"Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, auf dem du wandeln sollst; ich will dir raten, mein Auge auf dich richten".

Unser gütiger Gott und Vater, der unsere Übertretung vergeben hat[1], will uns nun auch den Weg lehren, den wir gehen sollen (siehe Ps 1.2). Er benutzt gleich drei Ausdrücke, die denselben Gedanken unterstreichen: unterweisen - lehren - raten. Haben wir in Ihm nicht einen überaus guten und weisen Ratgeber, der uns nicht nur wohl will, sondern auch das Ende vor dem Anfang kennt? (Jesaja 46,10). Wären wir nicht töricht, wenn wir trotzdem lieber auf den eigenen Verstand, das eigene Urteilsvermögen vertrauten?

Sieh, Er richtet sein Auge auf dich, Er will dir raten. Aber dann musst du Ihm in die Augen schauen[2], wenn du seinen Rat, seine Wegweisung erhalten willst.

Der Weg Gottes für jeden von uns ist nicht so etwas wie eine Straße, die weithin sichtbar markiert wurde, so dass wir ihr nur einfach entlangzulaufen brauchten. Gott hat zwar Grundsätze in seinem Wort niedergelegt, die unseren Weg bestimmen sollen. Aber Er hat uns kein „Rezeptbuch" für jeden Umstand des Lebens gegeben, wo wir einfach nachschlagen könnten, was in der jeweiligen Situation zu tun ist. Das würde uns ja allzu leicht zur Unabhängigkeit von Gott führen und uns rein mechanisch handeln lassen.

Nein, Gott möchte, dass wir durch den vertrauten Umgang mit Ihm seine Gedanken, seinen Willen kennen lernen. Auf diese Weise will Er uns befähigen, in speziellen Situationen unseres Lebens Licht über den Weg zu erhalten, den wir einschlagen sollen. Unser Herz muss auf Ihn Acht geben lernen, und so werden wir prüfen können, was das Vorzüglichere ist (Philipper 1,9.10).

Nur wenn wir in einer allgemeinen Weise mit „der Erkenntnis seines Willens erfüllt" sind, werden wir im besonderen Fall „würdig des Herrn wandeln" können (Kolosser 1,9.10).

 

Aus: „Der Herr ist nahe", Dienstag, den 4.8.2009, • CSV-Verlag, D-42490 Hückeswagen



[1] Anmerkung von Paul Sonntag: Wenn wir unsere Sünden bereuen, sie Ihm bekennen (Mt 6,12),  und ein neues Leben mit Ihm beginnen

[2] Anmerkung von Paul Sonntag: In Sein Wort schauen

   
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