Ersetzt die Version vom 28.06.2009

Von Siegfried Albert Pietralla

Wir leben heute in einer Zeit, die von Gott eigentlich nichts wissen will. Man strebt lediglich das an, was in den eigenen Augen richtig erscheint. Einige Theologen versuchen die Bibel und diejenigen, die an dem Fundament des Glaubens festhalten, zu diskreditieren und bezeichnen sie als Fundamentalisten. So wagt kaum noch jemand von den Evangelikalen, die an der fundamentalen Wahrheit festhalten, öffentlich zu sagen, dass sein Glaube auf dem Fundament der Schrift gründet. Einigein der evangelischen Kirche suchen jetzt nach Möglichkeiten, den Begriff des „Sühneopfers" zu relativieren oder zu ersetzen, und bezeichnen den Opfertod Christi als nicht mehr zeitgemäß. Das Sühneopfer gehört jedoch zum christlichen Glauben und kann niemals zur Disposition stehen. Einige der Oberen, die noch an die Überlieferung der Schrift glauben, versuchen sich lediglich in schwächlichen Argumenten. Diese schwachen Argumente sind  Sinnbild für die heutige Glaubensarmut der evangelischen „Kirchlichkeit". Sie versucht mit diesen Argumenten neuen Strömungen in der Gesellschaft zu begegnen und eventuell auch gegenzusteuern, wie jetzt bei den Sühneopferdebatten. Was jedoch in Vergessenheit geraten scheint, ist, dass es hier nicht um Meinungen geht, sondern um die Wahrheit der Heiligen Schrift. Man hat offensichtlich auf breiter Front durch die historisch-kritische Theologie im Laufe der Zeit das eigene Glaubensfundament ausgehöhlt, das sich ja auf der Grundlage der biblischen Zeugnisse gründen sollte. Es gibt in der evangelischen Kirche jedoch  mittlerweile viele in den oberen Rängen, die den Glaubensartikel des „Sühneopfers" zunehmend in Frage stellen.

Die Rechtfertigungslehre, das Sühneopfer Christi, ist eine Grundfeste des Glaubens, eine fundamentale Lehre der Christenheit, die man nicht einfach leugnen und abschaffen kann. Wer bemüht ist, diese Lehre abzuschaffen, und daran scheint man fieberhaft zu arbeiten, der untergräbt und beraubt sich seiner eigenen christlichen Grundlage. „...wer Gott nicht glaubt, der hat ihn zum Lügner gemacht, weil er nicht an das Zeugnis geglaubt hat, das Gott von seinem Sohn abgelegt hat. Und darin besteht das Zeugnis, dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht“ (1. Johannes 5, 10-12). Wenn man Gott nicht glaubt, dass er seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt hat, damit die Menschheit durch ihn gerettet und mit Gott versöhnt werden kann, dann macht man Gott zum Lügner. Was bedeutet es denn, sich Christ zu nennen, wenn nicht, dass man Christus als seinen Erlöser, als den Messias erkannt hat und das Opfer, das er am Kreuz für uns brachte, zu unserer Errettung dient.

Christi Opfer, sein vergossenes Blut am Kreuz, ist das einmalige Erlösungswerk für die gesamte Menschheit. Ein Christ ist deshalb ein Christ, weil er dieses Opfer für sich in Anspruch genommen hat in der Erkenntnis, dass alle seine Sünden, die sich gegen Gott und seine Ordnung gerichtet haben, getilgt sind. „...denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie bei Gott haben sollten, so dass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, [das wirksam wird] durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren...“ (Römer 3, 23-25). Jesus sagt: „Jeder nun, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater im Himmel; wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater im Himmel“ (Matthäus 10, 32-33). Das Sühneopfer Christi ist auch in unserer Zeit eine unverzichtbare Glaubensgrundlage des Christen. Sowohl der Tod Christi als auch Seine Auferstehung sind keine verhandelbaren Glaubenssätze und auch keine Erfindung der Kirche, sondern die Lehre Gottes. Wäre es eine Erfindung irgendwelcher Theologen, könnte man sie tatsächlich abschaffen. Die Rechtfertigungslehre ist jedoch Gottes Wahrheit aus der Heiligen Schrift, und es ist sein Plan für die gesamte Menschheit, dass sie durch Jesus Christus gerettet wird. Und so sagt Jesus seinen Jüngern: „...So ist es auch nicht der Wille eures Vaters im Himmel, dass eines dieser Kleinen verlorengeht“ (Matthäus 18, 14).

Wer sich anmaßt, gegen die Rechtfertigungslehre anzugehen, wendet sich gegen Gott und seine Wahrheit und hat im Grunde nicht verstanden, worum es hier überhaupt geht. Er hat weder eine Ahnung vom Alten Bund, geschweige denn vom Neuen Bund, der durch das Sühneopfer ratifiziert wurde.Es wird dem aufmerksamen Beobachter sicherlich nicht entgangen sein, welche Kampagnen zurzeit gegen den christlichen Glauben geführt werden. Die Angriffe auf den christlichen Glauben haben fast immer ihren Höhepunkt an den christlichen Feiertagen, an denen die führenden Zeitschriften die Lehren der Heiligen Schrift in Zweifel ziehen. Aber sollten sie es nicht lieber gleich den Experten überlassen, die in der historisch-kritischen Theologie ausgebildet sind? Es bedarf dann eigentlich keiner Angriffe mehr von außen, da die von innerhalb der Christenheit völlig ausreichen.

