Nebukadnezar hatte erfahren, dass seine „selbstgemachten" Götter und seine eigenen Propheten ganz und gar wirkungslos waren. Nun hatte er wieder einen Traum, der ihn sehr erschreckte.

 

Erläuterungen: Für „ HERR"[1] im AT steht im Urtext der Bibel der Gottesname „JHWH" - für „ich bin, der ich bin". Der hebräische Name für Jesus wird, wie es einige Ausleger beschreiben, Jahuehschua gesprochen. Erläuterungen dazu kann man unter den jeweiligen „Hochzahlen" finden. Im Bibeltext wollen wir um des besseren Verständnisses willen den lateinischen Namen „Jesus"[2] aber belassen. Kursiv geschriebene Texte wurden eingefügt. Bibelzitate wurden aus der Schlachter Bibel 2000 entnommen.

In Kap. 4, Vers 1 bis 15 spricht der König Nebukadnezar in „Ichform" - es liest sich wie ein Bericht, den er von einem Geschichtsschreiber niederschreiben ließ. So wurde es dann auch von Daniel auf Gottes Geheiß getan (Dan 12,4).

 

 

1) Der Traum

Nach allen aufwühlenden Erlebnissen und Erfahrungen sowie der Erkenntnis, dass es einen „Höchsten" mit aller Macht und Herrlichkeit gibt, schien für Nebukadnezar eine Zeit der Sorglosigkeit und des Glücksgefühls angebrochen zu sein.

Dan 4,1      Ich, Nebukadnezar, lebte sorglos in meinem Haus und glücklich in meinem Palast.

 

Der nachfolgende Vers lässt erkennen, wie plötzlich und unerwartet er sich da herausgerissen fühlte. Hatte er doch nicht schon einmal eine beunruhigende Zeit durch einen Traum gehabt?[3]

Dan 4,2      Da hatte ich einen Traum, der mich erschreckte, und die Gedanken auf meinem Lager und die Gesichte meines Hauptes ängstigten mich.

 

1a) Einschub zum Thema „Träume".

Bedeutet diese Bibelstelle, dass wir auch in jedem Traum eine Bedeutung sehen sollen, die uns mehr oder weniger verunsichert oder beeinflusst? Über biblische Träume lesen wir u. a. in Hiob, als Elihu[4], einer seiner Freunde, vom Heilswerk Gottes sprach:

Hi 33,14-18    Sondern Gott redet einmal und zum zweitenmal, aber man beachtet es nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt und sie auf ihren Lagern schlummern, da öffnet er das Ohr der Menschen und besiegelt seine Warnung an sie, um den Menschen von seinem Tun ab-zubringen und den Mann vor dem Hochmut zu bewahren, damit er seine Seele von der Grube zurückhalte, und sein Leben davon, in den Wurfspieß zu rennen.

 

Beachten wir aber unbedingt, dass hier von einer „Warnung" die Rede ist - eine Warnung muss man erkennen können, sonst hätte sie keinen Sinn. Wieviele messen Träumen eine besondere Bedeutung bei, obwohl keine vorhanden ist. Durch die Entstehung der Psychoanalyse durch Sigmund Freud bekam die Traumdeutung einen hohen Stellenwert. Es gibt seither u. a. sogar Scharlatane, die Traumdeutung über Kartenlegen o. ä. verkaufen. Seriöse Wissenschaftler versuchen dagegen, Traumdeutungmit Hilfe der Schlafforschung zu entschlüsseln. Einige Traumforscher meinen, dass man im Traum die Erlebnisse das Tages in übertriebener Form verarbeitet[5]

Die Bibel warnt eindeutig, dass mit Traumdeutungen auch gefährlicher Betrug betrieben werden kann - auch um Gottes Namen zu entwürdigen (Jer 23,25-28)[6]. Heute soll Gottes Wortverkündigt werden (Mt 24,14). Beachten wir in diesem Zusammenhang, dass es zur Zeit der Botschaften an Philippus - durch einen Engel (Apg 8,26), an Ananias - durch Gesichte (Apg 9,10), anPaulus - durch eine Stimme (Apg 9,4) das schriftliche Wort Gottes, welches wir heute zur Verfügung haben, noch nicht gab. Gott vermittelte die Botschaft unmittelbar. Für die Zeit danach steht geschrieben:

Hebr 1,1 - 2a  ..., hat er (Gott) in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn.

