Das Heilige und das Allerheiligste waren durch einen „Scheidevorhang" getrennt. Dies symbolisierte, dass der sündige Mensch keinen Zugang zu Gott haben kann wegen der Sünde des Ungehorsams. Die Gegenwart der Sünde und die Gegenwart Gottes schließen einander aus (1Mo 3,24).

 

Erläuterungen: Für „ HERR"[1] im AT steht im Urtext der Bibel der Gottesname „JHWH" - für „ich bin, der ich bin".Der hebräische Name für Jesus wird,wie es einige Ausleger beschreiben,  Jahuehschua gesprochen. Erläuterungen dazu kann man unter den jeweiligen „Hochzahlen" finden. Im Bibeltext wollen wir um des besseren Verständnisses willen den lateinischen Namen „Jesus"[2] aber belassen. Kursiv geschriebene Texte wurden eingefügt.

 

1) Einleitung

a) Das Allerheiligste wird auch Sprachort genannt

Ps 28,2 + 2Mo 25,22  Höre die Stimme meines (Davids) Flehens, wenn ich zu dir rufe, wenn ich meine Hände aufhebe zum Sprachort deines Heiligtums.... Dort will ich (JHWH) mit dir (Mose-4Mo 7,89) zusammenkommen und mit dir reden von dem Sühnedeckel herab, zwischen den beiden Cherubim, die auf der Lade des Zeugnisses sind, über alles, was ich dir für die Kinder Israels befehlen will.

 

b) Es war ein Ort ohne jegliches Licht.

1Kö 8,12 Damals sprach Salomo: JHWH hat gesagt, er wolle im Dunkeln wohnen.

Jes 45,15    Fürwahr, du bist ein Gott, der sich verborgen hält, du Gott Israels, du Erretter!

 

Gott bleibt sterblichen Menschen unsichtbar (1Tim 6,16). Es gibt einen Grund für diesen Mangel an künstlichem bzw. geschaffenem Licht im Allerheiligsten. In der Offenbarung lesen wir über die zukünftige himmlische Stadt Jerusalem (Hebr 12,22):

Offb 21,23+22,5a       Und die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, dass sie in ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. ...Und es wird dort keine Nacht mehr geben, und sie bedürfen nicht eines Leuchters, noch des Lichtes der Sonne, denn Gott, der Herr, erleuchtet sie;... „Gott ist Licht" (1Joh 1,5).

 

Gott selber ist Licht und will das Licht der Menschen sein (Joh 1,4.9). Das Licht kam durch Seinen eingeborenen Sohn - Seinen einzigartigen Sohn, und darauf wies auch der siebenarmige Leuchter im Heiligtum hin.

 

2) Das Allerheiligste

a) Die Maße des Allerheiligsten

Wie im Studium Teil 4 beschrieben, waren die Maße 10x10x10 Ellen. Das Allerheiligste hatte also die Form eines Würfels, das auch ein Abbild der im Himmel befindlichen Dinge (Hebr. 9,23) ist; ebenso die neue Stadt Jerusalem, die ebenfalls die Form eines Würfels hat (Offb 21,16). Die Maße 3x10 weisen auf die göttliche Fülle im Allerheiligsten hin, wo Mose und der Hohepriester ihren Dienst in hoher Verantwortlichkeit für das Volk vor Gott taten.

 

 

b) Die vier Säulen des Scheidevorhangs

Der Unterschied zu den fünf Säulen im Eingang zum Heiligen:

 

  • die fünf Säulen im Eingang zum Heiligen - aus Akazienholz mit Gold überzogen- deuten auf die von Gott abhängigen Menschen und auch die menschliche Unvollkommenheit hin. Die Standfüße waren aus Kupfer (siehe Studium Teil 4) und verdeutlichten, dass die Gläubigennur durch das Opfer Zugang zum Heiligtum hatten. Die Säulen (2Mo 26,37) hatten goldene Köpfe (2 Mo 36,38). Im Hebräischen wird für Kopf „rö's" geschrieben. Dies bedeutet u. a. Kopf, Haupt, Person, ... und in der Grundbedeutung den „Kopf von Menschen"[3]. Das Wort kann auch wertend gebraucht sein für im Sinne von erste, beste[4]. In 1Kö 7,19 wird das Obere der Säulen als Kapitelle bezeichnet - also als „Kopf" der Säulen[5]. Diese Bedeutung hat es im Allgemeinen auch bei alten Säulenordnungen[6], wobei die Gestaltung der jeweiligen Sinngebung angepasst wird[7].

Im Neuen Testament finden wir eine Erklärung, wer mit „Säulen" gemeint ist. Sie weisen auf die von Gott erlösten Wiedergeborenen[8] hin, die diese Welt überwunden haben (Akazienholz       Gold überzogen) - die Erstlinge für Gott und das Lamm (Offb 14,4).

Offb 3,12  Wer überwindet, den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen, ...

Die Säulen waren als erstes in der Stiftshütte vorhanden; dann folgte der Tempel in Jerusalem, dann unser Herr selbst (Joh 2,21), und jetzt dürfen sogar wir, wenn wir wiedergeboren sind, der Tempel Gottes durch den Heiligen Geist in uns sein (Kor 3,16). Später dann für alle Ewigkeit sind wir eine "Säule" im Tempel Gottes (Offb. 3,12). Welch wunderbare Entwicklung, die Gottes Plan für uns vorgesehen hatte von Anbeginn! Alle Ehre und großer Dank sei Ihm!

Die „Überwinder" werden auf ihren Häuptern einen Siegeskranz (griech. stephanos[9]) tragen, welcher auf den Lohn[10] der Erlösten hinweist, der ihnen zuteil werden wird. In manchen  Übersetzungen wird für „Siegeskranz" „Krone" geschrieben, was jedoch eigentlich nur in Offb 12,3; 13,1; 19,12a (griech. diadäma) passt[11].

Offb 19,12a          Seine (»Des Treuen und des Wahrhaftigen«) Augen aber sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen, ... .

 

  • die vier Säulen

2Mo 26,32   Und hänge ihn an vier Säulen aus Akazienholz auf, die mit Gold überzogen sind und goldene Haken und vier silberne Füße haben.