Die folgenden publizierten Beiträge sollten den Glaubensverfall in unserer Gesellschaft klar aufzeigen: In den Radioandachten des Westdeutschen Rundfunks (WDR), die vom 10.-13. Februar 09 ausgestrahlt wurden, wandte sich Pfarrer i. R. Burkhard Müller ( Bonn ) gegen die Überzeugung, dass Jesus stellvertretend für die Sünde des Menschen den Tod am Kreuz erlitten hat. Er sagte in einem Beitrag: „Ich glaube an die Vergebung der Sünden, aber ich glaube nicht, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist." Aus Idea Spektrum 8/09: „Weil der Gott Israels so entschieden Menschenopfer abgelehnt hat, sollten wir damit aufhören, Jesus als Menschenopfer für unsere Sünden zu deuten. Gott hat nicht den Tod Jesu gewollt." Diese Äußerung hat auch einige andere Theologen auf den Plan gerufen, die sich für oder gegen die Abschaffung des Sühneopfers Christi aussprachen.

Die EZW/Berlin, eine Einrichtung der EKD, hatte sich in die Debatte eingeschaltet. In ihrem neusten Informationsblatt wendet sich  der badische Oberkirchenrat Michael Nüchtern dagegen, vom Sühneopfer Jesu Christi Abschied zu nehmen. Er widerspricht damit insbesondere dem evangelischen Theologieprofessor Klaus-Peter Jörns, der einen radikalen Abschied von einer Sühneopfertheologie und -liturgie mit ihren Bildern „Lamm Gottes", „Leib und Blut, vergossen für uns" fordert. Blutige Gewalt dürfe nicht länger als gut und lebensnotwendig verklärt werden, so Jörns. Kritik an Präses Schneider - Ein heftiger Streit um den Sühnetod Jesu Christi tobt insbesondere in der rheinischen Kirche. Dabei ist auch ihr höchster Repräsentant Präses Nikolaus Schneider ( Düsseldorf ) in die Kritik geraten. Er hatte in einem Interview mit dem evangelischen Magazin „chrismon plus Rheinland" gesagt, Gott brauche keine Sühneopfer. „Denn es muss ja nicht sein Zorn durch unschuldiges Leiden besänftigt werden"...Laut Schneider sind rheinische Pfarrer frei, den Kreuztod Jesu in ihren Predigten unterschiedlich zu deuten, sofern sie sich im Rahmen der Heiligen Schrift bewegen: „Wir finden dort verschiedene Interpretationen des Kreuzes und des Zusammenhangs von Kreuz und Auferstehung." Der Bonner Theologieprofessor Ulrich Eibach bezeichnete die Äußerungen des Präses als „eigenartig unklar", andererseits sagt er, dass Jesus „nicht im Sinne einer stellvertretenden Übernahme von Strafe gestorben ist". Mit dieser Ablehnung des Stellvertretungsgedankens leugnet er im Grunde die Heilsbedeutung des Todes Jesu. Die Aussagen des Präses zum Tod Christi seien widersprüchlich und „im Grunde nicht miteinander vereinbar", so Eibach. (Aus Idea Spektrum 14/2009)

Die Schleswiger Nachrichten schreiben am 09.04.09: „Theologen suchen Metapher des Todes. Debatte über die Bedeutung des Sterbens Jesu"  - „Kurz vor Karfreitag geht die Debatte um die Bedeutung des Todes Jesu am Kreuz unter den Theologen weiter. Die Suche nach einer abschließenden Erklärung, nach einer angemessenen Theorie oder treffenden Metapher habe kein Ende, schrieb der Heidelberger Theologieprofessor Wilfried Härle, der Vorsitzender der Kammer für Öffentliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Deutschland ist. Die Glaubensaussage, der Tod Jesu am Kreuz sei ein „Sühneopfer" für die Sünden der Menschheit, gehört zum Kern der christlichen Bekenntnisschriften. Doch in der evangelischen Kirche wird dieser Glaubensartikel zunehmend in Frage gestellt. Selbst hohe kirchliche Amtsträger plädieren für eine moderne Interpretation. Jesus habe seinen Tod nie als ein solches Opfer verstanden, bilanzieren auch viele Bibelwissenschaftler..."

