Hat Gott der Allmächtige es auch sündigen Menschen übergeben, zum Heil und ewigem Leben zu führen, wie in vielen Religionen gelehrt wird? Ist der Mensch wirklich in der Lage zu erkennen, wie er seinen  geistlichen und physischen Mangel beheben kann? Dies kann nur Gottes Wort alleine beantworten. (Vorwort von Paul Sonntag)

 

Mt 11,25-27 Zu jener Zeit begann Jesus[1] und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart hast! Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater; und niemand erkennt den Vater als nur der Sohn und der, welchem der Sohn es offenbaren will.

 

Dieses Wort Jesu ist im Matthäus-Evangelium platziert nach den Weherufen über jene Städte, in denen die meisten Seiner Wundertaten geschehen waren. Gefolgt wird es dann von dem uns allen so gut bekannten Heilandsruf:

Mt 11,28-30 Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken!Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen!Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

 

 

Jedem nun, der das Wort Gottes als das Brot des Lebens erkannt und liebgewonnen hat als das, von dem der Mensch lebt, findet hier sehr schnell heraus, dass Jesus mit dem Wort »Alles« gleichzeitig all unseren Mangel anspricht, der sich in allen Belangen unseres Daseins und unseres Wesens zeigt, all das Unvermögen, die Gottesferne mit all ihren Konsequenzen, die einen Menschen in jeder Hinsicht umgibt.

 

Wir haben alles das nicht, was wir haben sollten. Dafür haben wir von Natur aus das, was wir nicht haben sollten. Wir sind nicht einmal in der Lage, zu erkennen, dass uns alles fehlt und was den heiligen Gott so stört an uns.

Jesus sagt es ja hier: Niemand erkennt den Sohn und niemand erkennt den Vater...

Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, diesen Umstand zu beheben. Diese eine Möglichkeit liegt aber nicht bei uns Menschen. Auch nicht bei den Engeln, auch nicht in Büchern, auch nicht im Gebet, auch nicht in der ›Bekehrung‹, in der eigenen Hinwendung eines Menschen zu Gott. Wir wissen das, aber nicht nur das, - wir haben es vielmehr selber oft genug leidvoll erfahren und müssen dem zustimmen.

 

Im Hohepriesterlichen Gebet hat Jesus es ausdrücklich betont:

Joh 17,1-3 Dies redete Jesus und hob seine Augen zum Himmel empor und sprach: Vater,die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit auch dein Sohn dich verherrliche - gleichwie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, damit er allen ewiges Leben gebe, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus[2], erkennen.

In diesen Worten haben wir nicht nur die Bestätigung unseres Eingangswortes, sondern erneut auch das Wort ›alles‹ vorgefunden.

 

Fest steht also: Ewig lebt nur, wer den Vater und den Sohn erkennt- und: alles ist dem Sohn übergeben. In diesem Wort aus göttlichem Mund: Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden ...sind wir alle zwangsweise inbegriffen, - wir könnten dem nicht entfliehen, auch wenn wir wollten. ›Alles‹ ist und bleibt ›alles‹. Es ist nichts ausgenommen.

Das erinnert uns doch sofort an die Tätigkeit des Heiligen Geistes, wie sie Jesus in Johannes 16 beschreibt:

Joh 16,8-9 Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht; von Sünde, weil sie nicht an mich glauben;

Das ist das Problem, das bleibt, wenn dir nicht klar geworden ist in deinem Leben, dass dem Sohn Gottes alles übergeben worden ist vom Vater. Es bleibt die Sünde. »Die Sünde, dass sie nicht glauben an mich ...« sagt der Sohn, dem alles übergeben ist. Dann hat der Mensch bisher weder den Vater noch den Sohn erkannt. Dann sieht es wohl so aus, dass du mit deinen Sorgen und Problemen selber weiter dahinvegetieren wirst wie bisher. Das wird dir dann gegeben vom Himmel anstelle der herrlichen Erkenntnis: das und alles andere ist dem Sohn Gottes übergeben. Von ›Leben‹ ist dann keine Rede, von ewigem Leben; vom Erkennen des Vaters; vom Erkennen des Sohnes.

 

Der Heilige Geist überführt die Welt von der Sünde: dass sie nicht an Jesus glaubt. Das ist die Tatsache, die jeder zugeben muss, der nicht glauben kann, dass Jesus Christus, dem Sohn Gottes, alles übergeben worden ist vom Vater.

Du wirst dich selber prüfen müssen, ob du wirklich im Glauben stehst.

Jene in der Welt werden permanent überführt davon, dass sie nicht an den Sohn Gottes glauben. Auch die Religiösen, auch viele, die Gottes Wort im Mund führen, es aber im Herzen nicht in allem für wahr halten.

 

 

Geh hin und überprüfe das: geh in die Wirtshäuser, wo man lange beim Wein sitzt, um zu vergessen; in die Spielsalons, wo man außerhalb von Gottes Willen zu Geld kommen will; in die Familien, wo man weint und ›rackert‹ und sich sorgt; ja geh in die Gemeinden, horch den Gesprächen zu, ob dem Sohn alles übergeben wurde ... Geh hin zu den Karriereleitern, die irdischen Reichtum und Ehre und Macht bringen sollen; geh hin in die Sterbekammern und auf die Friedhöfe - was für ein Begriff: ›Fried‹hof! Geh hin in die Gefängnisse, in die Kasernenhöfe. Geh hin, wo du willst, du wirst diesen Glauben beinahe nirgends finden.

