Es gibt diese Redewendung oder diesen „Weisheitsspruch". Stimmt dies mit unseren Erfahrungen überein? Auch lesen wir "Dem Mutigen hilft Gott" in Friedrich Schillers Werk „Wilhelm Tell", wo Gertrud Stauffacher ihren Mann Werner zum Widerstand gegen die Reichsvögte auffordert. Im allgemeinen erntet der Schwächling nicht Sympathie, sondern er erzielt Skepsis, Bedauern und Ablehnung, die zuweilen wie Sympathie wirken mögen, aber das glatte Gegenteil dessen sind. Wer Schwächen zeigt, bleibt auf der Strecke - darum kehrt man seine „Schokoladenseiten" hervor und meidet, was für Schwäche gehalten werden könnte, wie „ich weiß nicht" und „ich kann nicht".

Weil das so ist, möchten wir die Aussage in Gottes Wort, der Bibel, betrachten, denn dort steht:

Ps 121,2     Meine Hilfe kommt von JHWH, der Himmel und Erde gemacht hat!

 

Vorwort zu diesem Studium:

Das Thema wurde von Werner Fürstberger verfasst. Mit seiner Genehmigung habe ich es für die „Bibel-Hauskreisversammlung" etwas ergänzt und umgestaltet (einfache Schriftart).

Röm 9,16 - So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen.

Die Bibelstellen wurden aus der Schlachter 2000 Übersetzung entnommen und in kursiv/fett geschrieben. Dort wird in der Fußnote zu 2.Mose 3,14  erläutert: „Der hebräische Name des Gottes Israels (in dieser Übersetzung mit HERR wiedergegeben; wahrscheinlich lautete er »Jahweh«) beruht auf dem hebr. Wort hawa = »sein / existieren«; von daher die Wendung »Ich bin, der ich bin«. Daher habe ich für „HERR" JHWH eingesetzt. JHWH wird auch JAHUH ausgesprochen. Jesus der Christus = JAHUHSCHUAH  (JAHU rettet) ha  MACHIACH

 

Warum sind die Menschen in die Situation und Misere geraten, letztendlich nur sich selber zu vertrauen?

Die Bibel beschreibt im 1. Buch Moseden Sündenfall, der den Zustand des Menschen ins Gegenteil verkehrte, er verlor das Leben aus Gott und damit auch die Möglichkeit, Gott zu erkennen und zu verstehen:

1Kor 2,14   Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.

 

Also halten die Menschen sich nun selbst für weise, das Wort Gottes jedoch für eine Torheit, für fehlerhaft und verbesserungswürdig. Umgekehrt ist es nur allzu logisch, dass das, was Gott die „Torheit der Verkündigung" in Seinem Wort nennt (1.Kor 1,21), das Richtige ist, das Wahre und das Weise - die Gedanken der Menschen dagegen das Nichtige und die Unwahrheit, - nicht zufällig kommt in der Folge aus dem Herzen der Menschen das, was sie verunreinigt und was sie ruiniert.

Dass die Bibelkritik gerade in den Reihen der sogenannten Christen zunimmt, beweist nur, dass unter ihnen immer weniger echte Gotteskinder weilen, denn die echten schätzen ihre Herkunft, sie sind ausschließlich wiedergeboren, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt (1Pt 1,23). Innig lieben, suchen und verstehen sie das lebendig machende Wort ihres Vaters im Himmel, - zum Unterschied von den natürlichen Menschen, die den Geist nicht haben (Jud 1,19b).

Im kleinsten Detail aus Gottes Wort steckt schließlich mehr Weisheit als in den gesamten menschlichen Überlegungen aller Jahrtausende zusammen, es bleibt in Ewigkeit bestehen:

1Kor 1,20   Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Wortgewaltige dieser Weltzeit? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht?

Der Mensch vergeht, aber Gottes Wort bleibt in Ewigkeit

 

Der Korintherbrief definiert es so :

1Kor 1,17-25  denn Christus hat mich ... gesandt ...,  das Evangelium zu verkündigen, [und zwar] nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz des Christus entkräftet wird. Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft; denn es steht geschrieben: »Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen«. Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Wortgewaltige dieser Weltzeit? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt durch [ihre] Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Verkündigung diejenigen zu retten, die glauben. Während nämlich die Juden ein Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen, verkündigen wir Christus den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit; denen aber, die berufen sind, sowohl Juden als auch Griechen, [verkündigen wir] Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen.

 

Gott  wird dadurch verherrlicht, dass wir uns an Seiner sogenannten „Torheit" (was der Mensch für Torheit hält) orientieren, durch die Er uns das Evangelium nahebringt und die doch größer ist als alle unsere Weisheit, - und durch Seine „Schwachheit", wie wir sie am Kreuz sehen, die allerdings das Stärkste darstellt, was das Universum je gesehen hat.

Unsere althergebrachte menschliche Weisheit nahm Jesus uns durch Kreuz und Grab ab, sie bringt nichts, sie ist wertlos.

 

Warum kann der Mensch, so sehr er sich auch seit Jahrtausenden bemüht, Gott von sich aus nicht erkennen?

1Kor 2,11+ 14  Denn wer von den Menschen kennt die [Gedanken] des Menschen als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So kennt auch niemand die [Gedanken] Gottes als nur der Geist Gottes. ... Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.

Nur durch die demütige und gehorsame Hinwendung des Menschen zu Gott, dem Allmächtigen, wird ER sich offenbaren:

1Kor 2,10   Uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.

Eph 1,13    In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, (die Bibel) das Evangelium eurer Errettung, gehört habt - in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung,

 

Paulus, der damals bei Gamaliel, einem Pharisäer, Schriftgelehrten und Mitglied des Hohen Rates, einem der berühmtesten Rabbinen seiner Zeit studierte (Apg 22,3), erhielt wohl dadurch die amtliche Anerkennung als Schriftgelehrter. Nach seiner Bekehrung sagte er:

Phil 3,8      ja, wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne

Gottes Wort nicht im Gehorsam ernstzunehmen, beurteilt Er:

Röm 1,22   Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden

Selbst der einfachste Gläubige, den man wohl mit Recht als wahren Fundamentalisten (Christus ist das Fundament und der tragende Eckstein, 1.Petr 2,6-7; Hebr 3,4) bezeichnen muss, ist weiser als atheistische Denker; weil er dem allmächtigen Schöpfergott und Seiner Weisheit vertraut, hat er das beste Teil erwählt, hat er nicht auf Sand gebaut (Mt 7,24-27).

