Ersetzt die Version vom 06.10.2010

Von Siegfried Albert Pietralla

Wir leben angeblich in einer christlichen Welt. Wenn wir uns jedoch genauer umschauen, kommen Zweifel auf, ob überhaupt verstanden wird, was ein christliches Leben ausmacht.

Das wahre Christentum hat wenig damit zu tun, was Menschen aus ihrer Sicht als christlich bezeichnen. Was wir in unserer Gesellschaft wahrnehmen, ist ein auf traditionellen Lehren beruhendes Christentum. Wir erleben heute ein Scheinchristentum mit einem Jesus, der mit dem wahren Jesus nichts zu tun hat. Es gibt Darstellungen über das Leben Jesu, die durch Film und Theater Jesus Christus entstellen und entehren. Die Presse und das Fernsehen tun ihr Übriges und nutzen jede sich bietende Gelegenheit, den Glauben an Gott und Jesus Christus zu unterminieren. Was andererseits die „Geistlichkeit“ anbelangt, so gibt es Theologen, die behaupten, eines Sühneopfers Christi nicht zu bedürfen. Die Bibel, das Wort Gottes, wird von diesen Theologen hinsichtlich der Zuverlässigkeit immer wieder angezweifelt.

Was man nach 2000 Jahren christlicher Geschichte klar erkennen kann, ist, dass ein Christentum von der Prägung unserer Zeit einer Überprüfung durch das Wort Gottes nicht standhält. Weltliches Christentum und Aberglauben können nie den wahren Glauben an Gott und seinen Sohn Jesus Christus ersetzen. Das traditionelle Christentum ist nicht in der Lage, einen Glauben widerzuspiegeln, der auf der ursprünglichen biblischen Wahrheit der Nachfolge Christi gründet. Es werden heute Dinge propagiert, die mit der biblischen Wahrheit nichts zu tun haben. Ein Christentum mit Theologen, die das biblische Fundament verlassen und Sünde nicht mehr als Gesetzlosigkeit ansehen und sogar das Sühneopfer Christi nicht mehr als relevant betrachten, ist tot.

Es gibt heute Auflösungserscheinungen der christlichen Ethik in vielen Bereichen in unserer angeblich christlichen Gesellschaftsordnung und im traditionellen Christentum. Aber auch die evangelikale Christenheit ist hiervon nicht ausgenommen. Man sollte sich die Frage stellen, wie viel von den ursprünglichen Lehren der Heiligen Schrift in unserer Zeit überhaupt noch vorhanden ist, geglaubt und verstanden wird. Menschen schauen hinsichtlich der Geschichte des Weltchristentums mit Misstrauen auf die Ereignisse der Vergangenheit, die das Christentum unserer Tage hervorgebracht und geprägt haben. Sie wecken mit Recht Zweifel an der etablierten Christenheit. Man denke da an die Kreuzzüge, die Religionskriege, die Inquisition. Das sind Dinge, die sich den Menschen als Zerrbild eines Christentums bis zum heutigen Tag eingeprägt haben. Es sind Dinge, die an einer Christenheit zu Recht Zweifel aufkommen lassen. In unseren Tagen kommen erschwerend die Verfehlungen der sogenannten „Geistlichkeit“ hinzu, die Menschen in ihrem Glauben an die Institution Kirche erschüttern, und so kann man mit Recht sagen, dass so ein Christentum nichts mit vom Geist Gottes geprägten Menschen gemein hat.

Die folgenden Fragen richten sich an die Theologen von heute: Wer anerkennt noch die Heilige Schrift als das inspirierte Wort Gottes? Wer glaubt noch an einen Schöpfergott, der die Erde und alles, was darauf ist, sowie das ganze Universum erschaffen hat? Die theologische Antwort ist lediglich eine ständige Infragestellung der biblischen Offenbarungen. Paulus schreibt über das Wort Gottes, das heute jedem in seiner eigenen Sprache zur Verfügung steht: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet“ (2. Timotheus 3, 16). Es ist ohne Zweifel erkennbar, dass nicht jeder, der sich Christ nennt, auch wirklich ein Christ ist. Die Werke des natürlichen Menschen geben Zeugnis von seinem inneren Zustand. Es gibt heute viele Menschen, die meinen, Christen zu sein, und doch richtet sich ihr ganzes Leben ausschließlich nach ihrer selbstbestimmten fleischlichen Gesinnung. Was wir heute sehen können, ist eine Abkehr von den Grundwahrheiten und Werten der Heiligen Schrift. Es werden heute in Kirchen Dinge propagiert, die Gottes Wahrheit verleugnen und verdrehen. Das von Gott offenbarte Wort der Heiligen Schrift hat in dieser sogenannten christlichen Gesellschaft offensichtlich nichts mehr zu suchen.

