Der große Gott des Himmels hatte  König Nebukadnezar in dieser Traumdeutung wissen lassen, was geschehen sollte, und dass dies zuverlässig ist. Hat dieses Erlebnis sein Leben nachhaltig beeinflusst und ihn auf den rechten Glaubensweg geführt?

 

Vorwort: Texte in einfacher Schriftart und Hervorhebungen stammen vom Verfasser. Die Bibelstellen wurden aus der Schlachter 2000 Übersetzung entnommen, bei Bedarf mit den dort angegebenen Fußnoten. Dort wird in der Fußnote zu 2.Mose 3,14  erläutert: „Der hebräische Name des Gottes Israels (in dieser Übersetzung mit HERR wiedergegeben; wahrscheinlich lautete er »Jahweh«) beruht auf dem hebr. Wort hawa = »sein / existieren«; von daher die Wendung »Ich bin, der ich bin«. Daher habe ich für „HERR" JHWH eingesetzt. Erläuterungen zu dem Namen Gottes und Jesu Christi findet man unter „Namens- und Wortbedeutungen / Gottes  Namen".

 

Dan 2,46    Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht und verneigte sich tief vor Daniel und befahl, ihm Speisopfer und Räucherwerk darzubringen.

Da dem König der Traum und die Deutung geoffenbart wurden, erkannte er, dass Daniel einer höheren Macht diente. Speisopfer und Räucherwerk Göttern darzubringen, war Bestandteil der Götterverehrung in Babylon. Die Ehrerbietung Nebukadnezars galt daher nicht dem jungen Gefangenen aus Juda, sondern dem hinter ihm stehenden Gott, sonst hätte Daniel dies nicht zugelassen. Daniel gab -  wie wir es ebenfalls sollen - in allem Gott die Ehre:

Ps 115,1     Nicht uns, o JHWH, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre, um deiner Gnade und Treue willen!

 

 

Dan 2,47    Der König ergriff [dann] das Wort und sprach zu Daniel: Wahrhaftig, euer Gott ist der Gott der Götter und der Herr der Könige und ein Offenbarer der Geheimnisse, dass du dieses Geheimnis offenbaren konntest!

Nebukadnezar blieb auf Distanz und sprach von „euerem" Gott, den er nicht als den „einzigen Gott" erkannte,  sondern als „Gott der Götter" und in ihm den Höchsten von vielen Göttern sah. Die Offenbarung des Traumes ließ den König nicht den alleinigen wahren Gott erkennen, wohl aber, dass dieser Gott Herr über die Könige (Regierenden) der Zeitalter ist (V20-21).

 

 

Dan 2,48    Darauf machte der König den Daniel groß und gab ihm sehr viele Geschenke und setzte ihn zum Herrn über die ganze Provinz Babel und zum Oberhaupt über alle Weisen von Babel.

Wie er zuvor versprochen hatte (V 6), gab er Daniel Geschenke, Gaben und große Ehre. Die Klugheit des Königs erkannte, dass Daniel für sein Land von großem Nutzen sein konnte[1].

 

 

Dan 2,49    Daniel aber erbat sich vom König, dass er Sadrach, Mesach und Abednego über die Verwaltung der Provinz Babel einsetzte; Daniel aber blieb am Hof des Königs.

Daniel erbat sofort die Hilfe seiner drei treuen Freunde, die schon im Dienst  des Königs standen (Dan 1,19). Dies sicherte ihm Zuverlässigkeit, Treue und Loyalität, die er, so kann man annehmen, nicht unter den Weisen Babylons fand. „Provinz" Babel deutet darauf hin, dass es sich um einen Kernbereich im babylonischen Reich handelte.

 

 

Dan 3,1      Der König Nebukadnezar ließ ein goldenes Standbild anfertigen, 60 Ellen hoch und 6 Ellen breit, das stellte er in der Ebene Dura in der Provinz Babel auf.