 

Nicht nur, weil es einfach und sinnvoll ist, Gott zu vertrauen und zu glauben, dass Er sei und denen, die Ihn suchen ein Vergelter sein wird (Hebr 11,6), - sondern weil es Gott von jeher um unser ewiges Leben ging. Sein Gebot ist das ewige Leben (Joh 12,50).

 

Wie schon am Anfang zitiert, fehlt durch die Auflehnung gegen Gottes Gebot dem Menschen das Wesentliche der Gotteserkenntnis. Die Frau Adams hatte einst im Paradies gesehen, dass gut essen wäre von dem Baum, von dem Gott gesagt hatte: „Von diesem Baum (seiner Frucht der Erkenntnis des Guten und des Bösen) dürft ihr nicht essen!" (1Mo 3,6; 2,17 ). Doch durch diese erste Selbsthilfe (mit dem Ziel: „ihr werdet sein wie Gott!",1.Mo 3,5)wurde im Menschen alles pervertiert und Gottes Norm entfremdet; seither laufen alle Menschen in die verkehrte Richtung, geistlich und seelisch. Das ist mit der Grund, warum wir nicht in der Lage sind, Gottes Wort zu befolgen, es ist uns verunmöglicht worden durch unsere Verkehrtheit.

Der Mensch will Gott nicht finden, er läuft von Gott weg, er versteckt sich seit dem ersten Tag vor Ihm (1. Mo 3,8), hält sich dabei in seiner „Weisheit" selbst in Ehren; das ist das Los und das Wesen der Zielverfehlung, sprich Sünde[1].

 

Ist es nicht so  - auch der Geringste ist immer noch der Meinung, er sei ein wenig schlauer als andere? Es macht keinen Unterschied, ob jemand eine ausgebildete Einbildung oder eine eingebildete Ausbildung hat, ob er ein Facharbeiter oder ob er promoviert ist, - das Wesentliche fehlt. Manches hat man sogar an Weisheiten aus der Bibel entnommen und importiert in den natürlichen, aber verdrehten Verstand des Menschen; das grenzt dann beinahe an Weisheit, - doch in Verbindung mit dem menschlichen Eigendünkel wird es erneut zur Zielverfehlung.

 

Ohne Gott bleibt dem Menschen gar nichts anderes übrig, als sich selber zu vertrauen oder Gott irgendwie -  ohne bedingungslosen Gehorsam - „gnädig" stimmen zu wollen.

Dies geht nicht - Gott nicht zu gehorchen, ist in Wirklichkeit „gottlos" - „irgendwie" glauben alleine nützt nichts.

Jak 2,19-20    Du glaubst, dass es nur {einen} Gott gibt? Du tust wohl daran! Auch die Dämonen glauben es - und zittern! Willst du aber erkennen, du nichtiger Mensch, dass der Glaube ohne die Werke tot ist?

Es sind aber nicht die Werke, die der Mensch sich erdenkt, die Kirchen oder Religionsgemeinschaften vorschreiben

Eph 2,10    Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.

 

David bittet: Senke meine Tritte ein in deine Fußstapfen, damit mein Gang nicht wankendsei! (Ps 17,5).

Wenn wir nicht da gehen, wo Er geht, und zwar in Seiner „Geschwindigkeit", sind wir „außer Tritt". Unser Handeln kann nicht gelingen - Ruhe, Gelassenheit und Sicherheit geraten ins Wanken. Von Gott „los" zu wandeln, bringt keinen Segen.

Gott sagt sogar, dass das Opfer, das die Gottlosen bringen, ein Greuel ist, vor allem, wenn sie es für eine Schandtat darbringen (Spr 21,27). Dazu gehört auch das „Opfer der Lippen", das Gebet eines Menschen, der sich für gläubig hält, aber dabei nach seinem gottlosen Herzen wandelt, fern von jeglichem Gehorsam Gott und Seinem Wort gegenüber. Denn der Mensch bestimmt selbst, was richtig und falsch oder gut und böse ist (1.Mo2, 9+17).

Der Mensch betrügt sich dabei selbst (Jak 1,22) - täuschen wir uns nicht:

Jer 17,9      Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen?

Die Vertracktheit des menschlichen Herzens hat daher auch stets ein Ohr für esoterischen, okkulten und human wirkenden Einfluss.

Gal 6,7       Irrt euch nicht: Gott lässt sich nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten.

 

 

Die Aufforderung „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott" klingt fromm und eindrücklich, - sie baut eine mentale Brücke, aber nicht zu Gott, sondern zur menschlichen Eigenhilfe!

In abgewandelter Form, und  gar nicht selten, finden wir sie im Wort Gottes: schon König Saul war sie zum Verhängnis geworden, weil er nicht die Geduld aufbrachte, auf Gottes Zeitpunkt zu warten. Er half sich selbst...(z. B. 1. Sam Kap.15).

Auch viele andere halfen sich selbst mit negativen Auswirkungen, z.B.: Kain1. Mo 4,8), Sara (1.Mo 16,1-5), Jakob (1. Mo 25,31), Josefs Brüder(1.Mo37,16...), Lot (1.Mo 13,8-11) ,das Volk Israel(2. Mo 32,1-5; 2.Kön 21,3; Jos 9,1-16; u.v.a.m) Ahab(1.Kön 20,1... 34), Isebel (1.Kön 18-21),

  • Saul,der erste König Israels, half sich selbst auch durch Spiritismus (1Sam 28). Er nahm ein tragisches Ende (1Sam 31,4).
  • Ananias und Saphirahalfen sich ein wenig selbst, so zur Sicherheit, man weiß ja nie... Sie endeten zuerst in der Lüge und dann im Grab.
  • Petrus half sich selbst in jenem Gefängnishof. Er landete im Verrat an seinem Herrn und Meister und in nicht geringer Verzweiflung und in Tränen.
  • Judas verhalf sich selbst zu dreißig Silberlingen und zum Strick.

