Wie gehen Sie mit der kostbaren Zeit Ihres Lebens um? Sind Sie immer zu beschäftigt und nehmen sich keine Zeit, über Ihr Dasein nachzudenken? Sollte Ihr Leben des Lernens, der Mühsal, Hoffnung und Freude Zufall oder eine Laune der Natur sein oder soll es über Ihren physischen Tod hinaus einen Sinn haben? Was sagt die Bibel über die Zeit? (Vorwort von Paul Sonntag)

 

Jesus, der Christus[1] beantwortete den Jüngern Fragen über die Zeit in der Zukunft:

Von Zeiten und Zeitpunkten, 07/2010 - von FW (der Vortragsstil wurde beibehalten)

Apg 1,6-8 Da fragten ihn die, welche zusammengekommen waren, und sprachen: Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel die Königsherrschaft wieder her? Er aber sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, die Zeiten oder Zeitpunkte zu kennen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat; sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde!

 

Aus dem Mund des Herrn kommen diese Begriffe: »Zeiten« und »Zeitpunkte«, und der1. Thessalonicherbrief greift diese Begriffe ebenfalls auf:

1Thes 5,1 Von den Zeiten und Zeitpunkten aber braucht man euch Brüdern nicht zu schreiben.

Das Wort »Zeiten«, das hier steht, ist die Mehrzahl von gr. = chronos[2], das Wort »Zeitpunkte« ist die Mehrzahl von gr. = kairos2.

Zeiten, Heilszeiten, Gnadenzeit, Zeit zur Umkehr, Zeiten der Bestrafung, eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit, und schließlich ... keine Zeit mehr ... davon lesen wir im Wort Gottes.

 

 

»Man braucht euch Brüdern nicht zu schreiben«, so lasen wir. Um das Wort nicht aus dem Kontext zu reißen, lesen wir jetzt den ganzen Absatz.

1Thes 5,2-11 Denn ihr wisst ja genau, dass der Tag des Herrn so kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie nämlich sagen werden: Friede und Sicherheit, dann wird sie das Verderben plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen. Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb überfallen könnte; ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht an noch der Finsternis. So lasst uns auch nicht schlafen wie die anderen, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein! Denn die Schlafenden schlafen bei Nacht, und die Betrunkenen sind bei Nacht betrunken; wir aber, die wir dem Tag angehören, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil. Denn Gott[3] hat uns nicht zum Zorngericht bestimmt, sondern zum Besitz des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus, der für uns gestorben ist, damit wir, ob wir wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben sollen. Darum ermahnt einander und erbaut einer den anderen, wie ihr es auch tut!

 

Uns allen ist bewusst, dass es sich bei der Zeit, bei den Zeiten um etwas handelt, das Gott gegeben hat und noch immer gibt. Sie wird allerdings einmal aufhören. Es wird einmal keine Zeit mehr geben. Aber für diese Welt ist Zeit verordnet. Die Zeit hat einen Beginn und sie hat ein Ende, so wie die Welt selbst auch.

 

Offb 10,5-7 Und der Engel, den ich auf dem Meer und auf der Erde stehen sah, erhob seine Hand zum Himmel und schwor bei dem, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist, und die Erde und was darauf ist, und das Meer und was darin ist: Es wird keine Zeit mehr sein; sondern in den Tagen der Stimme des siebten Engels, wenn er in die Posaune stoßen wird, soll das Geheimnis Gottes vollendet werden, wie er es seinen Knechten, den Propheten, als Heilsbotschaft verkündet hat.

 

 

Dieser Begriff »Zeit« wird von Euch individuell ganz verschieden aufgefasst werden - die Zeit an sich, die Länge der Zeit und das zu erwartende Ende der Zeit.

Als sterbliche Menschen sind wir der Vergänglichkeit unterworfen, - als Gotteskinder in Christus aber leben wir in Ewigkeit, weil Er die Auferstehung und das Leben ist.

Weil Er lebt, leben auch wir. ER allein ist der Grund unseres ewigen Lebens, Er allein ist die Garantie unseres zeitlosen Daseins in Ewigkeit bei Ihm. ER wird sein, Seine Erlösten werden bei Ihm sein, die Zeit aber - die wird es nicht mehr geben.

 

Das ist ein interessanter Aspekt für alle jene, die heute schon keine Zeit haben - keine Zeit für Gott, für den Dienst im Weinberg, für das Wort Gottes, für das Gebet ... In der Ewigkeit macht das einen elementaren Unterschied aus -, aber noch sind wir in dieser Weltzeit, und es tangieren uns zeitkritische Umstände noch immer sehr.

 

Das Eine ist uns klar, dass es subjektiv etwas ganz anderes ist, ob jemand etwa 20 Jahre alt ist oder ob er bereits über 60 Jahre alt ist; - es macht einen Unterschied, ob jemand kerngesund ist oder ob sich jemand krank fühlt; es macht heute etwas aus, ob jemand etwas Bestimmtes erwartet oder nicht. Die Zeit empfinden wir also ganz verschieden - hunderte, tausende Male im Leben. Wie sehr fadisiert sich doch mancher Schüler, wie langsam vergeht die Zeit für manchen Lehrling - wie hudelt dagegen ein Pensionist emsig durch den Alltag, und manchmal sogar bei Rotlicht über die Kreuzung.

 

Wie sehr freuen sich manche auf bevorstehende Dinge, um nachher, wenn diese eingetreten sind, doch ernüchtert sehen zu müssen: es hat sich gar nicht so viel verändert - im Gegenteil, es wäre eigentlich gar nicht so erstrebenswert gewesen.

 

Natürlich ist der Widersacher Gottes, der Verkläger der Brüder, hier mit Nachdruck auf den Zug aufgesprungen. Eine Beschäftigungstherapie nach der anderen verhindert bei vielen ein Nachdenken, Umdenken und Besinnen. Und so läuft der Zeiger an der Weltuhr weiter; der Zeiger an der Uhr des Schülers und Lehrlings hinkt ja scheinbar ein wenig nach, geht nicht schnell genug, - während der Uhrzeiger der Alten umso emsiger vorauseilt, einem gewissen, für die meisten aber ungewissen Ende entgegen. Wobei leider die wenigsten der Alten in der Lage sind, ihre ablaufende Zeit realistisch zu werten und sich auf die Ewigkeit vorzubereiten.