Diese Debatten werden sicherlich weitergehen. Was soll aber das evangelische Kirchenmitglied zu solchen Dingen sagen, die von den obersten Repräsentanten in Frage gestellt werden? Christi Tod und Auferstehung sind biblische Zeugnisse, die von einer nicht geringen Zahl der „Christenheit" offensichtlich zur Disposition gestellt werden. Wer die Entwicklungen in unserer Gesellschaft aufmerksam beobachtet, wird sicherlich erkennen können, dass diese Dinge nicht einfach von ungefähr kommen. Man scheint offensichtlich bestrebt zu sein, diese Welt zu entchristianisieren. Ist diese Feststellung nicht übertrieben? Sehen wir nicht überall die Bemühungen der Christenheit, mit allen und jedem Brücken der Verständigung zu bauen? Die Frage muss jedoch sein: zu welchem Preis?

Die Preisgabe der Rechtfertigungslehre zu Gunsten eines Weltethos ist vergleichbar mit dem Linsengericht, mit dem Esau sein Erstgeburtsrecht verkaufte. Man kann das Sühneopfer Christi in der heutigen Zeit nicht mehr akzeptieren, weil man in eine Weltepoche eingetreten ist, die Religionen einheitlich berücksichtigen soll. Man kann offensichtlich in einer globalisierten Welt eine dogmatische Aussage der Schrift nicht mehr hinnehmen. Es scheint so zu sein, dass  Jesus Christus, der Gekreuzigte, einigen im Wege steht, um eine neue globale Weltordnung zu errichten. Den Namen Gottes in dieser Weltordnung zu erwähnen, würde dann schon als ein Sakrileg angesehen werden. Man sucht nach einem Weltethos, mit dem sich alle Religionen der Welt zufriedenstellen lassen.

Hans Küng sagt in seinem Buch „ Erklärung  zum Weltethos" - Die Deklaration des Parlaments der Weltreligionen: „Niemand dürfte heute noch ernsthaft bestreiten: Eine Weltepoche, die anders als jede frühere geprägt ist durch Weltpolitik, Welttechnologie, Weltwirtschaft und Weltzivilisation, bedarf eines Weltethos. Das heißt: eines Grundkonsenses bezüglich verbindender Werte, unverrückbarer Maßstäbe und persönlicher Grundhaltungen. Ohne einen Grundkonsens im Ethos droht jeder Gemeinschaft früher oder später das Chaos oder eine Diktatur. Keine bessere Weltordnung ohne ein Weltethos." Soweit Küng. Der Schöpfergott spielt in diesem Weltethos keine Rolle, er ist von vornherein davon ausgeschlossen. Seine Werte und unverrückbaren Maßstäbe und Grundhaltungen sind nicht gefragt. Christi Opfer für die Menschheit kommt in dieser Konstellation überhaupt nicht vor.

Hans Küng sagt weiter in seinem Buch „ Erklärung zum Weltethos" auf S.69: „Wenn man in einer Weltethos-Erklärung alle Religionen einbeziehen und zumindest keine wichtige ausschließen wollte, dann musste man auf die Nennung Gottes verzichten: dies war mir von Anfang an klar, so ungern ich dies als christlicher Theologe tat. ,Im Namen Gottes, des Allmächtigen, des Schöpfers des Himmels und der Erde, ja, so hätte sich leichter argumentieren lassen in Bezug auf unbedingt geltende Normen. Aber dann hätte man auf den Buddhismus verzichten müssen."

Die Aktivitäten des im September 1993 gegründeten Parlaments der Weltreligionen üben auf unsere Gesellschaft einen größeren Einfluss aus, als wir vielleicht meinen. Es passt offensichtlich nicht mehr in eine Gesellschaft, die alle Religionen zum Dialog aufruft, Gott, den Schöpfer,  überhaupt zu nennen. So kommt die Leugnung unseres Herrn und Erlösers in unserer Gesellschaft nicht von ungefähr.

Es ist eine fortlaufende Bestrebung, die Welt gleichzuschalten durch ein Weltethos, worin sich alle miteinander auf der Grundlage eines Abkommens der Weltreligionen einigen können. Und so ist es auch keine Besonderheit in unserer Gesellschaft, dass sich auf der Grundlage eines Weltethos ein Rat der Religionen in Frankfurt gegründet hat - ein kleiner Anfang, dem sich sicherlich auch andere Städte mit multireligiösem Hintergrund anschließen werden.

 Aus Idea Spektrum 17/2009: „Ein Rat der Religionen hat sich in Frankfurt am Main gegründet. Er soll das Miteinander der rund 150 Religionsgemeinschaften in der Mainmetropole fördern ... Vorsitzender des Anfang April gegründeten Rates mit 23 gewählten Mitgliedern ist der griechisch-orthodoxe Pfarrer Athenagoras Ziliaskopoulos ... Die evangelische Kirche ist ... mit nur einem Sitz vertreten und damit schwächer als die Sikh-Gemeinde, die zwei Repräsentanten schickt. Die in Frankfurt für interreligiöse Fragen zuständige Pfarrerin Ilona Klements hat die Gründung des Rates fünf Jahre lang vorbereitet. Wie sie gegenüber der Frankfurter Rundschau sagte, werde es in dem Rat auch um theologische Fragen gehen: Nur zur Wahrheitsfrage, also welcher Glaube richtig oder falsch ist, wird sich der Rat der Religionen nicht äußern.‘ “ Mit anderen Worten, Gott und Jesus Christus können in diesem Rat nicht genannt werden, auch nicht das, was Wahrheit ist! Die Obersten dieser Welt meinen, eines Weltethos zu bedürfen, um Weltfrieden zu erlangen.