Die Säulen im Eingang zum Allerheiligsten - ebenfalls aus Akazienholz mit Gold überzogen - weisen dagegen auf die Vollständigkeit in dem hin, was von Gott geschaffen ist - also auf die weltweite Bedeutung.

Von der Bundeslade aus gesehen verdeckte der Vorhang die vier Säulen. Gott der Allmächtige blickt in allem auf Seinen Sohn, dem ER alle Herrlichkeit gegeben hat (Joh 17,5; Mt 25,31). Und Sein Sohn steht vor den Seinen und ist ihr alleiniger Mittler und Fürsprecher.

Bei den vier Säulen im Eingang zum Allerheiligsten wurden an den Säulen keine goldenen Köpfe (Kapitelle) angeordnet (2Mo 26,32)- warum? In der Offenbarung wird das himmlische Urbild des Allerheiligsten beschrieben, dort finden wir den möglichen Hinweis[12].

Offb 4,10-11        so fallen die 24 Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron sitzt, und beten den an, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie werfen ihre Kronen (oder Siegeskränze) vor dem Thron nieder und sprechen: Würdig bist du, o Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen!

 

In der unmittelbaren Nähe der Bundeslade, eines Abbildes des Thrones Gottes, gebührt keinem Menschen die Ehre, sondern nur Gott dem Allmächtigen - so legen sie in Demut und aus Dankbarkeit das Zeichen ihres Sieges dem zu Füßen ab,der sie durch Sein eigenes Blut erworben hat (Apg 20,28). Denn nur Gottes Sohn - dem König aller Könige" - dem Treuen und dem Wahrhaftigen - auf seinem Haupt sind viele Kronen, und Gott dem Vater gebühren Lob und die Ehre und der Ruhm und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! (Offb 19,11b, 12a; 19,16; 5,13b). Denn die Erlösten im Herrn können von sich aus nichts tun (Joh 15,5):

Phil 2,13  denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.

 

Das Allerheiligste wurde auch „Sprachort" genannt, weil es der Ort war, an dem Mose viele Anweisungen empfing (2Mo 25,22). Die Bibel ist heute „der Ort", an dem wir die Aussprüche Gottes finden (Röm 3,2; Hebr 5,12; 1Petr 4,11). Die Bibel ist Gottes Wort - eine weltweite Botschaft. Gott hat die, die ihr Leben ganz Seinem Sohn, unserem Herrn und Heiland übergeben haben, vollständig erneuert (Kol 3,10; Eph 4,24) und „durch ihn haben wir Zutritt zu dem Vater in {einem} Geist"(Eph 2,18). Die silbernen Standfüße sind ein Bild dafür, dass unser Heiland der feste Grund ist, der für uns gelegt ist (1Kor 3,11).

 

 

c) Der innere Vorhang mit den Cherubimgestalten

2Mo 26,31-33      Du sollst auch einen Vorhang anfertigen aus blauem und rotem Purpur und Karmesin und aus gezwirntem Leinen, und sollst Cherubim in kunstvoller Arbeit hineinwirken. Und hänge ihn an vier Säulen aus Akazienholz auf, die mit Gold überzogen sind und goldene Haken und vier silberne Füße haben. Und hänge den Vorhang unter die Klammern. Und die Lade des Zeugnisses sollst du innerhalb des Vorhangs setzen; und der Vorhang soll für euch eine Scheidewand sein zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten.

 

Der farbenprächtige Scheidevorhang mit den eingewirkten Cherubim befand sich wie der Vorhang zum Vorhof und zum Heiligen in Richtung Osten[13]. Die Farben des Scheidevorhanges waren gleich den Vorhängen des Vorhof- und Heiligtumeinganges (siehe Studium Teil 2 und 3) sowie den Cherubimzeltbahnen (siehe Studium Teil 4). Sie sind ein Bild für Herrlichkeit des Gesalbten Gottes (Hebr 8,5; Kol 2,17).

 

  • Blauer Purpur - die Farbe des Himmels oder des Himmlischen,
  • Roter Purpur - Purpur ist das Zeichen höchster Macht,
  • Karmesin erinnert als die Blutfarbe an Sein Leiden und Sterben,
  • Byssus stellt Sein sündloses heiliges Leben dar - Ihn alsden Gerechten.

 

Es wurden keine Cherubim an dem Vorhang des Vorhofs und am Vorhang des Heiligen mit eingearbeitet - aber im Scheidevorhang. Warum? Die Cherubim werden in der Bibel deutlich von den übrigen Engeln unterschieden. Sie erscheinen vor allem dort, wo Gott persönlich gegenwärtig ist und sich in Seiner Herrlichkeit offenbart. Die anderen Engel erscheinen in reiner Menschengestalt und werden nur in Offb. 8,13 und  14,6 als fliegende Engel bezeichnet.

 

d) Die Cherubim

Die Cherubim spielten in der Wohnung JHWHs eine wichtige Rolle. Im zehnteiligen Cherubimteppich, der innersten Umhüllung der Wohnung, und im Scheidevorhang waren sie in Kunstweberarbeit eingewirkt (2Mo 26,1). Sie waren Bestandteil des Sühnedeckels und spiegelten sich in den goldenen Wänden des Heiligtums und des Allerheiligsten.

 

Zum Allerheiligsten - dem „Heiligen der Heiligtümer"[14] - hatte nur der Hohepriester einmal im Jahr Zugang, und zwar am Versöhnungstag[15] , einem Tag der Festversammlung des Fastens (der Buße). Wenn die Priester ins Heiligtum kamen, fiel ihr Blick auf den herrlichen vierfarbigen Vorhang mit den eingewirkten Cherubim und auf die Cherubimbilder, die sich auf den goldenen Wänden spiegelten. Sie erkannten, dass Gott und die Sünde nicht zusammen wohnen können und dass die Cherubim Wächter der Wohnstatt Gottes sind. Ihnen war bewusst, dass der Mensch unrein (Hiob 25,4; Jes 64,5; 1 Joh 1,8) und verderbt (1Mo 6,11-12) ist. Der Vorhang und die sichtbaren Cherubim „verkündigten" den Priestern beständig diese Wahrheit. Der Heilige und Höchste (Joh 10,29a; 14,28b), der allmächtige Gott, der Licht ist, kann keine Gemeinschaft mit Sündern haben, die in geistlicher Finsternis leben.