Eine Elle sind ca. 0,5m. Also hatte das Standbild  die ungefähren Maßen von 30m Höhe und 3m Breite. Da es zum Zweck der Anbetung und Verehrung erbaut wurde (V5), handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um das Standbild eines Menschen (Nebukadnezar selber?) oder heidnischen Gottes. Es wurde nicht direkt in der Hauptstadt aufgestellt. Wo Dura lag, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Es war wohl ein Ort, an dem die Bedingungen für die Aufstellung dieses Standbildes und für einen „Wallfahrtsort[2]" günstig waren. Es sei bemerkt, dass Gott „Wallfahrtsorte" nicht gutheißt. Schon Mose wurde aus diesem Grund ohne Mitwirkung eines Menschen, an einem unbekannten Ort begraben (5. Mo 34,5-6 und Jud1,9). Es dürfen weder andere Götter noch Menschen oder Engel angebetet werden:

Lk 4,8         Und Jesus antwortete ihm und sprach: Weiche von mir, Satan! Denn es steht geschrieben: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen«.

 

Dan 3,2      Und der König Nebukadnezar ließ die Satrapen[3], Vorsteher und Statthalter versammeln, die Räte, Hofschatzmeister, Richter und Gerichtsbeamten samt allen Provinzvorstehern, damit sie zur Einweihung des Bildes kämen, das der König Nebukadnezar aufgestellt hatte.

Zur Einweihung des Bildes wurden ausgewählte Führungskräfte des babylonischen Reiches herbeibefohlen. Bemerkenswert ist, dass Priester und die Weisen nicht „offiziell" erwähntwerden. Daraus aber abzuleiten, dass es sich nicht um einen religiösen Staatsakt gehandelt hätte, schließt der Text „das Bild anbeten" in Vers 5 aus. Die Anwesenheit der politischen Führungskräfte sollte wohl dem  Volk zur Demonstration dienen, damit sich niemand der Vermischung von Staat und Religion entziehen konnte.

 

 

Dan 3,3-6   Sobald nun die Satrapen, Vorsteher und Statthalter, die Räte, Hofschatzmeister, Richter und Gerichtsbeamten samt allen Provinzvorstehern zur Einweihung des Bildes versammelt waren, das der König Nebukadnezar aufgestellt hatte, und vor dem Bild standen, das Nebukadnezar aufgestellt hatte, da rief der Herold mit gewaltiger Stimme: Das lasst euch gesagt sein, ihr Völker, Stämme und Sprachen: Sobald ihr den Klang der Hörner, Flöten, Zithern, Lauten, Harfen, Sackpfeifen und aller Arten von Musik hören werdet, sollt ihr niederfallen und das goldene Bild anbeten, das der König Nebukadnezar aufgestellt hat! Wer aber nicht niederfällt und anbetet, der soll augenblicklich in den glühenden Feuerofen geworfen werden!

Immer wenn ein musikalisches Signal ertönte (in der heutigen Zeit hätte man z. B. auch die Möglichkeit von Audio/Video-Signalen), musste jeder niederfallen und anbeten. Öffentliche Gebetsaufrufe findet man heute u.a. noch in der Moschee (Ort der Niederwerfung[4])

Wenn Gottes Sohn, der Messias wieder auf diese Erde kommt (Dan 2,44), wird  Götzenanbetung vorherrschen - wahren Glauben wird ER kaum vorfinden (Lk 18,8).

Mt 24,15     Wenn ihr nun den Greuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde, an heiliger Stätte stehen seht (wer es liest, der achte darauf!),

Paulus schreibt über diese Zeit:

2Thes 2,3-4    Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt.

In Offenbarung 13,15 wird beschrieben, dass zu dieser Zeit ebenfalls ein Bild angebetet werden muss. Es ist die Zeit des Endes der babylonischen Reiche" (Dan 2,44). Gleichzeitig wird davor gewarnt, dies zu tun.