 

Wir könnten jetzt viele Beispiele aus Gottes Wort aufzählen wo sich Menschen selber geholfen haben, und dadurch Gottes Hilfe nicht erfuhren.

Freilich, für Petrus ging die Sache schließlich gut aus, der Herr hatte ihn ja schon vorher ganz gezielt in Seine liebevolle Hand genommen und ihm prophezeit, was er, Petrus, tun würde. Doch das war eine andere Situation, im Endeffekt nur zu seinem Besten und vom Herrn gesteuert.

Viele anderen lebten nach ihrer Selbsthilfe nicht mehr lange. Im Fall des Judas Ischarioth tritt etwas sehr Bemerkenswertes hervor, wie Judas sich selbst hilft. Warum? Die erste Selbsthilfe bei ihm war: er hatte den Beutel, und nahm an sich, was gegeben ward. Judas ärgerte sich über Maria in Bethanien, weil sie das teure Salböl an den für ihn nicht so wertvollen Heiland verschwendet hatte. Also ging er hin und half sich selbst und überlieferte Ihn zum Tode. Er half sich selbst ...

 

Je enger jemand im Alten und Neuen Testament mit Gott, dem Allmächtigen wandelte, desto weiter war er von diesem Spruch entfernt: „Hilf dir selbst", - je weiter er aber von Gott entfernt war, desto eher fiel er darauf herein.

Das gilt auch uns - gerade da kommt das sogenannte „Törichte" Gottes als Weisheit ans Licht. Sogar Gottes Sohn sollte zur „Selbsthilfe" verführt werden.

Lk 4,5-7     Da führte der Teufel ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblick. Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich will. Wenn du nun vor mir anbetest, so soll alles dir gehören!

Mt 27,40     und sprachen: ..., rette dich selbst! Wenn du Gottes Sohn bist, so steige vom Kreuz herab!

Christus aber blieb treu und verließ sich auf Gottes Plan, Macht, Willen und Weisheit.

 

Spätestens ab hier wird der aufmerksame und willige Leser erkennen, dass es in diesem Thema nicht darum geht, die Hände in den Schoß zu legen und jede Eigenaktivität abzulehnen. Lehrt die Bibel doch auch an anderen Stellen:

Spr 6,6-8    Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege an und werde weise: Obwohl sie keinen Anführer hat, weder Vorsteher noch Herrscher, bereitet sie dennoch im Sommer ihr Brot und sammelt in der Erntezeit ihre Speise.

2Thes 3,10 ...: Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen!

1Petr 3,8    Endlich aber seid alle gleich gesinnt, mitfühlend, voll brüderlicher Liebe, barmherzig, gütig!

Mt 28,19     So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, ...

 

Es geht also darum, Gottes Willen zu suchen und danach zu handeln, auch wenn es ein „Nein" für den Eigenwillen und die eigenen Vorstellungen sein wird.

Wie viele beten fromm und womöglich öffentlich „Dein Wille geschehe" und handeln nach eigenem Willen?

Paulus ordnete sich ganz Gottes Willen unter:

2Kor 12,9   Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne.

Phil 4,11-13    Nicht wegen des Mangels sage ich das; ich habe nämlich gelernt, mit der Lage zufrieden zu sein, in der ich mich befinde. Denn ich verstehe mich aufs Armsein, ich verstehe mich aber auch aufs Reichsein; ich bin mit allem und jedem vertraut, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluss zu haben als auch Mangel zu leiden. Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus.

Für „Genüge" steht im Griechischen „autarkeia" und für zufrieden „aut-arkes". Paulus war unabhängig von Menschen und den jeweiligen Lebenssituationen (siehe auch 1Tim 6,6-8), er verließ sich ganz auf Gott. Seine Gebete wurden auch nicht immer erhört, wenn Gott in Seiner unendlichen Weisheit und Liebe es dann für besser hielt:

 

Zerfrisst uns auch nicht manchmal buchstäblich die Sorge um unser tägliches Leben,obwohl wir Gottes Zusage haben, dass Er für uns sorgt, wenn wir Sein Wort befolgen:

Lk 12,22     Und er sprach zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, noch um den Leib, was ihr anziehen sollt.

Lk 12,26     Wenn ihr nun nicht einmal das Geringste vermögt, was sorgt ihr euch um das übrige?

Phil 4,6      Sorgt euch um nichts; sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.

1Petr 5,7    Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch (siehe auch Mk 13,11).

 

Gott möchte, dass wir in enger Gemeinschaft mit Ihm leben, Er will für uns in Ewigkeit sorgen und alles bereitstellen, was wir benötigen - glauben wir dies auch in schwierigen Situationen?

Röm 8,28   Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.

Was es bedeutet, unabhängig von Gott, dem Vater, in der Welt sein eigenes „Glück" zu suchen, erkennen wir an dem Gleichnis des verlorenen Sohnes:

Lk 15,12-16    Und der jüngere von ihnen sprach zum Vater: Gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt, Vater! Und er teilte ihnen das Gut. Und nicht lange danach packte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste in ein fernes Land, und dort verschleuderte er sein Vermögen mit ausschweifendem Leben. Nachdem er aber alles aufgebraucht hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und auch er fing an, Mangel zu leiden. Da ging er hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seine Äcker, die Schweine zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, welche die Schweine fraßen; und niemand gab sie ihm.