Übrigens auch die Jungen nicht. Es ist ihnen verschlossen, sowohl den Alten als auch den Jungen. Das ist recht interessant. Denn man sollte meinen, jeder habe schon einmal auf einem Friedhof gestanden und jeder wüsste, dass das Grab auf ihn wartet am Ende seiner irdischen Zeit.

 

Manchmal denkt man, es würde zum Nachdenken anregen, wenn man einen leeren Sarg im Zimmer aufstellen würde. Doch man weiß: auch das würde nichts nützen auf Dauer. So vielen wurde es gesagt: »Danach aber das Gericht«, ... danach aber der Thron Gottes. Doch was geschieht? Augen zu, Ohren zu. Heute ist noch nicht mein Sterbetag ...

Du weißt, was heute für ein Tag ist ... Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens.

 

Interessant ist, dass die Relation zur Zeit, zum Sterben, zum Ende nur den Geretteten wichtig ist. Es scheint, nur die Gläubigen denken meistens über ihr Ende nach. Den anderen ist es wie eine Denksperre vorm Kopf.

Mose, der Mann Gottes, schreibt vom Heiligen Geist geleitet:

Ps 90,9b-12 ... wir verbringen unsere Jahre wie ein Geschwätz. Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind 's achtzig Jahre; und worauf man stolz ist, das war Mühsal und Nichtigkeit, denn schnell enteilt es, und wir fliegen dahin. Wer erkennt aber die Stärke deines Zorns, deinen Grimm, so wie es der Furcht vor dir entspricht? Lehre uns unsere Tage richtig zählen, damit wir ein weises Herz erlangen!

 

Ein weises Herz erlangen! Durch die Furcht Gottes[4] und - weil wir die Tage richtig zu zählen haben. Das ist doch etwas für dich und mich! Die Tage richtig zählen, - richtig! Den Wert der uns von Gott gegebenen Tage richtig bemessen, doch - wer kann das? Die uns von Gott gegebene Zeit richtig schätzen ...

 

Was hast du getan seit dem Tag deiner Geburt mit dieser Gabe Gottes, deiner Lebenszeit hier auf Erden, die im enorm wichtigen Zusammenhang mit deiner Ewigkeit steht?

Du feierst alle Jahre Geburtstag. Ja, das ist vielen sehr wichtig. Sie freuen sich über jedes Jahr, das dazugekommen ist. Warum wohl? - Läuft hier nicht eher ein Countdown? Geht es nicht auf dein Ende hier zu? Sind Geburtstage nicht etwas für die Verlorenen? Wo Gottes Wort doch sagt: »Der Tag des Todes ist besser als der Tag der Geburt!«

Phil 1,21    Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn.

 

Du musst also die Tage bedenken, die vom Ende her für dich noch da sind, die Gott extra dir noch belassen hat, damit du dein Haus bestellen kannst, damit du diese Tage recht ausfüllst. Wenn du den Tag deines Endes auch nicht weißt, so kann er dir ja doch nicht egal sein.

Eines steht fest:Vor Gott können wir nicht erscheinen und uns brüsten mit vielen gefeierten Geburtstagen, seien es 69 oder 42. Und wenn es 969 wären ...

 

Noch dürfen wir aber weiterhin vor Gott leben, und es wäre nützlich, wenn wir sagen: bis zu meinem Sterbetag hier auf Erden habe ich noch x Tage, morgen habe ich x-1 Tag, -und alle diese Tage werde ich, so Gott mir die Gnade gibt, zu Jesu Füßen und in Seinem Dienst, in Seinem Weinberg zubringen. Ein seliger Gedanke! Eine vernünftige Logik!

Ich möchte nicht wissen, wie viele »Christen« stattdessen die Welt liebgewonnen haben und meinen, wer weiß was zu verlieren, wenn sie nicht die Zeit für sich selber auskaufen, obwohl sie genau wissen: Was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Ringsherum sehen sie das; aber wer nimmt ihnen den Taumelbecher aus der Hand?

 

Der Strom der Zeit läuft. Unabhängig -, völlig unabhängig von uns. Dieser Strom hat damals begonnen, als Gott die Zeit schuf und Lichter machte, damit der Zeitlauf gemessen werden kann und wir so - je länger, je mehr - sehen können, wie schnell unsere Monate dahingehen. Dieses Wort (Monat) hat den gleichen Wortstamm wie »Mond«, und dieser zeigt uns Woche für Woche an, dass unsere Zeit läuft und läuft und läuft. Zudem kommt unser Wort »launisch« von »Luna«, und zeigt uns unser Verhalten dem Zeitlauf gegenüber.

 

Der Jordan (»Herabfließender, Hinabeilender«) ist im Wort Gottes ein spezielles Bild für das Dahinfließen, so ist er auch ein Symbol des unaufhaltsamen Todes, den nur Einer besiegen konnte, damit wir trockenen Fußes hier durchkommen. Es handelt sich in jedem Fall um einen Strom, der unaufhaltsam fließt. Unaufhaltsam? Gott ist es möglich, den Jordan aufzuhalten, das Hinabfließen, den Tod zu besiegen. Gott hat einst im Tal Ajalon bewiesen, dass Er alles aufhalten kann, was Er geschaffen hat und was in Bewegung ist, den Lauf der Zeit, einzeln oder global[5].

 

Wer nicht die Errettung in Christus angenommen hat, dem nützt das freilich am Ende nichts. Der Jordan kam wieder in sein Bett, die Gestirne setzten ihren Lauf wieder fort, der unentrinnbaren Ewigkeit entgegen.

 

Wer aber lässt sich dadurch warnen? Zwei, drei Mal redet Gott zu uns - hier in Seinem Wort; durch den Stillstand der Elemente und damit der Zeitanzeige, des Lebensflusses, der Vergänglichkeit.

Zwei oder dreimal redet Gott das Herz an[6]- durch schwere Krankheit, durch Todesnot, durch den Verlust naher Verwandter. Kurz ist der Schock. - Lang ist die Vergesslichkeit, lange währt das Ignorieren der Gefahr. Jene, die gerettet sind durch Christus, dürfen an den Tag ihres Todes denken mit Ruhe. Nur jene, die sich retten ließen von Gott durch Seinen Sohn Jesus Christus, sind in der Lage, sich mit dem Gedanken des Sterbens im Frieden mit Gott auseinanderzusetzen.

Die, die dem entfliehen durften durch die Gnade Gottes - sie sind die einzigen, die eine Ahnung haben von der Stärke Seines Zorns, von Seinem Grimm, so wie es der Furcht  vor Gott entspricht, wie Psalm 90 es ausdrückt. Diese denken daran, dass es hier »aus« sein wird, und wir alle hinübergehen in die Ewigkeit, weg aus dem Fluss der Zeit.