Gott ist der einzige Weg der Wahrheit. Wenn dies nicht mehr von einigen der Obersten der evangelischen Kirche akzeptiert wird, dann kann man den Zustand der Kirche wirklich nur bedauern. Die Welt sucht nach globalen Lösungen. Ein Sühneopfer Christi hat darin letztendlich keinen Raum mehr. In diesen weltweiten Bestrebungen sollen alle Religionen gleichwertig sein, somit kann eine Glaubensrichtung nicht mehr sagen, dass sie die Wahrheit hat. Jesus sagt aber von sich, dass er die Wahrheit ist. Er sagte klar und unmissverständlich zu Thomas und den anderen Jüngern: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“ (Johannes 14, 6). Diese Wahrheit hat jedoch in unserer Zeit offensichtlich keinen Platz mehr.

Wer an der von Gott geoffenbarten Wahrheit festhält, wird schnell als fundamentalistisch eingestuft. Eins ist jedoch sicher: die an Jesus Christus Gläubigen, die Berufenen und Auserwählten werden an der Rechtfertigungslehre unbeirrt festhalten, denn es ist das Fundament des christlichen Glaubens. Keiner wird in das Reich Gottes eingehen können außer durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, der sich freiwillig und nach Gottes Willen für die Sünden der Menschheit geopfert hat. Er ist vom Vater ausgegangen und hat alle Macht  von ihm empfangen. Der Vater hat sich im Sohn der Menschheit hingegeben. Es ist Lüge, wenn behauptet wird, dass Jesus sein Opfer nicht als Sühneopfer verstanden hat und dass es nicht von Gott dem Vater gewollt war. Jesus sagt: „Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen“ (Johannes 10, 17-18).

Wir sehen hier, dass Christi Tod und Auferstehung in engem Zusammenhang stehen und dass ihm die Macht gegeben ist, sein Leben hinzugeben und den Tod zu besiegen. Es ist unmöglich, Jesus Christus wirklich zu kennen, es sei denn,  dass Gott, der Vater, den Sinn des Menschen öffnet. „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht, der mich gesandt hat...“ (Johannes 6, 44).

Es ist offensichtlich, dass einige Theologen Gott zum Lügner machen, wenn sie behaupten, dass Gott das Opfer Christi nicht gewollt hat. Da es ihnen offensichtlich an Verständnis mangelt und sie nicht an die Offenbarung Gottes glauben, erheben sie ihre eigenen Gedanken zur Glaubensgrundlage.

Jesus ist zur Errettung geworden für Juden und Heiden. Allen sollte das Evangelium, die gute Nachricht, verkündet werden, dass sie durch das Opfer Christi mit Gott versöhnt werden können. Nicht durch Werke des Gesetzes, sondern durch die Gnade Gottes, die in seinem Sohn Jesus Christus offenbart ist. „Das alles aber [kommt] von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat; weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, indem er ihnen ihre Sünden nicht anrechnete und das Wort der Versöhnung in uns legte“ (2. Korinther 5, 18-19). Paulus spricht über diejenigen, die sich zu Christus bekehren, und sagt: „So sind wir nun Botschafter für Christus, und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt; so bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm [zur] Gerechtigkeit Gottes würden“ (2. Korinther5, 20-21).

Durch das Opfer Jesu Christi versöhnte Gott die Welt mit sich selbst. Jesus Christus ist der einzige Weg zu Gott, dem Vater. Wer das Opfer Christi als nicht maßgebend zur Vergebung der Sünden erachtet, der hat offensichtlich nichts verstanden. Es ist unmöglich, Gott, den Vater, zu kennen, außer wem der Sohn es offenbart hat. Wir sprechen hier von geistlichen Dingen, die dem Menschen verborgen sind. Der natürliche Mensch vermag geistliches Wissen nicht zu erkennen, und insofern sollte man sich auch nicht über die Theologen wundern, die nicht verstanden haben, wozu Jesus Christus in die Welt gekommen ist. Sie wissen es offensichtlich nicht besser und können Gottes Plan für die Menschheit nicht verstehen. Was sagte Jesus über diejenigen, die ihn verfolgten und ans Kreuz schlugen: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lukas 23, 34). Das gilt sicherlich auch für diejenigen, die Christi Sühneopfer leugnen.

Die Erkenntnis des unbekehrten Menschen hinsichtlich der Heiligen Schrift ist sehr eingeschränkt. Aber auch dem durch den Geist Gottes wiedergeborenen  Menschen sind Grenzen gesetzt in der geistlichen Erkenntnis Gottes und seines Sohnes. Jesus sagt seinen Jüngern: „Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater; und niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater, und wer der Vater ist, als nur der Sohn und wem der Sohn es offenbaren will“ (Lukas 10, 22).