Spr 4,19    Der Weg der Gottlosen ist dichte Finsternis; sie wissen nicht, worüber sie straucheln.

Jes 60,2    Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und tiefes Dunkel die Völker; aber über dir geht auf JHWH, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

 

Das hebr. Wort KöRUPh (Cherub) bedeutet Viel-seiend (meisterhaft)[16]. In Hes 28,14-15 wird auch von einem gesalbten, schützenden Cherub berichtet, der auf dem heiligen Berge Gottes war und vollkommen erschaffen worden war.

Weitere Beispiele aus der Bibel:

  • Sie bewachten im Garten Eden den Zugang zum Baum des Lebens[17] - 1Mo 3,24
  • JHWH redete vom Sühnedeckelzwischen den beiden Cherubim zu Mose - 4Mo 7,89
  • JHWH, der Herr der Heerscharen thront über den Cherubim - 1Sam 4,4; 2Sam 6,2; Ps 80.2;Jes 37,16
  • Später im Tempel Salomos wurde die Bundeslade in das Allerheiligste unter den Flügeln von zwei zusätzlich gemachten Cherubim gestellt; sie überschatteten mit ihren Flügeln den Gnadenstuhl - 1Kö 6,23-28; 8,7

 

In 1. Chronik 28,18 wird beschrieben, dass David seinem Sohn Salomo auch den Plan für einen Wagen der goldenen Cherubim gab: Er gab ihm auch ein Modell des Wagens, der goldenen Cherubim, die [ihre Flügel] ausbreiten und die Lade des Bundes JHWHs bedecken sollten". Hier ist von einem Wagen die Rede, was eine Erklärung für die Beschreibung der Räder in Hes 1,5-26 sein könnte. Dort werden lebendige Wesen beschrieben, die Hesekiel am Fluss Kebar sah:

Und mitten aus diesem [erschien] die Gestalt von vier lebendigen Wesen, und dies war ihr Aussehen: Sie hatten Menschengestalt. Und jedes von ihnen hatte vier Gesichter, und jedes von ihnen hatte vier Flügel. Ihre Füße standen gerade, und ihre Fußsohlen glichen der Fußsohle eines Kalbes, und sie funkelten wie der Schimmer von blankem Erz. Unter ihren Flügeln befanden sich Menschenhände an ihren vier Seiten, und alle vier [Seiten] hatten ihre Gesichter und ihre Flügel. Ihre Flügel waren miteinander verbunden; wenn sie gingen, wandten sie sich nicht um; jedes ging gerade vor sich hin. Ihre Gesichter aber waren so gestaltet: [vorn] das Gesicht eines Menschen[18]; auf der rechten Seite, bei allen vieren, das Gesicht eines Löwen[19]; zur Linken, bei allen vieren, das Gesicht eines Stieres[20]; [hinten] aber hatten alle vier das Gesicht eines Adlers[21]. Ihre Gesichter aber und ihre Flügel waren nach oben ausgebreitet; je zwei [Flügel] waren miteinander verbunden, und zwei bedeckten ihre Leiber. Und jedes ging gerade vor sich hin; wo der Geist hingehen wollte, da gingen sie hin; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen. Und dies war die Gestalt der lebendigen Wesen: Ihr Aussehen war wie brennende Feuerkohlen, wie das Aussehen von Fackeln; und [die Feuerkohle] fuhr zwischen den lebendigen Wesen hin und her; und [das Feuer] hatte einen strahlenden Glanz, und von dem Feuer gingen Blitze aus. Die lebendigen Wesen aber liefen hin und her, so dass es aussah wie Blitze. Als ich nun die lebendigen Wesen betrachtete, siehe, da war je ein Rad auf der Erde neben jedem der lebendigen Wesen, bei ihren vier Gesichtern. Das Aussehen der Räder und ihre Gestaltung war wie der Schimmer eines Chrysolith[22], und alle vier hatten die gleiche Gestalt. Sie sahen aber so aus und waren so gemacht, als wäre ein Rad mitten in dem anderen Rad. Wenn sie gingen, so liefen sie nach ihren vier Seiten hin; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen. Und ihre Felgen waren hoch und furchtgebietend; und ihre Felgen waren voller Augen ringsum bei allen vier. Und wenn die lebendigen Wesen gingen, so liefen auch die Räder neben ihnen, und wenn sich die lebendigen Wesen von der Erde erhoben, so erhoben sich auch die Räder. Wo der Geist hingehen wollte, da gingen sie hin, wohin der Geist gehen wollte; und die Räder erhoben sich vereint mit ihnen, denn der Geist des lebendigen Wesens war in den Rädern. Wenn jene gingen, so gingen auch sie, und wenn jene stillstanden, standen auch sie still; und wenn jene sich von der Erde erhoben, so erhoben sich auch die Räder vereint mit ihnen; denn der Geist des lebendigen Wesens war in den Rädern. Und über den Häuptern des lebendigen Wesens befand sich etwas, das der Himmelsausdehnung glich, wie der Anblick eines Kristalls[23], ehrfurchterregend, ausgebreitet oben über ihren Häuptern. Und unter der Himmelsausdehnung waren ihre Flügel ausgestreckt, einer zum anderen hin: jedes hatte zwei Flügel, womit sie ihre Leiber auf der einen Seite, und zwei, womit sie sie auf der anderen Seite bedeckten. Und ich hörte das Rauschen ihrer Flügel wie das Rauschen großer Wasser und wie die Stimme des Allmächtigen. Wenn sie gingen, so gab es ein Geräusch wie das Getümmel eines Heerlagers; wenn sie aber still standen, ließen sie ihre Flügel sinken. Und es kam eine Stimme oben von der Himmelsausdehnung her, die über ihren Häuptern war; wenn sie still standen, ließen sie ihre Flügel sinken. Und oberhalb der Himmelsausdehnung, die über ihren Häuptern war, war das Gebilde eines Thrones, anzusehen wie ein Saphirstein[24]. Oben auf dem Gebilde des Thrones aber saß eine Gestalt, anzusehen wie ein Mensch".