Der natürliche Mensch lebt nach seiner gottfernen Gesinnung und will sich nicht unter den göttlichen Willen beugen. Die Schrift zeigt klar, dass es auch nicht möglich ist, „…weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht; und die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt; wer aber den Geist des Christus nicht hat, der ist nicht sein. Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen“ (Römer 8, 7-10). Ein von Gott getrennter Mensch – ob er sich christlich nennt oder nicht – richtet sich nur nach seiner eigenen Gesinnung und lebt nach seinem eigenen Willen, weltlich.

Die menschliche Natur unterstellt sich nicht Gottes Willen. Ein selbstbestimmtes Leben, das nur auf dem fleischlichen Sinn fußt, kann nicht vor Gottes Gerechtigkeit bestehen. Das Gegenteil zum Geiste Christi und den Werken des Geistes zeigt sich im sündhaften Leben des Menschen. Wir erleben gerade in unserer Zeit ein Scheinchristentum, das sich nicht darum schert, seine Sünden offen zu zeigen. Paulus beschreibt diese fleischliche Wesensart des Menschen mit ihren Eigenschaften und natürlichen Neigungen, die in der Bibel als Werke des Fleisches und als Sünde bezeichnet wird: „Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen, Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden“ (Galater 5, 19-21).

Jesus Christus sagte, an welchen Früchten oder Charakterzügen man seine Nachfolger erkennen kann. Ein Christ sollte wie ein guter Baum an seinen guten Früchten zu erkennen sein. Die Schrift spricht über Früchte des Geistes, die der Gesinnung Christi entsprechen. Jesus sagte: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Matthäus 7, 16).An diesen Früchten des Geistes wird es sich zeigen, ob jemand, der sich Christ nennt, auch wirklich ein Nachfolger Christi ist. Paulus schreibt: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten. Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln“ (Galater 5, 22-25).Nur wenn jemand aus Gnade von Gott zum Glauben berufen wird, öffnet sich der Sinn des Menschen für Gott und er kehrt um von seinem verkehrten Weg.

Keiner wird jemals in das Reich Gottes eingehen, der sich nicht von seinem sündigen Weg abwendet und zur Reue kommt. Paulus sagt den Korinthern: „Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht: Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge, noch Knabenschänder, weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben. Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes!“

(1. Korinther 6, 9-11). Erst mit dem Glauben an das große Opfer Jesu Christi und durch die Reue, die Gott ihm schenkt, wird ein Mensch von Gott angenommen und zu einem Kind Gottes. Durch den Empfang des Heiligen Geistes wird der Mensch den Willen Gottes erkennen und im Gehorsam seinem Willen folgen und sich ihm unterordnen. „Wer aber den Geist Christi nicht hat, der ist nicht sein“ (Römer 8, 9).

Es gibt viele Schriftstellen, die zeigen, wie es um die Menschheit in den letzten Tagen bestellt ist. Judas warnte vor den verführerischen Irrlehren der letzten Zeit: „In der letzten Zeit werden Spötter auftreten, die nach ihren eigenen gottlosen Lüsten wandeln. Das sind die, welche Trennungen verursachen, natürliche [Menschen], die den Geist nicht haben“ (Judas 18).Ein Christ, der sein vergangenes sündiges Leben bereut hat, kann unmöglich in sein vorheriges Leben zurückkehren und so leben wie vor seiner Bekehrung. Was wir in unserer Zeit in der Weltchristenheit sehen, ist eine offensichtlich fehlende Kraft, die in dem Menschen ein verändertes Leben hervorbringen kann. Die Frucht des Geistes ist in vielen sich christlich nennenden Menschen nicht vorhanden. Viele sind Teil dieser Welt und leben in ihrem fleischlichen, unbekehrten Sinn nach ihren Lüsten.