In den Pressemitteilungen haben wir Äußerungen von Theologen und  Bibelwissenschaftlern gelesen, die sich gegen ein Sühneopfer Christi wenden: „Ich glaube nicht, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist." „Gott braucht keine Sühneopfer." „Jesus hat seinen Tod nie als ein solches Opfer verstanden." 2. Petrus 2, 1-2: „Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten [Parteiungen] einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen. Und viele werden ihren verderblichen Wegen nachfolgen, und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden.“

Es ist Gott, der den Sinn des Menschen öffnet, sein Wort zu ergründen. Gott ist Geist und er eröffnet durch seinen Geist die geistlichen Tiefen der Erkenntnis. Paulus überredete die Menschen nicht durch ausgeklügelte menschliche Weisheit oder durch emotionale Appelle, sondern er brachte ihnen das unverfälschte Wort Gottes. Er sagt: „...meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft. Wir reden allerdings Weisheit unter den Gereiften; aber nicht die Weisheit dieser Weltzeit, auch nicht der Herrscher dieser Weltzeit, die vergehen, sondern wir reden Gottes Weisheit im Geheimnis, die verborgene, die Gott vor den Weltzeiten zu unserer Herrlichkeit vorherbestimmt hat, die keiner der Herrscher dieser Weltzeit erkannt hat - denn wenn sie sie erkannt hätten, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt...“ (1. Korinther 2, 4-8).

Das Kreuz und die Auferstehung sind das Fundament des christlichen Glaubens und unverzichtbar für jeden Nachfolger Christi. Nimmt man diese Grundlage des Glaubens weg, was einige Theologen ja offensichtlich anstreben, ist das Christentum nichts mehr wert. Die Auferstehung der Toten ist für den christlichen Glauben genauso unverzichtbar wie das Sühneopfer Christi. Jesus Christus ist von den Toten auferstanden, und seine Nachfolger, die in ihm sind, haben es im Glauben als wahr erkannt. Irgendetwas muss grundsätzlich in der evangelischen Kirche abhanden gekommen sein, wenn man zum Beispiel liest, dass „fast jedes dritte evangelische Kirchenmitglied nicht an ein Leben nach dem Tode glaubt",  idea Spektrum 15 /2009. Aber man muss fragen, wie ein Glaube an die Auferstehung  Christi existieren soll, wenn schon ein Teil der Obersten der evangelischen Kirche das Sühneopfer Christi ablehnt und versucht, eine andere Deutung oder Metapher zu finden.


Paulus sagt folgendes klar und unmissverständlich: „Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; dann sind auch die in Christus Entschlafenen verloren. Wenn wir nur in diesem Leben auf Christus hoffen, so sind wir die elendesten unter allen Menschen! Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der Entschlafenen geworden“ (1. Korinther 15, 16-20). Man sieht in dieser Schriftstelle, dass es nur eine Kontinuität in Christus, unserem Herrn und Erlöser, gibt. Denn wie er auferstanden ist, so werden auch diejenigen auferstehen, die ihm angehören, die sein Opfer für sich zur Vergebung der Sünden angenommen haben.

Jesus Christus wurde als Erstling der Söhne Gottes durch seinen Tod und seine Auferstehung vollendet, wie es auch seine Nachfolger in der Auferstehung sein werden. „Nach seinem Willen hat er uns gezeugt durch das Wort der Wahrheit, damit wir gleichsam Erstlinge seiner Geschöpfe seien“ (Jakobus 1, 18). Jesus Christus musste für unsere Übertretungen am Kreuz sterben. Wer die Bibel und die Glaubensgrundlage der Schrift ernst nimmt, kann schwerlich behaupten, dass es nicht der Wille Gottes war. Christus gab sein Leben freiwillig als Opfer für die Menschheit hin, damit die Sünden getilgt werden konnten. Er nahm alles auf sich, damit wir frei werden konnten von all unseren Übertretungen, mit denen wir gegen Gott gesündigt haben. Es ist erstaunlich, dass gewisse Theologen es offensichtlich nicht wahrhaben wollen, dass Jesus nach dem Willen Gottes handelte. Paulus sagt: „Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Wie viel mehr nun werden wir, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorn errettet werden!“ (Römer 5, 8-9). Der Mensch kann nur durch das Opfer Christi, durch sein vergossenes Blut gerechtfertigt werden. Einen anderen Weg zu Gott gibt es nicht.

Jesus  ist die Versöhnung für jeden einzelnen Menschen. „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen! Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er [Christus] offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist“ (1. Johannes 3, 1-2). Was für eine Metapher mögen die Gegner des Kreuzes letztendlich wohl finden, die allen Weltreligionen genehm ist? Jesu Christi Opfer zu leugnen bedeutet, die Rechtfertigung durch den Sühnetod am Kreuz abzulehnen. Welche Hoffnung bleibt dem, der diese Grundlage des Glaubens an Christus ablehnt? Paulus sagt treffend: „... wenn die Toten nicht auferweckt werden... Lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot!“ (1. Korinther15, 32).