Du wirst ihn nur finden, wo der Vater und der Sohn erkannt wurden, und wo einem Herzen klar geworden ist, dass dem Sohn alles übergeben wurde vom Vater.

Horch nur zu bei den Gesprächen um dich her, höre deinem eigenen Gespräch zu -ja horch zu, was aus dem Herzen kommt; bitte Gott, es dir zu zeigen! Höre doch zu, was Menschen einander wünschen, bei der Geburtstagsfeier, bei der Hochzeit, im Krankenhaus, beim Begräbnis ... Woher kommen die Streitigkeiten, woher die Gerichtsprozesse, woher das Raufen um das Erbe; das Laufen, das Rennen um Geld und Ehre, um Macht und Gesundheit.

  • Hilft denn Schnelligkeit?
  • Hilft denn Stärke?
  • Hilft denn geschickt sein?
  • Hilft denn Klugheit - hilft denn Können?

 

Ja, es scheint das alles wohl eine Hilfe zu sein, rein irdisch betrachtet, - relativ gesehen - von Mensch zu Mensch, von Sünder zu Sünder. Da ist mancher besser im Streit und beim Maul-Aufreissen und beim Saufen und beim Übervorteilen anderer. Es scheint wohl so, einer ist tüchtiger als der andere.

Aber bleibt 's denn dabei? Über das Grab hinaus? Und vor allem: Hilft es denn vor Gott?

 

Wie stellt sich das denn alles dar im Licht des Wortes Gottes, dass dem Sohn alles übergeben worden ist vom Vater?

Pred 9,11 Ich wandte mich und sah, wie es unter der Sonne zugeht, dass zum Laufen nicht hilft, schnell zu sein, zum Streit hilft nicht stark sein, zur Nahrung hilft nicht geschickt sein, zum Reichtum hilft nicht klug sein; dass einer angenehm sei, dazu hilft nicht, dass er ein Ding wohl kann; sondern alles liegt an Zeit und Glück.

 

Du weißt genau - es bleibt nichts davon.

 

Im Parallelabschnitt in Lukas 10,22 warnt Jesus sogar Seine ausgesandten Jünger:

Lk 10,20 Doch nicht darüber freut euch, dass euch die Geister untertan sind; freut euch aber lieber darüber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.

 

Es sind nicht die Erfolge, die vor Gott zählen.

Jetzt werdet ihr denken: »Wem sagt er das? Das wissen wir doch! Deswegen sitzen wir ja hier, weil wir an Gott glauben (wollen)«.

 

Aber stelle du dir doch heute einmal ganz gezielt die Frage: »Ist es mir bewusst, dass dem Sohn ALLES übergeben wurde vom Vater?«

Das hat doch gewaltige Auswirkungen in deinem Leben, wenn dir das klar geworden ist! Da wurde dann auch bei dir alles anders, - oder?

 

Frage doch du in jedem Detail danach:

  • Sind da Sorgen in mir? - Sind diese nicht dem Sohn übergeben - vom Vater?
  • Deine und meine Sorgen - nicht dem Sohn übergeben? Oder ist es vielleicht eher so: Deine Sorgen sind wohl vom himmlischen Vater Seinem Sohn übergeben - aber du stimmst dem gar nicht zu!?
  • Dein Morgen, deine Zukunft? Ist sie dem Sohn übergeben oder nicht?
  • Deine Ehe?
  • Deine Einsamkeit?
  • Deine Witwenschaft?
  • ...

 

Mit der Sünde scheint es uns ja wohl leichter zu fallen, mit der erkannten Sünde. Ja, da stimmt der Gläubige gerne zu. Golgatha, - am Kreuz weggetragen ... Gut!

Das ist ja auch so! Man dankt! - Und man geht, man geht weg ... Man vergisst, dass dem Sohn nicht nur die Sünden, sondern alles übergeben wurde vom Vater, alles!

Hast du bedacht, dass das Wort Jesu dir persönlich gilt:

Joh 6,67b Wollt ihr nicht auch weggehen?

 

Viele sind hier innerlich weggegangen, weit weggegangen ... Jeder Schritt davon war zuviel. Sie hatten sich die vermeintlichen Rosinen herausgepickt, wie die Kinder auf dem Markt, von denen Jesus spricht. Sie wollten nicht sehen, sie wollten nicht akzeptieren, dass in ihrem Leben, sowohl im alten sündigen Leben als auch im neuen Leben alles dem Sohn übergeben worden ist vom Vater.

Sie wollten - und sie wollen immer noch - nur ihren kleinen Teil genießen, den sie für wichtig halten. Dabei gehen sie all dessen verlustig, was Gott für sie dem Sohn übergeben hat.

So sagen sie sich: »Sündenvergebung? - Ja, danke!

Ein neues Leben, Wiedergeburt im Sohn Gottes? - Ja, danke!«

 

Aber alles dem Sohn übergeben? Alles?