Erst später erkannte Hesekiel, dass diese lebendigen Wesen Cherubim waren:

Hes 10,19-20       Da schwangen die Cherubim ihre Flügel und erhoben sich von der Erde bei ihrem Wegzug vor meinen Augen, und die Räder, die mit ihnen vereint waren. Aber beim Eingang des östlichen Tores am Haus JHWH's blieben sie stehen, und oben über ihnen war die Herrlichkeit des Gottes Israels. Es war das lebendige Wesen, das ich am Fluss Kebar unter dem Gott Israels gesehen hatte; und ich erkannte, dass es Cherubim waren.

 

Über den Häuptern der Cherubim, die mit den Rädern verbunden waren, befand sich etwas, das der Himmelsausdehnung glich. Und oberhalb der Himmelsausdehnung war das Gebilde eines Thrones, auf dem eine Gestalt saß, anzusehen wie ein Mensch.

Dan 7,13   Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen; und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht.

Offb 4,1-3 Nach diesem schaute ich, und siehe, eine Tür war geöffnet im Himmel; und die erste Stimme, die ich gleich einer Posaune mit mir reden gehört hatte, sprach: Komm hier herauf, und ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen muss! Und sogleich war ich im Geist; und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß Einer. Und der darauf saß, war in seinem Aussehen einem Jaspis- und einem Sardisstein[25] gleich; und ein Regenbogen war rings um den Thron, der glich in seinem Aussehen einem Smaragd.

 

So lässt sich die Aussage: JHWH der Heerscharen (1Sam 4,4; 2Sam 6,2; Ps 99,1) der über den Cherubim thront" und Er gab ihm (David) auch ein Modell des Wagens, der goldenen Cherubim, die [ihre Flügel] ausbreiten und die Lade des Bundes JHWHs bedecken sollten" (1Chr 28,18b), besser verstehen. Da die Räder mit den Cherubim verbunden waren, wird der Wagen auch Thronwagen genannt - Ps 18,11 Er (JHWH - Verse 7-10) fuhr auf dem Cherub und flog daher, er schwebte auf den Flügeln des Windes."

 

In der Offenbarung Offb 4,7-8werden ähnliche Geschöpfe, die anbeten, beschrieben. Sie scheinen aber eine Kombinationder Funktion, Wesensart und Eigenschaften der Cherubim und Seraphim zu sein:

Die Seraphim (Jes 6,2-3):

  • haben ein Angesicht und gleichen einem jungen Löwen, Stier, Adler und Menschen
  • rufen: Heilig, heilig, heilig ist JHWH der Heerscharen und in der Offenbarung Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott der Allmächtige, der war und der ist und der kommt! - also ständige Anbeter
  • haben sechs Flügel und sind ringsherum und inwendig voller Augen.

Die Cherubim (Hes 1,5-26):

  • haben vier Gesichter - eines jungen Löwen, Stiers, Adlers und Menschen.
  • haben vier Flügel, und ihre Augen sind in den Felgen der Räder

Es ist ihnen gemeinsam  das Bild eines Löwen, Stiers, Adlers und Menschen (siehe auch unter den Hochzahlen 13-16) sowie die Augen und Flügel; jedoch haben sie eine andere Wesensart.

 

 

3) Der Inhalt des Allerheiligsten

a) Der Sühnedeckel auf der Bundeslade

2Mo 25,17-22 Du sollst auch einen Sühnedeckel aus reinem Gold anfertigen; zweieinhalb Ellen soll seine Länge und anderthalb Ellen seine Breite sein. Und du sollst zwei Cherubim aus Gold anfertigen; in getriebener Arbeit sollst du sie machen, an beiden Enden des Sühnedeckels, so dass du den einen Cherub am einen Ende machst und den anderen Cherub am anderen Ende; aus einem Stück mit dem Sühnedeckel sollt ihr die Cherubim machen an den beiden Enden. Und die Cherubim sollen ihre Flügel darüber ausbreiten, dass sie mit ihren Flügeln den Sühnedeckel beschirmen, und ihre Angesichter sollen einander zugewandt sein; die Angesichter der Cherubim sollen auf den Sühnedeckel sehen. Und du sollst den Sühnedeckel oben über die Lade legen und das Zeugnis, das ich dir geben werde, in die Lade tun. Dort will ich mit dir zusammenkommen und mit dir reden von dem Sühnedeckel herab, zwischen den beiden Cherubim, die auf der Lade des Zeugnisses sind, über alles, was ich dir für die Kinder Israels befehlen will.

Der Sühnedeckel mit den zwei Cherubim war, wie der goldene Leuchter, aus einem Stück getrieben - so waren die Cherubim untrennbar mit dem Sühnedeckel verbunden.

Sie sind die Enthüllung der heiligen Gegenwart und Unnahbarkeit Gottes (z. B. 1Mo 3,24) Ihre Flügel überschatteten die Lade JHWHs, sie sind Hüter Seiner Gerechtigkeit.

 

Der Sühnedeckel hat für Gottes Volk wohl die „lebenswichtigste" Bedeutung.

Das hebr. Wort für Sühnedeckel ist „kapporeth"[26]. Es hat die Bedeutung von „die Sünden bedecken" oder „versöhnen". Sünde ist die Auflehnung gegen Gottes Willen - also Ungehorsam gegen Gottes Wort und der Eigenwille des Menschen. Da Gott der Allmächtige keinem Sünder ewiges Leben in Seinem Reich  geben kann (Röm 5,12; 6,23), hat Gott (IHN) zum Sühnopfer (1) bestimmt, [das wirksam wird] durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren (Röm 3,25)
(1) Schlachter 2000 Fußnote c) : od. zur Sühnung. Das hier verwendete „hilasterion" bezeichnet auch den Sühnedeckel auf der Bundeslade.

 

 

Ein „Sühneort" ist ein Mittel, durch das der Gerechtigkeit Genugtuung widerfährt, Gottes Zorn abgewendet wird und dem Sünder aufgrund eines annehmbaren Opfers Gnade erwiesen werden kann.

Joh 3,36   Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt (1), der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.

(1) Schlachter 2000 Fußnote c): oder sich weigert, dem Sohn zu glauben.