Dies bestätigt auch Offb 1,10-11ff

Offb 1,11a (Stimme) die sprach: Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte! und: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es den Gemeinden, ...!

 

Gott ließ Seine Worte niederschreiben, um sie den Gemeinden (griech. ekklesia = Versammlung) zur Verfügung zu stellen. Auch wurde Daniel nicht gesagt, dass zur Zeit des Endes die Erkenntnis durch Gesichte oder Träume kommen würde:

Dan 12,4 Du aber, Daniel, verschließe diese Worte und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes! Viele werden darin forschen, und die Erkenntnis wird zunehmen.

 

Unser Herr Jahuehschua wusste, dass die Verführung aufgrund der Wirkung des Satans überhandnehmen würde, und zwar unter Entfaltung aller betrügerischen Kräfte, Zeichen und Wunder (2Thess 2,9). Nur Sein Wort und das beständige Gebet schützen uns davor, diesem nicht zu erliegen und von Stimmen, Träumen, Gesichten, Irrlehrern usw. verführt zu werden. Ich kann nur nach Gottes Wort davor warnen, diesem etwas zuzufügen oder etwas davon wegzunehmen[7]. - Ende des Einschubs -

 

Nebukadnezar erschrak und ängstigte sich über den Inhalt des Traumes. Er rief alle Weisen Babels (Traumdeuter, Wahrsager, Chaldäer[8] und Zeichendeuter) herbei, damit sie den Traum deuten sollten - sie konnten es nicht. Wie bei dem Traum von dem Standbild rief er wieder Daniel, erzählte ihm den Traum und bat ihn um Auslegung und Deutung. Dies kann man in Dan 4,3-6 nachlesen

 

Anmerkung zu den hier aus Platzgründen nicht aufgeführten Versen 4,7-15Da der Traum bei der Auslegung ab Vers 16 wieder beschrieben wird, bitte ich, die Verse 7-15 selbst in der Bibel nachzulesen.

 

2) Traumdeutung

Daniel erschrak, als er den Traum erfuhr. Aber der König ermutigte ihn, den Traum zu deuten.

Dan 4,16    Da blieb Daniel, den man Beltsazar[9] nennt, eine Weile ganz starr, und seine Gedanken erschreckten ihn. Der König ergriff das Wort und sprach: >Beltsazar, der Traum und seine Deutung dürfen dich nicht erschrecken!< Beltsazar antwortete und sprach: >Mein Herr, der Traum gelte deinen Hassern und seine Auslegung deinen Feinden!

Daniel wußte, dass es  JHWH war, der Nebukadnezar eingesetzt hatte (Dan 2,21; 2,37), denn ER ist der Höchste (Ps 83,19) und regiert über alles (Ps 103,19). Daher begegnete er Nebukadnezar respektvoll, aber auch mit einer gewissen Besorgnis. Von dieser Wesensart Daniels können wir wiederum lernen. Sein Gehorsam Gott gegenüber sollte uns ein Beispiel sein, wenn wir heute von oder über Obrigkeiten in unserem Land reden.

Röm 13,1   Jedermann ordne sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt.

 

Das schließt natürlich mit ein, dass wir nur gehorsam sind, wenn wir dabei nicht gegen Gottes Gebote verstoßen (siehe auch Dan 3,12-18). Darum müssen wir in Gottes Wort lernen,  zu unterscheiden:

Jes 5,20      Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die Finsternis zu Licht und Licht zu Finsternis erklären, die Bitteres süß und Süßes bitter nennen!

Dabei lassen wir es trotzdem nicht an dem nötigen Respekt vor der von Gott eingesetzten Obrigkeit fehlen, denn es steht geschrieben:

Mt 5,44       Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen,

Kol 3,12     So zieht nun an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut;

Eph 4,32    Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

Lk 23,34a   Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!

 

 

Dan 4,17-19   Der Baum, den du gesehen hast, so groß und stark, dass sein Wipfel bis zum Himmel reichte, und der über die ganze Erde zu sehen war, der so schönes Laub hatte und so reiche Früchte trug und an dem sich Nahrung für alle fand, unter dem sich die Tiere des Feldes aufhielten und in dessen Zweigen die Vögel des Himmels wohnten -         dieser [Baum] bist du, o König, der du so groß und stark geworden bist und dessen Majestät so groß ist, dass sie bis zum Himmel reicht, und deine Herrschaft bis ans Ende der Erde[10].