Offb 14,9-10   Und ein dritter Engel folgte ihnen, der sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen[5] auf seine Stirn oder auf seine Hand annimmt, so wird auch er von dem Glutwein Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt ist in dem Kelch seines Zornes, und er wird mit Feuer und Schwefel gepeinigt werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm. Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit; und die das Tier und sein Bild anbeten, haben keine Ruhe Tag und Nacht, und wer das Malzeichen seines Namens annimmt.

 

Dan 3,7      Darum fielen zur bestimmten Zeit, als alle Völker den Klang der Hörner, Flöten, Zithern, Lauten, Harfen und aller Arten von Musik hörten, alle Völker, Stämme und Sprachen nieder und beteten das goldene Bild an, das der König Nebukadnezar aufgestellt hatte.

Durch Musik wurde eine feierliche Atmosphäre der Anbetung geschaffen. Das babylonische Reich war ein Vielvölkerstaat und in ihm wurden verschiedene Sprachen gesprochen. Daher waren musikalische Signale wirksame Aufforderungen zur Anbetung, die jeder verstehen konnte. David und seine Freunde kannten aber Gottes Gebot:

5Mo 27,15  Verflucht sei, wer ein geschnitztes oder gegossenes Bild macht, das JHWH ein Greuel ist, ein Machwerk von Künstlerhand, und es heimlich aufstellt!

 

Sie beteten das Standbild nicht an.

Dan 3,8-13   Deswegen traten zur selben Stunde etliche chaldäische Männer herzu und verklagten die Juden. Sie ergriffen das Wort und sprachen zum König Nebukadnezar: O König, mögest du ewig leben! Du hast, o König, Befehl gegeben, dass jedermann, der den Klang der Hörner, Flöten, Zithern, Lauten, Harfen und Sackpfeifen und aller Arten von Musik hört, niederfallen und das goldene Bild anbeten soll; wer aber nicht niederfällt und anbetet, der soll in den glühenden Feuerofen geworfen werden. Nun sind da jüdische Männer, die du über die Verwaltung der Provinz Babel bestellt hast, Sadrach, Mesach und Abednego. Diese Männer, o König, achten nicht auf dich, dienen deinen Göttern nicht und beten das goldene Bild nicht an, das du aufgerichtet hast! Da befahl Nebukadnezar mit grimmigem Zorn, dass man Sadrach, Mesach und Abednego kommen lasse. Sogleich wurden jene Männer vor den König gebracht.

Offenbar waren „Spitzel" bei dieser Zeremonie, die beobachten sollten, ob die Anweisung des Königs eingehalten wurde. Ein totaler Überwachungsstaat -  dies ist auch in Deutschland nicht mehr fern[6]

 

 

Dan 3,14-15   Nebukadnezar ergriff das Wort und sprach zu ihnen: Sadrach, Mesach und Abednego, geschieht es vorsätzlich, dass ihr meinen Göttern nicht dient und das goldene Bild nicht anbetet, das ich habe aufrichten lassen?          Nun, wenn ihr bereit seid, sobald ihr den Klang der Hörner, Flöten, Zithern, Lauten, Harfen und Sackpfeifen und aller Arten von Musik hören werdet, niederzufallen und das Bild anzubeten, das ich gemacht habe, [dann ist es gut!] Wenn ihr es aber nicht anbetet, so sollt ihr augenblicklich in den glühenden Feuerofen geworfen werden! Und wer ist der Gott, der euch aus meiner Hand erretten könnte?

Daniels Freunde - mit jüdischem Namen Hananja, Misael und Asarja -  mussten sich nun vor dem König mutig und furchtlos zu ihren Gott JHWH bekennen. Der König hatte sie ja in hohe Ämter eingesetzt, schätzte ihre guten und loyalen Dienste und vermutete, dass sie nur aus Versehen das Standbild nicht angebetet hatten. Sollte dies nicht der Fall sein, drohte er mit grausamer Todesstrafe. In seinem Eifer vergaß er wohl, dass er ihren Gott als „Gott der Götter" bezeichnet hatte (V 2,46-47) und Seine große Macht erfahren hatte.