 

Vielleicht sind es nicht wenige, die hier aufbegehren und sagen: „Mir geht es nicht gut, aber damit bin ich nicht zu vergleichen". Es gibt viele sinnvolle Auslegungen dieses Gleichnisses, aber die biblische Aussage ist die entscheidende:

Lk 15,18-20    Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ... und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; ...! Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen; und er lief, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

 

David drückte es so aus:

Ps 119,67   Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber befolge ich dein Wort.

 

Gleichgültig, wie wir uns sehen - lassen wir uns von Gott bewerten, beugen wir uns unter Sein Wort und befolgen wir es.

Jes 66,2      ..., spricht JHWH. Ich will aber den ansehen, der demütig und zerbrochenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort.

Dies ist nicht die Aussage der Verfasser dieses Themas, sondern die Aussage Gottes, des Allmächtigen, des Schöpfers und Erhalters von allem, was existiert.

 

Der Ursprung der Selbsthilfe „Hilf dir selbst" ist in jedem Fall eine wohldurchdachte, diabolische[2] Aussage. Sie ist der Inbegriff der satanischen Wirksamkeit, denn in ihm hat diese Einstellung ihren Ursprung. Ohne diese Selbsthilfe hätte sich der Satan vor Zeiten nie überheben können (Hes 28; Jes 14). Und bis jetzt helfen sich er und seine gefallenen Engel stets selbst.

Man bemerkt ganz klar den Unterschied zwischen dem Herrn Jesus und Satan (Widersacher) . Jesus, der immer nur an den Lippen des Vaters hängt, der alles aus des Vaters Hand nimmt, der vom Vater kommt, der zum Vater geht ...Der Satan dagegen will stets etwas anderes, etwas Eigenes in den Himmel bringen, - auch, wenn es nichts Besseres geben kann, als das, was Gott tut.

Jedes Detail von der physichen Schöpfung zeigt uns Tag für Tag die Größe und Allmacht, die Schönheit und Stärke Gottes, - alle diese Dinge sind für Menschen unmöglich machbar. Man kann daran nichts verbessern, - man kann sich in der Gegenwart Gottes nicht selber helfen!

Der sündige Mensch, auch der sündige Gläubige, kennt diesen Wesenszug Satans, seines ersten Vaters (Joh 8,42.44), recht gut: Immer will er etwas anderes als das, was er hat. Schon kleine Kinder sind diesem Prinzip unterworfen. Und sie versuchen sich selbst zu helfen, je erwachsener sie werden, umso intensiver.

Das Resultat spricht eine deutliche Sprache: von uns aus entscheiden wir uns immer falsch. Den, der uns helfen will und kann, verwerfen wir, ja Ihn kreuzigten wir.

Die Weisheit der Menschen war: Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche"(Lk 19,14) - Hinfort mit ihm" (Lk 23,18) ... Was aber sagt die Weisheit Gottes: Achtet doch auf ihn, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat (Hebr 12,3).

 

Der Mensch kann sich in dem zuvor beschriebenen Sinn absolut nicht selber helfen. Es ist nicht nur so, dass er sich nicht selber am Schopf aus dem Schlamm ziehen kann, wie mancher Prediger betont, sondern er will das auch gar nicht. Der natürliche Mensch will und muss (in der Regel) religiös[3] sein, das bringt seine Weisheit in Verbindung mit der Pervertiertheit seines diabolischen geistlichen Vaters mit sich, und das gerät ihm erst recht zur Verhärtung, zur Verdrehung seines Wesens. Gerade aus der Religion sind die grausamsten Greuel der Menschen aneinander entstanden.

Kein Wunder bei diesem Urheber und seinen unbußfertigen Vasallen!

Die Religion (Pharisäer und Schriftgelehrte) betrieb auch die Kreuzigung Jesu! Das fasziniert immer wieder: wie Gott die Geschichte lenkt und zum Ziel kommt mit Seinem Plan, auch unter Einbeziehung der menschlichen und der dämonischen Einwirkungen.

Das Endziel Gottes wird nicht durch menschliche Weisheit und diabolischen Einfluss tangiert, Gott kommt zum Ziel - exakt zu Seinem gewählten Zeitpunkt.

 

Wenn der Satan und die Menschen damals hätten begreifen können, dass die Sünder durch Jesu Kreuzigung gerettet werden, dann hätten sie in gemeinsamer Selbsthilfe versucht, diese zu verhindern, anstatt sie zu forcieren. Daran sieht man die Auswirkungen menschlicher und dämonischer Weisheit: Das Wesentliche erfasst sie ganz und gar nicht, lachend zieht sie daran vorüber, dagegen hängt sie sich akribisch am Nebensächlichen auf und muss doch Gottes Willen erfüllen.

Die göttliche Torheit hat auf Golgatha alle Narren offenbar gemacht und dabei die Menschen errettet. Wobei der Mensch nichts von dem begriff, was da vor sich ging. Er hat nur schreien und nageln geholfen:

Selbst die zwei Mitgekreuzigten, die Todeskandidaten lästerten Jesus, obwohl selbst am Kreuz hängend; trotz all der Schmerzen, - trotz des nahen Todes, verspotteten sie ihren Retter. Und dennoch: einem von ihnen wurde geholfen (Lk 23,43)! Selber war er dazu nicht im Stande, weder mental noch rechtlich noch körperlich.

Der Mensch ist absolut nicht in der Lage, sich selbst zu helfen, - in keinem Stück, auch wenn er sich das auf seine Fahnen heftet. Es ist Gott allein, der  alle Hilfe tut (Ps 74,12).

 

Wo sind denn die Großen und Mächtigen, egal ob in der Politik, der Wirtschaft und den Finanzen oder in den Religionen. Schauen wir uns in der Geschichte und Gegenwart ihr Leben und Ende an.