Im Psalm 14,2 und im Psalm 53,3 betont Gott ausdrücklich:

Ps 14,2; 53,3 Der HERR[3] schaut vom Himmel auf der Menschen Kinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.

 

Es geht darum, in allen Belangen nicht nur nach Gott zu fragen, was schon die meisten nicht mehr tun, sondern vielmehr darin zu wandeln, dass klar zum Ausdruck kommt: Alles ist dem Sohn vom Vater übergeben, - alles!

Das ist das rechte Zeugnis. Vor Gott und Seinen heiligen Engeln und vor den Menschen.

 

Die Taufe hätte es ausgedrückt: Ich bin weg - Er ist da! Ich lebe, doch nun nicht ich, Christus!

Es genügt nicht, nur ein verbales Zeugnis von der Errettung geben zu können, - das ganze Dasein, das ganze Wesen muss durchdrungen sein von der Tatsache, die Jesus uns hier nahe- bringt:

MIR ist alles übergeben! Vom Vater!

Die Frage an dich ist: Hast denn auch du alles dem Sohn übergeben?

  • Deine (?) ›Weisheit‹?
  • Deine (?) ›Stärke‹?
  • Dein (?) ›Geld‹?
  • Deine (?) ›Zeit?

 

Wir reden hier ja von Gottes Weisheit, die dir in Christus geworden ist, nicht von deiner ursprünglichen menschlichen Weisheit, Stärke und sonstigen Mitteln, deren du dich früher rühmtest. So dumm ist ja keiner von uns, sich noch menschlicher Weisheit oder Stärke zu rühmen.

Nein, wir reden bereits von dem, was dir im Reich Gottes zuteil wurde. Von dem, wovon Jesus sagt: »Ich gebe nicht, wie die Welt gibt«.

 

Überlege dir das genau: Der Vater hat dem Sohn alles übergeben ... Wie also sollte der Sohn nicht alles verwalten? Das ist doch die einzig heilsame Möglichkeit.

Würde der Sohn uns jetzt etwas davon abgegeben, so dass wir es nehmen und weggehen könnten damit und uns dessen brüsten und rühmen, - dann wäre doch wieder alles verloren und umsonst gewesen.

 

Wie sagt der Heilige Geist durch Paulus zu den Korinthern?

2Kor 11,3 Ich fürchte aber, es könnte womöglich, so wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, auch eure Gesinnung verdorben [und abgewandt] werden von der Einfalt gegenüber Christus.

 

Zu den Galatern sagt er:

Gal 4,11 Ich fürchte um euch, dass ich am Ende vergeblich um euch gearbeitet habe.

 

Für Gott gilt: der Sohn hat alles erhalten, und es verbleibt alles bei Ihm und in Ihm. Hier wird auch das Wort klar:

Joh 3,27 Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann sich nichts nehmen, es sei denn, es ist ihm vom Himmel gegeben.

Und vom Himmel, vom Vater kann es nur dem Sohn gegeben sein. Und im Sohn bleibt es.

Und nur wer im Sohn bleibt, erkennt das und darf teilhaben an dem, das der Sohn hat.

 

Es geht sozusagen nichts aus dem Sohn heraus, denn alles außerhalb des Sohnes ist dem Vater nicht wohlgefällig. Deshalb betont Jesus es so nachhaltig:

»Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir: Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater; und niemand erkennt den Vater als nur der Sohn und der, welchem der Sohn es offenbaren will.«

 

Und Er sagt: Das ist nur den Unmündigen offenbart. Nicht den »Selbständigen«, nicht denen, die in sich selber klug sind. Es ist nur denen offenbart, die in sich selbst nichts haben.

 

Hier verstehen wir auch ganz klar:

1Kor 1,28 und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, und das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist,

 

Jeremia durfte das dann hunderte Jahre vorher bereits ausrufen:

Jer 9,22-23 So spricht der HERR: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums; wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er Einsicht hat und mich erkennt, dass ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden! Denn daran habe ich Wohlgefallen, spricht der HERR.

 

Es bleibt nichts - außer Jesus, und es bleibt folgerichtig nichts außerhalb von Jesus, das irgend von Wert wäre, das der Vater heute oder in Zukunft bestehen lassen würde.

Da ist auch nichts, was der Vater in der Vergangenheit für sich hätte bestehen lassen!

Hast du das in seiner Tiefe verstanden? Ist dir das klar geworden?

Alles! Alles hat der Vater dem Sohn übergeben. Das ist doch die seligste Botschaft, die die Erde erschüttern muss!

 

Wenn du z. B. schuldig bist am Tod eines oder sogar mehrerer Menschen, wie gerne nimmst du die Botschaft auf! Deine Schuld wurde vom Vater dem Sohn übergeben! Alles! Dein Versagen, ja auch deine Krankheit wurde dem Sohn vom Vater übergeben. Alles! Und ›alles‹ bedeutet ›alles‹! Da ist nichts ausgenommen. Auch nicht deine vermeintlichen Vorteile. Auch nicht die ursprünglichen Begabungen, auch nicht deine Augen, deine Ohren, deine Zunge.

Alles, was den Menschen außerhalb von Christus ausmacht, wird ihm ja zum Verhängnis, es gereicht ihm nur zum Unglück und Tod und zum Gericht.

