Du aber, Daniel, verschließe diese Worte und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes! Viele werden darin forschen, und die Erkenntnis wird zunehmen - dies finden wir im Buch des Propheten Daniel Kapitel 12, Vers 4.

 

Vorwort zu diesem Studium: Texte in einfacher Schriftart und Hervorhebungen stammen vom Verfasser. Die Bibelstellen wurden aus der Schlachter 2000 Übersetzung entnommen mit den dort angegebenen Fußnoten. Dort wird in der Fußnote zu 2.Mose 3,14  erläutert: „Der hebräische Name des Gottes Israels (in dieser Übersetzung mit HERR wiedergegeben; wahrscheinlich lautete er »Jahweh«) beruht auf dem hebr. Wort hawa = »sein / existieren«; von daher die Wendung »Ich bin, der ich bin«. Daher habe ich für „HERR" JHWH eingesetzt.

Erläuterungen zu dem Namen Jesus Christus finden Sie unter "Namens- und Wortbedeutungen" /„GottesNamen“.

 

 

[1]Forschen ist die methodische Suche nach neuen Erkenntnissen. Jeder, der sich nurannähernd  mit Forschung beschäftigt hat, weiß, dass dies mit viel Zeit, Geduld und Ausdauer zu tun hat. Für uns ist geschrieben:

2Tim 3,16  Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit

Daher wollen wir neben der Bedeutung für die damalige Zeit auch die Bedeutung für die heutige Zeit und uns persönlich betrachten.

 

Wir haben in dem Thema „Namen in Gottes Wort" erfahren, dass die von Gott, dem Allmächtigen gegebenen Namen Zeugnis Seiner göttlichen Offenbarung und ein bleibendes Unterpfand der Führung und Verheißung des treuen Bundesgottes sind.

Viele Eigennamen in der Bibel sind mit Gottes Namen verbunden.

Der Name Daniel bedeutet:"Mein Richter ist Gott[2]", oder im Hebräischen „mein Rechtswalten ist EL, „mein HerrSein ist EL[3]". "[4]Gerichtet von El (Gott)" (Wurzel דינ‎ [din] ="richten", "Recht schaffen"). Sein Name sagt also aus, dass Gott in allem sein Herr und seinRechtsmaßstab ist, dass Er seine Rechtssachen führen wird, und Daniel sich Ihm in allemunterordnet. Sogar im heidnischen Babylon war Daniel einer, der sich völlig auf denrechtswaltenden JHWH stützte und selber Recht ausübte.

 

Um dies in seiner Tiefe noch besser verstehen zu können, folgt hier eine kurze Zusammenfassung bzgl. „Babylon".

[5]Babel oder Babylon wird zuerst bei der Gründung des Reiches Nimrods (1Mo 10,10) und dann beim Turmbau (1Mo 11,9) genannt. Hier wird der Name mit »verwirren, zerstreuen« in Verbindung gebracht. Bereits im Bericht vom Turmbau kommt zum Ausdruck, was Babel im AT verkörpert: Zentrum und Symbol der widergöttlichen Weltmacht. Der sog. »Turmbau zu Babel« meint einen Turm, der das Wahrzeichen der Stadt und der dort praktizierten Religion sein sollte. Der Turm von Babel ist das warnende Wahrzeichen der Überhebung des Menschen und der daraus folgenden Sprachenverwirrung und Zerstreuung der Völker.

In der Offenbarung lesen wir auch von der kommenden antichristlichen Weltmacht (Offb 14,8; 16,19; 17,5; 18,2. 10. 21).