Auch die Zukunft sagt diesbezüglich nichts Positiveres aus:

Offb 6,15    Und die Könige der Erde und die Großen und die Reichen und die Heerführer und die Mächtigen und alle Knechte und alle Freien verbargen sich in den Klüften und in den Felsen der Berge,

 

Wir müssen uns nicht einbilden, auch nur einen Deut besser dazustehen, was die Eigenhilfe betrifft! Wer es nicht glaubt, der probiere (wieder einmal), gewisse Gedanken zu lassen - ohne Gottes Hilfe. Lassen etwa wir die Sonne  scheinen oder senden wir den Regen auf Gerechte und Ungerechte (Mt 5,45)? Man soll und kann wohl anderen helfen, wenn Gott das fördert durch Seine Hilfe - wenn ER uns die Gabe und die Einstellung dazu schenkt.

Das ist gut und recht vor Gott. Aber im Grunde ist weder der Mensch noch der Teufel von sich aus in der Lage, etwas zu verbessern.

Zeigt nicht die Gegenwart in brutaler Weise, wie hilflos der Mensch ist - Umwelt- und Klimaprobleme, Arbeitslosigkeit, Hunger, Seuchen, Krieg, Unterdrückung, Mord, Totschlag, Verfolgung, Egoismus pur, .... Hier, in dieser gefallenen Welt kommen wir immer wieder in Bedrängnis, Hilfe tut uns not. Deshalb lauten zwei Psalmworte deckungsgleich so:

Schaffe Du uns Hilfe in der Drangsal; Menschenhilfe ist ja nichtig!" (Ps 60,13b;108,13b).

 

Hier haben wir den wichtigsten Grund für die unumstößliche Wahrheit: dass wir an Jesus Christus glauben, weil Er nicht herabgestiegen ist vom Kreuz! Wäre Jesus herabgestiegen, dann könnten wir nicht an Ihn glauben.

Der Heiland erwähnt ja unsere Hilflosigkeit immer wieder, z. B:

Joh 6,44     Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht, der mich gesandt hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.

 

Gott gibt die Richtung wirklicher und wirksamer Hilfe an: Er zerriss den Vorhang im Tempel von oben nach unten (Mt 27,51) - wer hätte ihn dabei unterstützen können?

Wir Menschen sind von Natur (d.h. von Gott getrennt) aus dazu verurteilt, alles geistlich Richtige verkehrt anzupacken, - es ist und bleibt verkehrt, was der Mensch tut.

Mancher, der als eifriger Verfechter richtiger geistlicher Prinzipien dasteht, ist in Wahrheit nur das Opfer seines enormen Widerspruchsgeistes, deshalb kämpft er doch nicht recht. Es ist mit die Tragik unserer Zeit, dass wir nicht in allem auf Gottes Hilfe und Wirken vertrauen, sondern auf uns selbst. Die Auswirkungen bzw. die geistliche Leeresehen wir auch in unseren Gemeinden: viel Lärm um nichts!

Die Bibel verkündet:

Joh 15,5     ...; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.

Jos 24,19    ...: Ihr könnt JHWH nicht dienen; denn er ist ein heiliger Gott, ein eifersüchtiger Gott, der eure Übertretungen und Sünden nicht dulden wird.

 

Aus diesem Grund wird Gott es immer zulassen, dass eine „geistliche" Gemeinschaft von eifrigen Verkehrten bald sichtlich weit danebenliegt - in jeder Hinsicht.

Auch die einzelnen Denominationen[4] gelten als Beweis mit ihren „Entgleisungen" wider das Evangelium. Man tut etwas hinzu zu Gottes Wort oder verändert es - man erntet die Frucht.

 

Der religiöse Mensch verhilft sich selber zu einem sein Gewissen beruhigenden „Gottesdienst".

Wo der Mensch als solcher eingreift, mitmischt, eifert, da geht Gott nicht mit, auch wenn es scheinbar so aussieht (Ps 73,12; Jer 5,26-29; Mal 3,5; Jak 5,4). Sieh hin auf Golgatha[5]: Da erkennst du ganz genau Gottes Meinung über unser Gehabe und Tun.

 

Wir sind ohne Gott und Seine Gnade nichts - wir haben über das kurze Leben hinaus auf dieser Erde keine Hoffnung. Je eifriger wir uns aus eigener Kraft selbst geben - umso verkehrter wird das Ergebnis sein - dies bezeugt die Geschichte der Menschheit.

 

Martyn Lloyd-Jones, der berühmte englische Prediger, hatte das mit 26 Jahren erkannt und seine Karriere als Leibarzt der englischen Königin beendet. Er sagte sich: wir Ärzte kurieren die Leute doch nur, dass sie am Ende erst recht in die Hölle fahren. Er tat das, was Gott ihm anbot: er kehrte um, - die einzige Alternative für einen „Verkehrten". Wann kann man umkehren? Zu jenen Zeitpunkten, in denen das göttliche Licht des Vaters auf den Sohn zeigt, kann man umkehren, nicht eher und nicht später. Man findet außerhalb der Hilfe Gottes keinen Raum zur Buße. Man landet sonst erneut in der Religion und damit in den Fängen des diabolischen Selbsthelfers. Woher käme sonst unter den Religiösen all die Ausgebranntheit (modern: Burn-out). Siefinden nicht die Ruhe und Geborgenheit Gottes, des Allmächtigen. Sie versuchen durch eigene Taten und „Gutsein" etwas für das Leben nach dem Tod zu tun und merken nicht, dass es der Weg des Verderbens ist (Mt 7,22-23, 25,12). Woher kommt all der Leerlauf im Leben, die Sinnlosigkeit, die Verzweiflung? Es ist dem Menschen im Grunde nicht möglich, sich selbst zu helfen. Es war von Seiten des herrlichen Schöpfergottes auch nie geplant, dass der Mensch sich selbst helfen könnte. Wer von uns würde einem bösen, süchtigen, nachtragenden, zornigen, verschwenderischen, ungehorsamen Wiederholungstäter eine Aussicht auf Eigenhilfe geben? Das wäre wohl ganz verkehrt. Solch einer muss erst neu geworden sein, dann kann ihm geholfen werden, die Hilfe muss von außen kommen.