Der erste Traum Nebukadnezars deutet auf seine Herrlichkeit (goldenes Haupt des Standbildes - Dan 2,31-38)[11]. Diese Größe, Stärke, Schönheit, Erhabenheit und Prachtentfaltung des Königs und Seines Reichs wurden auch jetzt am Anfang dieses Traumes deutlich. Alles gedieh unter seiner Herrschaft in seinem „Weltreich[12]". Daniel war nun von Gott dem Allmächtigen gegeben, den Traum sofort zu deuten.

 

 

Dan 4,20-21   Dass aber der König einen heiligen Wächter vom Himmel herabsteigen sah und sagen hörte: Haut den Baum um und verderbt ihn; aber seinen Wurzelstock lasst in der Erde, und zwar in Fesseln von Eisen und Erz im Gras des Feldes, dass er vom Tau des Himmels benetzt werde und seinen Anteil habe mit den Tieren des Feldes, bis sieben Zeiten über ihm vergangen sind!, das hat, o König, folgende Bedeutung, und dies ist der Beschluss des Höchsten, der über meinen Herrn, den König, ergangen ist:

Ein Wächter (hebr. „ZIR" = Gesandter) ist eine Person, die jemanden oder etwas beaufsichtigt, kontrolliert, warnt, vor Unglücken bewahrt, hütet, bewacht oder Zutritt verwehrt - wie etwa die Cherubim im Paradies den Zugang zum Baum des Lebens bewachten (1Mo 3,24) und um Gottes Thron sind[13]. In diesem Fall war der Wächter beauftragt, eine Botschaft zu verkünden.

 

 

Bäume sind ein Gleichnis für geistlich fruchtbare oder unfruchtbare Menschen[14] (Mt 3,10; 7,17-19; Lk 6,43-44; Jud 1,12). Der Baum sollte also umgehauen werden, so dass er keinen Nutzen mehr hatte - er sollte „verdorben" werden. Ein umgehauener Baum verwildert und überwuchert - verdirbt also. Der Wurzelstock ist in der Forstsprache der Übergangsbereich von Wurzelwerk und Stamm, der Baumstumpf, der nach dem Fällen verbliebene Teil des Baumes[15]. Wenn heutzutage ein Wurzelstock keine Verwendung hat, wird er entweder herausgezogen oder weggefräst - vernichtet. Dies sollte hier nicht geschehen - er sollte in „Fesseln aus Eisen und Kupfer" bewahrt werden. Fesseln aus Eisen waren stark, und man konnte sie nicht zerbrechen (Jer 15,12). Kupfer hat besondere physikalische, mechanische und chemische Eigenschaften. Es ist u. a. sehr korrosionsbeständig[16]. Obwohl der Wurzelstock noch erhalten blieb, kann man am nachfolgenden Text erkennen, dass er während der sieben Zeiten nicht „sprossen" sollte. Es war also keine langsame Wiederherstellung vorgesehen.

 

Die sieben[17] Zeiten weisen in diesem Fall auf eine vollkommene Strafe Gottes über Nebukadnezar hin. Sieben Zeiten deuten auf 7 Jahre hin.  Biblische Erklärungen dazu: In Offb. 11,2; 13,5 findet man eine Frist von 42 Monaten. Ein Monat wird in der Bibel mit 30 Tagen berechnet. 42 Monate á 30 Tage sind 1260 Tage = 3½  Jahre (Offb 11,3). In Daniel 7,25; 12,7; Offb 12,14  ist auch von 3½  Zeiten, also von  3½  Jahren die Rede. 1 Zeit = 1 Jahr.

 

 

 

Dan 4,22    Man wird dich von den Menschen ausstoßen, und bei den Tieren des Feldes wirst du dich aufhalten; und man wird dich mit Gras füttern wie die Ochsen und dich vom Tau des Himmels benetzen lassen; und es werden sieben Zeiten über dir vergehen, bis du erkennst, dass der Höchste Macht hat über das Königtum der Menschen und es gibt, wem er will!

Ausgestoßen von den Menschen sollte er unter Tieren leben, bis er nun (endlich) erkannte, dass alle Macht von JHWH kommt. Würden sich doch auch Könige und Machthaber von heute daran erinnern und mit ihrer Regierung Gott die Ehre geben.