[6] Daniel war wohl aus königlichem Geschlecht; er wurde im Alter von 15-20, Jahren nach der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar im Jahr 605 v. Chr. nach Babylon verschleppt und  stieg dort durch Gottes Vorsehung zu einem der höchsten Hofbeamten des babylonischen Reiches auf. Er war ein Zeitgenosse des Propheten Hesekiel, lebte aber bis zur Zeit des Königs Kyrus und wurde über 90 Jahre alt. Er, Daniel, bewies große Treue und Hingabe Gott gegenüber und war gerecht und redlich in seinem irdischen Dienst - ein Vorbild auch für neutestamentliche Gläubige. In dem von ihm verfassten Buch berichtet Daniel (z. T. in der dritten Person, z. T. in der Ichform) zunächst von seinem Dienst und Zeugnis vor den Königen Babylons (von dem seiner Gefährten in Kap. 3) sowie von den Träumen Nebukadnezars, die er durch Gottes Eingebung deuten konnte (Kap. 1-6). Der erste Traum Nebukadnezars von dem gewaltigen Standbild, das die heidnischen Weltreiche versinnbildlicht (Kap. 2), weist schon prophetisch auf das Ende dieser Reiche durch den Messias Gottes hin, der sie zerschmettern wird. ...

So ist das gesamte Buch Daniel ein bedeutsamer Schlüssel für das geistlich-prophetische Verständnis der Weltgeschichte; es weist zahlreiche Bezüge zur Offenbarung des Johannes wie auch zur "Endzeitrede" des Messias auf (vgl. Mt 24-25).

Es vermittelt uns aber auch wertvolle Ermunterung zur Glaubenstreue angesichts heidnischer Machtentfaltung und endzeitlicher Entwicklungen.

 

Dan 1,1-2   Im dritten Jahr[7] der Regierung Jojakims, des Königs von Juda, kam Nebukadnezar, der König von Babel, nach Jerusalem und belagerte es. Und JHWH gab Jojakim, den König von Juda, in seine Hand, auch einen Teil der Geräte des Hauses Gottes; diese führte er hinweg in das Land Sinear[8], in das Haus seines Gottes; und er brachte die Geräte in die Schatzkammer seines Gottes.

 

Warum geriet Juda in die babylonische Gefangenschaft?

Gott ermahnte sie immer wieder:

1Kö 2,4      ..., das sie in Wahrheit vor mir wandeln, mit ihrem ganzen Herzen und mit ihrer ganzen Seele,

1Kö 6,12    ... : Wenn du in meinen Satzungen wandeln und meine Rechte tun und alle meine Gebote befolgen wirst, so dass du darin wandelst, so will ich mein Wort an dir erfüllen, das ich deinem Vater David verheißen habe;

Neh 1,8-9   ...: »Wenn ihr treulos handelt, so will ich euch unter die Völker zerstreuen; kehrt ihr aber zu mir um und befolgt meine Gebote und tut sie ...«

 

Juda fiel aber immer wieder in Ungehorsam - ein Beispiel:

Zur Zeit des Propheten Jesaja wollte sich der König Hiskia mit dem babylonischen Herrscher (Jes 39,1) gegen die zunehmende assyrische Bedrohung (Jes. Kap. 37) verbünden, obwohl JHWH ihm Rettung zugesagt hatte (2. Kön. 20.6). Hiskia führte Merodach Baladan, den Sohn Baladans, des Königs von Babel, in die Schatzkammer JHWHs (wohl um ihn zu beeindrucken), zeigte das Silber und das Gold und die Spezereien und das kostbare Öl und sein ganzes Zeughaus samt allem, was sich in seinen Schatzkammern vorfand. Es gab nichts in seinem Haus und im ganzen Bereich seiner Herrschaft, das Hiskia ihnen nicht gezeigt hätte (Jes 39, 2-3)

Dieses Geschehen sollte uns darüber belehren, dass, wenn Gott uns geholfen hat (z. B. wie Hiskia, 2.Chr.32,23) und die Welt (Babylon) dann um uns wirbt, wir in Gefahr sind, falsche Verbindungen einzugehen. Es gibt auch Schätze in Gottes Wort, die weiterhin nur für Treue in der Nachfolge bestimmt sind (Joh 14,17; 1.Kor. 14,22; Mt 7,6; Mk 4,11), anderen bleiben sie verborgen, weil sie Christus und Sein Evangelium ablehnen oder es verachtungsvoll mit Füßen treten, über Ihn spotten, schimpfen oder sogar mit Hass (Joh 15,18) reagieren.