Die anderen, die nicht gerettet sind, sie taumeln gedankenlos weiter - auf Grab und Hölle und Ewigkeit zu. Gerade sie sollten aber doch eingedenk werden, wie kurz ihr Leben nur noch ist, - wie unendlich die Ewigkeit im Feuersee sein wird - und dass dort keine Zeit mehr sein wird, die man nützen könnte zur Umkehr. Doch es ist ihnen verschlossen! Sie erkennen davon nichts, diese Türe ist zu für sie!

 

Gerade in diesen letzten Tagen haben wir von einer Frau gehört, die nun schon wochenlang todgeweiht im Krankenhaus liegt und der das Evangelium immer wieder gesagt wurde, - sie nimmt es nicht an. Ihr Gesichtsausdruck dagegen, der nimmt etwas an: immer schrecklicher Züge, sagt ihre Schwiegertochter. Diese Frau scheint nicht mehr umkehren zu können. Der Chronos fließt, der Zeitlauf schreitet neben ihr fort, sie aber findet scheinbar keinen Moment, der ihr ein Umkehren ermöglichen würde. Und der Widersacher tut alles, um sie abzulenken. Mitten auf dem Sterbebett! Ein schrecklicher Zustand.

Und damit sind wir beim zweiten Begriff aus dem Wort des 1. Thessalonicherbriefes angelangt:

1Thes 5,1 Von den Zeiten und Zeitpunkten aber braucht man euch Brüdern nicht zu schreiben.

Es sind die Zeitpunkte, wo Gravierendes möglich wird.

 

Man darf sich das so vorstellen - und die Bibel und auch dein Leben bestätigen das: auf dem dahinfließenden »chronos«, dem Zeitlauf, jener Zeit, die einst begonnen hat und nun dahineilt unaufhaltsam wie ein Strom, wie der Jordan, wie die Donau oder der Rhein - auf diesem Zeitlauf setzt Gott »Zeitpunkte«. Die setzt niemand sonst. Niemand ist in der Lage, irgendwann zu sagen: »Hier kehre ich um«. Probieren kannst du' s ja ... du wirst sehen, es geht nur an Gottes Zeitpunkt. Nein, Gott allein  setzt den Zeitpunkt (siehe auch Joh 6,44 und 14,6).

Das sehen wir an Kyrus, dem Perserkönig, das sehen wir an Alexander dem Grossen. Tausende Jahre vorher hatte Gott sie alle schon gekannt. Und als Sein »Zeitpunkt« kam, den ER bestimmt hatte, ließ Er sie geboren werden.

Ein guter Grund, darüber nachzudenken und sich an Jesu Brust zu schmiegen, wenn es dir heute gegeben ist, wenn der Zeitpunkt da ist für dich.

 

Beachten wir im folgenden bekannten Text das Wort »ich« besonders:

Jes 45,1-7 So spricht  JHWH[7] zu Kyrus, seinem Gesalbten, dessen rechte Hand ich ergriffen habe, um Völker vor ihm niederzuwerfen und die Lenden der Könige zu entgürten, um Türen vor ihm zu öffnen und Tore, damit sie nicht geschlossen bleiben: Ich selbst will vor dir herziehen und das Hügelige eben machen; ich will eherne Türen zerbrechen und eiserne Riegel zerschlagen; und ich will dir verborgene Schätze geben und versteckte Reichtümer, damit du erkennst, dass ich, JHWH, es bin, der dich bei deinem Namen gerufen hat, der Gott Israels. Um Jakobs, meines Knechtes, und Israels, meines Auserwählten willen habe ich dich bei deinem Namen gerufen; und ich habe dir einen Ehrennamen gegeben, ohne dass du mich kanntest. Ich bin JHWH und sonst ist keiner; denn außer mir gibt es keinen Gott. Ich habe dich gegürtet, ohne dass du mich kanntest, damit vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang erkannt werde, dass gar keiner ist außer mir. Ich bin JHWH, und sonst ist keiner, der ich das Licht mache und die Finsternis schaffe; der ich Frieden gebe und Unheil schaffe. Ich, JHWH, vollbringe dies alles.

 

Soweit zu den Worten an Kyrus. Was konnte er selber dazu tun? Sich selber zur rechten Zeit berufen? Unmöglich! Es war der Zeitpunkt für ihn bestimmt worden und gekommen. Kyrus wurde geboren und gesetzt zum Heil für das Volk Gottes. Zu der Zeit waren  der Heiland und der Zeitpunkt Seines Kommens längst bekannt. Z. B.:

1Mo 49,10 Es wird das Zepter nicht von Juda weichen, noch der Herrscherstab von seinen Füßen, bis der Schilo[8]kommt ...

 

Als das Zepter gewichen war von Juda, als die Römer im Land herrschten, als ein Edomiter auf dem Thron Judas saß[9], war dieser Zeitpunkt erfüllt. Jesus selbst kam keine Minute früher, als der Zeitpunkt es bestimmte. Auch keine Minute später.

 

In unseren Tagen gedenkt man Alexanders des Grossen, z. B. mit Ausstellungen. Sehr alt ist er ja nicht geworden, der Alexander, aber sehr erfolgreich als Feldherr. Gott aber hat auch ihn schon Jahrhunderte vorher angekündigt. Er kannte den Zeitpunkt seiner Geburt und den Zeitpunkt seines Todes. Gott hatte diese Zeitpunkte ja selber bestimmt. Wie bei dir und mir. Und wo wir Menschen in der Schule von einem großen Feldherrn lernen, spricht Gott von einem Ziegenbock!

Dan 8,5+8+21 Während ich nun achtgab, siehe, da kam ein Ziegenbock von Westen her über die ganze Erde, ohne den Erdboden zu berühren; der Bock aber hatte ein ansehnliches Horn zwischen seinen Augen.... Der Ziegenbock aber wurde über die Maßen groß; als er aber am stärksten war, zerbrach das große Horn, und es wuchsen an dessen Stelle vier ansehnliche Hörner auf, nach den vier Himmelsrichtungen hin.... Der zottige Ziegenbock aber ist der König von Griechenland; und das große Horn zwischen seinen beiden Augen, das ist der erste König.