Die drei Freunde handelten danach:

Lk 20,25     ...: So gebt doch dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!

Gott ändert sich nicht" (Hebr. 13,8).Wir sollen in dieser Welt den Gesetzen und Verordnungen der Regierenden demütig und sanftmütig gehorchen, auch wenn wir meinen, dass uns Unrecht geschieht. Dies gilt auch beim Umgang mit staatlichen Behörden, im Beruf, im Privaten, etc.

Mt 11,29     ... lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen!

Selbstverständlich können wir auch Gerechtigkeit verlangen und uns auf die Gesetze des Landes berufen. Auch Paulus hatte sich mehrmals darauf berufen, dass er die römische Staatsbürgerschaft besaß (Apg 16,37-38; 22,24-29). Dabei müssen wir aber genau beachten, wie Daniel und seine Freunde dies auch taten, dass wir nicht Gottes Gebote übertreten.

 

Wenn uns Unrecht geschieht, brauchen wir keine Angst zu haben.

Ps 56,12     Auf Gott vertraue ich und fürchte mich nicht; was kann ein Mensch mir antun?

1Jo 4,18     Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat mit Strafe zu tun; wer sich nun fürchtet, ist nicht vollkommen geworden in der Liebe.

Lk 12,11-12    Wenn sie euch aber vor die Synagogen und vor die Fürsten und Obrigkeiten führen, so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt; denn der Heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt.

 

Daniels Freunde haben erfahren: wer gottesfürchtig leben will, muss mit Anklage, Verleumdung und Verfolgung rechnen.

2Tim 3,12  Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden.

Christen müssen verstehen, dass dies einen Sinn hat.

Joh 13,15   denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

1Petr 2,12  und führt einen guten Wandel unter den Heiden, damit sie da, wo sie euch als Übeltäter verleumden, doch aufgrund der guten Werke, die sie gesehen haben, Gott preisen am Tag der Untersuchung (1)

(1)griech. Strong Lexikon: episkope, = Inspektion, Besuch, Heimsuchung von Seiten Gottes.

 

Hinter Anklage, Verleumdung und Verfolgung steht letztendlich Satan, der Widersacher. Er war es, der auch Hiob verklagte.

Offb 12,10  ... der Verkläger unserer Brüder, der sie vor unserem Gott verklagte Tag und Nacht.

Hi 1,9-11    Der Satan aber antwortete JHWH und sprach: Ist Hiob umsonst gottesfürchtig? Hast du nicht ihn und sein Haus und alles, was er hat, ringsum eingehegt? Das Werk seiner Hände hast du gesegnet, und seine Herden breiten sich im Land aus. Aber strecke doch einmal deine Hand aus und taste alles an, was er hat; lass sehen, ob er dir dann nicht ins Angesicht absagen wird!

 

Dan 3,16-18   Sadrach, Mesach und Abednego antworteten und sprachen zum König: Nebukadnezar, wir haben es nicht nötig, dir darauf ein Wort zu erwidern. Wenn es so sein soll - unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem glühenden Feuerofen erretten, und er wird uns bestimmt aus deiner Hand erretten, o König! Und auch wenn es nicht so sein soll, so wisse, o König, dass wir deinen Göttern nicht dienen und auch das goldene Bild nicht anbeten werden, das du aufgestellt hast!

Die drei Freunde bewahrten zwar den Respekt vor dem König, aber sie waren furchtlos und entschuldigten sich nicht, ihrem Gott gehorcht zu haben. Danach erklärten sie ohne Umschweife den Grund ihrer Furchtlosigkeit. Was für ein Vertrauensbeweis im Angesicht eines grausamen Todes! Sie sahen auf Gott allein und nicht auf das, was ihnen drohte. Ihnen war wohl das treue und furchtlose Verhalten Davids vor Augen:

Ps 16,8       Ich habe JHWH allezeit vor Augen; weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht.