 

So bleibt es dabei: Alle gute Gabe kommt von oben, vom Vater des Lichts (Jak 1,17).Ohne Gott können wir nicht wirksam Bleibendes tun (Joh 15,5). Wenn wir meinen, „Licht" zu sein, ist es „Kunstlicht", was nicht lebenserhaltend ist. Menschliche Hilfe ist nicht von Dauer, und sie zeigt im Grunde unsere Hilflosigkeit. Wer‘s nicht glauben mag, der versuche doch, seinen leiblichen Tod abzuwenden, sein Sterben zu verhindern, hinauszuschieben. Betrachten wir doch auch die Versuche der Menschen, Frieden zu schaffen, die Weltbevölkerung ausreichend zu ernähren, Naturkatastrophen zu verhindern, Seuchen- und Krankheiten auszumerzen. Der Einsatz von Pflanzenschutz-, Unkrautvernichtungs- und Schädlingsbekämpfungs- sowie Desinfektionsmitteln ist unbestritten in gewissem Maß nützlich, führt aber auch zu vermehrten Schäden in Feld, Wald, Wiesen und Gewässern und möglicherweise zum Tod - vor allem für Tiere.

Es ist unmöglich - der Mensch kann sich nicht wirklich auf Dauer „nachhaltig" helfen! Wenn es auch manches Mal so scheint, als hätte man sich selbst geholfen, war es doch die Gnade Gottes - dies will der Mensch nicht erkennen und zugeben.

Selbst der Satan musste vor Gottes Thron über Hiob zugeben:

Hi 1,10       Hast du nicht ihn und sein Haus und alles, was er hat, ringsum eingehegt (1)? Das Werk seiner Hände hast du gesegnet, und seine Herden breiten sich im Land aus. (1) d.h. schützend eingezäunt.

Satan weiß genau, dass der Mensch von sich aus nicht in der Lage ist, sich zu helfen. Er weiß genau, dass „Hilf dir selbst" eine seiner größten Lügen ist. Es geht nämlich nicht. Deswegen bietet er als Unterstützung auf vielerlei Weise seine Hilfe an - sei es okkulter Natur, durch Religiosität, „Wahr"sagen, u.v.a.m. Hellsehen ist ebenfalls ein einschlägig diabolisches Angebot (hell erinnert hier eher an das englische Wort für Hölle).

Wahr ist daran, dass man immun werden soll gegen die Wahrheit in Gottes Wort.

 

 

Die Selbsthilfe des Menschen bringt ihn nicht nur selber eines Tages zu Tode, sondern jetzt schon seine „entfernten" Verwandten.Durch die Selbsthilfe werden in Deutschland täglich 1000 Kinder ermordet, - den Müttern ist dann „geholfen". Die ungeborene Leibesfrucht wird getötetund entsorgt. Das eigene Leben (wie von Gott, dem Allmächtigen gewollt), das dann durchpsychische und physische Risiken und das Tötungsdelikt (in §§ 211, 212, 213 und 216 StGB geregelt) eigentlich keines ist, kann weiter „genossen" werden.

Wir sehen deutlich, wo der Ursprung der Selbsthilfe liegt. Von allem Anfang an war er im Diabolischen begründet, als Satan in Selbsthilfe (Jes 14; Hes. 28) seinen Thron höher setzen wollte als den Gottes, den er hüten sollte.

 

Wir haben übrigens bis in die Gemeinden hinein dasselbe Problem. Nicht nur, wenn Irrlehrer behaupten, es gäbe Sünden, die nur sie nur  persönlich vergeben könnten, nicht aber unser Vater im Himmel (Lk 11,2-4) im Namen Seines geliebten Sohnes - nein, auch jeder Leitende und jeder Dienende in der Gemeinde, der sich einbildet, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, fungiert als Gehilfe der Unterwelt. Und solche gibt ‘s landauf, landab wahrlich genug!

Die zweite historische Hilf-Dir- Selbst-Aktion, die wir kennen, fand im Paradies statt und ging erneut vom Satan aus. Daran laboriert die Menschheit bis heute, sie kann es nun seit dieser Zeit nicht verstehen, hat es noch immer nicht begriffen:

Der Mensch kann sich nicht selber helfen, - nicht in einem einzigen Punkt.

Du kannst das Fieber nicht wegbefehlen, du kannst dich nicht aus Seenot retten, du kannst dich nicht vor Hungersnot retten, du kannst dem Tod nicht ausweichen, und vor allem: du kannst dich nicht deiner Sündhaftigkeit entledigen.

 

Zwischen einem Menschen und einem Mord, zwischen einem Menschen und einer Abtreibung, oder einem Ehebruch oder einer Lüge steht nur die Gnade Gottes. Jeder, der sich einmal über andere geärgert hat, weiß das. Und der Herr hat es nicht nur in der Bergpredigt (Mt Kap5-7) ganz deutlich gesagt, was in uns ist: Du kannst dir gar nicht helfen! Wenn die Hilfe von Gott nicht da ist, dann sitzt unsereiner lebenslang im „Gefängnis". Und bis in die Ewigkeiten der Ewigkeiten bleibt er von Gott getrennt. Wenn auch viele darüber lachen oder spotten, wie beim Bau der Arche auf trockenem Land, beschreibt die Bibel im griechischen dies als „pur limne „im Feuersee" (Offb 20,15). Dies alles lehrte unser Heiland (z. B. Mt 7,22- 23; 8,12; 13,42.50; Lk 13,28), der die Kraft der göttlichen Hilfe doch bis ins Detail in den Evangelien bewiesen hat: Er rettet aus Seenot, Er speist und versorgt - Er = El Shaddai, - Er befiehlt dem Fieber. Du und ich, wir können gar nichts - außer verdreht sein, verkehrt, pervertiert. Und ohne Ihn sind wir absolut hilflos. Wie oft haben wir in gläubigen Kreisen Dummheiten gehört wie diese: „Man muss aber auch ... dies und jenes tun ... man muss selber ..." Gar nichts sind wir und gar nichts können wir ohne Christus (Joh 15,5). Gar nichts! Allein aus dem Vermögen, das der Herr darreicht, kann man in diesem neuen Leben Seine (Gottes) Werke tun, die Er zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln (Eph 2,10). Da kommt nichts Eigenes hinzu; alles, was nicht aus dem Glauben geht, ist gegen Gottes Gebote und Sünde.