Es ist immer wieder festzustellen, dass darüber debattiert wird, mit welchen Methoden ein Christ seine Begierden und Leidenschaften in den Griff bekommen kann, durch welche Therapien oder Seelsorge er einigermaßen mit einem ruhigen Gewissen leben kann. Dies alles hilft nicht. Auch Gesetze helfen nicht, das Leben in den Griff zu bekommen. Wir sehen am Beispiel der Geschichte Israels im Alten Bund, dass die Gesetze und Satzungen sie nicht gerecht machen konnten. Und so geschieht es nur durch Jesus Christus, dass uns seine Gerechtigkeit angerechnet wird. Nur durch ihn werden wir zu einer neuen Kreatur, einer Neuschöpfung, die das Leben Christi in sich trägt, und dadurch zu einem Kind Gottes. Und dadurch sind wir auch der Verheißungen in Christus teilhaftig geworden.

Christus wäre vergeblich gestorben, wenn es ein Gesetz gegeben hätte, das die Erlösung von den Sünden gebracht hätte. Wenn wir mit Christus gekreuzigt sind, tragen wir die Frucht des Geistes in uns, und die Gesinnung Christi leitet uns in seiner Wahrheit. „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! Das alles aber [kommt] von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat; weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, indem er ihnen ihre Sünden nicht anrechnete und das Wort der Versöhnung in uns legte“ (2. Korinther 5, 17-19).

Was wir generell erkennen können, ist eine allgemeine Unwissenheit über die Lehren der Bibel. Wer aber Jesus Christus angehört, ist nicht unwissend, beispielsweise über sein Leiden und Sterben für die Menschheit am Kreuz. Jesus Christus musste den Menschen gleich werden, mit dem Unterschied, dass in ihm keine Sünde war. Er kam, um sein Erlösungswerk durch sein Sühneopfer für alle Menschen zu vollenden. Er kam in die Welt, um für die Sünden der Menschheit zu sterben. Ohne Christi Kreuzigung und Auferstehung kein ewiges Leben! Das ist die Botschaft des Neuen Testaments.

Der Sohn Gottes hat sich ein für allemal als Sühneopfer für die ganze Welt hingegeben: „…und er [Christus] ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. Und daran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: ,Ich habe ihn erkannt‘, und hält doch seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in einem solchen ist die Wahrheit nicht; wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind. Wer sagt, dass er in ihm [in Christus] bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist“ (1. Johannes 2, 2-6).Paulus sagt über Jesus: „… er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz“ (Philipper 2, 7).

Wenn wir nicht mit Christus der Welt gekreuzigt und gestorben und Auferstanden sind, in der Preisgabe unseres Eigenwillens, so werden wir auch weiterhin - ob wir es sehen oder nicht - ein Teil dieser Weltverführung sein. In den verschiedenen Religionen gehen die Menschen ihre eigenen Wege und versuchen sich mit ihren eigenen Methoden und gesetzlichen Handlungen zu verbessern, was nicht möglich ist, denn auch die besten Gesetze, wie das Gesetz des Mose, das er von Gott empfangen hatte, konnten die Kinder Israels nicht gerecht machen oder die Erlösung von Sünden bewirken. Dies vermag nur das Opfer Jesu Christi. Paulus bezeichnete sich als in Christus mitgekreuzigt „Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt“ (Galater 6, 14).Wer mit Jesus Christus gekreuzigt und auferstanden ist, kann nicht weiterhin ein Teil dieser gefallenen Welt sein, denn er ist eine neue Schöpfung, verwandelt nach dem Bilde Jesu Christi.

Der Christ ist nicht abhängig von irgendwelchen Methoden, Ritualen, Gesetzen oder Satzungen. Der Christ mit all seinen Leidenschaften des Fleisches muss mit Christus gekreuzigt und in den Tod gegeben und auferstanden sein. Das ist der einzige Weg, der uns alle Sünden aus unserem Leben durch seinen Sieg überwinden lässt. Nicht wir sind es, die aus eigener Kraft Dinge bewältigen, sondern es ist Christi Geist in uns, der uns alle Widrigkeiten unseres fleischlichen Sinnes überwinden lässt. Wir können dann nur noch Gott von Herzen dafür danken, dass wir in dieser Gnade angenommen sind.