Für uns ist daher geschrieben:

Hebr 12,1   Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt,

 

Dan 3,19    Da wurde Nebukadnezar voll Wut, und das Aussehen seines Angesichts veränderte sich gegen Sadrach, Mesach und Abednego; [dann] redete er und gab den Befehl, man solle den Ofen siebenmal heißer machen, als man es sonst zu tun pflegte.

Das Wohlwollen Nebukadnezars verwandelte sich in Zorn. Wir können uns vorstellen, wie die Zornesröte sein Gesicht veränderte. Zornzerstört die Vernunft, und man verliert die Kontrolle über  sich. Er veranlasst den Menschen, Dinge zu tun, die unberechenbar sind - wie bei Nebukadnezar die totale Vernichtungswut, ein Pogrom[7] im Kleinen. Daher weist Gott, der Allmächtige uns an:

Ps 37,8       Steh ab vom Zorn und lass den Grimm; erzürne dich nicht! Es entsteht nur Böses daraus.

 

Dan 3,20-21   Und den stärksten Männern in seinem Heer befahl er, Sadrach, Mesach und Abednego zu binden und sie in den glühenden Feuerofen zu werfen. Da wurden diese Männer gebunden und in ihren Mänteln und Beinkleidern samt ihren Turbanen und ihren Gewändern in den glühenden Feuerofen geworfen.

Hier lesen wir nicht, dass sie gegen diese Behandlung protestiert oder sogar um Hilfe geschrien hätten.  Sie gleichen hier unserem Herrn und Heiland:

Jes 53,7      Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.

Wir wissen nicht genau, um welche Art Ofen, in dem diese immense Hitze erzeugt wurde, es sich handelte. Eventuell um einen begehbaren Schmelzofen oder Brandofen für Ziegel.

Da sie mit Mänteln, Beinkleidern, (Art Pumphosen / Pluderhosen?) und Turbanen in den Ofen geworfen wurden, konnten wohl auch nichteingeweihte Zeugen erkennen, dass es sich um höhergestellte Personen handelte, und dass die Todesstrafe bei Missachtung des Anbetungsbefehls jeden traf.


 

Dan 3,22-23 Weil nun der Befehl des Königs dringend und der Ofen übermäßig geheizt war, so tötete die Feuerflamme jene Männer, die Sadrach, Mesach und Abednego hinauftrugen; diese drei Männer aber, Sadrach, Mesach und Abednego, fielen gebunden in den glühenden Feuerofen.

Die Abwurföffnung lag oberhalb und die ausströmende Hitze[8] tötete die Ausführenden des Todesurteils sofort. Es ist nicht auszuschließen, dass der König die Gefahren dieser enormen Hitze nicht richtig für seine „Henker" einschätzte.

Von seinem Beobachtungsstandort konnte der König alles verfolgen. Er rechnete fest damit, dass die drei Freunde in diesen extrem hohen Temperaturen, in kürzester Zeit zu Asche verbrannt würden. Man kann sich vorstellen, wie er gebannt in die Feuersglut starrte.

 

 

Dan 3,24-25   Da erschrak der König Nebukadnezar und stand rasch auf. Er redete und sprach zu seinen Räten: Haben wir nicht drei Männer gebunden ins Feuer geworfen? Sie erwiderten und sprachen zu dem König: Gewiss, o König! Er antwortete und sprach: Siehe, ich sehe vier Männer mitten im Feuer frei umherwandeln, und es ist keine Verletzung an ihnen; und die Gestalt des vierten gleicht einem Sohn der Götter!

Der König erkannte ein viertes Wesen im Feuerofen, V 28 ( hebräisch und aramäisch „MaLA'Kh"  geschrieben ) - es bedeutet „Beauftragter", (griech. angelos - „Bote, Gesandter") - eine übernatürliche Erscheinung.