1Jo 1,7b    ... das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.

3Mo 17,11    Denn das Leben des Fleisches ist im Blut, und ich habe es euch auf den Altar[27] gegeben, um Sühnung zu erwirken für eure Seelen. Denn das Blut ist es, das Sühnung erwirkt für die Seele.

 

Wenn jemand sagt: "Gott nimmt Dich an, wie Du bist" oder „Du kannst niemals tiefer fallen als in Gottes Hände", verkündigt er so nur einen Teil des Evangeliums vom Sohn Gottes. Gottes Wort ist aber unteilbar! Das Evangelium spricht zwar von Seiner Liebe, die ER erzeigt hat, indem Er für unsere Rettung starb; es spricht aber auch vom Zorn Gottes und des Lammes über alles ungerechte Wesen. Wer dies nicht verkündet, verändert Gottes Wort und erklärt das Opfer Seines Sohnes und den unbedingten Gehorsam (Röm 5,19; 6,17) Seinem Wort gegenüber für unnötig. So bleibt die Rettung vor dem Zorn Gottes aus[28] (Mt 7,21). Nur wer sein Leben Gottes eingeborenem Sohn in allem Gehorsam übergibt, und von neuem geboren wird"wiedergeboren durch das Wort Gottes" (Joh 3,3), das heißt „ (1Petr 1,3.23), wird das ewige Leben erlangen (Joh 17,3; Röm 6,23;Hes 18,21).

Lk 13,5     ... wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auch so umkommen!

Apg 3,19   So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung vom Angesicht des Herrn kommen

 

Der Sühnedeckel ist dasBild für unseren Heiland Jahuehschua. ER kam, um für die Sünden des Volkes zu sühnen (Hebr. 2,17) - gehorsam bis in den Tod. ER ist jetzt unser Fürsprecher (1Jo 2,1-2)an Gottes Thron, der unsere Sünden zudeckt (Röm 4,7; 1Petr 2,24; Mi 7,19) - unser „Sühnedeckel". Dies konnte kein anderer Hoherpriester je tun - ER allein brachte sich selbst als sündloses Opfer dar.

  • Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden (1Petr 2,24).
  • Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: Christus (1Kor 5,7b).
  • Siehe auch Gal 3,13; 1Petr 3,18; Jes 53,5; Röm 4,25; 1 Joh 3,5
  •  

Beachten wir dringend und forschen in Gottes Wort nach, wie „lebenswichtig" auch unser einfacher Gehorsam ist (siehe auch[29]), um in das Bild unseres Herrn und Heilandes umgestaltet zu werden (2Kor 3,18).

 

Die Priester am Heiligtum sind uns in gewisser Weise auch als ein Vorbild gegeben: Und Aaron und seine Söhne taten alles, was JHWH durch Mose geboten hatte" (3Mo 8,36).

 

Wir müssen:

  • von unserem bisherigen sündigen, gottfernen Leben umkehren und ein Gott zugewandtes Leben in Hingabe führen,
  • an unseren Heiland, Erlöser und Fürsprecher glauben, unsere Sünden bekennen, Sein Opfer für unsere Sünden annehmen (Röm 3,25), an Seinem Wort festhalten und IHM gehorsam sein.

 

Der Sühnedeckel war der Ort, an dem Gott mit dem Menschen in zweifacher Weise zusammentraf:

  • Aaron, der Hohepriester und Vertreter des Volkes vor Gott, trat mit dem Opferblut ins Allerheiligste, um es gegen den Sühnedeckel zu sprengen (3Mo 16,14-15)
  • Moses, der Gesandte und Knecht Gottes, empfing dort die Mitteilungen Gottes für das Volk (2.Mose 25,22).

Ein Bild für Gottes eingeborenen Sohn - den Messias

Hebr 3,1b-2 ... betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Christus Jesus, welcher dem treu ist, der ihn eingesetzt hat, wie es auch Mose war ...

 

 

b) Die Beschreibung der Bundeslade und ihr Inhalt

2Mo 25,10-16      Und sie sollen eine Lade aus Akazienholz anfertigen, zweieinhalb Ellen soll ihre Länge sein, anderthalb Ellen ihre Breite und anderthalb Ellen ihre Höhe. Die sollst du mit reinem Gold überziehen, inwendig und auswendig sollst du sie überziehen; und mache ringsum einen goldenen Kranz daran. Du sollst auch vier goldene Ringe für sie gießen und sie an ihre vier Ecken setzen, und zwar so, dass zwei Ringe auf der einen Seite und zwei Ringe auf der anderen Seite sind. Und stelle Tragstangen aus Akazienholz her und überziehe sie mit Gold, und stecke die Tragstangen in die Ringe an den Seiten der Lade, dass man sie damit tragen kann. Die Tragstangen sollen in den Ringen der Lade bleiben und nicht daraus entfernt werden. Und du sollst das Zeugnis, das ich dir geben werde, in die Lade legen.

Hebr 9,4   ... die Bundeslade, ..., und in dieser war der goldene Krug mit dem Manna und der Stab Aarons, der gesprosst hatte, und die Tafeln des Bundes;

 

Die Bundeslade in der Stiftshütte war - wie der Sühnedeckel - aus Akazienholz und mit Gold überzogen. Das weist auch - wie u. a. beim Räucheraltar und dem Sühnedeckel - auf Gottes Sohn als wahren Menschen und wahren Gott hin. Das Maß „anderthalb Ellen[30]" finden wir in den Studien Teil 4 und 5. Es ist das gleiche Maß, das die Höhe des Räucheraltars und das Gitter des Brandopferaltars im Vorhof hatten. Dieses Maß weist auf das Opfer unseres Heilands und Erlösers und auf unseren Fürsprecher und Hohenpriester hin. Rings um die Lade war ein goldener Kranz angebracht (Vers 11), der von der erhabenen Herrlichkeit Christi (Hebr 2,7; Joh 17, 24a; Offb 19,12) spricht (ein gleicher Kranz umgab auch den goldenen Altar und den Schaubrottisch).

Die vier goldenen Ringe und die zwei goldenen Tragstangen sind ein wunderbarer Ausdruck für die Liebe Gottes, die uns trägt.