 

Dem Jünger Jesu aber, der hier freudig zustimmt, dass Jesus ALLES übergeben wurde vom Vater, wird das sofort zum ewigen Segen; das ist der Mensch, der das ewige Leben hat, der den Vater und den Sohn erkennt.

Wo ist das ewige Leben? Im Sohn! Wo sonst!

 

Blicken wir auf den Paralleltext unseres Eingangswortes:

Lk 10,21 Zu derselben Stunde frohlockte Jesus im Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen geoffenbart hast. Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor dir. Und zu den Jüngern gewandt sagte er: Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater; und niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater; und wer der Vater ist, [weiß niemand] als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will.

 

Vergiss das eine niemals:

Jesus frohlockte! Jesus frohlockte, weil Ihm alles übergeben worden ist vom Vater. Jesus ist das nicht gleichgültig! Er fügt sich nicht einfach drein ... Er freut sich vielmehr sehr!

Jesus frohlockte! So in dieser Einstellung ging Er dann hin - ans Kreuz und in den Tod.

Nicht zu vergessen: Gethsemane - all die schweren Stunden! Mit deiner Sünde! Mit deinen ›Begabungen‹, wie du dachtest. Alles war und alles ist Ihm übergeben! Alles! Alles das riss Er mit in den Tod.

Wie wirkt hier das Wort: »Es ist vollbracht!« Wie schön klingt jedes Wort am Kreuz und davor und danach!

 

Lieber Bruder, liebe Schwester! Es hat sich nichts geändert daran, es ist bis heute so geblieben: Alles ist dem Sohn vom Vater übergeben. Dadurch aber hat sich alles geändert für dich! Nichts ist ausgenommen davon. Deine nächsten fünf Minuten. Dein nächster Arzttermin, deine ganze Zukunft. Deine Vergangenheit. Sie ist dem Sohn übergeben.

 

DU bist dem Sohn übergeben, du!

 

Freilich ist das ein ebenso zweischneidiges Wort, wie jedes andere aus dem Mund Gottes. Weil du dich so oder so dazu stellen kannst. Nicht umsonst heißt es: der eine wird angenommen, der andere wird verworfen werden.

Es liegt daran, wie du zu dem Wort stehst, das der Herr Jesus frohlockend ausrief:

Alles! Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden.

Und gleich anschließend hat Er ausgerufen: Kommt her zu MIR - und zwar alle!  Alle, die ihr mühselig und beladen seid.

 

Welcher Mensch, welcher von Gott getrennte, sündige Mensch ist das wohl nicht: mühselig und beladen? Jetzt frage dich doch selber: »Wurde deine Last dem Sohn übergeben vom Vater?« Ja oder nein?

Jesus frohlockte darüber, dass du und deine Last, du und deine Mühsal - IHM übergeben wurden. Wie stehst du dazu? Stell dich nicht so dumm an wie jene damals im Tempel ...

Joh 8,19 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater. Wenn ihr mich kennen würdet, so würdet ihr auch meinen Vater kennen. Ist das nicht tragisch? »Ihr kennt weder mich noch meinen Vater ...«

 

Das kommt nicht nur einmal aus Jesu Mund. Dieses Wort ist tödlich. Tödlich für die Ewigkeit. Dieses Wort bringt ins Gericht: »Weder den Vater noch den Sohn zu kennen

 

Und wie viele existieren doch immer noch so! Obwohl sie meinen, Christen zu sein, obwohl sie getauft wurden, obwohl sie in Kirchen und Gemeinden sitzen. Sie kennen die christlichen Phrasen und plappern sie nach. Aber wenn der Sturm im Leben kommt, - und auch der Sturm ist dem Sohn übergeben, es kann nicht anders sein, - wenn der Sturm kommt und die Winde wehen, dann ist es aus mit ihnen. Eine Zeit lang glauben sie, und dann fallen sie ab; vielleicht, weil ein kleines Wort sie fällt - von einem, den sie für einen Christen gehalten haben. Nun aber hat er sie beleidigt ... Sie sind weggegangen, weg vom Vater, weg vom Sohn. Hin zu den Humanisten, hin zu Psychologen, hin zu ›netten Menschen‹.

Tausende kleine oder große Gründe schlagen tagtäglich zu im Gemüt derer, die sich zwar zu den Gotteskindern gesetzt hatten, die aber doch nie im Herzen glaubten, ALLES sei dem Sohn vom Vater übergeben.

Viele gesundheitliche Diagnosen machen sie fürchten, tausende Theorien lassen sie wanken in ihrem selbsterwählten ›Glaubensleben‹, das sie nie dem Sohn Gottes übergeben hatten, tausende Gründe lassen sie ihr ›Eigenleben‹ suchen, das es doch eigentlich gar nicht gibt, weil auch das vom Vater dem Sohn längst übergeben wurde.

Sie nehmen sich heraus, was ihnen nicht zusteht und nehmen Schaden an ihrer Seele. Wir kennen das Wort.

 

Dem gehorsamen Gotteskind ist aber klar: Alles! Alles - hat Er gesagt. Und es ist auch alles gemeint und alles inkludiert[4]. Von deiner Geburt an, - nein, vorher schon[5] - war dein Leben nicht ausgenommen aus dem Frohlocken Jesu.