Die Sünden des Nachfolgers Christi sind durch das Sühneopfer ans Kreuz genagelt und mit Christus ein für allemal in den Tod gegeben„…wir wissen ja dieses, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen; denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde freigesprochen. Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn …Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade“ (Römer 6, 6-9. 14). „…und er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die durch Satzungen uns entgegenstand, und hat sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete“ (Kolosser 2, 14).

Die traditionelle Christenheit ist von dem ursprünglichen Glauben abgefallen. In den Gemeinden werden alle möglichen Lehren und Meinungen und Praktiken toleriert und akzeptiert bis hin zu fernöstlicher Meditation. Nur eins kann offensichtlich auf keinen Fall toleriert und akzeptiert werden: eine uneingeschränkte Bibeltreue. Die meisten Theologen unserer Zeit sind ein Ergebnis der Beeinflussung durch die historisch-kritische Theologie. Wenn man mit der Wahrheit der Bibel jedoch Kompromisse macht, braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn Menschen sich anderen Religionen und Esoterik zuwenden.

Paulus beschreibt die gottlosen Menschen unserer Zeit: „Das aber sollst du wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden. Denn die Menschen werden sich selbst lieben, geldgierig sein, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, dem Guten feind, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen; sie lieben das Vergnügen mehr als Gott; dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie…“ (2. Timotheus 3, 1-5).

Kein Mensch kann durch sein fleischliches, selbstsüchtiges Wesen Gott gefallen, nur durch das große Opfer, das Jesus Christus für die Sünden der Menschheit gebracht hat, kann der Mensch Gottes Gnade empfangen, sodass die Gerechtigkeit Christi ihm angerechnet werden kann. Ein traditionelles Christentum mit seinen Ritualen, Geboten oder auch Verboten wird den Menschen niemals gerecht werden lassen oder ihn retten können. Paulus spricht über einen äußeren Schein von Frömmigkeit: „…die freilich einen Schein von Weisheit haben in selbst gewähltem Gottesdienst und Demut und Kasteiung des Leibes, [und doch] wertlos sind und zur Befriedigung des Fleisches dienen“ (Kolosser 2, 23).

In den Kirchen von heute wird man selten etwas über die Sünde erfahren. Sie ist in unserer Gesellschaft akzeptiert und gesellschaftsfähig geworden. Man scheint das Urteil Gottes über Sodom und Gomorra vergessen zu haben! Man meint wohl, wenn man gewisse Dinge im Menschen nicht verändern kann, muss man sie halt akzeptieren und sogar als von der Natur gegeben ansehen. Das ist ein völlig falscher Weg, der die Menschen ins Verderben führt. Die Sünde kann nur in Christus total in den Tod gegeben und durch seinen Geist überwunden werden. Wer mit Christus gekreuzigt ist, den bezeichnet Paulus als einen neuen Menschen, der frei von der Sünde ist: „Jetzt aber, da ihr von der Sünde frei und Gott dienstbar geworden seid, habt ihr als eure Frucht die Heiligung, als Ende aber das ewige Leben. Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn“ (Römer 6, 22-23). Es wird keiner das verheißene Reich Gottes ererben, der nicht den Willen Gottes befolgt durch ein verändertes Leben in Christus. Durch den Geist Christi werden seine Nachfolger den Willen Gottes erkennen und den eigenen Willen Gott im Gehorsam und in Ehrfurcht unterordnen.

In der Nachfolge Christi geht es um ein geistliches Leben in der Wahrheit Gottes. Mit Christus gekreuzigt zu sein, zeigt in aller Klarheit eine Wende im Leben, die radikaler nicht sein kann: von einem selbstsüchtigen, selbstbestimmten, egozentrischen, sündigen Leben zu einem Leben, das Christus immer ähnlicher wird. Jesus Christus hat diese Welt besiegt und seine Nachfolger in seinen Sieg und Triumph mit hineingenommen und sie zu Überwindern der Sünde und der Welt gemacht. Wenn wir sagen: Christus lebt in mir, dann bedeutet es, dass wir keinen Anteil mehr an unserem vergangenen Leben haben und in Jesus Christus im Licht sind und mit der Finsternis dieser Welt nichts mehr zu tun haben. Paulus sagt: „Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. Ich verwerfe die Gnade Gottes nicht; denn wenn durch das Gesetz Gerechtigkeit [kommt], so ist Christus vergeblich gestorben“ (Galater 2, 20-21).