Wenn wir die Schätze Gottes - die Heilige Schrift - nicht Seinem Willen gemäß verwalten (danach handeln), kann es auch sein, dass Er uns als Seinem Tempel (1. Kor.3,16) Teile -  z.B. Erkenntnis und Weisheit - entzieht und wir in die „Gefangenschaft" der Welt „geführt" werden.

 

Permanenter Ungehorsam war es, warum das Volk Juda schließlich nach Babylon geführt wurde. Der Prophet Jesaja hatte schon vorher die Gefangenschaft angekündigt:

Jes 39,5-6   Da sprach Jesaja zu Hiskia: Höre das Wort JHWHs der Heerscharen: Siehe, es kommt die Zeit, da alles, was in deinem Haus ist, und was deine Väter bis zu diesem Tag gesammelt haben, nach Babel weggebracht werden wird; es wird nichts übrig bleiben! spricht JHWH.

Es ist beachtenswert, dass „Babel" Jerusalem zerstörte und dies Jahrhunderte später (70 n.Chr.) durch „Rom[9]" wieder geschah. Bis heute, so lehrt die Geschichte, ist Jerusalem „Spielball[10]" oder „Zankapfel" der Völker und Religionen geblieben. Dies wird, und dies erleben wir auch heute, bis zum Ende dieses Zeitalters so sein.

Sach 14,2   Da werde ich alle Heidenvölker bei Jerusalem zum Krieg versammeln; und die Stadt wird erobert, die Häuser werden geplündert und die Frauen geschändet werden; und die Hälfte der Stadt muss in die Gefangenschaft ziehen; der Überrest des Volkes aber soll nicht aus der Stadt ausgerottet werden.

 

Sie werden aber vom wiederkehrenden Messias gerettet (Sach 14,2-9; Jes 27,6). Wer dies bezweifelt, sollte ernsthaft bedenken, dass bis heute alle Prophezeiungen über Jerusalem und Juda (4. Mose 23,9; Hes 36,24;Hos 3,4;) erfüllt wurden.

Auch im 2. Kapitel wird beschrieben, wie Daniel vier aufeinander folgende Weltreiche prophezeite. Die Prophezeiungen Daniels sind so detailliert und eindeutig beschrieben und haben sich derart exakt erfüllt, dass mehrfach versucht wurde, diesem Bibelbuch seine Echtheit abzusprechen, andere wiederum  bestätigen es[11].

 

Hier sei bemerkt, dass Gott nicht immer sofort in die Geschichte der Völker oder in den  persönlichen Bereich eingreift, Er gibt meist noch Zeit zum Umsinnen - es ist ein Zeichen Seiner Milde und Geduld. Dies besagt dann auf keinen Fall, dass Er Seine Warnung zurückgezogen hätte. Die Bibel lehrt, dass Strafe oder Gericht oft erst nach langer Zeit erfolgen,  wenn man nicht mehr daran denkt oder damit rechnet.

Wir  können vorwegnehmen, dass Daniel und seine Freunde JHWH immer treu geblieben waren und in Babylon wichtige, Gott gewollte Aufgaben erfüllten.

Dan 1,3-6   Und der König befahl Aspenas, dem Obersten seiner Kämmerer, dass er ihm etliche von den Söhnen Israels bringen solle, die von königlichem Samen und von den Vornehmsten sein sollten, junge Männer ohne jeden Makel, schön von Gestalt und für alle Wissenschaften begabt, die Einsicht und Verstand hätten und tüchtig wären, im Palast des Königs zu dienen, und dass man sie in der Schrift und Sprache der Chaldäer unterwiese. Diesen bestimmte der König den täglichen Unterhalt von der feinen Speise des Königs und von dem Wein, den er selbst trank, und [ordnete an], dass man sie drei Jahre lang erziehen sollte, und dass sie danach dem König dienen sollten. Unter ihnen befanden sich von den Söhnen Judas Daniel, Hananja, Misael und Asarja.