 

 

Dan 4,23    Weil aber davon die Rede war, man solle den Wurzelstock des Baumes belassen, so wird auch dir dein Königtum wieder zuteil werden, sobald du erkennen wirst, dass der Himmel herrscht.

Der Wurzelstock, die Basis für einen „neuen" Baum, blieb erhalten. Der Baum sollte wieder „groß" werden - die Wiederherstellung der Herrschaft Nebukadnezars. Ein ähnliches Beispiel finden wir in Hes 17,22-24, das die Wiederherstellung des Königtums Davids durch den Messias beschreibt. Es sollte sieben Zeiten dauern, bis Nebukadnezar „erkennen" konnte.

 

Da alle Schrift auch uns zur Belehrung gegeben ist (2Tim 3,16), sollten wir auch beachten, dass es nicht allen sofort gegeben ist, etwas genau zu erkennen, wie mancher oft „überschnell" selbstsicher meint. Vielleicht ist der Grund mangelndes Studium oder/und Ungehorsam Gottes Wort gegenüber (Jak1, 22-25)? Gottes Heiligem Geist ist es überlassen, die Fülle und die Zeit der Erkenntnis zu bestimmen.

Jes 66,2b    ... Ich will aber den ansehen, der demütig und zerbrochenen Geistes ist und der zittert[18] vor meinem Wort.

Lk 11,10     Denn jeder, der bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.

Joh 14,26   der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Auch sollten wir dringend beachten: Der Heilige Geist lehrt nur das „Wort Gottes" (Joh 14,26) und nicht „weltliche Dinge".

 

 

Dan 4,24-25   Darum, o König, lass dir meinen Rat gefallen und brich mit deinen Sünden durch Gerechtigkeit und mit deinen Missetaten durch Barmherzigkeit gegen Elende, wenn dein Wohlergehen dauerhaft sein soll! Dies alles ist über den König Nebukadnezar gekommen.

Daniel erkannte mitfühlend den Ernst der Lage und gab dem König einen „ungebetenen" Rat, was in seiner Position im allgemeinen nicht angemessen war - aber Daniel gehorchte Gott und verkündete furchtlos die Wahrheit. Auch für uns steht geschrieben:

Apg 5,29b  ... Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!

Hebr 11,23b    ... und sie (die Eltern von Mose) fürchteten das Gebot des Königs nicht.

 

Wir erkennen auch, dass Daniel das Wohlergehen seines „heidnischen" Herrschers wichtig war. Damit wird deutlich, dass Gott die Sünde hasst - ER aber den Sünder liebt und ihm bis zuletzt Umkehr anbietet. Wir sollten jedoch diese Umkehr (Buße) nicht „auf die lange Bank schieben", denn wir kennen den Zeitpunkt unseres Todes nicht - es kann sehr schnell gehen! Diese besorgte Haltung Daniels dient uns auch als Beispiel, wie wir an Menschen handeln sollen, selbst wenn sie nicht an den Höchsten des Universums glauben oder an uns schuldig geworden sind. Auch unser Herr und Erlöser Jahuehschua kannte keinen Groll, keinen Ärger, keinen Rachedurst nach Bestrafung der Menschen, die ihn aufs schändlichste mißhandelt hatten. Noch in dem für uns unfassbaren Todesleiden lag Ihm das Wohl Seiner Peiniger am Herzen - welch ein Beispiel für Seine Nachfolger.

Lk 23,34a   Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!

 

Im Buch der Sprüche lesen wir folgende Unterweisung:

Spr 16,6+20    Durch Gnade und Wahrheit wird Schuld gesühnt, und durch die Furcht JHWHs weicht man vom Bösen.... Wer auf das Wort achtet, wird Gutes erlangen, und wohl dem, der auf JHWH vertraut!

 

 

Dan 4,26    Zwölf Monate später nämlich erging er sich auf seinem königlichen Palast in Babel.

Die Zahl 12 ist die Zahl der von Gott anvertrauten Verwaltung[19].Gott gab dem König ein Jahr Zeit, die Warnung Daniels zu beachten und danach zu handeln. Die Geduld JHWHs wurde auch durch Seine Propheten sichtbar.

Jak 5,10     Meine Brüder, nehmt auch die Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben, zum Vorbild des Leidens und der Geduld.