Es gibt für diese Welt keine andere Alternative der Versöhnung als nur durch die Rechtfertigung, die Jesus Christus durch seinen Opfertod ermöglicht hat. Durch ihn allein wird der Mensch mit Gott versöhnt. Kreuzigung, Tod und Auferweckung sind Teil eines Glaubensfundaments, das man nicht preisgeben darf. „Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes“ (Römer 5, 1-2). Wenn das christliche Leben sich nur auf das Hier und Heute beschränkte, so wäre der Glaube nutzlos. Doch die Schrift zeigt uns, dass dieses Leben nicht einfach mit dem Tod des Menschen abgeschlossen ist. Es wird eine Auferstehung für alle Menschen geben, als erstes für diejenigen, die Christus angehören. „...der Herr selbst wird ...vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen“ (1. Thessalonicher 4, 16).

Die lebendige Hoffnung des Christen liegt in der Auferstehung bei Christi Kommen. „Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbewahrt wird für uns, die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit“ (1. Petrus 1, 3-5).

Die Hoffnung auf die Rechtfertigung besteht in dem Glauben an Jesus Christus durch das Evangelium, das der Welt verkündet wird. Die Heilige Schrift, die Bibel, ist unmissverständlich klar, wenn es darum geht, ob Jesus Christus stellvertretend für die Sünden der Menschheit gestorben ist. Er ist, nach der Schrift, auferstanden, wie es viele Zeugen bestätigten, die ihn nach seiner Auferstehung lebendig sahen. „Ihnen erwies er sich auch nach seinem Leiden als lebendig durch viele sichere Kennzeichen, indem er ihnen während 40 Tagen erschien und über das Reich Gottes redete“ (Apostelgeschichte 1, 3).

Paulus sagt über das Evangelium: „Ich erinnere euch aber, ihr Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch gerettet werdet, wenn ihr an dem Wort festhaltet, das ich euch verkündigt habe - es sei denn, dass ihr vergeblich geglaubt hättet. Denn ich habe euch zu allererst das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften, und dass er begraben worden ist und dass er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften, und dass er dem Kephas [Petrus] erschienen ist, danach den Zwölfen. Danach ist er mehr als 500 Brüdern auf einmal erschienen...“ (1 Korinther 15, 1-6). 

Die Frage, die sich jeder selbst stellen kann, ist: Glaube ich das, was in der Heiligen Schrift offenbart ist oder glaube ich lieber menschlichen Philosophien, die sich gegen die offenbarte Wahrheit wenden? Die Prophezeiungen im Alten Testament sagten genauestes voraus, was Jesus Christus, der Messias, von den Menschen erleiden sollte. Wir leben heute in einer Zeit, da der Mensch die Offenbarung der Schrift ignoriert. Es werden die Dinge einfach nicht gelehrt, die unmissverständlich klar in der Bibel stehen. Paulus verkündete das Evangelium, er sagt: „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; denn es wird darin geoffenbart  die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: ,Der Gerechte wird aus Glauben leben" (Römer 1,16-17).

Die heutige historisch-kritische Theologie ist zum Teil schuld daran, dass junge Theologiestudenten ihren Glauben verloren haben. Wie sollen sie dann Menschen begegnen, um ihnen die Heilige Schrift zu erklären, wenn sie selbst nicht an die Offenbarung Gottes glauben? Wir sehen die Entwicklungen in unserer Gesellschaft und wie einige der Kirchen ihren Gläubigen immer weniger an Glaubenslehren zumuten wollen und dass sich offensichtlich eine große Anpassung an die Weltreligionen hinter den Kulissen abspielt.

Ungeachtet dessen gibt es Gläubige, Berufene und Auserwählte, die dem Einfluss dieser gottlosen Gesellschaft widerstehen und sich nicht beirren lassen von Theologen, die ihre eigene „Weisheit" verkünden. Ein Christ wird unbeeindruckt von der „Weisheit" dieser  Theologen und Bibelwissenschaftler, die das Opfer Christi leugnen, den Weg der Wahrheit gehen. „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft; denn es steht geschrieben: ,Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen ‘. Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Wortgewaltige dieser Weltzeit? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt durch [ihre] Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Verkündigung [durch das Evangelium Christi] diejenigen zu retten, die glauben. Während nämlich die Juden ein Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen, verkündigen wir Christus, den Gekreuzigten...“ (1. Korinther 1, 18-23).

Der Schreiber dieser Abhandlung ist sich wohl bewusst, dass nicht jeder damit übereinstimmen wird. Sie ist hauptsächlich für Menschen geschrieben, die Antworten auf Glaubensfragen suchen, die offensichtlich in der heutigen „Kirchenheit" nicht beantwortet werden können. Wenn man schon anfängt, die grundlegenden Lehren der Schrift infrage zu stellen, was wird man dann überhaupt noch glauben? „Doch wenn der Sohn des Menschen kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden? “ (Lukas 18, 8).