 

Wir können erkennen, wie sorgsam und bewusst der König Nebukadnezar seine Führungskräfte auswählte, um damit seine Macht und Autorität, auch bei den Juden, zu festigen und auszubauen. Seine Bedingungen

  • von königlichem Samen und von den Vornehmsten
  • junge Männer ohne jeden Makel, schön von Gestalt
  • und für alle Wissenschaften begabt,
  • die Einsicht und Verstand hätten,
  • tüchtig wären, im Palast des Königs zu dienen,
  • und dass man sie in der Schrift und Sprache der Chaldäer unterwiese;
  • sie sollten auch von der feinen Speise und von dem Wein des Königs nehmen und zu höfischem Umgang erzogen werden

Sie sollten Männer sein, die schon einen hohen Stand hatten, gebildet, klug und weise, sprachbegabt und vertraut in der Führungsarbeit waren. Auch das Aussehen spielte damals eine scheinbar nicht unwichtige Rolle. Gutes Aussehen erweckt oft Symphatie und kann auch Menschen beeinflussen - man sieht dies heute in der Werbestrategie.

 

Die Namen der drei Freunde Daniels sind auch mit Gottes Namen „El" und „Jah", verbunden.

  • Hananja bedeutet: „Jahwe ist gnädig gewesen" (d.h. ist gnädig)
  • Misael bedeutet, „wer ist, was Gott ist"
  • Asarja bedeutet: "Jahwe hat geholfen" (hilft).

Weitere Erläuterungen zu den Namen, können Sie unter Themenstudium: „Namen in Gottes Wort" lesen.

Sie erhielten auch babylonische Namen, damit ihre ursprüngliche Identität verschwand.

 

Dan 1,7      Diesen gab der oberste Kämmerer andere Namen; und zwar nannte er Daniel »Beltsazar«, Hananja »Sadrach«, Misael »Mesach« und Asarja »Abednego«.

Diese Namen waren mit den babylonischen Göttern verbunden[12], um sie in das babylonische System einzubinden und sie damit immer mehr mit den Göttern Babylons in Verbindung zu bringen.

Die Bibel beschreibt nicht, dass alle in Gefangenschaft geführten Juden heidnische Namen bekamen. Dieses Auswahlprinzip deutet darauf hin, dass es dem „Feind" vorwiegendum solche geht, die Gott, dem Allmächtigen nahestehen.

 

Dan 1,8      Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor, sich mit der feinen Speise des Königs und mit dem Wein, den er trank, nicht zu verunreinigen; er erbat sich vom obersten Kämmerer, dass er sich nicht verunreinigen müsse.

[13]Die heidnischen Lebensmittel und Getränke waren Götzen geweiht. Ihr Verzehr wurde als Ehrung dieser Gottheiten angesehen. Daniel »nahm sich in seinem Herzen vor« (vgl. Spr 4,23), keine Kompromisse einzugehen, indem er der Hingabe an den wahren Gott untreu würde (vgl. 2Mo 34,14.15). Zudem aßen die Heiden Lebensmittel, die Gottes Gesetz verbot (3Mo 1,1-47); sie zu sich zu nehmen, wäre einem klaren Verstoß gleichgekommen.

Lehnen wir auch die „feinsten Speisen" ab, die „extra" für uns bereitet wurden? Für uns ist wichtig zu erkennen, dass das, was wir „in uns" aufnehmen - z. B. durch unserer Augen Lust (Mt 5,28),  uns zu Handlungsweisen verführen kann, die Gott verabscheut (Mo 5,21).

In den Psalmen lesen wir davon:

Ps 78,18     Und sie versuchten Gott in ihrem Herzen, indem sie Speise forderten für ihr Gelüste.