 

Die Bewahrung der drei Freunde ist auch ein Beispiel für Gottes Fürsorge für Israel.

Jes 43,2      Wenn du durchs Wasser gehst, so will ich bei dir sein, und wenn durch Ströme, so sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du durchs Feuer gehst, sollst du nicht versengt werden, und die Flamme soll dich nicht verbrennen.

 

Dan 3,26-27   Darauf trat Nebukadnezar vor die Öffnung des glühenden Feuerofens, begann und sprach: Sadrach, Mesach und Abednego, ihr Knechte Gottes, des Allerhöchsten, tretet heraus und kommt her! Da kamen Sadrach, Mesach und Abednego aus dem Feuer hervor. Daraufhin versammelten sich die Satrapen, Vorsteher und Statthalter samt den Räten des Königs. Sie schauten diese Männer an, über deren Leiber das Feuer keine Gewalt gehabt hatte; ihre Haupthaare waren nicht versengt und ihre Kleider waren unverändert; man bemerkte nicht einmal einen Brandgeruch an ihnen.

Die Wut Nebukadnezars wandte sich durch das, was er gesehen hatte, in Schrecken und „Gottesfurcht". Seine Sicht der Situation änderte sich schlagartig und er erkannte die besondere Stellung von Sadrach, Mesach und Abednego.Anders als der Pharao zur Zeit Mose (zehn Plagen) in Ägypten, ließ er sofort von seinem Vorhaben ab. Die Führungskräfte des Landes, die schon bei der Einweihung des Standbildes anwesend gewesen waren, wurden nun Zeugen dieses Wunders - also Zeugen des Wirkens des Gottes Israels.

JHWH offenbarte sich hier wieder als der Retter und Befreier, wie zukünftig der Messias denen, die an IHN glauben (Mt 13,40-43; Hebr 12,28-29; Mk16,16; 2. Petr 3,7; Offb 21,8).

Röm 15,4   Denn alles, was zuvor geschrieben worden ist, wurde zu unserer Belehrung zuvor geschrieben, damit wir durch das Ausharren und den Trost der Schriften Hoffnung fassen.

Die Glaubensprüfung der drei Freunde bedeutet für uns, dass Gott, der Allmächtige uns nicht immer vor dem Feuer, sondern vielfältig innerhalb des Feuers bewahrt.

 

 

Dan 3,28    Da ergriff Nebukadnezar das Wort und sprach: Gepriesen sei der Gott Sadrachs, Mesachs und Abednegos, der seinen Engel gesandt und seine Knechte errettet hat, die auf ihn vertrauten und das Gebot des Königs übertraten und ihre Leiber hingaben, weil sie keinen anderen Gott verehren und anbeten wollten als ihren Gott allein!

Der König hatte den Gott Daniels und seiner Freunde den „Gott der Götter" genannt (Dan 2,47). Jetzt aber hatte er erfahren, dass dieser Gott gewaltige Macht hatte. Es schien ihm auch vollkommen neu, dass Menschen nur einem „einzigen" Gott bis in den Tod vertrauen und gehorchen und nur Ihn verehren und anbeten wollen. Von der Forderung der Verehrung des Standbildes ließ er ab und ehrte diesen „einen Gott". Dies war aber noch keine Bekehrung, denn er pries „ihren" Gott. Dieser Vers weist auch darauf hin, dass das Standbild einen babylonischen Gott darstellte.

 

Betrachten wir noch einmaldiese gesamte Darstellung und bewerten wir, was es für uns heute bedeutet. Daniel und seine Freunde hatten sich die höhere Stellung in Babel nicht ausgesucht, sie wurde ihnen zugeordnet. Wer in vollkommener Treue zu Gottes Wort seinen Weg geht, der wird sich in höherer Stellung, wenn überhaupt, nur selten halten können.

2Tim 3,12  Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden.