Christi Nachfolger leben in einer immer dunkler werdenden Welt der Verführung, die durch Missachtung und Entehrung Gottes in ihren Sünden verharrt. Wer im Licht der Wahrheit Gottes lebt, wird Früchte eines veränderten Wesens hervorbringen. Wie ein guter Baum gute Früchte bringt, so wird ein christliches Leben eine Bereicherung für seine Mitmenschen sein, ob in der eigenen Familie, unter Freunden oder in der Gesellschaft. Eine sich christlich nennende Gesellschaft sollte ein Spiegelbild der Lehren Jesu Christi sein.

Wenn unser alter Mensch mit Christus gestorben ist, so werden wir auch mit in seine Auferstehung einbezogen als ein neuer Mensch, und zwar schon jetzt in diesem Leben. Paulus fragt die Römergemeinde, ob sie nicht wüssten, dass sie der Sünde abgestorben und in Christus zu einem neuen Leben auferstanden seien: „Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir in Christus Jesus hinein getauft sind, in seinen Tod getauft sind? Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm einsgemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein; wir wissen ja dieses, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen; denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde freigesprochen“ (Römer 6, 3-7).

Verstehen wir, was Paulus hier klar und deutlich sagt? Die Sünde ist in ihrer Wirksamkeit durch Christus außer Kraft gesetzt, so dass sie auf seine Nachfolger keinen Anspruch mehr hat und nicht mehr über sie herrscht. Sie sind von der Sünde frei durch Christus. „So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!“ (Galater 5, 1).Mit der Hilfe Gottes wird die Sünde keine Macht mehr über einen Nachfolger Christi haben, wenn er der Sünde in Christus gestorben ist und in Gott lebt. Es fehlt ein wichtiges Element im modernen Christentum: die Heiligung, denn nur in der Heiligung in Christus steht am Ende auch das ewige Leben. Wenn wir mit Christus seinem Tode gleichgemacht und auferstanden sind, so ist unser früheres Leben, das wir in der Sünde lebten, in den Tod gegeben.

Die biblische Taufe durch das Untertauchen ist ein Symbol dafür, das der alte Mensch in den Tod gegeben ist. Das alte sündhafte Ich soll in Christus begraben sein. Der Täufling, der aus dem Wasser wieder hervorkommt, soll ein auferstandenes, neues Leben als Kind Gottes in Christus führen und ihm in aller Treue dienen und nachfolgen. Ein Christ ist in Christi Tod mit einbezogen, der alte sündige Mensch existiert dann nicht mehr. Wenn der Getaufte aus dem Wasser hervorkommt, symbolisiert es die Auferstehung von den Toten. Es ist ein Symbol dafür, dass wir von da an ein neues Leben durch den Geist Christi haben, der uns befähigt, ein christliches Leben zu führen in aller Demut und Dankbarkeit für das große Opfer, das Gott für die Menschheit durch Christus gebracht hat. „Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht das, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist; denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Wenn der Christus, unser Leben, offenbar werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit. Tötet daher eure Glieder, die auf Erden sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust [Begierde] und die Habsucht, die Götzendienst ist; um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams…“ (Kolosser 3, 1-6).

Das Leben eines Christen ist ein Leben des Überwindens in einer gottlosen, von Verführung und Unglauben geprägten Welt. Christus hat diese Welt überwunden durch seinen Tod und hat den Teufel seiner Macht entkleidet, denn durch die Sünde kam der Tod in die Welt, durch Christi Sieg am Kreuz aber das ewige Leben für den, der glaubt. Ein christliches Leben ist eine fortlaufende Entwicklung zur geistlichen Reife in Christus. „Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, welcher glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?“ (1. Johannes 5, 4-5).

Jesus Christus ist der Erstgeborene von vielen Brüdern. Er kam in die Welt, um sich für die Sünden der Menschheit als ein einmaliges Opfer hinzugeben. Nach diesem einmaligen Opfer gibt es kein weiteres Opfer mehr, denn Jesus Christus nahm unser aller Sünden ein für allemal auf sich. Er vergoss am Kreuz sein Blut für jeden einzelnen Menschen. Er bezahlte den hohen Preis für die Sünde den Tod. „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn“ (Römer 6, 23).