Die „Speise" Babylons sättigt den Menschen, und dann er verlangt nicht mehr oder immer weniger nach der himmlischen Speise (1. Kor 10,3-4; Joh 6,31-35).

 

Daniel kannte wohl auch die Aussprüche Salomos:

Spr 27,20   Totenreich und Abgrund sind unersättlich; ebenso unersättlich sind auch die Augen der Menschen.

Darum hatte er Gottes Wort immer „vor Augen".

Ps 119,82   Meine Augen verlangen nach deinem Wort ...

 

Gott, der Allmächtige kannte Daniels Lauterkeit[14] in allen - auch gefahrvollen - Situationen.

Ps 33,13     JHWH schaut herab vom Himmel, er sieht alle Menschenkinder;

 

Wie wir von Daniel noch erfahren werden, bat er in jeder Lage um Beistand und Hilfe - nach Gottes Willen. So wird er dies auch im Fall der „babylonischen Speise" getan haben, denn es steht geschrieben: „Bewahre mich, o Gott, denn ich vertraue auf dich[15]; Ich aber bin wie ein grüner Ölbaum im Haus Gottes; ich vertraue auf die Gnade Gottes für immer und ewig".[16]

 

Dan 1,9-16     Und Gott gab Daniel Gnade und Barmherzigkeit vor dem obersten Kämmerer. Und der oberste Kämmerer sprach zu Daniel: Ich fürchte nur meinen Herrn, den König, der euch eure Speise und euer Getränk bestimmt hat. Denn warum sollte er wahrnehmen, dass euer Aussehen weniger gut wäre als das der anderen jungen Männer in eurem Alter? Dann wärt ihr schuld, wenn ich meinen Kopf beim König verwirkte! Da antwortete Daniel dem Aufseher, den der oberste Kämmerer über Daniel, Hananja, Misael und Asarja gesetzt hatte: Versuche es doch zehn Tage lang mit deinen Knechten, dass man uns Gemüse zu essen und Wasser zu trinken gibt; danach soll man vor dir unser Aussehen und das Aussehen der anderen jungen Männer anschauen, die von der feinen Speise des Königs essen; nach dem, was du dann sehen wirst, handle weiter mit deinen Knechten! Da hörte er auf sie in dieser Sache und versuchte es zehn Tage lang mit ihnen. Und nach den zehn Tagen sah man, dass sie besser aussahen und wohlgenährter waren als alle jungen Männer, die von der feinen Speise des Königs aßen. Da nahm der Aufseher ihren Wein, den sie trinken sollten, weg und gab ihnen Gemüse.

 

Gott gab auch, dass der oberste Kämmerer (oberster Hof- oder Palastbeamter) selber das hohe Risiko einging, nicht dem Willen des Königs zu entsprechen. Dies hatte, wie in Daniel Kapitel 2 zu lesen ist, meist die Todesstrafe zur Folge.

Gott stattete sie mit allem aus, was der König verlangte, damit Sein Plan erfüllt würde.

Dan 1,17    Und Gott gab diesen vier jungen Männern Kenntnis und Verständnis für alle Schrift und Weisheit; Daniel aber machte er verständig in allen Gesichten und Träumen.

 

Dies zeigt uns, dass es  ein gewaltiger Irrtum ist, wenn man meint, aus eigener Kraft zu allem fähig zu sein. Selbstverständlich ist lernen oder studieren eine der Notwendigkeiten des Lebens, um Ziele zu erreichen und um für sich und seine Familie zu sorgen (2,Thess 3,10; Sprüche 6,6-11). Wahre Erkenntnis, Weisheit und Hilfe erhalten wir aber nur von Gottes Heiligem Geist (Joh. 14,16).

Jak 1,17     Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel.

 

Daniel und seine Freunde waren nun soweit, in den Dienst des Königs zu treten[17].

Dan 1,18    Nachdem nun die Zeit verflossen war, nach welcher der König ihre Vorstellung befohlen hatte, führte sie der oberste Kämmerer vor Nebukadnezar.