 

Allen Grund hätten wir von jeher gehabt, mit zu frohlocken! Allen Grund!

 

Wo aber sind wir gelandet in unserem Sünderleben? In dem Wort Jesu: Der Heilige Geist, der Paraklet wird die Welt überführen, dass sie nicht glauben an mich (Joh 16,8-9)

 

Wie hat es der Herr dem Petrus doch vorhergesagt: Dreimal wirst du verleugnen, dass du  mich kennst! Und was ist alles geschehen in der Kirchengeschichte? Und was passiert immer noch? Was ist der Grund?

Joh 16,3 Und dies werden sie euch antun, weil sie weder den Vater noch mich kennen.

 

Was geschieht alles, was wird alles gesagt, was wird alles getan zwischen  Glaubensgeschwistern, in den Familien - was ist der Ursache dafür?

... dass sie weder den Vater noch mich kennen.


Was wirst du tun, wenn du heute nach Hause gehst (wenn du dies gelesen hast)»Alles ist mir übergeben von meinem Vater«?

Wirst du niedersinken vor dem Saum Seines Kleides und weinen und sagen: »Herr Jesus, du hast frohlockt! Frohlockt, gejubelt hast du, dass Dir alles vom Vater übergeben worden ist, - und ich alter Griesgram und Zweifler lebe so, als wenn das alles nicht wahr wäre!

Ich laufe ja Gefahr, den Vater und den Sohn nicht zu kennen, weil ich das nicht glaube. Denn ich esse immer noch mein Brot mit Sorgen, ich bin mit vielem unzufrieden, - ich bin kein Zeugnis, mein Leben, mein Handeln und Tun ist kein Zeugnis dafür, dass ich den Vater und den Sohn kenne und dass dem Sohn alles übergeben ist.«

Mein Leben sieht oft genug eher so aus, wie bei jenen, die sagten: Wir wollen gar nicht, dass dieser über uns herrsche[6], dem alles übergeben ist vom Vater.

 

Ist uns denn bewusst geworden, wie erlösungsbedürftig selbst unser Gebet ist? Wir kommen zum Herrn als zu einem Nothelfer, wenn das ›Leben‹ schwer geworden ist. Natürlich! Aber hat es sich schon durchgesprochen bis zu unseren Herzen, dass der Sünder gar kein Gebetsrecht hat? Von sich aus? Dass selbst unser Gebetsleben ans Kreuz gebracht werden musste, dass auch unser Gebetsleben vom Vater dem Sohn übergeben wurde.

 

Es ist nicht recht, früh aufzustehen und Gott vorzuplappern, was uns so in den Sinn kommt, dann unser Brot mit Sorgen zu essen und sich jammernd auf den Weg zu machen.

Ist denn nicht alles dem Sohn übergeben? Woher dann der tägliche Missmut? Die Angst?

 

Der Sohn Gottes frohlockte, als Er unser ›Alles ‹ übernehmen durfte - und wir ...Was tun wir? Was glauben wir eigentlich? Glauben wir wirklich, dass dem Sohn alles übergeben wurde?

 

Lies zuerst die Bibel nach diesem Grundsatz und dann sieh dein Leben an, welch ein Unterschied besteht!

So viele Sekunden dein Tag hat, bei so vielen Gelegenheiten zeigt Gott dir diese Wahrheit. Und noch öfter.

 

Vor ein paar Tagen hatte ich sehr hohen Blutdruck und dazu eine Lidrandentzündung am guten Auge. Da stellt sich gleich eine gewisse Furcht mit ein, dass man den kommenden Aufgaben nicht mehr gerecht werden könnte.

Aber! Sind das nicht die Aufgaben, die dem Sohn übergeben wurden, die Er längst selber zuvor bereitet hat, wie Eph 2,10 uns bezeugt?

  • Ist das nicht Sein Blutdruck, der Ihm übergeben ist?
  • Ist das nicht Seine Lidrandentzündung?
  • War es nicht Sein Leben, ist es nicht Seine Gnadenzeit, in der wir stehen?
  • Gehört das nicht alles zum dem »Alles ist mir von meinem Vater übergeben«?

 

Als Er mich daran erinnerte, wurde mir klar: auch die Erinnerung an Sein Wort hast du nicht in dir selber. Auch diese ist Ihm übergeben, wie alles andere. Und alles, was dir fehlt, was du brauchst von Seinem ›Alles‹, - du musst Ihn darum bitten, Er allein kann dir aus diesem Alles geben, was du in Ihm benötigst.

Es hat sich nicht verändert, und es wird sich in alle Ewigkeit nicht verändern:

Joh 1,16 Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade.

 

Auch mein Gang zum Arzt gehört Ihm. Und ich habe vor Ihm, vor meinem Herrn, Heiland, Hohenpriester und Arzt zuallererst zu erscheinen, weil Ihm alles übergeben ist.

Weil auch ich, welch selige Wahrheit, welch dankenswerter Gedanke, zu diesem Alles gehöre, weil auch ich selber Ihm zur Gänze übergeben bin. Ich bin Ihm übergeben vom Vater, damit ich nicht ins Gericht komme. Auch du. Der Vater will nicht, dass jemand verlorengehe und ins Gericht komme und ewig verlorengehe.