Die Welt geht ihre eigenen Wege. Gott ruft auch in unserer Zeit einige aus dieser Welt der Sünde heraus, um einen von Christus aufgezeigten Weg der Liebe durch seinen Geist zu gehen, was immer auch die Kosten sein mögen. Reue und Umkehr sind der einzige gangbare Weg zu Gott durch Jesus Christus, den gekreuzigten und auferstandenen Herrn, der zur Rechten Gottes sitzt und kommen wird mit großer Kraft und Herrlichkeit. Der Mensch, der zur Bekehrung kommt, gehört nicht mehr sich selbst, sondern Gott. „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk des Eigentums…“ (1. Petrus 2, 9).

Der Mensch kann von sich aus nicht durch Werke gerecht werden, sondern die Gerechtigkeit Christi wird ihm durch Gnade angerechnet. „Wer aber Werke [des Gesetzes] verrichtet, dem wird der Lohn nicht aufgrund von Gnade angerechnet, sondern aufgrund der Verpflichtung; wer dagegen keine Werke [des Gesetzes] verrichtet, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet. Ebenso preist auch David den Menschen glückselig, dem Gott ohne Werke [des Gesetzes] Gerechtigkeit anrechnet:

,Glückselig sind die, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden zugedeckt sind; glückselig ist der Mann, dem der Herr die Sünden nicht anrechnet!‘ “ (Römer 4, 4-8).

Gott ruft den Menschen zur Buße, zur Umkehr von seinen verkehrten Wegen. Wer jedoch auf seinen verkehrten Wegen beharrt und weitermacht wie bisher, wird das Reich Gottes nicht erben. „Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden?“ ( 1. Korinther 6, 9).

Es gibt jedoch Hoffnung für jeden, der umkehrt, weil Jesus Christus für die Sünden gestorben ist. Er hat alles auf sich genommen. In Jesus Christus haben wir die Rechtfertigung, denn er hat durch seinen Tod den vollen Preis für die Sünde bezahlt. Er ist aber auch auferstanden, und es ist die Hoffnung der Gläubigen, dass auch sie bei der Wiederkunft Christi auferstehen und verwandelt werden: „Geliebte, wir sind jetzt Gottes Kinder, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm [Christus] gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird“ (1. Johannes 3, 2). „Darum: ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! Das alles aber [kommt] von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat; weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, indem er ihnen ihre Sünden nicht anrechnete und das Wort der Versöhnung in uns legte. So sind wir nun Botschafter für Christus, und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt; so bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!“ (2. Korinther 5, 17-20).


WEITERE BEITRÄGE


Christi Wiederkunft und sein Reich“

Das Evangelium von der Wiederkunft Christi und der Errichtung seines Reiches sowie der Auferstehung und Verwandlung der Heiligen sollte die vorrangige Hoffnung von Jesu Nachfolgerschaft sein. Das Kommen Christi und sein Reich ist die einzige Hoffnung für das Überleben der Menschheit.

Christentum und Politik“

Politik scheint im ökumenischen „Christentum“ kein Problem zu sein. Vor der Wiederkunft Christi wird eine neue Weltordnung entstehen, an der Christi Nachfolger keinen

Anteil haben werden.

Sühneopfer Christi und das Weltethos“

Ein Abfall vom Glauben ist vor dem Kommen Christi in der Bibel klar offenbart. Einige führende Theologen haben das Sühneopfer Christi infrage gestellt und verleugnen somit ihr ureigenes christliches Glaubensfundament.

Kampf um das Fundament des Glaubens“

Ein Nachfolger Christi ist auf ein festes Glaubensfundament gestellt: das Wort Gottes, die Heilige Schrift. Eine entgegengesetzte Entwicklung verführt jedoch zu einer „Spiritualität“, die auch okkulte Praktiken beinhaltet.

Gottes Wort in einer Welt der Verführung“

Was zu Pfingsten durch das Ausgießen des heiligen Geistes in Jerusalem begann, hat mit den traditionellen Kirchen von heute nichts mehr zu tun. Die heutigen Kirchen betreiben eine Theologie, die ihr geistliches Fundament verlassen hat.

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