Sie hatten die Aufgabe von JHWH bekommen, ein Licht in dieser heidnischen Welt zu sein und Gott, den Allmächtigen und Seine Taten zu verkünden. Dies gilt ohne Ausnahme auch für wahre Nachfolger des Christus:

Phil 2,15    damit ihr unsträflich und lauter seid, untadelige Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter welchem ihr leuchtet als Lichter in der Welt, indem ihr das Wort des Lebens darbietet, ...

 

Dies bedeutet nicht nur, so gut wie möglich ein guter Mensch zu sein und niemandem etwas zu Leide zu tun, sondern totale Hingabe in Gottes Willen. Es gibt Menschen, die weltlichen Zielen alles unterordnen, um sie zu erreichen - wieviel mehr sollten wir Selbstdisziplin (Gal 2,20) üben und in allem Gottes Willen suchen. Paulus ermahnt daher:

1Kor 9,24-25  Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur {einer} den Preis erlangt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt! Jeder aber, der sich am Wettkampf beteiligt, ist enthaltsam in allem - jene, um einen vergänglichen Siegeskranz zu empfangen, wir aber einen unvergänglichen.

 

Lesen wir nicht zu schnell darüber hinweg, sondern denken wir ernsthaft darüber nach, was Phil 2,15 in diesem Zusammenhang für uns bedeutet:

  • unsträflich und lauter (unverdorben, einfältig und ohne Falschheit; reine und aufrichtige Gesinnung)
  • untadelige Kinder Gottes sein - ganz nach und für Gottes Wort leben
  • ein Licht in dieser finsteren Welt sein, das man sieht (Mt 5,16)
  • das Wort des Lebens darbieten - das Evangelium verkünden
  • wir sind enthaltsam von allem Weltlichen,  was uns von Gottes Willen und unserem himmlischen Ziel abbringen kann.

 

Gott gehorchen und in der Nachfolge Christi leben muss unser ganzes Leben ausfüllen.

Gal 2,20     Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.

Dies kann man nicht so nebenbei machen oder wenn man gerade etwas Zeit dafür hat.

Petrus sagt:

1Petr 2,9    Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht

Ein lieber Bruder aus Linz in Österreich formulierte es so: Wir sprechen über ein hochzeitliches Kleid (Offb. 3,18; 19,7) von der Wesensart unseres Heilandes und Erlösers, die uns kleidet im Angesicht des Vaters, d. h. von Seiner Demut, die den Menschen nichts sein lässt und Gott alles tun lässt.... Da verliert sich das Drückende, das Beschwerende unseres Empfindens im Lob des herrlichen Gottes. Wem das möglich ist, - und im Grunde ist es uns allen möglich - der lebt nicht gerade leichter, aber wesentlich geborgener

 

Bewerten wir selber unsere Lebensweise - stimmt sie mit diesen Punkten überein?

  • königliches Priestertum
  • ein Volk des Eigentums
  • die Tugenden Gottes verkünden

Wie sieht es aber bei vielen aus?

·die Lasten und Sorgen in unserer Familie oder unserem Umfeld beherrschen uns;

·wir gehen, wenn „es möglich“ ist, einmal in der Woche zum Gottesdienst bzw. zur Versammlung und fühlen uns wohl, unsere „Pflicht“ getan zu haben;

·wir lesen einen biblischen Tagesvers oder sogar regelmäßig in der Bibel, aber leben nicht nach allem, was uns dort anbefohlen wird;

·eventuell forschen wir mit viel Zeiteinsatz in der Bibel, um zu beweisen, was nicht für uns gilt – dabei gibt es so viel, was Er uns aufträgt, zu tun.

·wir deuten Gottes Wort eigenmächtig, obwohl dies von Petrus schon verworfen wurde (2. Petr. 1,20).

·Für das Gebet bleibt meist weniger Zeit als für die tägliche Nahrungsaufnahme.