Ps 103,8     Barmherzig und gnädig ist JHWH, geduldig und von großer Güte.

Röm 2,4     Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, und erkennst nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

 

 

Dan 4,27    Da begann der König und sprach: >Ist das nicht das große Babel, das ich mir erbaut habe zur königlichen Residenz mit meiner gewaltigen Macht und zu Ehren meiner Majestät?<

Nebukadnezars Herrlichkeit und Pracht, sein Reichtum und das Gelingen all seiner Vorhaben ließen ihn vergessen, dass über allem Gott der Allmächtige herrscht und das Gelingen schenkt. Er vergaß darüber auch, dass ihm eine „Frist" zur Umkehr gesetzt worden war.

Ist es nicht auch heute so, dass die meisten Menschen stolz über „ihre" Errungenschaften und Erfolge sind und vergessen, dass ihr Leben begrenzt ist und alle guten Gaben von Gott dem Allmächtigen kommen.

Jak 1,17     Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel.

 

Gott hat in Seiner Gerechtigkeit dem Ungehorsam Sich gegenüber Grenzen gesetzt:

Ps 34,17     das Angesicht JHWHs steht gegen die, welche Böses tun, um ihr Andenken von der Erde zu vertilgen.

Hi 38,15     den Gottlosen wird ihr Licht entzogen, und der erhobene Arm wird zerbrochen.

Ps 34,16+37,17b        Die Augen JHWHs achten auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien; ... die Gerechten stützt JHWH

Spr 2,7       Er hält für die Aufrichtigen Gelingen bereit und beschirmt, die in Lauterkeit[20] wandeln;

 

Wir sollen Ihn aber auch darum bitten.

Ps 118,25   Ach, JHWH, hilf! Ach, JHWH, lass wohl gelingen!

Lk 11,9       Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan!

 

 

Dan 4,28    Noch war das Wort im Mund des Königs, da erklang eine Stimme vom Himmel herab: Dir wird gesagt, König Nebukadnezar: Das Königreich ist von dir genommen!

Hier wird wieder die absolute Zuverlässigkeit von Gottes Wort bestätigt, und Gott ändert sich nicht (Hebr 13,8; Jak 1,17).

Am 3,7       Nein, GOTT, der Herr[21], tut nichts, ohne dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart hat.

Jes 34,16    Forscht nach im Buch JHWHs und lest es! Nicht eines von alledem wird fehlen; zu keinem Wort wird man die Erfüllung vermissen; denn mein Mund ist's, der es befohlen, und sein Geist ist's, der sie gesammelt hat.

 

Das Wort JHWHs geschah sofort ohne erneute Vorwarnung - dies gilt auch für die heutige Zeit, und  ist auch eine Warnung für die Endzeit, wie in der Offenbarung (2. „Wehe") beschrieben ist:

Offb 9,20-21   Und die übrigen Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, taten nicht Buße über die Werke ihrer Hände, so dass sie nicht mehr die Dämonen und die Götzen aus Gold und Silber und Erz und Stein und Holz angebetet hätten, die weder sehen, noch hören, noch gehen können. Und sie taten nicht Buße, weder über ihre Mordtaten, noch über ihre Zaubereien, noch über ihre Unzucht, noch über ihre Diebereien.

Offb 10,6    und schwor bei dem, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist, und die Erde und was darauf ist, und das Meer und was darin ist: Es wird keine Zeit mehr sein;

 

Dies gilt auch für die heutige Gesetzgebung und Rechtsprechung:

Ps 2,10       So nehmt nun Verstand an, ihr Könige[22], und lasst euch warnen, ihr Richter der Erde!

Spr 14,34   Gerechtigkeit erhöht ein Volk, die Sünde aber ist die Schande der Völker.

 

 

Dan 4,29    Und man wird dich von den Menschen verstoßen, und du sollst dich bei den Tieren des Feldes aufhalten; mit Gras wird man dich füttern wie die Ochsen, und sieben Zeiten sollen über dir vergehen, bis du erkennst, dass der Höchste Macht hat über das Königtum der Menschen und es gibt, wem er will!<

Die Stimme aus dem Himmel wiederholte die Warnung, die Daniel im Auftrag JHWHs ausgesprochen hatte, um sie Nebukadnezar nochmals vor Augen zu führen.