 

Die Bundeslade wird in der Bibel auch beschrieben als „Lade des Zeugnisses" (2Mo 25,22); „Lade des Bundes JHWHs" (4Mo 10,33); „die Bundeslade des Herrn der ganzen Erde" (Jos 3,11); „Lade JHWHs" (Jos 3,13); „Lade Gottes" (1Sam 4,11); „die heilige Lade" (2Chr 35,3); „Lade Deiner Macht" (Ps 132,8); „die Lade Seines Bundes" (Offb 11,19).

Die Lade war ein Abbild der im Himmel befindlichen Dinge - eine Nachbildung des wahrhaftigen Heiligtums(Hebr 9,23a+24a):

Offb 11,19            Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde sichtbar in seinem Tempel....

 

Die Bundeslade ist das Zeichen des Bundes zwischen JHWH und Israel, den der Engel

JHWHs mit ihnen ewiglich geschlossen hatte (Ri 2,1). Sie gibt einen Hinweis auf den Messias und das ewige Heiligtum (Hes 37,26; Hebr 8,8-10; 9,15).

 

Die Bibel berichtet über 3 Bundesladen

  • Als Mose auf den Berg Sinai stieg, um zum zweitenmal von JHWH auf zwei steinernen Tafeln die 10 Gebote zu empfangen, hatte er zuvor eine Lade aus Akazienholz gefertigt, um sie dort hineinzulegen (5Mo 10,1-5). Die ersten Tafeln waren angesichts des Götzendienstes des Volkes zerbrochen worden (2Mo 32,19).
  • Für die Stiftshütte fertigte Bezaleel eine Lade aus Akazienholz an und überzog sie nach Gottes Anweisung inwendig und auswendig mit Gold (2Mo 37,1-2)
  • Die Offenbarung berichtet über die himmlische Lade Seines Bundes (11,19).

 

Die Lade und ihr Inhalt wiesen auf Gottes eingeborenen Sohn hin, weil der erste Bund nicht vollkommen war - er war als eine Vorbereitung auf das Kommen des Messias zu verstehen.

Der erste Bund basierte auf dem Versprechen des Menschen zum Gehorsam (2.Mose 19,8; 2. Mose 24,7), und deshalb konnte er nicht lange bestehen. Der Neue Bund ist vom Anfang bis zum Ende eine Auflistung dessen, was Gott zu tun versprochen hat, und darin liegt die Stärke dieses Bundes[31] - des ewigen Bundes (Mt 26,28).

Hebr 8,10 sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben; und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein[32].

In der Bundeslade[33] befanden sich:

  • Die zwei Tafeln mit den 10 Geboten = NT „das Wort Gottes" (Joh 1,1-14)
  • Der Stab Aarons = NT „unser Hoherpriester, der inmitten des Thrones Gottes ist" (Hebr 9,11; Offb 7,17a).
  • Das Manna = NT: „das Brot des Lebens" (Joh 6,35)

Das Allerheiligste und damit auch die Bundeslade sind ein Abbild des Himmlischen und daher des Gerichts (2Mo 25,22; Jak 2,10; Offb 20,12), der Versöhnung (2Kor 5,18) und der Speise zum ewigen Leben (Joh 6,27).

 

 

c) Die Tafel mit den zehn Geboten

Die Zehn Gebote stehen in 2Mo 20,2-17; 5Mo 5,6-21. Sie werden im AT „die Worte des Bundes" (2Mo 34,28) oder „die Zehn Worte" (2Mo 34,28; 5Mo 4,13; 10,4)genannt und heißen in der griech. Übersetzung  „Dekalog" (griech. deka »Zehn« und logos »Wort«[34]). Im NT werden sie „Gebote" (griech. entole[35]) genannt (Mt 19,17; Röm 13,9). Die zweiten Tafeln wurden nach der Herstellung der Lade dort hineingelegt. Nur mit Blick auf das wahre Opferlamm - Seinen geliebten Sohn, den Messias, der das Gegenbild der Lade ist, konnte Gott weiterhin in der Mitte Seines Volkes wohnen.

Die Bedeutung der Lade ist für uns ein Bild von größter Wichtigkeit, denn sie ein Bild unseres Heilandes und Erlösers, den unsere Seele liebt (Hoheslied 3,2-4; 5Mo 13,4b).

 

d) Das Manna

2Mo 16,14-15 Und als der Tau aufgestiegen war, siehe, da lag etwas in der Wüste, rund und klein, so fein wie der Reif auf der Erde. Das Manna - die wunderbare Nahrung des Volkes Gottes. Und als es die Kinder Israels sahen, sprachen sie untereinander: Was ist das? (1) denn sie wussten nicht, was es war. Mose aber sprach zu ihnen: Dies ist das Brot, das euch JHWH zur Speise gegeben hat!
(1) Schlachter 2000- Fußnote d) zu 2Mo 16,15: hebr. man hu; daher der Name des Brotes man (gr.»Manna«).
2Mo 16,31+33      Und das Haus Israel gab ihm den Namen Manna. Es war aber wie Koriandersamen, weiß, und hatte einen Geschmack wie Honigkuchen. ...
Und Mose sprach zu Aaron: Nimm einen Krug und fülle einen Gomer[36] voll Manna hinein und stelle es vor JHWH, zur Aufbewahrung für eure Nachkommen!

Dieser goldene Krug, der das Manna enthielt, wies auf dreierlei hin:

  • Die Treue Gottes, die während vierzig Jahren Sein Volk auf der Reise durch die Wüste genährt hat. „Du sollst an den ganzen Weg gedenken ..." (5.Mose 8,2a).
  • Gottes Volk sollte lernen, dass Er es mit dem täglich Lebensnotwendigen versorgt hatte (2Mo 16,17-24). Dies gilt auch für uns heute (Phil 4,6; 1Petr 5,6; Mt 6,34)
  • Er diente zur Vorausschau auf den Messias, der als lebendiges Brot, als Nahrung für Sein Volk „in der Wüste" vom Himmel herabgestiegen ist, um der Welt das ewige Leben zu bringen (Joh. 6,31-35.58; 1Kor 10,3-4). Offb 2,17a Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna zu essen geben. Der Messias selbst hat unsichtbare Gemeinschaft mit denen, die die Welt überwinden (Joh 6,51; 14,23)

 

e) Der Stab Aarons

4Mo 17,25              JHWH aber sprach zu Mose: Trage den Stab Aarons wieder vor das Zeugnis, dass er aufbewahrt wird als ein Zeichen für die Widerspenstigen, damit ihr Murren vor mir aufhört und sie nicht sterben müssen!