 

Es ist richtig, die Versammlung nicht zu verlassen (Hebr. 10,25) und täglich in der Heiligen Schrift zu lesen (Apg 17,11), aber nicht wenige, die sich „christlich“ nennen, bedienen sich trotzdem„der Speise und des Tranks“ des heutigen Babylons in irgendeiner Form.

 

Die Grenzen unserer Lebensweise würden aber klar sichtbar, wenn unser Blick stets aufs Kreuz gerichtet wäre. Dann erkennen wir die Verführung in dieser Welt durch Aufweichung der sittlichen Grenzen, unzüchtige Kleidung, in Schriften, Fernsehen, Internet, Audio, Video, in Filmen, Shows, Theater, Comedies, Karneval/Fasching, Spottreden, usw.

Wenn wir meinen, das alles wären nur „lässliche“ Sünden[18], ben menschlich und kein großes  Problem dann ist dies ein „tödlicher“ Irrtum.

Hebr 10,26Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt für die Sünden kein Opfer mehr übrig,

 

Vielmehr sollten wir „Lust“ an Gottes Gesetzen haben (Ps 1,2) und die Werke, die unser Herr für uns bereitet hat (Eph 2,10), erkennen und tun.

Daniel behielt auch in den schwierigsten und in lebensgefährlichen Situationen im Herzen, was Gott, der Allmächtige sagt:

2Kor 6,17   Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen,

Hinaus von denen, die in der Finsternis dieser Welt leben, die den „Götzen" dieser Welt dienen. Nichts Unreines „anrühren" - sich  fernhalten von dem Bösen in jeglicher Gestalt!

Für Daniel bedeutete dies, alles zu unterlassen, was gegen die Gebote Gottes verstieß.

Wenn wir ernsthaft in der Nachfolge des Gesalbten Gottes, unseres Herrn und Heilandes,  leben wollen, ist dies eine heilige Verpflichtung.

2Kor 6,16   ... Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein«.

 

Dan 1,19    Da redete der König mit ihnen; aber keiner unter ihnen allen wurde gefunden, der Daniel, Hananja, Misael und Asarja gleichgekommen wäre; und sie traten in den Dienst des Königs.

 

Schon David pries JHWH:

Ps 119,98-99  Deine Gebote machen mich weiser als meine Feinde, denn sie sind ewiglich mein [Teil]. Ich bin verständiger geworden als alle meine Lehrer, denn über deine Zeugnisse sinne ich nach. (... den ganzen Tag - Ps 119,9) - bei allem was ich tue.

 

Wenn wir das wirklich glauben, wird unser Studium in der Bibel eine intensive, lebenslange Forschungsarbeit, verbunden mit dauerhaftem Praktikum.

 

Dan 1,20    Und in allen Angelegenheiten, die Weisheit und Einsicht erforderten, nach denen der König sie fragte, fand er sie zehnmal[19] besser als alle Traumdeuter und Wahrsager, die er in seinem ganzen Reich hatte.

Traumdeuter und Wahrsager werden auch in einigen Übersetzungen Seher und Weise oder Zeichenkundige und Minister genannt. Es werden die engsten Berater des Königs gewesen sein - ich möchte im Vergleich zu heute, die „Wirtschaftweisen", Ressortchefs, Staatssekretäre o. ä. nennen. Diese Berater sind z. T. auch für die „Zukunftsfragen" zuständig.

Daniel und seine Freunde gaben in qualitativer Hinsicht hervorragende Antworten, die über die Fähigkeiten anderer hinausgingen, denen Gott nicht helfend zur Seite stand. Ich kann mir vorstellen, wie erstaunt und „sprachlos" die Anwesenden darüber waren. Die „Weisen" aus dem ganzen Reich werden wohl nicht begeistert gewesen sein, denn „ihr Stand" geriet dadurch womöglich in Gefahr.