 

Jesus sagt deutlich:

Joh 12,32 und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.

Weshalb alle?

Weil wir alle Ihm übergeben sind vom Vater, damit keiner verlorengehen muss. Dass das aber nicht alle wollen, dass das nicht alle annehmen, ist leider eine traurige Tatsache, die aber nichts daran ändert, dass Ihm alles übergeben worden ist.

Und so ist das einerseits der Grund, warum ein Mensch immer noch gerettet werden kann, wenn Gott ihn ruft: Weil er vom Vater dem Sohn übergeben wurde.

Der Mensch kann deshalb mit Gottes Hilfe jederzeit gerettet werden, wenn der Herr Gnade dazu gibt. Das wird auch in dem Wort klar, dass du nur gerettet werden kannst, wenn der Vater dich zum Sohn zieht und weil Er dich zum Sohn zieht. Sonst geht hier nichts!

 

Der Vater hat dem Sohn alles übergeben. Andernfalls schlägt das Resultat ins Gegenteil um: Wer den Sohn schließlich verwirft, hat keine Rettung und kann keine Rettung erwarten. Denn auch das Gericht hat der Vater dem Sohn übergeben.

Joh 5,22 Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben,

Joh 5,27 Und er hat ihm Vollmacht gegeben, auch Gericht zu halten, weil er der Sohn des Menschen ist.

 

Nun, was wirst du heute mitnehmen? Wirst du in dem Bewusstsein bleiben: Alles ist dem Sohn vom Vater übergeben, - auch ich? Auch mein Tun und Wollen - es liegt beim Sohn!

Und nur der Sohn kann etwas verändern an dir und an mir. Deine Gesundheit ist Ihm übergeben, auch deine Krankheit.

Denk das einmal durch mit dem Herzen. Ob du das tun kannst, ob du das tun darfst, liegt beim Sohn. Du kannst um alles nur bitten.

Aber ob du irgendetwas tun oder lassen kannst, das liegt einzig und allein beim Sohn. Nimm das heute mit nach Hause, wenn dir dieses Mitnehmen gegeben ist vom Sohn ...Wird es dein Herz verändern? Das liegt beim Sohn, ob es dein Herz verändern wird.

 

Es liegt an der Gnade des Sohnes, was du erkennen darfst, es liegt beim Sohn, ob du Gehorsam erhältst. Es liegt an Seiner Gnade, ob du dich heute richtig verhalten wirst. Du hängst von Ihm ab. So hat der Vater es gewollt.

 

Wie es zu Mose geheißen hat, er solle mit dem Felsen reden (4Mo 20,8), so gilt für jeden Menschen heute: Rede mit dem Sohn, - wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden. Wer aber gibt dir die Möglichkeit, überhaupt daran zu denken, den Namen des Herrn anzurufen?

Der Sohn, denn es ist Ihm alles übergeben. Auch die Möglichkeit, an Ihn zu denken. Das ist nun aber gar kein Sonntags-Spaziergang, den wir hier vor uns haben, hier kommt doch absolut kein Wohlfühl-Christentum auf, oder? Wir haben nicht selten eine falsche Vorstellung vom neuen Leben, vom Zeugnisdienst und vom Leiden. Zum Beispiel:

Offb 6,9 Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die hingeschlachtet worden waren um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, das sie hatten.

Hingeschlachtet - um des Wortes Gottes willen und um des Wortes ihres Zeugnisses willen, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod! Um des Wortes Gottes willen zu leiden, ist nur im Sohn möglich. Auch das wurde Ihm vom Vater übergeben. Es gehört zu diesem ›Alles‹, Er regiert die Herzen, so ist es wohlgefällig.

 

Mancher sagt: »Ich verstehe dieses und jenes Wort nicht in der Bibel!«. Kein Wunder, du bist ja nicht der Schrift Meister. Der Heilige Geist tut dir das auf, was dir von Gott gegeben wurde. Du kannst nichts nehmen, es sei dir denn gegeben von Ihm. »Und wenn ich nichts habe?« Nun, dann wurde dir nichts gegeben. Dann solltest du überprüfen, ob du in und beim Sohn geblieben bist und ob du etwas erbitten darfst. Die ganze Bibel sagt nichts anderes.

Wenn jemandem ein Lehramt gegeben ist, der muss bei Gott vorstellig werden und bitten: leih mir drei Brote, mein Freund kommt zu mir und ich habe nichts, ihm vorzusetzen[7]. Er kann wohl auch z. B. eine Bibelstunde aus seinem eigenem Betreiben und Wissen halten, wenn ihm das gegeben ist. Dabei aber wird er die Menschen verführen.

 

Überlege einmal: Wenn es dir gegeben ist, die Menschen zu verführen, was wartet auf dich.

Wie viele haben das Blut derer, die sie nicht gewarnt haben vor der Kindertaufe, auf ihrem Haupt! Das ist doch eine der schlimmsten Methoden, unerettete Menschen in falscher Sicherheit zu wiegen.

 

Gott lässt zu das zu, dass Menschen andere lehren, die Er nie gesandt hat. Es ist ihnen gegeben! Und auch das Publikum, das ihnen zuhört und sich verführen lässt, fällt in diese Kategorie. Wer das nicht glaubt, sollte bei Bileam nachlesen (siehe Studium unter Neues-Testament), bei den Pharisäern und Schriftgelehrten oder im Sendschreiben an Pergamus. Jesus hasst die Lehre der Nikolaiten[8].

