1Thes 4,16 denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen.

 

 

 

Dan 6,25    Da befahl der König, jene Männer herbeizuholen, die Daniel verleumdet hatten. Und man warf sie in die Löwengrube, sie, ihre Kinder und Frauen; und ehe sie noch den Boden der Grube berührten, waren die Löwen schon über sie hergefallen und zermalmten ihnen alle Gebeine.

Der König Darius handelte, wenn auch vielleicht unbewusst, nach Gottes gerechtem Gesetz:

Jes 3,11      Wehe dem Gottlosen! Ihm geht es schlecht; denn was er mit seinen Händen getan hat, das wird ihm angetan werden!

Spr 26,27   Wer [anderen] eine Grube gräbt, fällt selbst hinein; und wer einen Stein [auf andere] wälzt, zu dem kehrt er zurück.

Jak 2,13a   Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat;

Ps 140,12   Der Verleumder wird nicht bestehen im Land; den Gewalttätigen wird das Unglück verfolgen bis zu seinem Untergang!

Ps 145,20b JHWH ...  wird alle Gottlosen vertilgen.

Spr 10,27b die Jahre der Gottlosen werden verkürzt.

 

Dies alles ist auch eine Warnung für uns heute, und wir müssen es verkünden (Hes 3,18).

1Kor 10,11a   Alle diese Dinge aber, die jenen widerfuhren, sind Vorbilder, und sie wurden zur Warnung für uns aufgeschrieben

Dan 12,10  Viele sollen gesichtet, gereinigt und geläutert werden; und die Gottlosen werden gottlos bleiben, und kein Gottloser wird es verstehen; aber die Verständigen werden es verstehen.

Gottlos bedeutet, ohne Gott oder gegen Gott zu sein, aber auch Ungehorsam gegen Sein Wort (die Bibel) oder dieses verändern[23].

 

 

Dan 6,26-28   Darauf schrieb der König Darius an alle Völker, Stämme und Sprachen, die im ganzen Land[24] wohnten: »Euer Friede nehme zu! Es ist von mir ein Befehl erlassen worden, dass man sich im ganzen Bereich meiner Herrschaft vor dem Gott Daniels fürchten und scheuen soll; denn er ist der lebendige Gott, welcher in Ewigkeit bleibt, und sein Königreich wird nie zugrundegehen, und seine Herrschaft hat kein Ende. Er errettet und befreit, er tut Zeichen und Wunder am Himmel und auf Erden; er hat Daniel aus der Gewalt der Löwen errettet!«

Ebenso hatte sich Nebukadnezar[25] verhalten, der die Größe, Gnade und Macht des Gottes des Himmels erlebt hatte.

„Sie sollen sich fürchten und sich scheuen" - dies ist kein Befehl zur Bekehrung. Darius erkannte den „lebendigen" Gott, den man in der Tat „fürchten und  sich vor Ihm scheuen" soll. Er ließ verkünden, was auch Nebukadnezar (Dan 4,31) und die Propheten durch die Leitung Gottes verkündet hatten.

Fürchten und scheuen" - bedeutet es, „Angst" vor Gott zu haben? Nein - denn gleichzeitig erklärt Darius: „ER rettet und befreit".  Dies gehört zusammen. Die nötige Gottesfurcht führt zur Befreiung des Menschen von den Mächten des Bösen (Satan wird als der brüllende Löwe bezeichnet - 1Petr 5,8). Das Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier schreibt hier treffend: So sehr die Bibel von der Freiheit von der Furcht redet, weil Christus der Befreier ist, so sehr betont sie die einzig richtige Furcht: die Furcht vor Gott. Hebr. jirah ist Furcht vor Gott und Ehrfurcht. Furcht und Ehrfurcht fließen hier ineinander- wer Gott fürchtet, achtet ihn in Ehrfurcht; und umgekehrt: wer Ehrfurcht vor Gott hat, fürchtet ihn auch, weil er um seine Heiligkeit weiß. Sie ist aber auch wahre Klugheit und der erste Schritt auf dem rechten Weg, der zum (ewigen) Ziel führt.

 

 

Die Furcht JHWHs -

Ps 111,10a ... ist der Anfang der Weisheit; sie macht alle einsichtig, die sie befolgen.

Spr 1,7       ... ist der Anfang der Erkenntnis; nur Toren verachten Weisheit und Zucht!

Spr 8,13     ... bedeutet, das Böse, Stolze, Übermut und verkehrten Mund zu hassen

Spr 10,27   ... verlängert das Leben, aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt.

Spr 14,27   ... ist eine Quelle des Lebens; man meidet durch sie die Fallstricke des Todes.

Spr 28,14   Wohl dem Menschen, der beständig in der Furcht [Gottes] bleibt; wer aber sein Herz verhärtet, wird ins Unglück stürzen.