Diejenigen, die daran arbeiten, Jesus Christus zu diskreditieren oder sein Sühneopfer, die Rechtfertigung, abzuschaffen, werden auch weiterhin mit Eifer daran arbeiten. Menschen, die Jesus Christus leugnen, werden ihre Meinung nicht ändern, es sei denn, dass ihnen der Sinn dafür von Gott geöffnet wird. Die Spötter werden auch weiterhin spotten. Aber die Suchenden werden finden, und den Anklopfenden wird aufgetan.

Petrus erinnert in seinem Brief die Gläubigen an das, was die Propheten über unsere Endzeit sagten: „... Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, dass am Ende der Tage Spötter kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist!“ (2. Petrus 3, 3-4). Ein gläubiger Christ wird an dem geoffenbarten Wort Gottes festhalten, denn es ist eine feste Grundlage, worauf man bauen kann.

Jesus sagte von sich: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, hat sich selbst durch Jesus Christus für uns geopfert, damit letztendlich ein neuer, geistlicher Mensch in der Gleichgestaltung Christi gezeugt wird, eine neue Kreatur, die nach dem Willen Gottes und nicht mehr nach dem eigenen Willen des ichhaften Denkens handelt. „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! Das alles aber [kommt] von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus ...“ (2. Korinther 5, 17-18).

Was ist schließlich die Konsequenz aus der Erkenntnis, dass Jesus Christus sein Leben für die Menschheit hingegeben hat? Was ist die Konsequenz für unser persönliches Leben? Es kann eigentlich nur eine Reaktion darauf geben. Als Jesus seine Jünger rief, ihm nachzufolgen, verließen sie alles und folgten ihm. Dies ist auch nicht anders, wenn ein Mensch zur Reue kommt, weil er erkennt, dass er ein Sünder ist. Es gibt nur eine Konsequenz: nämlich die eigenen Wege zu bereuen und umzukehren.

Jesus Christus lehrte seine Jünger, nachdem er ihnen nach seiner Auferstehung erschienen war: „Das sind die Worte, die ich zu euch geredet habe, als ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden muss, was im Gesetz Moses und in den Propheten und den Psalmen von mir geschrieben steht. Da öffnete er ihnen das Verständnis, damit sie die Schriften verstanden, und sprach zu ihnen: So steht es geschrieben, und so musste der Christus leiden und am dritten Tag aus den Toten auferstehen, und in seinem Namen soll Buße und Vergebung der Sünden verkündigt werden unter allen Völkern, beginnend in Jerusalem. Ihr aber seid Zeugen hiervon! Und siehe, ich sende euch die Verheißung meines Vaters...“ (Lukas 24, 44-49).

Gott wird allen den Sinn zur Erkenntnis der Wahrheit öffnen, die ihn darum bitten. Reue [Buße] ist der erste Schritt in die richtige Richtung zur Vergebung der Sünden. Der Glaube spielt hier eine wesentliche Rolle. „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm [Gott] wohlzugefallen; denn wer zu Gott kommt, muss glauben, dass er ist, und dass er die belohnen wird, welche ihn suchen“ (Hebräer 11, 6).

Die Nachfolge Christi führt zu einem ständigen Wachstum in der Erkenntnis Gottes. Es ist ein lebenslanger Weg, auch durch viele Widrigkeiten. Erkenntnis der Wahrheit ist jedoch nur möglich, indem Gott durch seinen Geist dem Menschen den Sinn dazu öffnet. Jesus sagte ganz klar, woran man Christen erkennen kann. „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen ... So bringt jeder gute Baum gute Früchte, der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen...“ (Matthäus 7, 16-18). V. 21: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel [Reich Gottes] eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.“

Es gibt heute viele Gemeinden, die sich christlich nennen, aber für jemanden, der zum Glauben kommt, ist es von großer Bedeutung, eine bibeltreue Gemeinde zu finden. Die christliche Gemeinschaft soll sich in der brüderlichen Liebe durch den Geist Gottes leiten lassen und einander auferbauen. Sie soll durch ihre guten Früchte ein Zeugnis in unserer Zeit sein, wodurch sie als Teil der Gemeinschaft Christi identifiziert werden kann. In Anbetracht der heutigen Entwicklungen in unserer Gesellschaft ist zu prüfen, welche Gemeinschaft Jesus Christus nachfolgt.

Jesus Christus ist das Licht, das in unsere Welt kam. Auch in unserer Zeit ist Jesus Christus das Licht, das uns in unserem Leben die Richtung aufzeigen kann, wenn wir uns entscheiden, diesem Licht in allen Dingen unseres Lebens zu folgen. Denn noch gibt es die Möglichkeit, im Licht zu wandeln, da wir das offenbarte Wort Gottes noch zur Verfügung haben. Aber es ist schon recht dunkel geworden in unserer Zeit, denn das Wort Gottes wird verdunkelt durch viele falsche Lehren. Jesus sagte zu seinen Zuhörern: „Noch eine kleine Zeit ist das Licht bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht noch habt, damit euch die Finsternis nicht überfällt! Denn wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht. Solange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes werdet!“ (Johannes 12, 35-36).