Offb 2,16 Tue Buße! Sonst komme ich rasch über dich und werde gegen sie Krieg führen mit dem Schwert meines Mundes.

Wie streitet denn der Herr mit dem Schwert seines Mundes?

2Thes 2,11 Darum wird ihnen Gott eine wirksame Kraft der Verführung senden, so dass sie der Lüge glauben,

 

Wer die Wahrheit, die ihm der Sohn offenbart hat, verwirft - vielleicht um der Macht willen, vielleicht um des Geldes willen; wer die Wahrheit nicht haben will, der landet in der Lüge. Das ist ein permanenter Prozess, es gibt hier kein ›Niemandsland‹.

 

Es sind heutzutage gar nicht wenige in leitenden Positionen, die die Wahrheit mit der Lüge vertauschen mussten um Gewinnes willen. Das wurde ihnen zuteil. Ihre Produkte durchziehen samt ihrem Getue die Gemeinden wie der Krebs.

Fand man bis zu den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts noch in der christlichen Literatur stets den Hinweis, dass der Mensch nichts sei, und der Christus alles, so verschwieg man ab diesem Zeitpunkt mehr und mehr diese Tatsache.

 

Und wenn du heute beobachtest, mit welcher Selbstverständlichkeit viele in den Bänken sitzen mit übergeschlagenen Beinen, mit erhobenem Haupt, stolz und in dem Bewusstsein, ihnen müsse gedient werden mit der Predigt, mit Brot und Wein, mit Gebet und Gesang, dann weißt du, was ihnen gegeben wurde - von Dem, dem alles übergeben wurde.

Wir sehen doch mit offenen Augen alle die Auswirkungen in den Gemeinden hin und her. Zum einen ist es plumpste Bauernfängerei, zum anderen gibt man protzig an, wiewohl ein Christ doch ›niemand‹ ist. Er ist nichts.

Warum? Weil alles dem Sohn Gottes übergeben ist und nicht den Christen.

 

Gott hat deshalb nur das Törichte der Welt erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen; das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, und das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist auf der Welt und im ganzen Universum.

 

Wer etwas sein will, wer irgendetwas nicht dem Christus übergeben hat, eifert damit dem Widersacher nach. Deshalb sagte der Sohn auch zu denen, die etwas sein wollten:

Joh 8,44 Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselben.

 

Das muss uns doch klar geworden sein: Wenn der Vater dem Sohn alles übergeben hat, dann hat Er nichts ausgenommen; wer dann noch etwas sein will, wer dann noch etwas Eigenes haben will, der stellt sich automatisch außerhalb des Willens Gottes.

Aber wie sieht die irdische Realität aus - ringsumher? Such doch einmal einen Christen, dem wirklich demütiges Wesen gegeben ist; Wahrheit im Innersten, die Gott gefällt; Achtung vor den anderen und der Friede Jesu im Herzen. Such einen einzigen, der vor Gott nichts ist in unseren heutigen Tagen, finde einen, an dem du siehst, dass der Christus alles ist für ihn und alles hat für ihn.

 

Such einen, dem das Wort Jesu klar ist und der das auch lebt:

Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater; und niemand erkennt den Vater als nur der Sohn und der, welchem der Sohn es offenbaren will. Deshalb heißt es ja:

 

1Kor 1,30 Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung,

 

Es ist sehr einfach: In Ihm ist nicht nur alles, was wir brauchen, in Ihm ist schlichtweg ALLES.

 

Deshalb ist das neue Leben ein beständiges Hinzutreten, ein ununterbrochenes Hinzuhalten zu Dem, dem alles übergeben ist, der uns mit sich in den Tod genommen hat, der in sich selber den neuen Menschen geschaffen hat, der Gott entsprechend geschaffen ist in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Deshalb ist das Gebet so wichtig, das Bitten, das Anklopfen. Er sagt ja selber: Bittet, so wirdeuch gegeben, klopft an, so wird euch aufgetan! (Mt 7,7)

 

Auch in der Fürbitte, wenn wir merken: dem Bruder, der Schwester geht es geistlich nicht so gut, der Friede fehlt, wir können da nichts dazu tun, wir müssen bitten. Deshalb ist jeder Stillstand ein Rückschritt, weil man permanent hinzutreten muss, weil man es nötig hat, von Ihm zu nehmen Gnade um Gnade, von dem, dem alles übergeben ist. Eben auch um den Geschwistern Handreichung tun zu können, wenn Er uns in Seiner Gnade merken lässt: es fehlt etwas.

 

Es fehlt ja nichts wirklich, da uns alles in Ihm gegeben ist. Wir haben die Fülle in Ihm. Sogar der Tod ist unser in Ihm, sagt uns der zweite Korintherbrief. Und doch mangelt es an vielem, weil wir nicht hinzutreten, weil wir uns darüber nicht immer klar sind, weil uns oft die Erkenntnis nicht gegeben ist:

 

IHM ist alles übergeben vom Vater.