Wie unter Teil 5 „Die Ausstattung des Heiligtums und ihre Bedeutung - der goldene Leuchter" beschrieben, erinnern die Mandelblüten an die Erwählung Aarons als Hohenpriester, dessen Fürstenstab ausgeschlagen, Blüten getrieben und reife Mandeln getragen hatte (4Mo 17,17-23). So gab JHWH dem „toten Stab" Aarons „Leben". Der Mandelblütenbaum ist der erste Baum in Israel, der blüht und Früchte bringt (s. Fußnote Schlachter 2000 zu Jer. 1,11). Die weiße Blüte der Süßmandel[37] kündigt neues Leben nach dem „Wintertod" an. Sie weist auf unseren Hohenpriester hin, der dem Tod die Macht genommen hat und als Erstling aus den Toten auferweckt wurde (1Kor 15,20).Er erhielt einen neuen verherrlichten Leib (Joh 20,26; Offb 1,12-16).

Hier sei noch erwähnt, dass der Stab, obwohl er in der Lade lag, als Zeugnis weiter blühte. So ist unser Herr Jahuehschua Hoherpriester in Ewigkeit (Hebr 7,17; 13,8).

 

 

4) Schlusswort

Das Wort Gottes lag in der Lade des Zeugnisses. Mögen wir dem Vorbild unseres Herrn und Heilandes folgen (Joh 13,15a), dass Sein Wort durch uns verkündet wird und lebt, damit dieses neues göttlichen Leben erzeugen kann (Sach 4,6b).

Möge uns im Lichte dieses Studiums Gott der Allmächtige wieder auf den richtigen Weg der Nachfolge leiten, damit wir Sein Wesen ausstrahlen - Seine Herrlichkeit (Joh 17,22a).



[1] HERR im AT: Unter 1Mo 2,4 erklärt die Schlachter 2000 Bibel: HERR = hebr. Jahweh ... JHWH".  Aus Wikipedia: JHWH: Das Tetragramm (Vierfachzeichen) JHWH ist die lateinische Umschrift der hebräischen Schreibweise des Gottesnamens hwhy [(hebräische Konsonanten (Mitlaute) Jod (י‎), He (ה‎), Waw (ו‎), He (ה‎)], von rechts nach links gelesen. Dem Konsonant w (waw) kann auch der Vokalwert o und u gegeben werden. Wahrscheinlich hat man JHWH, Jahweh oder Jahueh ausgesprochen, siehe auch Offb 3,8 „hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet". http://www.fossilizedcustoms.com/Name_Deutsch.htm. Das „h" am Ende ist ein Stützkonsonant (Mitlaut), der nur nötig ist,weil der letzte Laut ein Vokal (Selbstlaut) ist. Die Namen der Propheten im AT sind ein Beispiel für die Schreibweise: z. B. Jeremia = hebr. JirMöJa'Hu  = Jahu erhöht -s. Jer. 15,16 Fußnote zu Schlachter 2000: „denn dein Name wurde über mir ausgerufen". Anmerkung  „Schlachter 2000" zu Richter 8,33: »Baal (= Herr) des Bundes«, ein kanaanitischer Götze. In Hosea 2,18 -19 verkündet JHWH (oder Jahueh): „An jenem Tag wird es geschehen, spricht JHWH, dass du mich »mein Mann« (Jes 54,5) und nicht mehr »mein Baal« (mein HERR) nennen wirst; und ich werde die Namen der Baale aus ihrem Mund entfernen, dass an ihre Namen nicht mehr gedacht werden soll". Herr im NT = griechisch Kyrios

[2] Jesus - Die Schlachterbibel 2000 erklärt unter Matth. 1,21 „Jesus ist die gr. Umschrift des hebr. Jehoschua; dieser Name bedeutet »Der HERR ist Rettung«. (Anmerkung PS: Wikipedia: griechisch Ἰησούς = Iēsoûs, lateinisch Jesus). Anmerkung unter 1Mo 2,4 : HERR = hebr. Jahweh - JHWH". Hebräisch „schua" bedeutet „Rettung „ Gottes Sohn war Hebräer und Sein Name wird im Hebräischen (Kurz oder Langform, je nach Auslegung) Jahschua, Jahuschua, Jahuehschua (Jahueh ist „schua"  = Rettung) gesprochen. Er, der den Namen des Vaters in sich trägt (2.Mose 23,20 21; 1.Kor. 10,4; Joh. 5,43; 14,9; Kol 2,9). Die traditionelle Deutung des Namens als „Gott ist Rettung / Hilfe /Erlösung" rechnet mit einer Abstammung des Namens aus der Zusammensetzung von jhw und šuaʿ („um Hilfe rufen") - M. Noth. Die Israelitischen Personennamen, Stuttgart, 1928 (zit. in : HAL (Hebräisches und AramäischesLexikon) Eintrag zu וֹשׁוּע‎); Joshua in: EB (Encyclopedia Biblica). AusOffb 3,8: „ ...und (du) hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet". „Der Name über alle Namen" (Philipper 2,9)

[3] Elberfelder Studienbibel mit sprachlichem Schlüssel: 1Sam 17,5.38.51.54; 2Sam 4,7; Hl 5,2.11; Jes 1,6; Jon 4,6.8

[4] Elberfelder Studienbibel mit sprachlichem Schlüssel: Ps 137,6; Hl 4,14; Hes 27,22

[5] Kapitell (lat. capitellum = Köpfchen) Kopf von Säulen, Pfeilern, Pilaster am Treffpunkt von Stütze und Last. Siehe auch 1Kön 7,19 (http://www.uelze.de/wiki/Kapitell)