 

Der Zeitpunkt, den Gott setzen wollte, den Er auch voraussagte, der kam. Der „Ziegenbock" erschien und zerschlug die Macht der Meder und Perser, der Nachkommen des Kyrus. So werden von Gott auf dem »chronos«, dem Zeitfluss, die Zeitpunkte gesetzt, wie Er es für richtig hält. Und wir tun gut daran, darauf zu achten. In unserem eigenen Leben. In unserem kurzen Leben haben wir auf Seine Zeitpunkte zu achten. Denn bei uns läuft es im kleinen, aber für uns persönlich noch viel wichtigeren Umfeld genau so ab.

 

Es gibt sie auch für uns, diese Zeitpunkte. Doch wer will sie akzeptieren?

Wir wissen, dass Gott zu fürchten ist, und was der heilige Gott der Sünde gegenüber ist, was es heißt, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.

 

Wir haben am Kreuz, wo Jesus für uns zur Sünde gemacht war, gesehen, wie Gott die Sünde behandelt, wie Er sie sieht und richten muss. Obwohl wir nicht ahnen können, was Jesus dort gelitten hat, wissen wir doch, dass Er, der Heilige und Gerechte, um unseretwillen von Gott verlassen war, dass Er unseretwegen durch diese schrecklichen Stunden der Finsternis gehen musste.

Gal 4,4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn

Das war, - das ist ein bedeutender Zeitpunkt, wie kein zweiter!

 

Wenn also Ihn, den Geliebten, ein solches Gericht getroffen hat, als Er die Sache des Sünders in die Hand genommen hatte, was wird das dann sein, wenn der Mensch mit allen seinen Sünden vor den Richterstuhl Gottes gefordert wird!

 

Wie wird es sein, dann vor den Flammenaugen (Offenbarung Kap. 19 Vers 12) zu stehen, die hineinschauen in jede Falte deines Herzens; dazustehen mit dem ganzen vergangenen Leben? Mit der vergeudeten Zeit, mit den verschmähten Zeitpunkten zur Umkehr? Mit einem aufgeschlagenen Buch vor sich in dem Bewusstsein: die Zeit der Gnade ist vorbei, es ist zu spät! Es hätte eine Zeit gegeben, wo ich Frieden und Vergebung hätte finden können, aber ich habe nicht gewollt!

Wenn ich dastehe mit meiner ganzen Sündhaftigkeit, mit der schweren, schweren Schuld auf dem Gewissen in der Erkenntnis: Das Blut Jesu Christi reinigt nicht mehr, die Tür der Gnade ist verschlossen - hinter mir ein verlorenes Leben, vor mir die Verdammnis, und kein Schlupfwinkel, kein Bergungsort weit und breit, - liebe Freunde, wie unsäglich furchtbar muss das sein!

Den »chronos«, den Zeitlauf völlig vergeudet, vertan, - und jeden »kairos«, jeden Zeitpunkt geflissentlich ignoriert zu haben - das ist eine mehr als tödliche Sache!

 

Gott will nicht den Tod des Sünders! Er hat Seinen Sohn dahingegeben, Seine Arme sind weit ausgebreitet, dich aufzunehmen, wenn du umkehrst. Heute, wenn du Seine Stimme hörst - dann ist der »kairos« da, der Zeitpunkt zum Umkehren, »wenn ...«. Hörst du?

 

Wie viele Menschen treten die Zeitpunkte der Gnade Gottes mit Füßen, beantworten Seine Güte mit Hass, Ignoranz und Feindschaft; die liebevollen, herzlichen Einladungen verlachen und verspotten sie.

Es gibt sie, diese Zeitpunkte, achten wir darauf.

»Es gab sie«, muss man von vielen solchen Zeitpunkten der Vergangenheit leider nun sagen. Und bald wird es von den heutigen Zeitpunkten Gottes wieder für dich heißen: Es gab sie. Wir haben tunlichst darauf zu achten, keinen davon zu übergehen. Sie sind wichtig.

 

Wir erinnern uns. Es gab einen Zeitpunkt, an dem das Volk Gottes hinaufziehen sollte ins Bergland der Amoriter. Gott hatte gesagt, ER habe es in ihre Hand gegeben, wie Er es ihnen verheißen hatte. »Sei nur getrost und unverzagt« hatte Er gesagt. Es war ein wichtiger Zeitpunkt Gottes. Doch - was lesen wir?

5Mo 1,26 Aber ihr wolltet nicht hinaufziehen, sondern lehntet euch auf gegen den Befehl JHWHs, eures Gottes;

 

Der Zeitpunkt Gottes, wo es leicht gegangen wäre, wo die Türe offen war, wurde ausgeschlagen, nicht in Anspruch genommen. Sie wollten nicht. Sie brachten Argumente vor, die zu jenem Zeitpunkt absolut nicht am Platz waren!

Wenn Gott einen Zeitpunkt setzt, dann ist nichts leichter, als Seinem Wort zu folgen, denn dann gibt Er das Gelingen und die Gnade dazu.

Sie wollten nicht. Es interessierte sie nicht mehr, dass Gott den ganzen Weg bisher vor ihnen gezogen war, ihnen die Lagerstätten ausgesucht hatte. Die Feuer- und die Wolkensäule waren vergessen. Die Bequemlichkeit war ihnen lieber.

 

Man redete von Angst vor den Riesen[10] - wie wenn Gott und Sein Zeitpunkt nicht größer wären. Und Gott schwor bei sich selbst, dass keiner von denen ins gute Land kommen würde - außer Josua und Kaleb, die gerne Gottes Willen erfüllt haben. Kurz darauf bereuten sie es und sprachen: Wir wollen doch hinaufziehen.

Was sagte Gott dazu?

5Mo 1,42 Aber JHWH sprach zu mir: Sage ihnen: Ihr sollt nicht hinaufziehen und nicht kämpfen, denn ich bin nicht in eurer Mitte, damit ihr nicht vor euren Feinden geschlagen werdet!

Und so kam es auch, sie wurden vernichtend geschlagen, keiner von ihnen kam ins Gelobte Land. Warum? Weil sie den Zeitpunkt Gottes ausgeschlagen hatten. Alles ist möglich, dem der glaubt, wenn er an den Zeitpunkt Gottes kommt. Weil Gott den Zeitpunkt setzt und bestimmt und weil ER zu dieser Zeit das Heil und die Gnade geben will.

 

 

Hast du nun verstanden, dass du dich nicht zu Gott bekehren kannst, wann du willst? Du musst schon Seinen Zug nehmen und der fährt zu Seinem Zeitpunkt und in Seine Richtung, die Er bestimmt hat.