Es ist ein großes Übel, dass viele nicht den Vater und viele nicht den Sohn erkennen. Das ist ja nur dann der Fall, wenn der Sohn es jemanden offenbaren will. So haben wir 's gelesen.

 

Wenn uns allerdings dieses Wort gegeben ist, dass dem Sohn alles übergeben ist vom Vater, dann erhebt sich für dich und mich die persönliche Frage: Hast du denn dem Sohn alles übergeben, hast du nichts zurückbehalten oder dir gar genommen, wie Achan, der finanzielle Mittel und religiöses Ansehen für sich zur Seite geschafft hat; wie Ananias, wie Saphira, die den Heiligen Geist belügen wollten; wie Lots Frau, die im Herzen am Irdischen hängen blieb.

Viele, viele Charaktere der Bibel, beinahe alle, haben etwas für sich beiseite geschafft, an Ansehen, an Mitteln, an Erinnerung ... Das zeigt uns Gott. Und wie sie daran gelitten haben, gescheitert sind, zugrunde gingen ... Das ist aber nicht die Art, das ist nicht das Wesen, das im Himmel herrscht, das fleckenlos ist, ohne Runzel, ohne Netz sozusagen.

 

Der Sohn Gottes hat selber alles gegeben, hat seine Herrlichkeit beim Vater gänzlich verlassen, hat nach der Art gehandelt, die Er Abraham ins Herz gegeben hatte: »Nichts für mich«. Nur deswegen sind wir gerettet worden, weil dem Sohn alles vom Vater übergeben wurde und weil der Sohn sich dementsprechend als das Lamm Gottes und als der Gott-Held erwiesen hat.

 

Hast du nun wirklich alles dem Lamm Gottes übergeben, dem Herrn der Herren?

Halte nichts zurück! - Amen



[1] Anmerkung von Paul Sonntag: Die Schlachterbibel 2000 erklärt unter Matth. 1,21Jesus ist die gr.Umschrift des hebr. Jehoschua; dieser Name bedeutet »Der HERR ist Rettung«.. Hebräisch „schuah" bedeutet „Rettung „ Gottes Sohn war Hebräer und Sein Name wird im Hebräischen (Kurz oder Langform, je nach Auslegung) Jahschua, Jahuschua, Jahuehschua - Jahweh oder Jahueh ist „schuah" (Rettung) gesprochen. Er, der den Namen des Vaters (Jahweh[1]) bzw. Jahueh) in sich trägt (2.Mose 23,20-21; 1.Kor. 10,4; Joh. 14,9; Kol 2,9).Die traditionelle Deutung des Namens als „Gott ist Rettung / Hilfe /Erlösung" rechnet mit Einer Abstammung des Namens aus derZusammensetzung von jhw und šuaʿ („um Hilfe rufen") - M. Noth. Die Israelitischen Personennamen, Stuttgart, 1928 (zit. in : HAL= Hebräisches und Aramäisches Lexikon, Eintrag zu  וֹשׁוּע‎); Joshua in: Encyclopedia Biblica

[2] Christus (hebräisch משיח Maschiach (Messias) = Gesalbter.

[3] Anmerkung von Paul Sonntag - HERR im AT: Unter 1Mo 2,4 erklärt die Schlachter 2000 Bibel: HERR = hebr. Jahweh ... JHWH". Wikipedia - JHWH: Das Tetragramm (Vierfachzeichen) JHWH ist die lateinische Umschrift der hebräischen Schreibweise des Gottesnamens hwhy [(hebräische Konsonanten (Mitlaute) Jod (י‎), He (ה‎), Waw (ו‎), He (ה‎)], von rechts nach links gelesen. Dem Konsonant w (waw) kann auch der Vokalwert o und u gegeben werden. Wahrscheinlich hat man JHWH (Jahweh)"Jahu" (Jahueh) ausgesprochen. Das „h" am Ende istein Stützkonsonant (Mitlaut), der nur nötig ist,weil der letzte Laut ein Vokal (Selbstlaut) ist. Die Namen der Propheten im AT sind ein Beispiel für die Schreibweise: z. B. Jesaja = hebr. Jeschajahu = Jahu ist Hilfe, 2.Kön.19, 2; Jeremia = Jirmejahu  = Jahu erhöht, Jer 1,1. Herr" im NT: griechisch Kyrios

[4] inbegriffen, enthalten,

[5] Hiob 31,15; Röm 8,29

[6] Lk 19,14

[7] Lk 11,5

[8] Ganz sichere Deutungen über das, was die "Nikolaiten" in der frühesten Zeit der Christenheit waren, haben wir nicht. Die Meinungen gehen deshalb auseinander und ich möchte mich nur auf das Wahrscheinlichste beschränken. Dr. Emil Dönges schreibt in seiner vorzüglichen Auslegung über die Offenbarung "Was bald geschehen muss", dass "Nikolaiten" von zwei Worten abgeleitet sei. Das eine "Nikon", welches "Beherrscher, Sieger" bedeute, das andere "Laios", das "Volk" bezeichne. Daraus schließt man, dass damals schon die törichte Lehre sich breit machte, einen Unterschied zwischen Laien und Priestern zu machen, eine Sache, aus der viel Böses hervorgegangen ist. Adolf Küpfer aus:http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=qa&answer_id=334

   
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