 

Die rechte Furcht gegenüber Gott führt zur Hinwendung zu Ihm - zur Bekehrung. Dann werden wir IHN erkennen und die „Decke der Unkenntnis" wird von unseren „Augen" weggenommen

2Kor 3,16   Sobald es sich aber zum Herrn bekehrt, wird die Decke weggenommen.

Apg 3,19    So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung vom Angesicht des Herrn kommen

Dann werden wir einem ewigen Reich angehören, das noch nicht sichtbar ist - Gottes Reich:

Ps 145,13   Dein Reich ist ein Reich für alle Ewigkeiten, und deine Herrschaft währt durch alle Geschlechter.

2Kor 4,18   da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare; denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

 

Die zentrale Botschaft dieses 6. Kapitels ist:

  • Gott ist Retter und Befreier.
  • Er ist der Einzige und Ewige - Sein Reich ist ein ewiges Reich.
  • Gott tut auch Zeichen und Wunder, um die Seinen im Glauben zu stärken und zu belohnen.
  • Gott ist real erfahrbar für den, der glaubt - die Gottlosen werden ihre Strafe erhalten

 

 

Dan 6,29    Und diesem Daniel ging es von da an gut unter der Regierung des Darius und unter der Regierung Kyrus', des Persers.

Kóres = Cyrus (persisch); vielleicht „Sonne"[26]. Der König Kyrus erhielt von JHWH die Königreiche der Erde (Jes 45,1ff) und ihm wurde befohlen SEIN Haus - den Tempel in Jerusalem zu bauen (Jes 44,28; 2. Chronik 36,22.23; Esra 1,1-11; 2,1). Nach einem Jahr zogen nun die Obersten von Juda und Benjamin - alle, die Gott dazu berufen hatte - nach siebzigjähriger Gefangenschaft wieder nach Jerusalem (Jer 25,12; 29,10).



[1] HERR im AT: Unter 1Mo 2,4 erklärt die Schlachter  Bibel 2000: HERR = hebr. Jahweh ... JHWH".  Aus Wikipedia: JHWH: Das Tetragramm (Vierfachzeichen) JHWH ist die lateinische Umschrift der hebräischen Schreibweise des Gottesnamens hwhy [(hebräische Konsonanten (Mitlaute) Jod (י‎), He (ה‎), Waw (ו‎), He (ה‎)], von rechts nach links gelesen. Dem Konsonant w (waw) kann auch der Vokalwert o und u gegeben werden. Wahrscheinlich hat man JHWH, Jahweh oder Jahueh ausgesprochen, siehe auch Offb 3,8 „hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet". http://www.fossilizedcustoms.com/Name_Deutsch.htm. Das „h" am Ende ist ein Stützkonsonant (Mitlaut), der nur nötig ist,weil der letzte Laut ein Vokal (Selbstlaut) ist. Die Namen der Propheten im AT sind ein Beispiel für die Schreibweise: z. B. Jeremia = hebr. JirMöJa'Hu  = Jahu erhöht - s. Jer. 15,16 Fußnote zu Schlachter 2000:„denn dein Name wurde über mir ausgerufen". Anmerkung  „Schlachter 2000" zu Richter 8,33: »Baal (= Herr) des Bundes«, ein kanaanitischer Götze. In Hosea 2,18 -19 verkündet JHWH (oder Jahueh): An jenem Tag wird es geschehen, spricht JHWH, dass du mich »mein Mann« (Jes 54,5) und nicht mehr »mein Baal« (mein HERR) nennen wirst; und ich werde die Namen der Baale aus ihrem Mund entfernen, dass an ihre Namen nicht mehr gedacht werden soll". Herr im NT = griechisch Kyrios.

[2] Jesus - Die Schlachterbibel 2000 erklärt unter Matth. 1,21 „Jesus ist die gr. Umschrift des hebr. Jehoschua; dieser Name bedeutet »Der HERR ist Rettung«. (Anmerkung PS: Wikipedia: griechisch Ἰησούς = Iēsoûs, lateinisch Jesus). Anmerkung unter 1Mo 2,4: HERR = hebr. Jahweh - JHWH". Hebräisch „schua" bedeutet „RettungGottes Sohn war Hebräer und Sein Name wird im Hebräischen (Kurz oder Langform, je nach Auslegung) Jahschua, Jahuschua, Jahuehschua (Jahueh ist „schua"  = Rettung) gesprochen. Er, der den Namen des Vaters in sich trägt (2.Mose 23,20 21; 1.Kor. 10,4; Joh. 5,43; 14,9; Kol 2,9). Die traditionelle Deutung des Namens als „Gott ist Rettung / Hilfe /Erlösung" rechnet mit einer Abstammung des Namens aus der Zusammensetzung von jhw und šuaʿ („um Hilfe rufen") - M. Noth. Die Israelitischen Personennamen, Stuttgart, 1928 (zit. in : HAL (Hebräisches und AramäischesLexikon) Eintrag zu וֹשׁוּע‎); Joshua in: EB (Encyclopedia Biblica). AusOffb 3,8: „ ...und (du) hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet". „Der Name über alle Namen" (Philipper 2,9)