Was folgt daraus: Man hat tunlichst ein Leben, das ganz eng an der Brust Jesu ist, zu führen, damit man auch mitbekommt, was Gott wann tun will und dass man so nicht die Gnade versäumt. Wer die Gnade Gottes versäumt, läuft immer Gefahr, bitter zu werden (Hebr 12,15). Und Verbitterte kennen wir genug! Kinder, gehorsame, fröhliche Kinder Gottes sind rar geworden. Das hängt mit den Versäumnissen Gottes Wort und Zeitpunkten gegenüber zusammen. Heute, wenn ihr Seine Stimme hört, verstockt eure Herzen nicht![11]

 

Wenn ein Vater seinem Kind einen Zeitpunkt setzt, dann dient das zu seinem Besten. Da kann man nicht achtlos daran vorbeileben, nicht vorübergehen. So sollte man denken! Aber unsere Zeit hat es an sich, dass nicht wenige Gotteskinder die Zeitpunkte des Vaters in ihrem Leben missachten.

Das gab es schon immer. Waren nicht Ananias und Saphira einzeln befragt worden? War das nicht ihr Zeitpunkt? Und keinem von ihnen war es wert, die Wahrheit zu sagen, zu einem Zeitpunkt, an dem die Wahrheit zu sagen leichter war als die Lüge zu tun![12]

 

Das ist das Gute an den Zeitpunkten Gottes. Es ist an ihnen leicht, Gottes Willen zu tun, alles andere ist schwerer als an Gottes Zeitpunkt. Weil dann Seine Gnade da ist zur Umkehr, zum Gehorsam, zur Wahrheit.

Merken wir uns das: An Gottes Zeitpunkt ist es leichter, Gottes Willen zu tun, als irgendetwas anderes. Leichter als trödeln, auch als argumentieren. Denn Gott hat an diesem »kairos« die Gnadentüre weit aufgemacht, Seine Hilfe ist dir dort gewiss.

 

Und wie beißt doch das Gewissen nachher, wenn man die Hand Gottes beiseite geschoben hatte und die Lüge einem lieber war. Weiterhin lieber war ...

Wie viele torkeln heute der Verdammnis zu, weil sie damals das Licht des Tages verworfen haben[13], das Licht des Moments Gottes in ihrem ach so kurzen Leben!

 

Gott setzte ganz typisch dem Paulus auf dem Weg nach Damaskus[14]einen Zeitpunkt zur Umkehr. Genau passend, wie immer. Wir wissen ja, dass Damaskus »Betriebsamkeit« bedeutet. Und genau da wirft Jesus ihn vom Pferd und blendet ihn.

Paulus war nicht so ungeschickt wie Ananias und Saphira. Er reagierte richtig auf den Zeitpunkt Gottes in seinem Leben: »Was willst Du, Herr, dass ich tun soll? « . Deshalb wurde Paulus auch nicht verstockt.

 

Die Strafe der Sünde ist die fortgesetzte Sünde, die weitere Zielverfehlung. Die Folge des Gehorsams ist der weitere Gehorsam. Der Gehorsam ist ja nicht unsere Stärke, darum macht Gott an einem »kairos« die Türe weit auf und legt uns den Gehorsam hin, gleichsam als Geschenk für den Moment. Ergreifen wir diesen Gehorsam Gottes, dann kommt mehr davon in unser Leben, immer mehr. Es ist wieder das gute Prinzip Gottes: Wer hat, dem wird gegeben werden.

Bei wie vielen bemerken wir es sogar von außen: Jetzt wurde wieder ein solcher Zeitpunkt Gottes ausgeschlagen, wer weiß, wie lange dieser Mensch jetzt auf den nächsten zu warten hat. Und sein Herz wird ja mit jedem Zuschlagen der Türe immer verstockter!

 

Nicht so der Paulus ...

 

Wie hättest du denn reagiert?Hast du das schon überlegt? Wärest du ins Krankenhaus gegangen, zur Augenabteilung und würdest uns heute noch erzählen: »Da ist mir etwas Komisches passiert ..., aber jetzt geht' s wieder ganz gut«? Hast du die Winke, die Zeitpunkte Gottes in deinem Leben genutzt? Von früher Kindheit auf? Na, siehst du! Einen aber gibt es, einen - der hat sie alle genutzt, alle Zeitpunkte Gottes.

Jede Tätigkeit Jesu sitzt an einem »kairos« des Vaters. Unser aller Heil hing davon ab!

Jede Tätigkeit, die noch zu tun war, wartete auf den »kairos« des Vaters, auf den rechten Zeitpunkt. Jedes Wort, das über Ihn in den Evangelien steht, beweist das.

 

14 Mal steht alleine im Matthäus-Evangelium: »Damit das Wort erfüllt würde, - damit erfüllt würde, was von Ihm geschrieben stand« - 14 Mal - zwei Mal die Zahl Sieben! Alles an dem rechten Platz, alles zu dem rechten Zeitpunkt. Ganz exakt! Z. B.:

Joh 7,8 Gehet ihr hinauf auf dieses Fest; ich will noch nicht hinaufgehen auf dieses Fest, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.

 

 

Man muss nun nicht meinen, Gottes Zeiten und Zeitpunkte seien fern und fremd, irgendwo und sehr schwer erkennbar. Ganz im Gegenteil:

Apg 14,17 ... und doch hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat uns viel Gutes getan und vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freude.

Das sind generelle Zeiten und Zeitpunkte. Da gibt es keine Ausrede. Die Konsequenz folgt auf dem Fuß, entweder so oder so.

Lk 1,20 Und siehe, du wirst verstummen und nicht reden können bis auf den Tag, da dies geschehen wird, darum dass du meinen Worten nicht geglaubt hast, welche sollen erfüllt werden zu ihrer Zeit.

 

 

Wenn du heute deinen Zeitpunkt versäumst, wirst du den nächsten Zeitpunkt abwarten müssen, den Gott dir gesetzt hat. Und gar nicht selten, so sehen wir hier, hängt er mit anderen Personen, mit familiären Umständen und mit Zeitabläufen zusammen.

Mt 5,26 Wahrlich, ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du den letzten Groschen bezahlt hast!

 

Hier heißt es, wachsam zu bleiben!

 

Viele reden gerne von der »Endzeit«. Aber die Seelen, die heute bereits in der Hölle aufs Gericht warten, haben dann doch noch viel Zeit, denn das Tausendjährige Reich wird auch noch vergehen, bis sie zum Gericht vor dem Thron zu erscheinen haben[15]. Es ist demnach besser aufmerksam zu sein, was der Vater heute von dir will.