Anhang: In der Abhandlung über das Sühneopfer Christi ist klar geworden, dass Christi Opfer zur Grundlage des christlichen Glaubens gehört. Wer das Sühneopfer leugnet, der leugnet seine christliche Identität und Jesus Christus als Sohn Gottes. Was Jesus Christus für die Welt am Kreuz vollbracht hat, offenbart die Liebe Gottes zu allen Menschen. Ein Christ, der zu einer tiefen Bekehrung und Wiedergeburt durch den Geist Gottes gelangt ist, wird auch an dieses große Opfer, das für ihn gebracht wurde, gedenken.

Jesus Christus stiftete selbst bei der Passahfeier die Grundlage für das Gedächtnismahl (Abendmahl), das bis zum heutigen Tag von Christi Nachfolgern gehalten wird (Lukas 22, 19-20). Jesus hatte seinen Jüngern gesagt: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; dies tut, sooft ihr ihn trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr dieses Brot esst und diesen Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt“ (1 Korinther 11, 25). Was wir hier sehen, ist eigentlich ganz einfach zu verstehen. Es geht um Brot, das den Leib Christi symbolisiert, und um Wein, der das Blut Christi symbolisiert, das für die Sünden der Menschheit vergossen wurde. Das Brot bleibt bei dieser Feier auch weiterhin Brot, und der Wein bleibt Wein und verändert sich nicht etwa zu Blut.

Zu lehren, dass das Brot Christi Leib wird und der Wein sein Blut, ist eine Irrlehre. Brot und Wein sind lediglich Symbole, durch die wir der Erlösungstat Jesu gedenken. In der katholischen Kirche teilen Priester als „Mittler“ während der Messe Oblate und Wein an die Gläubigen aus, was eine buchstäbliche Umwandlung in das Fleisch und das Blut Jesu Christi sein soll somit würde Christus immer wieder neu geopfert. In der Eucharistiefeier soll das vom Priester dargebrachte Opfer die Genugtuung für begangene Sünden bringen. Es genügt aber für alle Zeit das eine Opfer des Sohnes Gottes für die Sünden der gesamten Menschheit. Paulus sagt zu der Gemeinde in Rom: „Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, ein für alle Mal; was er aber lebt, das lebt er für Gott. Also auch ihr: Haltet euch selbst dafür, dass ihr für die Sünde tot seid, aber für Gott lebt in Christus Jesus, unserem Herrn!“ (Römer 6, 10-11).

Keiner, der zu einer tiefen Bekehrung zu Gott dem Vater durch Jesus Christus gelangt ist, bedarf weiterer Opfer, denn das eine Opfer Christi genügt für alle Ewigkeit. Denn wer wirklich in Christus ist, dessen Sünden sind endgültig in den Tod gegeben und die Gerechtigkeit Christi wird ihm angerechnet. Christi Opfer hat nach der Schrift seine Gültigkeit für immer und ewig! „Denn mit einem einzigen Opfer hat er die für immer vollendet, welche geheiligt werden“ (Hebräer 10, 14).Es gibt nur einen Mittler, Jesus Christus, den Herrn, der zur Rechten Gottes sitzt und kommen wird mit großer Macht und Herrlichkeit. „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat ...“ (1. Timotheus 2, 5-6).

Die großen Kirchen sehen das offensichtlich anders, als es Jesus selbst lehrte. Brot und Wein werden nicht in etwas anderes verwandelt, sie sind Symbole für die Gedächtnisfeier bis zum Kommen Christi. Die Menschen sind getäuscht worden, und das schon von Anfang der Kirchengeschichte. Jesus sagte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“ (Johannes 14, 6).

WEITERE BEITRÄGE

Christentum und Politik“

Politik scheint für das „Christentum“ kein Problem zu sein. Vor der Wiederkunft Christi wird es eine neue Weltordnung geben – die des Antichristen –, an der Christi Nachfolger keinen Anteil haben werden.

Christi Wiederkunft und sein Reich“

Das Evangelium von der Wiederkunft Christi und der Errichtung seines Reiches sowie der Auferstehung und Verwandlung der Heiligen sollte die vorrangige Hoffnung von Jesu Nachfolgerschaft sein. Das Kommen Christi und sein Reich ist die einzige Hoffnung für das Überleben der Menschheit.

Mit Christus gekreuzigt“

Wer mit Christus gekreuzigt und auferstanden ist, der ist eine neue Kreatur. Der alte Mensch der Sünde ist mit Christus gestorben.

Kampf um das Fundament des Glaubens“

Ein Nachfolger Christi ist auf ein festes Glaubensfundament gestellt: das Wort Gottes, die Heilige Schrift. Eine entgegengesetzte Entwicklung verführt jedoch zu einer „Spiritualität“, die auch okkulte Praktiken beinhaltet.

Gottes Wort in einer Welt der Verführung“

Was zu Pfingsten durch das Ausgießen des heiligen Geistes in Jerusalem begann, hat mit den traditionellen Kirchen von heute nichts mehr zu tun. Die heutigen Kirchen betreiben eine Theologie, die ihr geistliches Fundament verlassen hat.

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