[3] ca. 625-539 v. Chr.  (www.visionjournal.de/visionmedia/article.aspx?id=682)

[4] http://www.chai.ch/jmg/dokumente/literatur/hislop_two%20babylons_d.pdf. Seite 167

[5] 2Thess 2,3-4; 2Mo 20,3-5; 1Joh 3,1; 2,22; 4,14; 2Joh 9

[6] Sein genaues Alter zu dieser Zeit wird in der Bibel nicht erwähnt. In http://www.way2god.org/de/bibel/daniel/ lesen wir: er wurde im Alter von 15-20 Jahren nach der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar im Jahr 605 v. Chr. nach Babylon verschleppt. Wenn man die 70 jährige Gefangenschaft Judas (Jer 25,11-12; 29,10; Esra 1,1-10) in Babylon berücksichtigt, war Daniel zur Zeit des Beginns der medo -persischen Herrschaft über 80 Jahre alt.

[7] Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier

[8] König Kyrus der Große (559-530 v.Chr.), der Gründer des Perserreiches, wird mehrfach in der Bibel erwähnt (2Chr 36,22; Esr 1,1; 3,7; 4,3; 5,13. 17; 6,3; Jes 44,28; 45,1; Dan 1,21; 6,29; 10,1). Im Pers. lautet der Name Kurasch, im Hebr. Koräsch, im Griech. Kyrus. Der Herr (eingefügt JHWH) hatte ihn schon in der Weissagung des Jesaja als seinen Hirten angekündigt, der seinen Willen vollführen, Jerusalem wieder aufbauen und den Grund zum neuen Tempel legen werde: ein Gesalbter Gottes, der Israels wegen in einem großen Siegeszug Völker und Könige unterwerfen solle. Nachdem K. 539 v.Chr. Babylon erobert hatte, gab er im nächsten Jahr den verbannten Juden den Auftrag zur Rückkehr nach Jerusalem und zum Neubau des Tempels ( Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier)

[9] Wikipedia: Statthalter einer größeren Provinz (Satrapie)

[10] siehe auch Studium „Das Buch des Propheten Daniel Kap. 4,1-4,34 - unter 2) Traumdeutung

[11] 1Mos 26,5; 1Sam 15,22; Röm 6,17; Phil 2,12

[12] Die in allem auf Gott und nicht auf ihre eigene Kraft und ihren eigenen Besitz oder Reichtum vertrauen.

[13] Bilanz ist ein Begriff aus dem Italienischen und bedeutet „Waage" (http://www.w3l.de/w3lmedia/W3L/Medium106754/Leseprobe9783937137490.pdf)

[14]Wikipedia: Edikt (von lat. edicere, verkündigen)

[15] http://de.wikipedia.org/wiki/Lobbyismus

[16] Der Löwe war ein Symbol Persiens. Bis 1979 war die Shir o Khorshid Fahne (Löwe und Sonne) die offizielle Fahne Persiens (http://iranbato.wordpress.com/about/die-geschichte-der-fahne-persiens).

[17] Verzicht auf sinnliche Genüsse und Vergnügungen, zugunsten der Erreichung eines als höherwertiger oder innerlich befriedigender erachteten Ziels (aus Wikipedia, die freie Enzyklopädie)

[18] Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier

[19] 2Tim 3,16

[20] Anmerkung der Schlachter 2000 Übersetzung: Weil er [in Liebe] an mir hängt.

[21]Für Paulus oder uns heute:Ein übliches Bild für Lebensgefahr (Ps 22,22; 35,17), die für Paulus gewöhnlich war (vgl. Apg 14,19; 2Kor 4,8-12; 6,4-10; 11,23-27). In 1Pt 5,8 beschreibt Petrus den Teufel als brüllenden Löwen", Studienbibel John Mac Arthur

[22] Siehe auch weitere Zeugnisse des Glaubens:1Mo 15,6; Mk 10,52; Röm 4,17; Hebräer, Kapitel 11

[23] 2Thes 1,7b-8; Offb 22,18 -19; 5Mo 4,2; Spr 30,6; Mt 5,18;Joh 10,35b; 2Petr 1,19-21; 2Petr 2,1-2;

Gal 1,6-8; 2Tim 3,16; Jes 55,11; 2Jo 9

[24] im Herrschaftsbereich des KönigsDarius

[25] Dan 3,29a.31

[26] http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=2518&jumped_id=

   
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