 

 

 

Dan 4,30    Im selben Augenblick erfüllte sich das Wort an Nebukadnezar: Er wurde von den Menschen ausgestoßen, fraß Gras wie ein Ochse, und sein Leib wurde vom Tau des Himmels benetzt, bis sein Haar so lang wurde wie Adlerfedern und seine Nägel wie Vogelkrallen.

Wie dies geschah, erfahren wir nicht. Wenn es eine Krankheit war, die ihn befallen hatte, nennt man  diese heute „Zooanthropie", griech. zôon Tier, anthrôpos Mensch, Wahnvorstellung, in ein Tier verwandelt zu sein[23]. Der Verstand, den der Mensch für seine Bedürfnisse, das Bewusstsein, die Sinnerfüllung sowie intellektuelle und geistige Tätigkeiten benötigt, wich von ihm. Tiere haben keinen Verstand (u.a. Ps 32,9; 73,22), sondern Instinkt. Der Verstand kommt von Gott (Ps 147,5), den ER Seinem Bild, dem Menschen (1Mo 1,26), zuteilt, wie Er will (1Kor 12,11; u. a. 2Mo 35,30-31). Durch den Verlust des Verstandes konnte Nebukadnezar  auch nicht mehr die Gegenwart des Schöpfergottes erkennen und erfahren.

 

Einschub

In Stern.de, 9. April 2003 kann man interessanterweise über den „selbsternannten Nachfolger Nebukadnezars" lesen: 24 Jahre lang regierte Saddam Hussein den Irak wie einst sein Vorbild Nebukadnezar in Babylon, über den es in der Bibel heißt: "Er tötete, wen er wollte; er ließ leben, wen er wollte; er erhöhte, wen er wollte; er demütigte, wen er wollte." Jetzt, nach weit mehr als Tausendundeiner Albtraumnacht, ist seine Ära zu Ende; ...[24]. Ohne dem Ereignis unbefugt etwas Prophetisches zuzuordnen, ähnelt seinSchicksalauch seinem Vorbild Nebukadnezar, wie in Vers 29 beschrieben.  „Nach acht Monaten der Flucht ist Saddam Hussein der US-Armee in die Hände gefallen. Der Ex-Diktator kauerte in einem Schmutzloch (Erdloch) "[25]. - Ende des Einschubes -

 

 

 

Nach sieben Zeiten kehrte der Verstand Nebukadnezars zurück, wie er selbst feststellte.

Dan 4,31    Aber nach Verlauf der Zeit hob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel empor, und mein Verstand kehrte zu mir zurück. Da lobte ich den Höchsten und pries und verherrlichte den, der ewig lebt, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen Reich von Geschlecht zu Geschlecht währt;

Der Geist Gottes gab ihm wieder den Verstand, und er konnte nundieses alles verstehen. Er  erkannte nun Gottes gerechtes Handeln und Seine unendliche Macht und Größe, aber auch die Gnade, die Gott ihm erwiesen hatte. Oft erkennt der Mensch etwas erst nach bitteren Erfahrungen, weil er nicht auf Gottes Wort hören will oder Seine Allmacht geringschätzt. Auch das Beispiel Hiobs zeigt - obwohl es seinesgleichen auf Erden nicht gab, er untadelig und rechtschaffen war, Gott fürchtet und das Böse mied (Hiob 1,8) -, dass er erst nach vielem Leid und bitteren Erfahrungen Gott richtig erkannte:

Hi 42,2-6    Ich erkenne, dass du alles vermagst, und dass kein Vorhaben dir verwehrt werden kann. »Wer verfinstert da den Ratschluss mit Worten ohne Erkenntnis?« Fürwahr, ich habe geredet, was ich nicht verstehe, Dinge, die mir zu wunderbar sind und die ich nicht begreifen kann! »Höre nun, ich will reden; ich will dich fragen, und du belehre mich!« Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und in Asche!

„Fürwahr, ich habe geredet, was ich nicht verstehe, Dinge, die mir zu wunderbar sind und die ich nicht begreifen kann" - gleicht dies nicht auch uns heute, die wir „sofort" auf alles eine Antwort wissen, bevor wir in Gebet, Demut, Geduld und Ausdauer nach einer Antwort in Gottes Wort suchen (Apg 17,11)? Denn unsere Gedanken sind nicht Seine Gedanken (Jes 55,8-9).