Darum sollten wir auch nicht sagen: Morgen werden wir in diese oder jene Stadt gehen und Handel treiben ... darum sagt der Herr ganz bestimmt: Ohne mich könnt ihr nichts tun! (Joh. 15, 5)

Jak 4,15     Stattdessen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun.

 

 

 

Der Heiland nahm sich dieses Themas, dieser teuflischen Einflüsterung „Hilf dir selbst" mit äußerstem Ernst an; bis aufs Blut, bis in den Tod widerstand Er genau diesem Gedanken, diesem gotteslästerlichen Satz.

Lasst uns diesbezüglich zwei Wegstrecken unseres Herrn betrachten.

  • Erst einmal in der Versuchung: Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brot werden! Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben:„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!" Darauf nimmt ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinne des Tempels und spricht zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: „Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stößt". Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht geschrieben: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!" Wiederum nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und spricht zu ihm: Dieses alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest! Da spricht Jesus zu ihm: Weiche, Satan! Denn es steht geschrieben: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!" Da verließ ihn der Teufel; und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm (Mt 4,3-11).
  • Zum andern Mal am Kreuz: Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen! Ist er der König Israels, so steige er nun vom Kreuz herab, und wir wollen ihm glauben! (Mt 27,42)

 

Viele Stimmen locken: Hilf dir selbst! Hilf dir selbst! Die ganze Rotte der Dämonen umgibt den Heiland und will nur eines! Ihn lächerlich machen, wie Er da so hängt, für alle Welt.

Für alle Verkehrten, für alle Verdrehten sieht der Gekreuzigte so hilflos aus, so ohnmächtig - „Er kann sich nicht helfen", schließen sie daraus. Hier, das sei noch einmal betont, hier und gerade hier wird das „Törichte" Gottes (1. Kor 1,25), wie wir es als gottferne, verlorene Menschen wohl sehen mussten, hier wird es zum größten Kraftakt der Geschichte aller Äonen[6], hier wird es zur Demonstration, dass bei Gott dieser Eine genügt, um alle Teufel zuschanden zu machen. Hier gelingt kein „Durcheinanderwerfen" eines Diabolos, hier gelingt kein „Widersacherdasein" eines Satans, hier hat der Fürst dieser Welt (Joh 12,31) ausgespielt: „In Mir hat er nichts!" sagt Jesus. Wie wahr, - wie wahr!

 

 

Ein Mensch mit Gott siegt über das ganze verdammte Prinzip der Unterwelt samt ihrer irdischen, menschlichen Zustimmung, über das „Hilf dir selbst". Was alle dort für Schwachheit angesehen haben, ist die Kraft, die das Universum zusammenhält (Joh 1,1-3; Jer 10,12), ist stärker als alles. Der, der die Sonne mit 810.000 km/h durch das Weltall bewegt und sie dabei millimetergenau in der Umlaufbahn hält, hängt am Kreuz und demonstriert seine Stärke, indem Er nicht herabsteigt!

 

Das Heil und der Sieg sind des Lammes (Joh 1,29)! Liebe ist stärker als der Tod. Hier begreifen wir ein wenig davon, was unseren Gott ausmacht, wie Er ist, wie Er denkt, was Er tut. Das wird herrlich, bei Ihm zu sein eines Tages! Und kein bisschen haben wir selber dazu beigetragen! Sein Arm hat geholfen. Die Rechte des Herrn ist erhöht! Und sonst gar nichts! Die ganze Bibel, das ganze Wort Gottes ist eine einzige Symphonie gegen das Prinzip „Hilf dir selbst!". Und wenn das nur deswegen ein so rigoroser, einheitlicher und stimmiger Gleichklang wäre, weil der Heiland einen so großen Sieg errungen hat, als die Fülle der Zeit da war, es wäre völlig genug. Dieser Sieg steht, Gott sei Dank, allezeit vor des Vaters Augen, außerhalb von Zeit und Raum. Deswegen konnten schon Abel, Henoch, Mose und David im Hinblick auf Jesus auf die Sündenvergebung hoffen, Abraham freute sich über Jesu Tag. Seit den unendlichen Zeiten vor Grundlegung der Welt, als Gott beschlossen hatte, diesen Heilsweg zu beschreiten bis zu dem Moment, wo er alle Tränen abwischen wird, wenn Er bei den Seinen wohnen wird, hat er dieses eine Prinzip hingestellt: „Hilf dir nicht selbst!" Du kannst es nicht!

 

 

Der Mensch hält Gottes Rettungsplan für töricht; er hält es für einen Unsinn, für unmöglich, dass ein angenagelter Gott sich gegen eine Meute von Juden und Heiden nicht wehren will und kann. Diese „Torheit" Gottes schließt noch dazu mit ein: wenn Jesus Christus nur einen einzigen Gedanken an sich selber verschwendet hätte, dann hätte Er versucht, sich selber zu helfen - und wir wären verloren geblieben für Zeit und Ewigkeit! Es wäre dann Millionen Mal besser gewesen, wir wären nie geboren worden. Wenn Jesus nur einen einzigen Nagel herausgezogen hätte,  wären wir für immer verloren gewesen.

Wenn Jesus all die Worte, die uns von Ihm in der Bibel überliefert sind, nicht exakt so gesagt hätte, wie Er es getan hat, wir hätten niemals gerettet werden können. Vielleicht verstehen wir jetzt Seine Worte besser: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn (Joh 5,19). Ich kann nichts von mir selbst aus tun. Wie ich höre, so richte ich; und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen des Vaters, der mich gesandt hat (Joh 5,30).