Für uns bedeutet Dan. 1,20, durch intensives Studium in Gottes Wort - allein und in Gemeinschaft - fähig zu werden, Zeugnis vom Evangelium zu geben (Eph 6,15).

 

Dan 1,21    Und Daniel blieb bis zum ersten Jahr des Königs Kyrus.

Rückkehr des Überrestes der Juden am Ende der siebzigjährigen Gefangenschaft. Sie wurde schon von Jeremia verkündet:

Jer 29,10    Fürwahr, so spricht JHWH: Wenn die 70 Jahre für Babel gänzlich erfüllt sind, werde ich mich euer annehmen und mein gutes Wort, euch an diesen Ort zurückzubringen, an euch erfüllen.

In Kapitel 2 ( das Thema ist in Arbeit) wird der Traum Nebukadnezars geschildertund wie Gott durch Seinen treuen Diener die Weltreiche bis zur Wiederkunft und Aufrichtung des Reiches Gottes kundtat.



[1] wikipedia

[2] Griechisch / Deutsch Strong Lexikon

[3] F.H.Baader, Prophetie der Bibel, Band 3, Seite 312

[4] Wikipedia, die freie Enzyklopädie, http://de.wikipedia.org

[5] Lexikon zur Bibel von Fritz Rienecker und Gerhard Maier - Das hebr. babäl und das griech./lat. Babylon geben das babylonische bab-ili wieder, eine Übertragung des sumerischen Namens ka-dingir-ra »Gottespforte«.

[6]Aus Einleitungen und Abschnittsüberschriften zu den Büchern des Alten Testaments (Schlachterübersetzung 2000)

[7] Studienbibel John MacArthur:Es war das dritte Jahr nach der babylonischen Datierung, bei der das Jahr der Thronbesteigung des Königs nicht mitgerechnet wurde, sondern die erst mit dem darauf folgenden Jahr begann. Somit stimmt das »dritte Jahr« mit dem »vierten« Jahr des jüdischen Datierungssystems überein (vgl. Jer 46,2)

[8] Alter Name der Ebene, die im Süden zwischen Euphrat und Tigris liegt. Dort gründete Nimrod sein Königreich (http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=1986).

[9] Religionsvergleiche, usw. findet man im Buch „Von Babylon nach Rom", von Alexander Hislop, CLV-Verlag

[10]„Jerusalem, Spielball der Völker", von Dave Hunt, CLV-Verlag

[11] www.dasjahrderbibel.de/Bibel/ErfuellteProphetie.htm - Zum Beispiel hat Sir Robert Anderson, seinerzeit führender Kopf von Scotland Yard, in einem einschlägigen Buch die Echtheit des Buches Daniel nachgewiesen. Die erfüllten Prophezeiungen sind im Buch Daniel so offensichtlich, dass der säkulare und ungläubige Historiker Gibbons anerkennen musste: »Die vier Weltreiche sind klar skizziert, und die unbesiegbare römische Armee ist in den Prophezeiungen Daniels mit solcher Klarheit beschrieben wie in den Geschichtswerken von Justin und Diodrus.«

[12] Siehe das Thema: „Namen in Gottes Wort".

[13] Studienbibel John MacArthur

[14] Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Reinheit, Wahrhaftigkeit und Treue.

[15] Psalm 16,1

[16] Psalm 52,10

[17] Bibelkundige wissen, dass auch Joseph nach Gottes Plan am Königshof in Ägypten ausgebildet und in hohe Ämter eingesetzt worden war (1. Mo 39,6; 41,41.44).

[18] kathpedia.com/index.php?title=Lässliche_Sünde: führt nicht zum völligen Verlust der Gnade Gottes.

[19] www.bibelkommentare.de - Die Zahl der Verantwortlichkeit des Menschen vor Gott - 2. Mo 34,27.28; 5. Mo 4,13; 2. Mo 26,1; 2. Chr 4,6-8; 3. Mo 27,30; Mt 25,1; Mt 25,28; Lk 19,13; Lk 19,17.

   
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