 

 

Dan 4,32    gegen welchen alle, die auf Erden wohnen, wie nichts (a) zu rechnen sind; er verfährt (b) mit dem Heer des Himmels und mit denen, die auf Erden wohnen, wie er will, und es gibt niemand, der seiner Hand wehren (c) oder zu ihm sagen dürfte: Was (d) machst du?(a) Jes 40,15-17; (b) Ps 135,6; (c) 1Chr 29,12; Hi 9,4; Jes 14,27; (d) Hi 9,12; Jes 45,9; Röm 9,20-21

Die Erfahrung vieler Propheten, Apostel (siehe Bibelstellen a-d) und anderer Nachfolger gleichen der Erfahrung Nebukadnezars, wie aus den zitierten Bibelstellen hervorgeht. Es kann auch die prägende und formende Erfahrung von jedem werden, der aufrichtig Gottes Wort studiert und in Demut um Erkenntnis und Weisheit bittet[26].

 

 

 

Dan 4,33-34   Zur selben Zeit kam mir mein Verstand zurück, und mit der Ehre meines Königtums kehrte auch meine Herrlichkeit und mein Glanz zurück; meine Räte und meine Großen suchten mich auf, und ich wurde wieder über mein Königreich gesetzt und erhielt noch größere Macht. Nun lobe und erhebe und verherrliche ich, Nebukadnezar, den König des Himmels; denn all sein Tun ist richtig, und seine Wege sind gerecht; wer aber hochmütig wandelt, den kann er demütigen

Gott der Allmächtige gab ihm in Seiner Gnade wieder alles zurück, und Nebukadnezar gab IHM dafür in allem Lob, Preis und Ehre.

 

Die Kernaussage dieses Studiums ist:

Röm 11,33-36 O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass es ihm wieder vergolten werde? Denn von ihm und durch ihn und für ihn sindalle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen.



[1]HERR im AT: Unter 1Mo 2,4 erklärt die Schlachter  Bibel 2000: HERR = hebr. Jahweh ... JHWH".  Aus Wikipedia: JHWH: Das Tetragramm (Vierfachzeichen) JHWH ist die lateinische Umschrift der hebräischen Schreibweise des Gottesnamens hwhy [(hebräische Konsonanten (Mitlaute) Jod (י‎), He (ה‎), Waw (ו‎), He (ה‎)], von rechts nach links gelesen. Dem Konsonant w (waw) kann auch der Vokalwert o und u gegeben werden. Wahrscheinlich hat man JHWH, Jahweh oder Jahueh ausgesprochen, siehe auch Offb 3,8 „hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet". http://www.fossilizedcustoms.com/Name_Deutsch.htm. Das „h" am Ende ist ein Stützkonsonant (Mitlaut), der nur nötig ist,weil der letzte Laut ein Vokal (Selbstlaut) ist. Die Namen der Propheten im AT sind ein Beispiel für die Schreibweise: z. B. Jeremia = hebr. JirMöJa'Hu  = Jahu erhöht - s. Jer. 15,16 Fußnote zu Schlachter 2000:„denn dein Name wurde über mir ausgerufen". Anmerkung  „Schlachter 2000" zu Richter 8,33: »Baal (= Herr) des Bundes«, ein kanaanitischer Götze. In Hosea 2,18 -19 verkündet JHWH (oder Jahueh): An jenem Tag wird es geschehen, spricht JHWH, dass du mich »mein Mann« (Jes 54,5) und nicht mehr »mein Baal« (mein HERR) nennen wirst; und ich werde die Namen der Baale aus ihrem Mund entfernen, dass an ihre Namen nicht mehr gedacht werden soll". Herr im NT = griechisch Kyrios

 