 

Gott, dem Allmächtigen vollkommen zu gehorchen, bedeutet, sich respektvoll gegenüber der Obrigkeit zu verhalten. Die Verweigerung des Gehorsams ihr gegenüber kann nur mit dem Gehorsam Gottes Wort gegenüber zu tun haben (Mt 22,21). Dies kann nicht durch lautstarken Protest, Auflehnung oder „Revolution" erreicht werden, sondern immer nur auf dem Wege des Leidens, Duldens und des Gebetes geschehen - „die Leiber hingeben".

Biblischer Glaube ist Glaube und Gehorsam, die Gott wohlgefallen, und niemals ein Glaube, den man aus Furcht versteckt.

Röm 12,1    Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst!

1Kor 13,3   Und wenn ich alle meine Habe austeilte und meinen Leib hingäbe, damit ich verbrannt würde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir nichts!

 

Die Hingabe soll nicht nur durch Dienste, verstandesmäßige „Werksgerechtigkeit", Ausharren und Worttreue geschehen (siehe z. B. Offb 2,2-4), sondern die Motivation soll die unendliche Liebe zu Gott und Vater im Himmel und Seinem geliebten Sohn, unserem Heiland, Herrn und Hirten sein, die sichtbar und hörbar wird.

Hohelied 3,2+4           „Ich will doch aufstehen und in der Stadt umherlaufen, auf den Straßen und Plätzen; ich will ihn suchen, den meine Seele liebt!" ...,  da fand ich ihn, den meine Seele liebt. Ich hielt ihn fest und ließ ihn nicht mehr los...

Ps 13,6       Ich aber vertraue auf deine Gnade; mein Herz soll frohlocken in deinem Heil. Ich will JHWH singen, weil er mir wohlgetan hat!

Ps 84,3       ...; nun jubeln mein Herz und mein Leib dem lebendigen Gott zu!

 

Auffallend ist auch, dass die drei Freunde nur von ihrem Gott (ÄLa'H) sprachen und nicht Seinen Namen „JHWH" vor den „Heiden" nannten. Damit verhinderten sie auch womöglich die Lästerung des Namens, was im 3. Gebot gefordert wird (2. Mo 20,7).

Es ist ja ein Vorrecht, den Namen zu wissen und aussprechen zu dürfen.

Joh 17,24-26  Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast,... Gerechter Vater, die Welt erkennt dich nicht; ... Und ich habe ihnen deinen Namen verkündet und werde ihn verkünden, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

 

Dan 3,29    Und von mir wird eine Verordnung erlassen, dass, wer immer unter allen Völkern, Völkerschaften und Sprachen von dem Gott Sadrachs, Mesachs und Abednegos leichtfertig spricht, in Stücke zerhauen und sein Haus zu einem Misthaufen gemacht werden soll, weil es keinen anderen Gott gibt, der so erretten kann wie dieser!

Diese Androhung der Todesstrafe bei Nichtachtung des Gottes Sadrachs, Mesachs und Abednegosbefreite die drei Freunde von der Pflicht der Anbetung des babylonischen Gottes. Sie durften ihrem Gott alleine dienen, auch wenn Nebukadnezar damit nicht den Glauben an andere Götter aufgab - die anderen Götter hatten seiner Meinung nach nur nicht solche Macht. Ein heidnischer König wurde zum Verkünder der großen Taten Gottes, des Allmächtigen.

 

Dan 3,30    Daraufhin machte der König Sadrach, Mesach und Abednego groß in der Provinz Babel.

Sie wurden entweder wieder in ihre Ämter eingesetzt oder es könnte sich auch um vermehrte Macht und Ehre handeln.

Ps 18,49-50 der mich meinen Feinden entkommen ließ. Ja, du hast mich erhöht über meine Widersacher und hast mich errettet von dem Mann der Gewalttat! Darum will ich dich, JHWH, preisen unter den Heiden und deinem Namen lobsingen,

Schon Abraham, der Gott in allem vertraute und glaubte, bekam dieses Versprechen:

1Mo 12,2    ... ich will ... dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein.