 

 

Das kann nicht Gott sein", sagen sich hier viele, „der kann nichts von sich selber tun". Das ist die gleiche Einstellung wie: „Ist er der Sohn Gottes, so steige er vom Kreuz, dann wollen wir an ihn glauben". Aber all jene, denen das „Törichte" Gottes als die Weisheit Gottes klar wurde, weil ihre Verdrehtheit durch die Wiedergeburt weggenommen wurde, - die normal geworden sind durch Christus, darum nennt sie der Galaterbrief jetzt „Söhne Gottes", diese dürfen sich freuen mit unaussprechlicher Freude - ihnen ist das klar geworden: Wäre Jesus Christus vom Kreuz gestiegen, hätten wir nie glauben können! Wir glauben und wir leben überhaupt nur, weil Er nicht heruntergestiegen ist. Hätte Er sich nur einmal selber geholfen, einen kleinen Moment nur, so hätte Er Gott zum Lügner gemacht. Das ganze Universum  wäre schlagartig verfallen, denn Er hätte gesündigt und Er trägt doch alle Dinge durch sein kräftiges Wort (Hebr 1,3). Er trägt auch deinen Glauben, liebes Gotteskind, Er ist dein ewiges Leben, das hier hereinreicht in diese Zeit. Du wirst bereits von Ihm getragen, beschirmt und erhalten, jeden Tag erneuert. Das alles, weil Er treu und gehorsam war bis zum Tode. Der Gottlose begreift das allerdings nicht, er denkt nur an sich, das ist der Unterschied. Des Heilands Streit und Sieg um uns war ein fürchterlicher Kampf gegen dieses teuflische Wort: „Hilf dir selbst", - vergessen wir das nie!

 

Wir sehen, wie ernst dies JHWH ist.

  • Ps 74,12... (ER) ist ja mein König von Urzeit her, der Rettung gab in diesem Land.
  • Mt 5,45 ... ER  lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte.
  • Zeph 3,17..., dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der rettet; er wird sich über dich freuen mit Wonne, ..., er wird über dich jubelnd frohlocken.
  • Jes 44,2..., der dich gemacht und von Mutterleib an gebildet hat, der dir hilft...

 

Da ist kein Helfer außer dem Herrn! Lasst uns diese Betrachtung schließen mit dem Leidenspsalm des Heilands als Antwort auf die vielen Stimmen, die Ihn lockten: „Hilf dir selbst! Steig herab vom Kreuz!" Schon viele Jahrhunderte vorher hatte er festgelegt und verkündet (Apg 3,12; 10,43, Röm 1,1-2;Eph 3,5; Hebr 1,1-2), was dieses wunderbare Gotteswort zu beinhalten hat. Und gerade wir sollten diese herrlichen Worte auch als Anweisung Gottes sehen, wenn wir Hilfe nötig haben. Die Stunden der Kreuzigung mit ihren Details und Personen ziehen an unserem geistigen Auge vorüber, während wir dem Reden Seines Herzens folgen. Was für ein Moment in der Geschichte, was für eine wunderbare Sicht in das Herz des Gottessohnes, auf ein Gebet, stärker als alles im Universum - und es ist gekommen, worum Er gebeten hat in Seiner schwersten Stunde, - darum komm auch du, säume nicht!

Ps 22,12 Sei nicht fern von mir! Denn Drangsal ist nahe, und kein Helfer ist da.

Ps 22,5-6-   Auf dich haben unsere Väter vertraut; sie vertrauten, und du hast sie errettet. Zu dir riefen sie und haben Rettung gefunden; auf dich vertrauten sie und wurden nicht zuschanden.

 

Bitte lies den ganzen Psalm in der Bibel und bitte Gott, den Allmächtigen, dass Er dir hilft, Seine großen gnadenreichen und barmherzigen Taten in Demut zu verstehen.

 

Und es ist vollbracht - uns wurde geholfen - wer bittet, dem wird geholfen!

Lk 11,9       Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan!

 


[1] Sünde: Griechisch / Deutsch Strong Lexikon, „hamartia" dies bedeutet: Verfehlen des Zieles, alles was gegen den rechten Sinn verstößt (z.B. ein Denkfehler). Missachten von Gottes Geboten und Vorschriften in Gedanken, Worten und Taten; den Weg der Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit verlassen und Falsches tun.

[2]Das griechische Wort DIA'BOLOS leitet sich von DIA= durch und BOLE'= Wurf ab und wird mit Durch /einander-werfer, Durchtreiber, Verleumder. Zum Durcheinanderwerfen gehört auch, wenn Worten der Geschriebenen (Bibel) ein falscher Begriffsinhalt unterschoben wird, man also Worte der Wahrheit gebraucht, sie aber mit gefälschtem Inhalt deutet. (F.H. Baader, „Die Geschriebene II). Erläuterung aus der Schlachter 2000 Übersetzung, Mt 4,1 Der Teufels = Verleumder, Verkläger,( hebr. Satan = Widersacher, Verkläger) ist ein von Gott abgefallenes, aufrührerisches Engelwesen.

[3] Wikipedia, Das Wort religio hatte im Lateinischen verschiedene Bedeutungen: „Gottesfurcht", „Frömmigkeit", „Heiligkeit", aber auch „Rücksicht", „Bedenken", „Skrupel", „Pflicht", „Gewissenhaftigkeit" oder „Aberglaube"

[4] Wikipedia - Eine Denomination ist im Christentum ein in Organisation und Lehre nach außen unabhängiger, in sich oft lockerer Verband von Gemeinden,...

[5] Der Ort außerhalb Jerusalems, wo der Messias gekreuzigt wurde (Joh 19,17-18).

[6] Wikipedia - Der Begriff Äon stammt vom Griechischen αιων (aion) und kann, je nach Zusammenhang, in dem das Wort steht, Lebenszeit, Leben, Generation, Zeit, Zeitdauer, Zeitraum und Ewigkeit bedeuten. Im theologischen Sprachgebrauch wird das Wort oft im Sinne einer unbegrenzten Zeit, also mit der Bedeutung Ewigkeit verwendet, wobei diese Übersetzung von einer Minderheit nicht anerkannt wird.

   
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