Es wäre zu trickreich, zu rufen »Ach, die Endzeit!« und geflissentlich den momentanen Gnadenzeitpunkt Gottes in deinem Leben links liegen zu lassen, an dem Gott von dir gerade jetzt Umkehr fordert oder Barmherzigkeit für deinen Nächsten oder deinen Dienst!

 

Wieviel Hinken auf beiden Seiten, wieviel Elend im Leben, das eine herrliche Nachfolge hätte sein sollen, schaffen sich Gotteskinder, die ihre Augen und Ohren verschließen vor den akuten Zeitpunkten Gottes. Man darf dabei nicht übersehen, dass Gott nicht nur einen Zeitpunkt setzt auf dem Zeitstrom deines Lebens, sondern dass Er an eben diesem Punkt auch eine Antwort erwartet. Dass Er dir das Antworten leicht macht, ja direkt in den Mund gelegt hat und die Möglichkeit zum Gehorsam ins Herz gibt!

 

Der Psalmist ruft freudig aus:

Ps 66,19 doch wahrlich, Gott hat erhört, er hat geachtet auf die Stimme meines Flehens.

Ja, weil Gott ihn vorher in eine Not geführt und ihm dort einen Zeitpunkt gesetzt hatte: der Psalmist durfte zu diesem Zeitpunkt zu Gott rufen und - wurde folgerichtig erhört! Das ist die übliche Art Gottes, Gebet zu erhören: Dich an einen Punkt zu bringen, wo du die Notwendigkeit erkennst, um etwas zu bitten, das der liebende Gott dir geben will. Und dann Gottes »offene Türe einzurennen«. Ist das nicht die schönste Absicht des Vaterherzens?

 

Es ist natürlich absolut nicht egal, nicht zu antworten! Jerusalem wurde zerstört im Jahre 70, weil es 40 Jahre vorher nicht die Zeitpunkte nützte, die ihm durch den Messias eröffnet worden waren[16].

 

Und jetzt bist du dran, du aus den Heiden und ich. Gottes Zeitpunkt steht längst fest:

Lk 21,24b Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis dass der Heiden Zeit erfüllt wird.

 

  • Es gibt Zeiten im Leben, da setzt Gott den Zeitpunkt für ein Leiden,
  • für den Beginn eines Leidens
  • und er kennt auch den Zeitpunkt des Endes des Leidens.
Er ist es, der alle diese Zeitpunkte kennt, setzt, und uns die Möglichkeit schafft, zu antworten. Mehr noch: Wir dürfen einander in diesem Punkt durch Gebet und Ermahnung unterstützen. Und da wir durch eigenes Leiden und Kranksein, durch Dulden und Drunterbleiben bis zum letzten Zeitpunkt die anderen leidenden Geschwister ein wenig verstehen lernen, erscheinen wir für sie vor dem Gnadenthron. Es heißt ja:

Jak 5,16b Betet füreinander, damit ihr geheilt werdet!

 

Es ist dem Bruder und der Schwester gut, wenn sie ein Stück weit in ähnlichen Schuhen wandeln dürfen wie die Kranken. Deswegen sind ja auch die Geretteten eingedenk des Tages des Todes, wie wir schon gesehen haben.

 

Es hängt mit der Art unseres Herrn zusammen, der uns ähnlich wurde, um uns zu verstehen.

Wir können nicht wandeln wie Er, wir können die anderen nicht tragen. Aber Er führt er uns oft Wege des Leidens, weil wir ansonsten gar nichts verstünden.

Das ist ein seliges Tun und Dasein, denn es ist gut, den anderen in Christus ein Stück weit verstehen zu dürfen und ihm im Gebet und in der Tat Handreichung tun zu dürfen. Aber spar dir deine Ratschläge aus menschlicher Sicht! Der einzige, der uns wirklich versteht und tragen kann in allem, hat auch das richtige Wort, das Wort, das uns trägt und rettet:

Jes 41,10 Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ja, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit!

 

Ein dankbares Gotteskind lernt auf diese Weise, die Zeitpunkte Gottes abzuwarten; auf die Hände des Herrn zu sehen; und dabei in den Weinberg zu gehen und für andere Geschwister beten zu dürfen. An sehr beschwerlichen Tagen hat mancher schon gebeten, Gott möge doch den Zeitpunkt des Endes ein wenig vorverlegen.

Paul Gerhardt schrieb: »Mach Ende, Herr, mach Ende!« Ludwig Hofacker lehnte an der Wand als noch junger Mann mit so viel Wasser in den Füßen, dass er vor Schmerzen sagte: »Spann aus, Herr, bitte!« Doch Gott ist gut, Er macht keine Fehler, Er kommt schon deshalb nicht zu spät, weil Seine Werke seit Anbeginn der Welt fertig sind und Seine Zeitpunkte auf dem Fluss der Zeit längst gesetzt sind[17]. Inklusive deines Tages der Geburt, inklusive des Tages deines Todes, inklusive all jener Zeitpunkte, die Er dir gesetzt hat.

Inklusive eines Königs Ahasveros, eines Kyrus, eines Alexanders des Grossen. Inklusive des Josia, den Gott über 200 Jahre vor seiner Geburt schon vorstellt[18]

Es gab und es gibt sie alle aber nur einmal! Sie sind einzigartig, wie alles, was Gott setzt.

 

Vor allem aber hat Er uns nicht zum Zorn gesetzt, sondern um das Heil in Christus zu gewinnen. Und dass gerade du heute und hier lebst und nicht im Jahre 1732, das hat mit deinem Zeitpunkt zu tun. Achte darauf! Gott erklärt das auch dem Propheten Jeremia:

Jer 1,5 Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich ersehen, und bevor du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt ...

 

Der Verstand setzt hier mitunter aus, wir kriegen das nicht alles auf die Reihe. Aber der Glaube, den Gottes Kinder von Gott erhielten, kann sie erfassen, diese Zeit und diese Zeitpunkte Gottes.

Du darfst und sollst das wirklich persönlich nehmen. Es ist nicht so, dass die Zeitpunkte so undeutlich gesetzt wären, dass du sie übersehen könntest. Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, der achtet schon sehr darauf, dass du im Frieden deines Herzens auf diese Zeitpunkte zugehst und sie bemerkst.