[2] Jesus - Die Schlachterbibel 2000 erklärt unter Matth. 1,21 „Jesus ist die gr. Umschrift des hebr. Jehoschua; dieser Name bedeutet »Der HERR ist Rettung«. (Anmerkung PS: Wikipedia: griechisch Ἰησούς = Iēsoûs, lateinisch Jesus). Anmerkung unter 1Mo 2,4 : HERR = hebr. Jahweh - JHWH". Hebräisch „schua" bedeutet „RettungGottes Sohn war Hebräer und Sein Name wird im Hebräischen (Kurz oder Langform, je nach Auslegung) Jahschua, Jahuschua, Jahuehschua (Jahueh ist „schua"  = Rettung) gesprochen. Er, der den Namen des Vaters in sich trägt (2.Mose 23,20 21; 1.Kor. 10,4; Joh. 5,43; 14,9; Kol 2,9). Die traditionelle Deutung des Namens als „Gott ist Rettung / Hilfe /Erlösung" rechnet mit einer Abstammung des Namens aus der Zusammensetzung von jhw und šuaʿ („um Hilfe rufen") - M. Noth. Die Israelitischen Personennamen, Stuttgart, 1928 (zit. in : HAL (Hebräisches und AramäischesLexikon) Eintrag zu וֹשׁוּע‎); Joshua in: EB (Encyclopedia Biblica). AusOffb 3,8: „ ...und (du) hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet". „Der Name über alle Namen" (Philipper 2,9)

[3] Dan 2,1ff

[4]Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier:  (Mein) Gott ist er« oder »Er ist (mein) Gott

[5] U. a. der Mannheimer Traumforscher Prof. Dr. Michael Schredl vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit. Aus http://www.rtl.de/medien/ratgeber/13cf0-69f58-6e0f-10/traeume-unserer-zweite-realitaet.html

[6] Siehe auch zum Thema Träume das Studium „Das Buch des Propheten Daniel Kap.2,1 - 19".

[7] 2Thes 1,7b-8; Offb 22,18-19; 5Mo 4,2; Spr 30,6; Mt 5,18;Joh 10,35b; 2Petr 1,19-21; 2Petr 2,1-2; Gal 1,6-8; 2Tim 3,16; Jes 55,11; 2Jo 1,9

[8] Offensichtlich führten die Chaldäer das Wort - sie sprachen aramäisch, siehe auch unter Daniel 2,4. im Studium „Das Buch des Propheten Daniel Kap.2,1 - 19".

[9] Siehe auch das Studium „Namen in Gottes Wort"

[10] Vergleiche auch Hesekiel 31,6

[11] Siehe auch „Das Buch des Propheten Daniel Kap.2,20 - 45"

[12] Wikipedia - .Als Weltreiche bezeichnet man Reiche, die sowohl große Teile der jeweils bekannten Welt umfaßten, als auch bedeutenden Einfluss auf die geschichtliche Entwicklung (politisch, geographisch, technologisch, sozial, kulturell, religiös oder sprachlich) hatten. Oft schließt ihr jeweiliges Selbstverständnis den Anspruch ein, entweder die ganze Welt zu beherrschen oder zumindest die größte Macht der Erde zu sein

[13] Siehe „Das Heiligtum Gottes - die Stifthütte, Teil 6, unter „C".

[14] Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier

[15] http://de.wikipedia.org/wiki/Wurzelstock

[16] http://www.digdach.at/produkte/blechseiten/kupfer.html und Siehe „Das Heiligtum Gottes - die Stifthütte, Teil 3 - Das Innere des Vorhofs unter „2c.

[17] Siehe das Studium „Das Heiligtum Gottes - die Stifthütte Teil 4 unter „f" zur Bedeutung der Zahl 7.

[18] Tiefe Ehrfurcht vor Seinem Wort

[19] Erläuterungen zu Zahlen aus: „Was bedeuten die Zahlen in der Bibel?" von Paul F. Kiene. 12 Tagesstunden, Monate, Stämme Israel, Apostel, ...

[20] Die Bibel fordert, in Lauterkeit zu wandeln. Dies hat  mit der reinen Lehre des Evangeliums zu tun, aus der heraus auch die Aussagen im Alten Testament gedeutet werden sollen. Lauterkeit bedeutet Reinheit (2Kor 1,12; 2,17; Phil 1,10; 2,15; 2Petr 3,1, u. a.). Die Bibel spricht daher auch von „läutern" durch das Feuer ( Ps 12,7; Ps 66,10; Jes 48,10; Sach 13,9).

[21] Oder JHWH mein Herr

[22] und Herrscher dieser Erde

[23] http://www.textlog.de/37402.html

[24] http://www.stern.de/politik/ausland/saddam-hussein-er-toetete-wen-er-wollte-506411.html

[25] http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,278273,00.html

[26] Pred 2,26; Spr 1,7; 2,6; 9,10; 14,6; 2Chr 1,9-11; Jes 33,6; 1Kor 12,8; Eph 1,17; Kol 1,9; Kol 2,2-3

   
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