Gott hat uns errettet durch Seinen geliebten Sohn, und wir sollen auch ein Segen sein dort, wo Er uns unseren Platz zugewiesen hat. Wenn wir es ernst meinen, in der Nachfolge Christi zu leben, dann sollten wir uns immer wieder überprüfen, ob wir auch wirklich ein Segen sind (Mt 5,14-16) oder ob uns dies zur Floskel wurde.

Gal 6,7       Irrt euch nicht: Gott lässt sich nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten.

 

Dan 3,31    »Der König Nebukadnezar wünscht allen Völkern, Völkerschaften und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnen: Euer Friede nehme zu!

Dieses Erlebnis - das Eingreifen und die große Machtdemonstration Gottes, des Allmächtigen und der Friede mit den drei Freunden - gab dem König Frieden, wonach er sich bestimmt  in der Tiefe seines Herzens für sich und alle Völker sehnte.

 

Dan 3,32-33    Es hat mir gefallen, die Zeichen und Wunder zu verkünden, die der höchste Gott an mir getan hat. Wie groß sind seine Zeichen, und wie gewaltig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht!

Nebukadnezar hatte „Großes" von dem höchsten Gott erfahren. Er war überwältigt von allem, was er gehört und gesehen hatte. Er, der heidnische mächtige König, verkündete das ewige Reich Gottes und Seine Herrschaft über alle Reiche dieser Erde.

Dies müsste uns allen das Herz anrühren, und wir sollten uns ehrlich die Frage stellen: „Tun wir dies als treu glaubende wiedergeborene Christen"?

Daniels Freunde waren bereit, ihre „Leiber" - ihr Leben in Treue zu opfern.

Ps 51,19     Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten.



[1] Wie es ähnlich auch  Joseph in Ägypten  ergangen war (1. Mose 41,41-44).

[2] Wikipedia: ein Ort mit wichtiger religiöser Bedeutung

[3] Wikipedia: Statthalter einer größeren Provinz (Satrapie)

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Moschee

[5] Griechisch /Deutsch Strong's Lexikon : charagma=eine Markierung oder Kennzeichnung: d. eingeritzte, eingestochene, eingebrannte, eingepresste, eingravierte, eingeätzte oder auch eingeschnittene Zeichen bzw. Mal; übertr.: ein charakteristisches (Erkennungs)Zeichen. ? implantierter Nano-Chip (RFID-Chip)?

[6] http://www.sueddeutsche.de/politik/923/439666/text/ - 17.04.2008; http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberwachungsstaat

[7] Wikipedia: Unter einem Pogrom (m., auch n.) versteht man eine gewaltsame, auch organisierte Massenausschreitung gegen Mitglieder religiöser, nationaler, ethnischer oder andersartig definierter Minderheiten oder Gruppen einer Bevölkerung, oft verbunden mit Plünderungen und Misshandlungen sowie Mord oder Genozid.

[8] Je länger ein Feuer brennt, desto stärker entwickelt sich Rauch, da auch immer weniger Sauerstoff im Raum vorhanden ist. Wenn bei einer Verbrennung zuwenig Sauerstoff vorhanden ist, dann entsteht u.a. Kohlenmonoxid. Dieses ist ein leicht entzündliches Brandgas. Außerdem enthält der Rauch noch andere brennbare feste Teilchen wie Ruß, die so genannten Pyrolysegase. ... die Temperatur kann bis zu 900 Grad Celsius ansteigen. ...Dabei kann es direkt zu Gewebszerstörungen (Eiweiß, der Hauptbestandteil der Zellen, verkocht) kommen ... die Zellen verlieren ihre biologische Funktion.( www.firedepartment-tiengen.de/inhalte/flashover.htm)

   
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