Das Überspielen, das Ignorieren von Gottes Zeitpunkten ist demnach eine recht absichtliche, eher schon schwierige Aktion eines Gläubigen. Und wenn, dann kommt als erstes ein Wort wie aus Psalm 7 zum Zug: »Gott schärft Sein Schwert.« Dann kommen die Pfeile. Und dann wird 's ungemütlich. Dann wird man nervös, dann wird man fahrig. Dann steht nicht nur der Herr vor der Türe, sondern auch die Verstockung. Und nächstes Mal wird 's etwas schwieriger. Weil wir uns selber im Wege stehen, auf dem Weg der Umkehr. Das Gewissen klagt uns an.

Mancher wartet dann sehnsüchtig auf den nächsten Zeitpunkt.

 

 

Das nun geschärfte Schwert Gottes erinnert uns peinlich, dass Esau keinen Raum zur Buße mehr fand, wiewohl er sie mit Tränen suchte ...[19]Darum: seid wachsam! Denn ihr wisst nicht im Voraus, zu welcher Stunde der Herr kommen wird[20].

 

Ja, genau bei dir, in deinem privaten Leben, in deinem Glaubensleben. Er ist zwar immer da, aber wenn ein »kairos« auf deinem Weg liegt, dann kommt Er speziell mit einer Forderung, mit einem Segen (was ein und dasselbe ist) auf dich zu!

Säume nicht! Sei wachsam! Schau nicht weg von den Händen deines Herrn! Du kannst dir das nicht leisten! Schauen wir nur auf unseren Heiland und Erlöser - den gesalbten Gottes - auf Ihn allein[21], dann werden dir die Zeitpunkte wie Wegmarken erkennbar sein. Er ist der Geber, der Herr und der Ausführer der Zeitpunkte. Wie hat Er das doch bewiesen!

Und freudig wirst du sie nehmen in Ihm mit Seiner Hilfe, mit Seiner Aufmerksamkeit in deinem Herzen und mit Seinem Gehorsam befolgen, was gefordert wird. Denn: »Sein Joch ist allemal sanft, Seine Last ist allemal leicht[22]«. Daran hat sich nichts geändert. Er trägt dich, Er zieht als Durchbrecher vor uns hinauf.

 

Überlege doch: Im Himmel werden nur »Kluge« sein: der weise Baumeister, der sein Haus auf den Felsen baute (zum rechten Zeitpunkt); jene, die so klug waren wie die Schlangen, aber selber keine Schlangen mehr waren, sondern ohne Falsch wie die Tauben; Seine Schafe, mitten unter den Wölfen; klug, die Zeitpunkte Gottes zu erkennen und zu befolgen; der kluge Knecht, den der Herr gesetzt hatte, Seiner Dienerschaft Speise zu geben zur rechten Zeit (!); die klugen Jungfrauen, die rechtzeitig (!) Öl mitnahmen. Sie erkannten den Zeitpunkt; der ungerechte Haushalter, der klug gehandelt hatte mit dem Geld Seines Herrn, als der Zeitpunkt gekommen war, den er gefürchtet hatte[23].

 

Diese alle hatten sich nicht selbst für klug gehalten, sie waren aber klug! Warum? Weil sie die Zeitpunkte Gottes erkannten und sich zu Seinen Füßen setzten, den Saum Seines Kleides umklammerten. Hätte Maria von Bethanien[24] sagen können: Ich werde mich »nächstes oder übernächstes Mal« zu Jesu Füßen setzen? Hätte die blutflüssige Frau sagen können: »Er kommt nächste Woche wieder vorbei ... vielleicht!«

 

Hat nicht die kluge Martha aus Bethanien nur ein Mal den Zeitpunkt Gottes vermasselt? Beim zweiten Mal, als Jesus ins Dorf kam, lief sie, eilte sie, war sie die erste, die zu Ihm kam[25]. Sie versäumte den Zeitpunkt Gottes nicht mehr! Kluge Martha!

 

O ja, wir sind »Narren um Christi Willen[26]«, die wir die Zeitpunkte Gottes beachten wollen, in Seiner Kraft, mit Seiner Aufmerksamkeit, und dann aus Seinem Vermögen richtig und recht reagieren wollen, aber im Himmel, - da gilt das als sehr klug! Und im Himmel werden mit Sicherheit nur Kluge sein, was die Zeitpunkte betrifft.

 

Hebr 12,15 und sehet darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume; dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch dieselbe verunreinigt werden;

Bittere Wurzeln wachsen dann auf, wenn man ein- oder mehrere Male den Zeitpunkt nicht beachtet, nicht rechtzeitig umkehrt. Die Folge ist Kritiksucht an anderen und vieles mehr. Dann muss sich dein Herz herauswinden aus der Misere, es muss schwindeln, es muss sich selbst anlügen und Ausreden suchen, warum es denn nicht rechtzeitig ...

Und manche Versammlung ist voll von diesen bitteren Wurzeln, die deshalb wuchern, weil die Herzen absolut nicht gewillt waren, den ersten, den zweiten, vielleicht sogar den dritten Zeitpunkt Gottes zu akzeptieren.

Erkannt haben sie ihn, das beweist nun ihre Misere, aber gehorsam waren sie nicht.

 

Vor allem der Gehorsam des Christus ist eine Gottesgabe. Und zwar eine vorzügliche. Der Gehorsam des Christus wird keinen Zeitpunkt Gottes übergehen.

 

Es gibt Gemeinden, da meint man die Geistesgaben seien das Wichtigste. Ja, dann sollte doch der Gehorsam des Christus die Herzen erfüllen, der Glaube des Christus, der Friede des Christus, die Liebe des Christus. Wären das nicht Gaben, die da sind, die man braucht, um zu den Zeitpunkten Gottes recht zu reagieren?

Aber vielmehr zeigen sich dort oft ganz andere »Gaben«, man quält die Geschwister, weil sie etwas Bestimmtes nicht haben, was an sich gar keine Geistesgabe von Gott ist.

Man will wieder einmal das Äußerliche - das nach außen Sichtbare - Gott geben und angeben damit. Gott aber gefällt nur Wahrheit, die im Innersten ist. Nicht das Geplärr deiner Lieder[27], nicht das Angeben mit Erkenntnis[28], nicht diese scheinbaren Gnadengaben, die immer dann so hochgespielt werden, wenn man das Wesentliche versäumt hat, nämlich Gott selber, den Geber, nicht die Gaben.

 

Wie viele Wegmarken Gottes, wie viele Zeitpunkte zum Umkehren mit dem inneren Menschen hat so ein Gläubiger überfahren? Charismatische Gaben sind keine Alternative zum Gehorsam, der dich Seine Zeitpunkte erkennen und beachten und befolgen lässt.