[6] http://www.unicus.at/kapitelle_von_saeulen,kapitelle.html

[7] 1Kön 7,19; Jer 52,22; 2Kön 25,17

[8] Offb 3,4-5; 1Petr 1,3.23

[9] Griechisch / Deutsch Strong Lexikon: ein aus Zweigen oder anderem Material geflochtener Kranz, Zeichen d. Würde, d. Ehre oder d. Ruhms; aber auch Schmuckgegenstand zur Zierde. Auch der Siegeskranz d. d. Siegern

[10]Offb 2,10;Offb 3,11; Jak 1,12;1Kor 9,25; 1Thes 2,19; 2Tim 4,8; 1Petr 5,3-4

[11] Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier

[12] Denn Gottes Wort legt sich selber aus

[13] Die Himmelsrichtung „Osten" spielt in der Bibel eine z. T. wichtige Rolle. Der Garten Eden befand sich im Osten (1Mo 2,8). Östlich vom Garten Eden lagerten die Cherubim, um den Baum des Lebens zu bewachen. Wie der Blitz vom Osten ausfährt, so wird die Wiederkunft unseres Heiland und Erlösers geschildert (Mt 24,27). ER wird als das Licht, das den Tag ankündigt und als der Morgenstern beschrieben (2Petr 1,19; Lk 1,78). Er ist die Sonne der Gerechtigkeit (Mal 3,20). Im Osten geht die Sonne auf (4Mo 2,3). Die Herrlichkeit JHWH's wird von Osten kommen (Hes 43,2.4). Gottes Sohn ist es, der das Licht in die geistliche Finsternis dieser Welt durch Seine Nachfolger bringt: „Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt (Joh 9,5). Jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts! Eph 5,8b. (Mt 5,14)

[14] Wikipedia;: de.wikipedia.org/wiki/Jerusalemer_Tempel (Hebräisch: Kodesh HaKodashim - wörtlich „das Heilige der Heiligtümer

[15] Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier-  Hebräisch  jom hakkippurim, neuhebr. jom kippur:- der 10. Tag des 7. Monats (Tischri = September/Oktober).

[16] http://www.bibelthemen.eu/bibelthemen/engel.pdf

[17] Schlachter 2000- Fußnote f) zu 1Mo 3,24: Engelwesen, die u. a. die Aufgabe haben, das, was Gott heilig ist,

vor Missbrauch und Entweihung zu schützen.

[18] Ein „Angesicht" - Mensch / Menschensohn - durchaus ein Bild für die Intelligenz / Weisheit / geistgeführt (Hes 1,20)

[19]Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier: U. a. wird „Löwe" im übertragenen Sinn als ein Sinnbild gebraucht für das Volk Israel (4Mo 24,9) und die Stämme Juda (1Mo 49,9), Gad (5Mo 33,20) und Dan (V. 22). Gott als Richter wird mit einem Löwen verglichen (Jes 38,13; Hos 5,14; 13,8), und Christus heißt in Offb 5,5 der Löwe. Außerhalb dieses Themas wird er auch als Gefahr für den Menschen gesehen (Ps 22,14; Jes 5,29; 1Petr 5,8). Der Löwe ist im Allgemeinen ein Bild für die Stärke.

[20] http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=1286 - Der Stier steht bildlich für geduldig und beständig ausgeübte Kraft - für Ausdauer

[21]Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier: Im übertragenen (pos.) Sinn ist der Adler in der Bibel häufig Bild für Stärke (Jes 40,31; u.a). Weiter dient er als Bild der Schnelligkeit (5Mo 28,49; 2Sam 1,23; Hiob 9,26; Jer 4,13; Offb 12,14), als Bild der Vorsorge und des Schutzes Gottes für sein Volk (5Mo 32,11).

[22]Griech. chrysolithos = Goldstein: durchsichtiges Silikat. Der antike Chrysolith ist der heutige Topas (Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier)

[23] Offb 4,6     Und vor dem Thron war ein gläsernes Meer, gleich Kristall; und in der Mitte des Thrones und rings um den Thron waren vier lebendige Wesen, voller Augen vorn und hinten.

[24]Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier: SAPHIR (hebr. sappir ; griech. sappheiros ): Bei diesem Stein handelt es sich wahrscheinlich nicht um unseren Sapier, sondern um den Lapislazuli, einen tiefblauen, undurchsichtigen, oft mit weißen oder metallisch-goldenen Flecken durchsetzten Edelstein. Er war der zweite Stein der zweiten Reihe in der Brusttasche des Hohenpriesters (2Mo 28,18) und ist der zweite Grundstein der Mauer des neuen Jerusalem (Offb 21,19).

[25] Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier:  SARDER (hebr. odäm ; griech. sardios ): Ein rötlicher Stein, wahrscheinlich der heutige Sardis, eine Art Karneol. - Der S. ist der erste Stein der ersten Reihe in der Brusttasche des Hohenpriesters (2Mo 28,17)

[26] Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier zu „Versöhnen, Versöhnung"

[27] Die Stelle, an der das Schlachtopfer vollzogen wird

[28] 2Thess 1,7-8; Offb 22,18-19; 5Mo 4,2; Spr 30,6; Mt 5,18; Joh 10,35; 2Petr 1,19-21; Gal 1,6-8; 2Tim 3,16;

2Jo 9

[29] 2Thess 1,8; Röm 15,18; 2Kor 10.5; Eph 5,6

[30] http://www.zeitundzahl.de/Zahlen.htm - In den Maßen der Lade in 2. Mose 25.10 ist die Zahl der Stämme Israels verborgen. Dies hat mit der hebräischen Zählweise zu tun, die ein geübter Mathematiker schneller verstehen kann. Darum können wir an dieser Stelle nicht darauf eingehen. Da die Lade ein Zeichen des Bundes Israels mit Gott war, ergibt die Erklärung einen Sinn.

[31] Kommentar zum Neuen Testament, W.MacDonald

[32] Hebr 10,16; Hes 11,19-20; 36,26-28; 37,26; Sach 8,8; 2Kor 6,16

[33] aron berit jahwe - Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier

[34] http://www.enzyklo.de/Begriff/Dekalog

[35] Griechisch / Deutsch Strong Lexikon

[36] 1 Gomer, ca. 3,6 Liter - s. Schlachter 2000 - Hohlmaße für feste und flüssige Stoffe

[37] Bittermandel = rosa Blüte

   
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