Wieviel schöner im Inneren ist ein Mensch Gottes, der »Ja« sagen kann zu einer schweren Lebensführung, wie das Wort Gottes an Jesus Christus selbst beweist, wie aber auch die Geschichte der Gemeinde beweist, wie auch, wenn Gott uns Gnade gibt dazu, unser Leben beweisen wird.

 

Haben wir den Unterschied bemerkt in den beiden Eingangsworten?

Er aber sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, die Zeiten oder Zeitpunkte zu kennen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat ...

Das gilt global für die historischen Zeitpunkte Gottes, das ist nicht unsere Sache, diese vorher zu kennen.

Aber! Was sagt der Lehrbrief zur Gemeinde

1Thes 5,1-2 Von den Zeiten und Zeitpunkten aber braucht man euch Brüdern nicht zu schreiben. Denn ihr wisst ja genau, dass der Tag des Herrn so kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.

Wir wissen! Das Wort Gottes sagt uns: Wir wissen genau! Das ist uns gegeben, das ist unsere Sache, dass wir wissen, dass der Herr Zeitpunkte für uns gesetzt hat. Einmal, wenn Er wiederkommen wird, - und zum anderen: Vorher schon. Heute noch kann es passieren in deinem Leben. Und es wird passieren!

 

Wenn du ein Kind Gottes bist, dann wird der Strom auch deiner hinabfließenden Zeit, dein »chronos« gekennzeichnet sein von Zeitpunkten Gottes. Es kann nicht anders sein.

 

Ein paar Worte unseres Herrn und Hohenpriesters diesbezüglich zum Schluss:

  • Mt 24,6 habt acht, erschreckt nicht; denn dies alles muss geschehen; aber es ist noch nicht das Ende.
  • Mk 13,5 Habt acht, dass euch niemand verführt!
  • Mk 13,23 Ihr aber, habt acht! Siehe, ich habe euch alles vorhergesagt.

 

Und damit ist es umso deutlicher bewiesen, es ist wahr:

1Thes 5,1 Von den Zeiten und Zeitpunkten aber braucht man euch Brüdern nicht zu schreiben.

 

Pass auf die Zeitpunkte Gottes auf in dem Leben, das Er dir in Christus gegeben hat. Sei wachsam! Und sei gehorsam!

 

 

 

FW (Fürstberger, Werner)

[1]Jesus: Schlachter 2000 - Fußnote zu  Matth. 1,21 „Jesus ist die gr. Umschrift des hebr. Jehoschua; dieser Name bedeutet »Der HERR ist Rettung«. Hebräisch „schuah" bedeutet „Rettung". Gottes Sohn war Hebräer und Sein Name wird im Hebräischen (Kurz oder Langform, je nach Auslegung) Jahschua, Jahuschua,Jahuehschua - Jahweh oder Jahueh gesprochen. Er, der den Namen des Vaters (Jahweh bzw. Jahueh) in sich trägt (2.Mose 23,20-21; 1.Kor. 10,4; Joh. 14,9; Kol 2,9). Aus M. Noth: Die Israelitischen Personennamen,Stuttgart, 1928, zit. im Hebräisches und aramäisches Lexikon, Eintrag zu וֹשׁוּע‎,; Joshua in: Encyclopedia Biblica: Die traditionelle Deutung desNamens als „Gott ist Rettung / Hilfe /Erlösung" rechnet mit einer Abstammung des Namens aus derZusammensetzung von jhw und šuaʿ („um Hilfe rufen") -

Christus (hebräisch משיח Maschiach (Messias) = Gesalbter.

[2] Griechisch / Deutsch Strong Lexikon

[3] Gott: Das Wort„Gott" oder „Gottes" ist eine Umschrift von hebr.„El oder Elohim, und von griech. „theos"

[4] Sprüche 9,10

[5]Jos 3,7-17; 10,12-13

[6] Hiob 33,29-30

[7]HERR im AT: In der Fußnote zu 1Mo 2,4 erklärt die Schlachter 2000: HERR = hebr. Jahweh ... JHWH".

Wikipedia - JHWH: Das Tetragramm (Vierfachzeichen) JHWH ist die lateinische Umschrift der hebräischen Schreibweise des Gottesnamens hwhy [(hebräische Konsonanten (Mitlaute) Jod (י‎), He (ה‎), Waw (ו‎), He (ה‎)], von rechts nach links gelesen. Dem Konsonant w (waw) kann auch der Vokalwert o und u gegeben werden.

Wahrscheinlich hat man JHWH (Jahweh)"Jahu" (Jahueh) ausgesprochen. Das „h" am Ende istein Stützkonsonant (Mitlaut), der nur nötig ist,weil der letzte Laut ein  e ist. Die Namen der Propheten im AT sind ein Beispiel für die Schreibweise: z. B. Jesaja = hebr. Jeschajahu = Jahu ist Hilfe, 2.Kön.19, 2; Jeremia = Jirmejahu  = Jahu erhöht, Jer 1,1.

„Herr" im NT:griechisch Kyrios

[8] Schlachter 2000 - Fußnote 1Mo 49,10: „Ruhebringer" Das Kryptogramm (Gleichungssystem unbekannter Zahlen, deren Ziffern durch Buchstaben ersetzt wurden - http://de.wikipedia.org/wiki/Kryptogramm) für den Messias, der auch »Löwe aus dem Stamm Juda« genannt wird, Offb 5,5 (Studienbibel John Mac Arthur). Der Zahlenwert von "schiloh" und "maschiach" (Messias) lassen erkennen, dass beide wesensgleich sind. Und so erhält das unverständliche Wort "schiloh" und damit der Satz einen Sinn (http://de.wikipedia.org/wiki/Schilo_%28biblische_Person%29).

[9]Herodes

[10] 4Mo 13,33

[11] Hebr. 4,5-7

[12]Apg5,1-11

[13]Röm 8,1

[14] Apg 9, ff

[15]Offb Kap 20

[16] U.a.  Mt23,37

[17] Eph 2,10

[18]1Kön 13,1-2

[19] Hebr 12,15-17

[20]Mt 25,13

[21]Mk 9,7-8

[22]Mt 11,30

[23]Mt 7,24; 10,16; 24,45; 25,1-13. Lk 16,1-2

[24]Lk 10,39

[25]Lk 10.40-42; Joh 11,20

[26]1Kor 4,10

[27]Amos 5,22-23

[28]1Kor 8,1b

   
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